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Der schwarze Palast: Roman [Gebundene Ausgabe]

Horacio Castellanos Moya , Stefanie Gerhold
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

4. Mai 2010
El Salvador 1944, der Zweite Weltkrieg wetterleuchtet in der Ferne: der Journalist Periclés sitzt wegen seiner kritischen Artikel im Kerker, seine Frau Haydee besucht ihn täglich und versorgt ihn mit Informationen und Nahrung. Doch die Situation spitzt sich zu - es kommt zu einem Putsch, der die Familie auseinander reißt: Während Periclés nicht freikommt, organisiert Haydee unter dem Deckmantel von Familienfesten den Widerstand der Frauen. Ihr jüngster Sohn geht in den Untergrund und der ältere außer Landes - in einer Kutte getarnt kämpft er sich mit Verve und Witz durch die Mangroven.
Castellano Moya ist ein großer Familienroman gelungen von Menschen, die in der Not zu ihrer Größe finden. Es gelingt ihnen, dem Diktator die Maske vom Gesicht zu reißen. Denn Literatur kennt keine Ausgangssperre.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: S. Fischer Verlag; Auflage: 1 (4. Mai 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100102231
  • ISBN-13: 978-3100102232
  • Originaltitel: Tirana memoria
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,7 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 432.594 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Horacio Castellanos Moya, 1957 in Honduras geboren, lebte und studierte in San Salvador und Kanada, arbeitete zehn Jahre als Journalist in Costa Rica und Mexiko. Von 1981 bis 1984 engagierte er sich im Bürgerkrieg auf Seiten der Guerilleros. 1988 wurde sein erster Roman mit dem Premio Nacional de Novela der Universität El Salvador ausgezeichnet, es folgten vierzehn weitere Bücher. Auf die Veröffentlichung von ›El asco. Thomas Bernhard in San Salvador‹ (1997) folgten Morddrohungen. Er lebte in Mexiko, Europa (u.a. in Frankfurt als Gast der »Flüchtlingsstädte«),
jetzt in den USA. Zuletzt erschien auf Deutsch: ›Aragóns Abgang‹ (2005).

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5.0 von 5 Sternen eindrucksvolles Bild über eine Frau 27. Mai 2010
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
1944, in El Salvador sind die Nationalsosialisten an der Macht. wegen kritischer Artikel sitzt Pericles erst im schwarzen Palast, sozusagen unter den Augen des "Nazihexers", später im städtischen Gefängnis. Er ist einer unter vielen politischen Gefangenen.

Haydie, seine Frau besucht ihn jeden Tag, doch die politische Situation wird kritischer und nach der Verlegung Pericles in das städtische Gefängnis gibt es keine tägliche Besuchserlaubnis mehr.

Seit ihr Mann im Gefängnis sitzt schreibt Haydie wieder Tagebuch, sie schreibt von ihren Sorgen und Bedenken, von den politischen Entwicklungen in ihrem Land. Ihr Sohn Clemen ist am Putsch beteiligt, der aber niedergeschlagen wird. Clemen muss fliehen, mit ihm sein Cousin Jimmy. Als Priester und Mesner verkleidet, fuhren sie unerkannt mit dem Zug durchs Land, um ins Ausland zu gelangen.

Niemand weiß, ob sie es schon ins Ausland geschafft haben und damit in Sicherheit vor der Garde sind. Haydies jüngster Sohn Betito schließt sich dem studentischen Widerstand an und auch Haydie gründet mit anderen Frauen ein Komitee der Mütter und Ehefrauen der politischen Gefangenen.

Horacio Castellanos Moya gelingt mit diesem Buch ein eindrückliches Bild des Innenlebens einer Frau zu zeichnen, deren Familie auseinandergerissen wird, die sich aber trotz allem nicht aufgibt und kämpft.

Trotz der Schrecken und der Angst schreibt der Autor leicht und mit einem ungeheuerem Humor, ohne dabei etwas zu verharmlosen oder geschmacklos zu sein.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Der Engel ohne Aufgabe" S329 27. Juni 2010
Von Esther TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Vor einer Woche haben sie Pericles festgenommen. Ich habe geglaubt, heute würden sie ihn wieder freilassen, wie die anderen Male, als er nach einer Woche Arrest wieder zu Hause war. Aber die Lage hat sich verändert." S11

Haydee vertraut sich ihrem Tagebuch an. Einem Büchlein, das sie vor vielen Jahren in Belgien gekauft hatte, während sich ihr Mann dort als Botschafter verdiente. Pericles - Journalist in El Salvador - wurde erneut im schwarzen Palast inhaftiert. Doch diesmal wird er so schnell nicht frei kommen. Während seiner Haft wird von Militär, der bürgerlichen Oberschicht und Intellektuellen ein Putsch angezettelt, der leider auf der Zielgeraden scheitert. Unter den Putschisten befindet sich auch der älteste Sohn des Ehepaares, Clemente. Doch diesem gelingt die Flucht. Politische Verhaftungen folgen einander wie das Amen dem Gebet, doch derer nicht genug, entgeht kaum jemand der Hinrichtung. Die Bevölkerung ist aufgebracht. Der General ohne Erbarmen.

Dem Versammlungsverbot ein Schnippchen geschlagen, treffen Ehefrauen, Mütter und Schwestern zu einem vermeintlichen Polterabend zusammen. Dieser Anlass dient ihnen zur Bildung einer Gruppe des Widerstands. Sie verfassen Manifeste und sorgen durch ihre Kontakte zum studentischen Widerstand für weitläufige Verteilung.

Das unbeschreiblich Fabelhafte an diesem Roman ist die Vielschichtigkeit der erzählenden Personen und ihrer Perspektiven. Die Tagebucheintragungen einer Frau, deren Familienmitglieder als politische Gegner des Regimes verfolgt werden einerseits und die Beschreibung von Clementes Flucht - ein Macho, ein unbedachter Abenteurer, der sich schließlich als Weichling entpuppt. Und abschließend eine unsagbar traurige, melancholische Zusammenfassung eines alten Freundes der Familie viele Jahre nach 1944, die eine Vielzahl gebrochener Menschen im Lande zurück lässt - für mich das bewegendste Kapitel (zweiter Teil: Das Mittagessen).

Unfassbar eindringlich und nüchtern beschreibt Moya den Putsch gegen ein unbarmherziges Regime. Erwähnt Hinrichtung über Hinrichtung - von wahren Putschisten und solchen, die als Exempel statuiert werden. Beschreibt auf der Flucht Land und Leute. Und eine maßlose Ausweglosigkeit. Zwar werden die Frauen und Studenten erfolgreich über den General sein, dennoch sind zu viele entwürdigt, gebrochen oder lebendige Tote.

Ein wunderbarer, politischer, aber menschlich-melancholischer Roman über die Unfreiheit.
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