Leuchtturm-Bücher gab und gibt's schon viele, und so hat man immer das etwas ungute Gefühl, alles schon einmal gesehen zu haben. Dieses Gefühl beschleicht mich auch ein klein wenig bei diesem neuen Buch aus dem Heel-Verlag, das das sich stets wiederholende Thema "Ein schöner Leuchtturm in der Landschaft" erneut aufrollt. Bildbände über Deutschlands Leuchttürme gab es schon viele, so dass Schmidt und Hoffmann es im Vergleich nicht leicht haben. Dennoch schaffen sie es, ihrem Buch einen ganz eigenen Charakter zu geben, wenngleich die eigentlichen Motive altbekannt sind.
Wenn sich dass etwas negativ anhört, ist das aber zunächst gar nicht so gemeint: Bernt Hoffmann hat hier zahlreiche wunderschöne Leuchtturm-Bilder zusammengetragen, die großformatig wiedergegeben werden und wirklich eindrucksvolle Szenen zeigen, wie den Leuchtturm Kalkgrund mitten in der Flensburger Förde, der mitten in einer Wüste aus winterlichen Eisschollen völlig verloren wirkt. Das Besondere an diesem Buch sind zweifellos die mit großem Aufwand fast vollständig aus dem Flugzeug angefertigten Motive, so dass zumindest die Perspektive etwas wirklich Neues darstellt. Die Texte sind stellenweise knapp, aber informativ und bieten neben altbekannten Leuchtturm-Portraits auch einige neue Aspekte - allerdings merkt man dem Buch dabei einen gewissen Zeitdruck an, denn man spürt stellenweise, ob Material schon länger in der Schublade der Autoren lag oder erst kurz vor Drucklegung noch angefertigt wurde.
Unverzeihlich in meinen Augen ist aber die schlechte Reproduktion der Bilder, die ich angesichts der Preisklasse dieses Bildbandes nicht erwartet habe (obwohl sie mir schon bei vielen Heel-Produkten unterkam). Das grobe Korn ist stellenweise so stark, dass Details darin zu verschwinden drohen - gerade bei einem Buch mit Luftaufnahmen ist das nicht gerade toll. Wenn man dann die Ausführungen des Fotografen liest und feststellt, dass durchgehend mit Ektachrome 100 auf Kleinbild gearbeitet wurde, hätte man wirklich eine bessere Wiedergabe erwarten dürfen!
Eher nervend sind die Bildtexte und umfangreichen Ausführungen zur Fotografie, die zu fast jedem Bild die Belichtungszeiten, gewählte Objekte und die ganz konkreten Schwierigkeiten bei der Anfertigung des jeweiligen Motivs auflisten. Bilder, die ohne viele Worte für sich sprechen würden, hätten da dem Rezensenten deutlich besser gefallen.
Alles in allem also ein Buch, das zahlreiche schöne Bilder in nicht immer berauschender Wiedergabe-Qualität bietet.