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68 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unterscheidet sich vollkommen von "Saving Private Ryan", 27. Januar 2002
Dummerweise kam "Saving Private Ryan" vor "Thin Red Line" im Kino. Spielbergs Film ist sicherlich das beste Mittel jemandem die Grauen des Krieges bildhaft vor Augen zu führen und klar zu machen, was Soldaten nicht nur damals, sondern sicher auch noch heute mitansehen müssen. Wo aber Spielberg sich nach 20 legendären Minuten Kinogeschichte in typischer Hollywood- Pseudodramatik verliert, kann Mallicks Film auftrumpfen. "Thin Red Line" hat die bessere Musik, hat den höheren Anspruch und meiner Meinung nach die bessere Wirkung. Hier gibt es keine Schlacht wie in "Saving Private Ryan", dafür aber wird hier ein Gefühl überaus gut zum Zuschauer transportiert: ANGST! Nichts ist schrecklicher, als die Szene des Sturms auf das japanische Biwak; die Ausdrücke der Angst bei allen Beteiligten stechen hervor. Dieser Film sticht wiegesagt in anderer Weise hervor: durch Emotion, nicht durch den visuellen Kriegseindruck. Geradezu fantastisch sind die Landschaftsbilder, welche sich nicht so recht in das Kriegsszenario einreihen möchten und die Eingeborenen welche, in einer eindrucksvollen Szene dargestellt, absolut keine Notiz vom Krieg der "Zivilisation" nehmen bilden ebenfalls ein weiteres Stück in der Wirkung des Films. Hervorzuheben ist noch der Soundtrack von Hans Zimmer, welchen ich JEDEM nur wärmstens empfehlen kann, denn solche tollen Melodien habe ich bisher nur selten auf einer CD gehört. Wie man allerdings einen solchen Film mit oberflächigen billigen Actionfilmen wie "Mut zur Wahrheit" vergleichen kann, ist mir noch immer ein Rätsel... ;-)
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43 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Meisterwerk der (Anti-)Kriegsfilmgeschichte, 30. Juli 2002
Von Ein Kunde
Ich muss ehrlich sagen, ich mag diese brutalen, gigantischen und inszenierten Kriegsfilme in denen sich die "lässigen" Amerikaner als Sieger durchsetzen. "Saving Private Ryan" war zwar nicht ganz so, aber stellenweise schimmerte das immer wieder durch. Doch "Der schmale Grat" ist anders, ganz anders. Und er ist besser. Es ist beeindruckend und zur gleichen Zeit beängstigend wie der Regisseur den inneren Zustand der Soldaten auf die Leinwand bringt. Es ist Wahnsinn wie einen dieser Film zum Schweigen und Nachdenken anregt. Am Ende des Films hat man regelrecht ein komisches Gefühl im Bauch. Die Frage "Warum?" wird hier sehr stark ins Gewissen gerufen. Vor allem der Kontrast zwischen dem Krieg und den friedlichen, nichts-verstehenden Eingeborenen der idyllischen Insel wirft diese Frage immer wieder auf. Zum Schluss noch kurz weg vom "Inneren", von den Emotionen des Films. Die Monologe mögen vielleicht stellenweise etwas lang wirken - aber keinesfalls fehl am Platz oder gar langweilig und überflüssig. Die Kameraführung ist gigantisch. Die Darsteller sind hervorragend ausgewählt und brillieren in ihren Rollen. Fazit: Ein genialer Film, der Sie den Krieg und andere Kriegsfilme aus einer anderen Perspektive sehen lässt.
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein poetisches Meisterwerk, 29. Juli 2003
"Der schmale Grat" von Terrence Malick hat die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen amerikanischen und japanischen Streitkräften auf dem südpazifischen Salomonen-Atoll Guadalcanal zum Thema erhoben, das innerhalb des 2. Weltkriegs hart umkämpft war. Als Besetzung holte sich Malick unter anderem Schauspielgrößen wie Sean Penn, George Clooney und John Travolta an Bord, die allerdings allesamt nur in Nebenrollen zu sehen sind. Eigentlich gibt es auch gar keine Hauptfiguren in diesem Film, die jeweiligen Protagonisten werden nur für eine kurze Zeit beleuchtet, sozusagen herausgehoben aus der Anonymität der kämpfenden Soldaten und mit ihren Gedanken - innere Monologe rangieren hier vor oberflächlichen Dialogen - dem Zuschauer vorgestellt. Dadurch entsteht eine ungewöhnliche Variationsbreite menschlicher Charaktere, die ausnahmslos mit einem Feind zu kämpfen haben: dem Krieg selbst. Während Spielberg in "Der Soldat James Ryan" seine Geschichte durch die Stimme eines einzelnen Soldaten erzählt, der den absurden Grausamkeiten des Krieges in der Erinnerung eine sinnvolle Bedeutung geben möchte, verteilt Malick die Erzählfunktion auf mehrere Individuen, die zwar auch versuchen den sinnentleerten Zuständen um sie herum etwas "Gutes" abzugewinnen, aber aufgrund ihrer verschiedenartigen Ansichten zu keiner einheitlichen Sinngebung finden. Im Gegensatz zu Spielbergs filmischem Tribut an die "Helden" des Krieges, die in einer militärisch gänzlich unsinnigen Mission zu "wahrer Größe" emporsteigen, beschäftigt sich Malick mit den unterschiedlichen Traumatisierungen seiner jeweiligen Charaktere. Hier gibt es keine anmaßende, triviale Moralvermittlung auf Hollywood-Niveau, sondern vielmehr tiefe und bewegende Einblicke in die innere Zerrissenheit von Soldaten, die lieber zu Hause wären, als sich ihres Vaterlandes wegen töten zu lassen. Hinzu kommen wunderschöne, stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen, vor deren Kulisse sich das erbarmungslose Gemetzel um die Besetzung eines strategisch bedeutsamen Hügels abspielt. Die Natur scheint dem Krieg des Menschen in unberührter, teilnahmsloser Ruhe gegenüberzustehen. Nichts scheint ihrer überwältigenden, unvergänglichen Schönheit etwas anhaben zu können. Der Mensch hingegen ist den Gefahren des Krieges schutzlos ausgeliefert, er erscheint angreifbar und vergänglich. Dieser klaffende Widerspruch zwischen Mensch und Natur zieht sich durch den gesamten Film. Insgesamt hat mir "Der schmale Grat" sehr gut gefallen, da er im Gegensatz zum konventionellen Kriegsfilm auf leisere, einfühlsamere Stimmungen setzt, ohne dabei in eine sentimentale Richtung abzugleiten. Alles in allem ein absolut sehenswertes, poetisches Kriegsdrama, das die absolute Sinnlosigkeit des Krieges offenbart. Anschauen!
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