Pressestimmen
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 24.12.2001
Drei Hörbücher mit Bibellesungen bespricht Gustav Seibt. Sie scheinen dabei ganz unterschiedlich daherzukommen: Die einen dienen der Erbauung, die anderen der Unterhaltung.
1) In seinem Reigen beginnt Seibt mit der
"Luther-Hörbibel" der protestantischen Deutschen Bibelgesellschaft.
Lückenlos, so Seibt, wird hier der ganze Text der Genesis präsentiert - inklusive der genealogischen Geschlechtertafeln, wofür Seibt durchaus nicht undankbar ist, denn es macht den Charakter der Bibel als "Weltchronik und Faktensammlung" deutlich. Gestört hat ihn an dieser CD eher der Ton. Er ist ihm etwas zu "säuselig und brüderlich". Selbst über die Sintflut - "immerhin begeht Gott hier einen Massenmord" - gehe der Sprecher Otto Mellies "ganz ohne Schrecklichkeit" hinweg. Und das ist Seibt allzu frömmlerisch-protestantisch.
2) "Die schönsten Stellen aus dem Alten Testament"
Recht milde äußert sich Seibt zu diesen zwei CDs. Die Sprecher rezitierten mit "geschmackvoller Zurückhaltung", ja mit "gut gespielten Naivität", als seien sie fromme Laien, die in einem Gottesdienst hervortreten, um zur allgemeinen Erbauung eine Bibelstelle zum besten zu geben. Seibt knüpft in der Folge einige Reflexionen an die hier verwendete Einheitsübersetzung der Bibel: Sie sei nicht selten deutlicher als die Lutherbibel. Aber musste man "Gewürm" tatsächlich mit "Kriechtiere" übersetzen?
3) "Harry Rowohlt liest die schweinischsten Stellen aus dem Alten Testament"
Dieser Schauspieler gefällt Seibt am besten. Er lese wie er aussieht: Bärtig, dass heißt "patriarchalisch-mullahhaft". Was hier für Seibt darum am deutlichsten heraustritt, ist die alttestamentliche Kultur der drastischen Benennung der Dinge, die zugleich mit drakonischen Keuschheitsforderungen verbunden ist. Die Verdammung der Sinnlichkeit ist also selber sinnlich. Die Stellen, die Rowohlt liest, seien aber nicht eigentlich schweinisch. Dies gelte zumal schon gar nicht vom "hocherotischen" Hohelied der Liebe, das Seibt im Gegenteil als "rein und lecker" empfindet. Er sagt aber nicht, wie es klingt, wenn es zugleich "patriarchalisch-mullahhaft" deklamiert wird.
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Über den Autor
Hannelore Hoger, geboren 1942 in Hamburg, ist eine der profiliertesten deutschen Schauspielerinnen. Sie arbeitete u.a. mit Alexander Kluge, Volker Schlöndorff und Helmut Dietl. Populär wurde sie vor allem durch ihre Rolle als TV-Kommissarin "Bella Block", für die sie den Grimme-Preis erhielt.Eva Mattes kam 1954 am Tergernsee zur Welt. Schon als Schülerin wandte sie sich der Medienwelt zu, allerdings nicht als Schauspielerin. Sie beschäftigte sich mit Sprech- und Atemtechnik und trat zunächst als Synchronsprecherin für Kinderrollen in Erscheinung. So lieh sie dem "Lassie"-Protagonisten Timy ihre Stimme aber auch "Pippi Langstrumpf" und "David Copperfield". Neben Theatererfahrungen am Schauspielhaus Hamburg arbeitete sie in den 70er Jahren in zahlreichen Filmprojekten mit, u.a. unter der Regie von Rainer Werner Fassbinder, der sie entdeckte. Nach seinem Tod verkörperte sie ihn in dem Film "Ein Mann wie Eva" (1983). Eva Mattes war zudem unter internationalen Größen wie Margarethe von Trotta, Percy Adlon und Werner Herzog im Kino zu sehen und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1978 in Cannes die "Goldene Palme" als beste Nebendarstellerin in dem Film "Woyzeck". Unter Peter Zadek spielte sie in den 80er Jahren erfolgreich Theater. Eva Mattes ist eine der kraftvollsten deutschen Schauspielerinnen auf Leinwand und Bühne mit einer sensiblen und gleichzeitig energischen Präsenz. Als "Starke Stimme" hat sie von Christine Brückner "Jauche und Levkojen" sowie von Terézia Mora "Alle Tage" gelesen."Sams der Film". Für ihre Rolle der Frau Rotkohl dem erfolgreichen Kinderfilm erhält sie 2001 den Deutschen Filmpreis.Hans Peter Hallwachs spielte neben seinen Engagements an nahezu allen großen deutschsprachigen Bühnen in diversen Film- und Fernsehproduktionen. Er ist ein sehr gefragter Hörspiel- und Hörbuchsprecher.