Lest diesen wichtigsten Kommentar zum Tierschutzbericht 2011; aktueller geht es nicht!
Am Anfang erschien es verwegen und kaum realisierbar, auf so knappem Raum das hochkomplexe, umstrittene Thema der Tierversuche auf dem gegenwärtigen wissenschaftlichen Stand der Medizin und ihrer Nachbarwissenschaften abzuhandeln und diesen Text auch noch leserfreundlich zu gestalten. Das Resultat zeigt, was Kompetenz und Energie bewirken können. Der Leser, Fachmann oder Laie erhält mit dieser Neubearbeitung wieder präzise, detaillierte Auskünfte und die anfängliche Skepsis erweist sich auch nach dem positiven Leserecho zur Vorauflage als unangebracht.
Als am 17. August 2011 die Bundesregierung ihren Berliner Tierschutzbericht 2011 veröffentlichte, der auch die neuesten Tierversuchszahlen enthält war ich wieder alarmiert und las das Buch zum zweiten mal. Wurden 2005 schon 2,4 Millionen Tiere in Tierversuchen gequält und getötet, waren es 2009 bereits über 350.000 Tiere mehr. Der Anstieg der Zahlen (die von 2010 liegen noch nicht vor) ist vor allem auf die wachsende Menge der Versuche mit sogenannten transgenen Tieren zurückzuführen. Das sind Tiere, deren Erbgut so manipuliert wurde, dass sie zum Beispiel schmerzhafte und quälende Tumorerkrankungen entwickeln.
Wer das hier empfohlene Buch bis zu Ende liest erkennt: Die jetzige Bundesregierung hat völlig versagt. Sie beruft sich auf den Forschungsstandort Deutschland, aber die Entwicklung hin zu wissenschaftlich fortschrittlichen tierfreien Methoden, das Thema des Buches, wird hierzulande ignoriert. Etwa ein Drittel der Tiere soll in der medizinischen und biologischen Grundlagenforschung verwendet worden sein, dabei gibt es Studien, die zeigen, dass gerade im Bereich der Grundlagenforschung ein für den Menschen nutzbares Ergebnis meist ausbleibt. So quält z.B. ein Bremer Wissenschaftler (?), der Universitätsprofessor Dr. Andreas Kreiter seit Jahren Makaken-Affen in grausamen Durstexperimenten. Der erhoffte Durchbruch in der Forschung blieb aber bislang - wie auch in den andern Großprojekten aus. aus. Das sollte die seit dm 31. Oktober 2008 zuständige Ministerin Ilse Aigner (CSU; Jahrgang 1964) wissen. Sie sollte die intensive öffentliche Debatte um Tierversuche zumindest seit 1984 in Deutschland doch mitbekommen haben. Lest das Buch auch im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl! Sprecht mit Euren Wahlkreiskandidaten die Fragen und auch die Antworten durch, die dieses Buch behandelt.
Wolfgang Karnowsky, Dortmund