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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Super, einfach spitze!!! Fünf Sterne reichen nicht aus!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der scharlachrote Buchstabe (Taschenbuch)
Die Sprache in diesem Buch ist es, die fasziniert, die Bilder, vor dem Auge auftauchen. Ich habe den Film nie gesehen. Ich werde den Film nie sehen. Ich erfreue mich an meiner Phantasie, an den Bildern, die in meinem Kopf entstehen, wenn ich das Buch lese. Der Buchstabe, geschmückt und ausgestickt. Und das im puritanischen Neu-England. Das allein ist ein abendfüllendes Programm. Dann die Namen der Personen: Dimmesdale - altenglisch, bedeutet Dunkles Tal. Und hat er nicht etwas zu verbergen? Chillingworth, der Arzt - läuft es einem nicht kalt den Rücken hinunter, wannimmer der Mann auftaucht? Dann die Szene auf dem Marktplatz, ganz am Anfang: Dimmesdale steht auf einem Balkon über Hester und sagt zu ihr, sie möge den Namen des Mannes preisgeben, mit dem sie Ehebruch begangen hat. Er ist es selber. Er steht als Pastor im Stand hoch über ihr. Und im Moment auch physisch auf dem Balkon. Eine der besten Szenen aus dem ganzen Buch. Macht die Augen auf, wenn Ihr das Buch lest, solche Herrlichkeiten gibt es im ganzen Buch. Und achtet auf die Veränderungen, die sich bei allen drei Hauptpersonen im Laufe der Zeit einstellen - eine wahre Meisterleistung von Nathanial Hawthorne, ein Muß für jeden!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht einfach zu lesen, aber psychologisch faszinierend,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der scharlachrote Buchstabe (Broschiert)
Im puritanischen Neu-England Mitte des 17 Jahrhunderts wird Hester Prynne vor einer gaffenden Menge auf den Pranger gestellt. Auf ihrer Brust prangt - fast schon obszön - ein großes wunderbar verziertes rotes A, im Arm hält sie ein Baby. Hester ist alleinstehend, niemand kennt den Vater des Kindes, sie weigert sich ihn zu nennen, und wird aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Das A steht für "Adultress" - EhebrecherinVorboten für Unglück, persönlichen Verfall, ein Kind das in der Misere aufwächst und zum Schluß eingeht? Bei Hawthoren keineswegs. Erstaunlich modern sind Hester Prynne und ihre Tochter Pearl: Hester ist eine starke Frau, die zwar von der Gesellschaft geächtet wird und dies auch respektiert. Aber sie schämt sich ihres Kindes keineswegs! Der Name Pearl und der dominante, wunderschön gearbeitete Buchstabe A zeigen deutlich, daß sie - egal wie das Umfeld ist - ihr Muttersein als Zierde empfindet und daß sie vor nichts und niemandem die Augen senken muß. Sie drängt sich der Gesellschaft nicht auf, aber sie meidet sie auch nicht. Durch diese Haltung gewinnt sie langsam den Respekt der Gesellschaft zurück und schafft es immer, den Unterhalt für sich und ihre Tochter zu verdienen. Soviel Mut wünscht man manch alleinerziehenden Frauen heute! Dabei deckt Hester die ganze Zeit die Identität des Vaters, der im Vergleich zu ihr schwach ist und seine einzige Sorge nur darin besteht, daß seine Stellung in der Gesellschaft oder vor Gott geschwächt werden könnte. Sein Handeln und Tun sind niemals von Sorge um Hester und ihre gemeinsame Tochter geprägt, sondern nur von Sorge um sich selbst. Hester scheint diesen Mann so sehr zu lieben, daß sie ihm diese Sorge für den Preis der gesellschaftlichen Verbannung abnimmt. Schockierend, überraschend? Keineswegs! Wieviele Frauen gibt es denn heute, die ihre Kinder stark und alleine großziehen und den Vätern sämtliche Verantwortung abnehmen? Sehr, sehr viele. Das Umfeld hat sich geändert, das Muster nicht. Pearl selbst ist ein Triumph des Menschen über die Moral. Mit einer starken Mutter wächst sie in einer Freiheit auf, die die puritanischen Kinder nicht kennen. Sie