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Auch ihr neuester Roman Der schwarze Falter wird so wieder zu einem spannenden Seelenkrimi: Der berühmte Autor Gerald Candless stirbt mit 71 Jahren unerwartet an einem Herzanfall. Als Schriftsteller ist Candless "voller Mitgefühl und warmer Menschlichkeit". Privat ist er der Inbegriff eines Bilderbuchvaters und wird von seinen zwei erwachsenen Töchtern vergöttert. Einzig Geralds Ehefrau Ursula gesteht sich auf der Beerdigung ihres Mannes ein, lange nicht so glücklich gewesen zu sein.
Nach dem Tod ihres Vaters beginnt Tochter Sarah mit seiner Biographie. Schon zu Beginn der Recherchen stößt sie auf Ungereimtheiten im Lebenslauf des Vaters, die sich mehr und mehr zu einem drohenden Geheimnis verdichten. Immer weiter verstrickt sich Sarah in den Fäden des väterlichen Stammbaumes und stößt auf überraschende Erkenntnisse.
Viele Handlungsstränge laufen parallel: Sarahs spannende Familienforschung, Ursulas nüchterne Reflektion über ihr Eheleben, daneben Ursulas neues Leben als Witwe, Sarahs verzwicktes Liebesleben, die komplizierte Beziehung Ursulas zu ihren Töchtern, ein längst vergangener Mord in Highbury -- alles eingebettet in die reizvolle Szenerie Cornwalls.
Vine stellt auch hier wieder ihre außerordentliche Fähigkeit unter Beweis, verschiedene Handlungsstränge zu einem absolut klaren Muster zu verweben, zu einem dichten Geflecht von Beziehungen, das sich ohne Löcher und Unklarheiten am Ende zu einem perfekten logischen Ganzen fügt.
Der englische Originaltitel The Chimney Sweeper`s Boy wurde im Deutschen zu Der schwarze Falter umformuliert. Ein Titel, der besser nicht gewählt sein könnte, denn tatsächlich verbirgt sich dahinter die Lösung des Geheimnisses. Was der schwarze Falter mit der Vergangenheit des erfolgreichen Schriftstellers Gerald Candless zu tun hat, warum Ehefrau Ursula über den Tod ihres Mannes Erleichterung empfindet, was schließlich der Schlüssel dieses Geheimnisses ist und wie alles auf verschlungenen Wegen ans Tageslicht kommt -- das sollte der Leser selbst herausfinden.
Zwar ist Der schwarze Falter nicht einer der stärksten Vine-Romane und bleibt beispielsweise in der Dreidimensionalität der Figuren hinter der Schwefelhochzeit zurück. Trotzdem: Einige Stunden spannender Lektüre sind garantiert. Ein Muß, vor allem für diejenigen Vine-Fans, die die genealogischen Fähigkeiten der Autorin schätzen und schon Astas Tagebuch mit Begeisterung gelesen haben. --Ursula Kohaupt -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Kein Krimi im herkömmlichen Sinn,
Von konradjo@hotmail.com (Stotzing, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der schwarze Falter (Taschenbuch)
Ich würde dieses Werk nicht in die Sparte der herkömmlichen Kriminalromane einreihen. Dieses Buch lebt weniger von einer Handlung (wie Aufklärung eines Mordes), die von einem klassischen Krimi erwartet wird, sondern fast ausschließlich von der Darstellung der psychischen Eigenschaften und der damit einhergehenden Kennzeichnung der Persönlichkeit der Figuren, besonders jener des Ehepaares Candless. Die Persönlichkeiten werden hier extrem scharf gezeichnet. Die Charaktere bekommen dadurch Konturen, Ecken und Kanten. Man empfindet innerhalb kürzester Zeit für jede Figur Zuneigung, Ablehnung, Mitleid. Das Geschehen und die Spannung entsteht allein durch die Beschreibung der Protagonisten, durch deren Handeln und deren Umfeld. Verpackt ist die Handlung in einer geschickt und leichthändig gezeichneten Detektivstory, in der die Tochter des Schriftstellers in die Ermittlerrolle schlüpft. Drei Sterne deshalb, weil die ersten 150 Seiten zu langatmig sind und vor allem der Schluß, wenn man das Buch aufmerksam liest, zu vorhersehbar ist. Man will das Buch aber trotzdem so schnell als möglich zu Ende lesen um seine Vorahnung vom Ende bestätigt zu bekommen. Dieses Buch ist all jenen zu empfehlen, die gerne eine Mischung aus Psychothriller und Detektivgeschichte haben, beim Lesen vieler Passagen gerne innehalten, Vergleiche zum eigenen Charakter und zur eigenen Familie ziehen und zum Nachdenken angeregt werden wollen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Highlight des Jahres,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der schwarze Falter (Gebundene Ausgabe)
Aufgrund seiner Komposition ist dieses Buch für mich eines der besten des Jahres. Es ist ein Puzzle, bei dem der Leser feststellt, daß nichts so ist wie es zunächst den anschein hat. Ein für seine Phantasie gerühmter Schriftsteller stirbt und eine seiner zwei Töchter soll ein Protrait über ihn verfassen. Wer ihr Vater wirklich war, fragt sich auch bald der Leser. Die Ehe von Gerald Candless war ein sehr merkwürdiges Arrangement, das seiner Frau eine ganz private Hölle wurde, aus der sie sich nun -zum Unverständnis der Töchter- endlich befreien kann. Der Grund für diese von Candless einseitig getroffene übereinkunft mit seiner Frau ist ihr verborgen geblieben. Der Leser ahnt schnell: ein furchtbares Geheimnis zwang den Schriftsteller sein "erstes Leben" und seine Identität aufzugeben. Die einzige Möglichkeit, dieses zu verarbeiten, fand sich in der Schriftstellerei. Aber welche Ereignisse/Namen/Orte in seinen Büchern sind echte Hinweise und welche reines Phantasieprodukt? Was all dem zugrunde liegt, hat Barbara Vine in Andeutungen durch das ganze Buch hindurch versteckt. Trotzdem wird das Geschehen dem Leser in seiner ganzen Tragweite wirklich erst am Ende der Geschichte bewußt. Natürlich ist dieses Buch ein Thriller, aber es ist kein schneller Reißer, sondern das Psychogramm eines Mannes, der, um selbst zu überleben, andere auf dem Altar des Scheins opfert. Dieses Buch packt und gibt lange zu denken. Es ist eins von Barbara Vines besten Büchern. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Routiniertes Puzzlespiel,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der schwarze Falter (Taschenbuch)
Barbara Vine alias Ruth Rendell legt mit "Der schwarze Falter" ein weiteres Exemplar ihrer abgründigen Familiengeschichten vor. Auf mehreren Erzählebenen entrollt sich die Geschichte um das Geheimnis des verstorbenen Schriftstellers Gerald Candless. Das Puzzlespiel ist - trotz seiner Längen - dramaturgisch raffiniert gelegt, ohne in seiner Auflösung allzusehr zu überraschen. Viel interessanter ist die Schilderung der Personen: hier findet man den bewährten Vine'schen Scharfblick auf (Un-)Menschlichkeiten, ohne falschem Mitleid, aber oft mit einiger Poesie beschrieben.Die schriftstellerische Souveränität tröstet über den nicht besonders originellen Plot hinweg. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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