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5.0 von 5 Sternen
Der scharlachrote Gesang, 4. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Der scharlachrote Gesang (Taschenbuch)
Ein äußerst empfehlenswertes Buch über die Ehe einer französischen Lehrerin mit einem senegalesischen Lehrer. Mariama Ba - selbst Senegalesin (sie starb 1981 52-jährig) - gelingt es hervorragend diese Ehe, die von Anfang an mit massiven Schwierigkeiten zu kämpfen hat und daran auch zerbricht und in eine Tragödie ausartet, zu schildern. Gerade dadurch, daß der Senegal ihr eigenes Heimatland ist, schafft sie es, diese Geschichte authentisch und glaubhaft zu erzählen und nicht wie so manche selbst-ernannte "Afrika-Autorin" in eine geschmacklose, klischeehafte und kitschige Liebesromanze mit einem "Eingeborenen" zu verfallen, wo schon allein der Titel für grobes Unwohlsein sorgt! Mireille, eine französische Diplomatentocher, die im Senegal aufwächst und Ousman, der aus einer armen senegalesischen Familie stammt, verlieben sich in der Schule ineinander; sie träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Als jedoch Mireilles Eltern hinter die Geschichte kommen, schicken sie diese sofort nach Frankreich zurück, da für sie eine Beziehung ihrer Tochter zu einem "Neger" undenkbar ist. 5 Jahre lang, bis zu Mireilles Volljährigkeit, sind die beiden nur in brieflichem Kontakt. Dann kommt Ousman nach Frankreich um Mireille zu heiraten; sie bricht mit ihrer Familie, tritt zum Islam über und geht mit ihrem Ehemann zurück in den Senegal. Doch auch Ousmans Eltern und Familie sind massiv gegen die Beziehung ihres Sohnes mit einer "Toubab", besonders Ousmans Mutter tut alles um die Ehe der beiden zu zerstören. Verantwortlich für das Scheitern der Ehe ist aber letztendlich allein Ousman selbst, der nicht im Mindesten bereit ist, auch nur einen Schritt auf Mireille - die alles menschenmögliche zur Verständigung getan hat und inzwischen schon einen Sohn von ihm hat - zuzugehen und es nicht schafft sich auch nur einen Schritt von seinen Traditionen, seiner Kultur und seiner Familie loszulösen. Höhepunkt dieser tragischen Beziehung ist die vor Mireille geheimgehaltene Zweitfrau, mit der Ousman zwei Kinder bekommt. Es kommt schließlich zur Katastrophe, ist doch auch der einzige Ausweg, die Rückkehr nach Hause - vor allem mit dem Makel des Kindes - für Mireille unmöglich.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Geschichte einer afroeuropäischen Liebe, 2. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Der scharlachrote Gesang (Taschenbuch)
Maraima Bâ schildert eine afroeuropäische Beziehung zwischen einer französischen Frau (die als Mädchen in französischen Diplomatenkreisen im Senegal aufwächst) und einem senegalesischen Mann (aus der Unterschicht), dieses Buch ist sehr interessant, da es aus afrikanischer Sicht geschrieben ist und es sehr ehrlich und damit auch hart Konfliktpotentiale vieler Ehen zwischen Afrikanern und Europäerinnen anspricht, diese Beziehung hatte eigentlich noch einen guten Start, da die Frau im Senegal aufwächst, beide zusammen studieren und so gewisse Gemeinsamkeiten eher vorhanden sind als bei vielen Beziehungen, bei denen die europäische Frau gar keinen afrikanischen Bezug hat, trotzdem scheitert diese Beziehung und das v.a. begründet durch die afrikanische Seite, den Ehemann und dessen Familie. Dieses Buch ist allen europäischen Frauen an Herz gelegt, die nach ein zwei kurzen Afrikareisen verklärt von ihren afrikanischen Schwiegerfamilien berichten und meinen, sie seien doch voll akzeptiert. Es zeigt eine mangelnde Toleranz, eine mangelnde Akzeptanz des Fremden und dieser Mangel ist hier nur im geringeren Maß auf der europäischen Seite. Wie schon das erste Buch Mariama Bâs zeigt es die Undurchlässigkeit der senegalesischen Gesellschaft und die Macht der Familie, die der Eltern über ihre erwachsenen Kinder.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ergreifend., 6. Juni 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der scharlachrote Gesang (Taschenbuch)
Obwohl die afrikanische Autorin selbst kaum Kontakt zu Weißen hatte, beschreibt sie in diesem Buch wunderbar eine Beziehung zwischen einem senegalesischen Mann und einer weißen Frau. Beide lernen sich auf einer Universität im Senegal kennen und lieben. Die weißen Schwiegereltern sind strikt dagegen, obwohl sie sonst groß von der Verbrüderung mit den Schwarzen reden. Doch die Tochter ist stark, trennt sich von ihren Eltern, heiratet den Senegalesen und lebt mit ihm im Senegal. Doch ihre Liebe währt nicht lange. Das gegenseitige Verständnis sinkt, denn der Ehemann schafft es nicht, wenigstens stückchenweise seine Kultur loszulassen. Auch seine Mutter versucht mit allen Mitteln die Beziehung zu zerstören und geht keinen Schritt auf die fremde Schwiegertochter zu. Der Höhepunkt der Krise ist eine allein vor seiner weißen Frau geheimgehaltene Heirat mit einer schwarzen zweiten Ehefrau. Wenn der Leser sich auf das Buch einläßt, wird ihn die Verzweiflungstat der weißen Ehefrau zum Weinen bringen, weil er ihre Ohnmacht, ihre Enttäuschung und ihre Einsamkeit spürt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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