empfindet das Ausgestoßensein nicht als Stigma sondern nutzt es für ihre eigene Entwicklung. Das ist ein einfach grandioses Bild, wie es ein Charles Dickens, der zur selben Zeit geschrieben hat, nie erschaffen hätte. Seine benachteiligten Kinder sind Opfer, die Mitleid erregen und die entweder sterben oder durch eine wohlwollende Person gerettet werden. Pearl braucht das nicht, da sie niemals an sich und ihrer Mutter zweifelt und selbst extrem stark ist. Mit dem "Scarlett Letter" war Nathaniel Hawthorne seiner Zeit deutlich voraus. Er hat mit diesem Buch einen psychologischen Roman verfaßt, lange ehe es diese Gattung gab. Den heute gängigen Methoden - innerer Monolog, Stream of Consciousness - konnte er sich noch nicht bedienen, er mußte seine Charactere in ihrem äußeren Umfeld agieren lassen und beschreiben, was zu einem leider nicht einfach zu lesenden Stil führt. Ich kann die mäßigen 2-sterne Rezensenten verstehen, denn im Vergleich zu einem Dickens, der zur selben Zeit zwar anspruchsvolle aber doch höchst unterhaltsame Romane verfasst hat, ist Hawthorne zäh, mit vielen Längen und häufig gekünstelt wirkenden Szenen. Ich denke aber, daß diese Leser den psychologischen Tiefgang der Geschichte nicht erfaßt bzw. daß er für sie einfach nicht wichtig war. Wer nach dieser Rezension thematisches Interesse entwickelt hat, sollte vor Hawthorne nicht zurückschrecken. Anmerkung: ich habe das Buch im englischen Original gelesen, aber die Kritiken der anderen Leser sprechen dafür, daß die Übersetzung die Geschichte wirklich sehr gut transportiert. Das Englisch ist recht altmodisch, als "Easy Reading" nicht zu empfehlen" Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tiefgründig und ergreifend, kombiniert mit einer Vielzahl von Informationen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der scharlachrote Buchstabe: Roman (Taschenbuch)
Mit dieser Taschenbuchausgabe hat der Deutsche Taschenbuch Verlag Nathaniel Hawthornes Roman "Der scharlachrote Buchstabe" aus dem Jahre 1850 neu aufgelegt, welcher als eines der bedeutendsten Werke der amerikanischen Literatur gilt. Diesen Umstand hat er der Tiefe der Gefühle, die Hawthorne seinen Figuren zugesteht und die diese so einzigartig macht, zu verdanken. Noch bedeutender wird dieser Umstand dadurch, dass der Autor diese Gefühle, diese Aufmerksamkeit den Gefallenen der Gesellschaft widmet und den Leser an ihren Qualen teilhaben lässt und so Sympathie für sie entwickelt, während sich hinter der scheinbar makellosen Fassade anderer sich etwas Dunkles und Böses offenbart.Außer dieser Geschichte hat diese Ausgabe noch einiges mehr zu bieten: Die Geschichte "Der scharlachrote Buchstabe" wurde durch das später vom Autor verfasste "Das Zollhaus" erweitert, welches die Intentionen des Buches dem Leser aus der Feder des eigenen Autors etwas näher bringt. Danach folgt erst die eigentliche Geschichte. Hat man sich diese zu Gemüte geführt, folgt ein fast fünfzigseitiger Anhang zum Buch. Wortführend ist hier Binnie Kirshenbaum, eine amerikanische Autorin von Novellen und Kurzgeschichten, die ihre eigenen Gedanken zu "Der scharlachrote Buchstabe" zum Besten gibt. Anschließend werden dem Leser noch ausführliche Anmerkungen zu "Der scharlachrote Buchstabe" geboten, die zum besseren Verständnis des Buches genutzt werden und um auf die vielen Besonderheiten hinzuweisen. Abgeschlossen wird das Ganze durch eine Zeittafel, die dem Leser die historischen Hintergründe zu diesem Buch näher erläutert. Tiefgründig und ergreifend, kombiniert mit einer Vielzahl von Informationen präsentiert sich diese Taschenbuchausgabe von "Der scharlachrote Buchstabe" als gelungenes Werk, um sich ein Stück Literaturgeschichte einzuverleiben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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