Klaus Schaefer hat mit Sicherheit manche pädagogische Mode über sich ergehen lassen müssen. Er hat daran nicht resigniert, sondern seine Erfahrungen in gut lesbarer Form auf den Punkt gebracht. Sein Buch kann ein gutes Korrektiv für angehende Lehrer (natürlich sind auch die Frauen gemeint) sein, die ja ständig in der Ausbildung mit Begriffen wie "Stationenlernen", "Finden der eigenen Lernstrategien" konfrontiert werden und feststellen müssen, dass Englischunterricht nun einmal ganz anderen Gesetzmäßigkeiten folgt. Schaefer macht Mut und hat einen Blick für die Schulpraxis. Dazu ein Beispiel für den Umgang mit Grammatikübungen: "Die Übungen zur Grammatik, die moderne Lehrwerke bieten, sind im allgemeinen inhaltlich interessant und sprachlich sinnvoll. Man sollte sie benutzen (und nicht, wie manche Kollegen, davon ausgehen, daß man grundsätzlich bessere Einfälle hat als das Buch) - ... " (S. 72). Diese Art von Humor macht das Buch sehr gut lesbar. Auch vielen erfahreren Lehrerinnen und Lehrern hält der Autor auf diese Weise einen Spiegel vor. So wirft er einen kritischen Blick auf die Behandlung der Kurzgeschichte: "Nach der Häufigkeit der schulischen Verwendung zu urteilen, ist die Short Story mit Abstand die wichtigste Literaturgattung." (S. 97) - Leider hat man das Buch bei der Neuauflage nicht gründlich genug geprüft. Besonders im Bereich der Medien erwähnt der Autor Dinge, die man vermutlich nur noch im Schulmuseum findet (Matritzen, Toncassetten usw.). Hier wäre ein guter Lektor hilfreich gewesen.