Aus der Amazon.de-Redaktion
Einen Bildband mit malerischen Dörfern zu füllen, stellt in Irland ein echtes Problem dar. Denn: Es sind derer zu viele. Auf der (tatsächlich) Grünen Insel erweckt gerade mal Dublin beim Reisenden den Eindruck städtischer Betriebsamkeit und Dimensionen, wenngleich doch immer nach irischen Maßstäben.
Autor Christopher Fitz-Simon wählte seine schönsten Dörfer daher auch nach einem zweiten Kriterium aus: Vielfalt der Farben, der Formen. Zusammen mit dem Fotografen Hugh Palmer durchreiste er die Countys aller vier irischen Provinzen: Leinster, Connacht, Munster und Ulster. Das dörfliche Bild prägen dabei die umgebende Landschaft und die Arbeit der Menschen.
Schilfgedeckte Fischerdörfer wechseln mit den Steinfassaden und Schieferdächern im eher schroffen Norden. Im Südwesten wiederum, wo dank des Golfstroms im County Cork auch Bambus und Eukalyptus wachsen, nehmen die Dörfer den Begriff malerisch gar wörtlich: Die painted villages versuchen sich mit leuchtenden Fassaden zu übertrumpfen und haben dafür sogar ihren eigenen Wettbewerb -- "unser Dorf soll bunter werden".
Der anregende Bildband (ca. 26 x 32 cm) stellt die ausgewählten Orte jeweils auf zwei Seiten dar, erzählt von ihrer Geschichte, die oft auch aus ihren gälischen Namen spricht, die Fitz-Simon erläutert. Mehr als 250 farbige Fotos blicken in die Dörfer, manchmal auch in das Innere von öffentlich zugänglichen Häusern und Kirchen. Um die geweckte Reiselust zu fördern, bietet der Anhang Adressen von Hotels, Gasthäusern und Tourist boards (leider ohne entsprechende Internet-Links). Let's go Ireland!
Übrigens: Schönste Dörfer gibt es auch andernorts zu entdecken. In derselben Reihe sind folgende Bände erschienen: England, Griechenland, Toskana, Burgund, Provence. --Gudrun Christoph
Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.04.2001
Relativ unverkäuflich, meint ein mit "rrs" kürzelnder Rezensent, wäre ein Bildband, der irische Dörfer so beschreibe, wie sie wirklich sind, nämlich frei nach dem zitierten Terry Eagelton "öde Ortschaften, gewöhnlich von einer breiten Hauptstraße durchzogen". Deshalb baut das Buch, wie uns der Rezensent einleuchtend zu vermitteln versteht, sozusagen auf einen erweiterten Dorfbegriff. Es zeigt also nicht bloß Dörfer, sondern beispielsweise auch Klosterruinen, Haustüren, Schlösser, Herrenhäuser Pubfassaden oder Hafenansichten. Bilder, stöhnt "rrs" dann, die man schon "hundertmal auf Hochglanzpapier gedruckt" gesehen habe. Stimmungsvolle Klischees, mit Texten, die in der Regel "verlängerte Bildunterschriften " seien.
© Perlentaucher Medien GmbH