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Die schöne Frau Seidenman. SZ-Bibliothek Band 41
 
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Die schöne Frau Seidenman. SZ-Bibliothek Band 41 [Gebundene Ausgabe]

Andrzej Szczypiorski , Klaus Staemmler
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 219 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (24. Dezember 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937793364
  • ISBN-13: 978-3937793368
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 156.810 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Szczypiorski belegt, daß der Roman keineswegs tot ist, daß menschliche Schicksale im doppelten Sog der Geschichte und der Zeit noch immer auf höchstem Niveau in der Romanform darstellbar sind." (NZZ)

Kurzbeschreibung

Dieser Roman handelt von der Rettung der Irma Seidenman, einer blau„ugigen, schlanken und sch”nen Polin, und einer Vielfalt von Gestalten und Geschichten, die der Autor in einer groáartigen Komposition um sie herum gruppiert.
Ein Roman wie ein unvergleichliches Gem„lde, voller Poesie und leisen Humors, scharf beobachtet und unsentimental.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein unbequemer Erzähler, 12. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Die schöne Frau Seidenman. SZ-Bibliothek Band 41 (Gebundene Ausgabe)
Der Autor, Jahrgang 1924, hat die deutsche Okkupation Polens während des Zweiten Weltkrieges selber miterlebt. Vielleicht wirken deshalb viele der vorkommenden Handlungsstränge so authentisch. Der Roman selber spielt im Polen des Jahres 1943. Jedoch führt uns der Autor durch Zeitsprünge in die Zeit vor 1914 bzw. 1968, so dass der Lebenslauf der Protagonisten nicht alleine auf das Jahr 1943 beschränkt bleibt.

In knapper Form für die Fülle der gut unterscheidbaren Personen werden die Schicksale von 15 Personen aufgezeigt, die alle in irgendeiner Weise miteinander verbunden sind. Herausragend, da vermutlich das alter ego des Autors, sind hier Pawel Krynski sowie die namensgebende Frau Seidenman, in die Pawel heimlich verliebt ist. Die Erzählstränge, die einzelnen Personen betreffend, laufen in der Mitte des Romans zusammen, als Fr. Seidenman von dem Juden Blutman an die Gestapo verraten wird und sich bisher eher unauffällig verhaltende Menschen, ja sogar ein Deutscher mit Parteiabzeichen, zu einem riskanten Manöver zusammen finden, um Fr. Seidenman zu befreien.

Durch die Vielzahl der Personen im Roman gelingt es dem Autor, die vielen Facetten des Entsetzens, der Erniedrigung, der Willkür und der ständigen Todesgefahr durch das Naziregime darzustellen, ohne plakativ zu werden. Gleichzeitig prangert er auch den Anti-Semitismus der Polen an, der 1968 seinen Höhepunkt fand und im Buch durch die Ausweisung Fr. Seidenmans aus Polen Ausdruck findet.

Gleichzeitig macht es der Autor dem Leser nicht einfach. Dadurch, das selten eine der Personen ausschließlich positiv dargestellt wird, regt er zum Nachdenken an. Desweiteren sieht er die Täter nicht ausschließlich bei den Nazis, sondern auch bei den Polen und sogar bei den Juden. Er vermeidet es sogar bewußt, sich ausschließlich mit der Psyche der Opfer zu beschäftigen. Er malt die Täter nicht schwarz auf schwarz sondern sehr facettenreich und nötigt damit fast den Leser, sich intensiver mit den einzelnen Personen zu beschäftigen, als manchem lieb sein wird.

Stilistisch gesehen ist dieser Roman dem kritischen Realismus zuzuordnen. Der Autor bedient sich eines allwissenden und oft ironischen Erzählers, der die Fäden der Einzelgeschicke in den Händen hält. Die bewegenden Ereignisse führen uns glaubhaft in das Polen der Okkupation sowie der End-sechziger. Stilsicher und kunstvoll fügen sich die Einzelschicksale zu einem Ganzen, dass viele Leser noch lange nach der Lektüre des Romans beschäftigen wird.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Vor den Mauern des Ghettos, 1. November 2006
Von 
marielan - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die schöne Frau Seidenman. SZ-Bibliothek Band 41 (Gebundene Ausgabe)
Warschau zur Zeit der Naziherrschaft. Aufgrund ihres Aussehens und ihrer gut gefälschten Papiere auf einen polnischen Namen glaubt niemand, dass die blonde blauäugige Irma Seidenman Jüdin ist. Bis sie eines auf der Straße erkannt und denunziert wird.

Das Buch ist, anders als der Titel vermuten lässt, nicht primär die Geschichte der Irma Seidenman und ihrer Verhaftung. Zwar steht sie im Mittelpunkt, gleichzeitig aber ist das Buch die Geschichte aller, die mit ihr zu tun, an ihrer Verhaftung und Freilassung teilhaben. In Kürzestbiographien erzählt der Autor von ihren Freunden und Verbündeten, von Denunzianten und Nazischergen, von Überzeugten, Mitläufern und Opfern. Die Verknüpfung ihrer Lebensschicksale ist mitunter nur die allerkleinste Verbindung zum Schicksal der Frau Seidenman.

Der Autor vermeidet jede Art der Schuldzuweisung. Manchmal ist die Entscheidung einer Person für oder gegen die Menschlichkeit aus ihrem Lebenslauf zu erklären, manchmal nicht. Eine Kausalität des Verhaltens gibt es nicht, wenn auch das weitere Leben jeweils mitgeprägt ist von der Episode Seidenman.

Über 40 Jahre nach dem Warschauer Ghetto ist das Buch geschrieben worden, und die Schicksale derer, die dorthin verbannt waren, klingen in jeder Seite an und sind ständig präsent, aber inhaltlich beschäftigt sich das Buch mit den Menschen, die das Glück hatten, im anderen Teil Warschaus zu leben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein Einblick in den polnischen Patriotismus, 3. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Die schöne Frau Seidenman. SZ-Bibliothek Band 41 (Gebundene Ausgabe)
Das Buch bietet sicherlich keine ausgewogene Beschreibung Warschaus in der Zeit der deutschen Okkupation. Vielmehr zeigt es ein guten Querschnitt des polnischen Patriotismus und der Quellen, aus denen er sich speist. Ohne ein gewisses Vorwissen über die polnische Geschichte verliert man sich vielleicht schnell in den vielen Verweisen auf Personen und Orte der polnischen Geschichte. Wenn man das Buch aber vor dem Hintergrund des Zeitpunktes seines Erscheinens liest, als das Ende des Kommunismus in Polen noch keineswegs eine klare Sache war, kann man es wohl auch als Appell an den Widerstandsgeist der Polen verstehen. Katholizismus, Opferkomplex, Speerspitze des Abendlandes, Christus der Nationen - wer wissen will, wie manche Polen ganz tief drinnen ticken, dem ist die Lektüre zu empfehlen. Eine spannende Geschichte im Warschau unter den Nazis sollte man sich nicht erwarten.
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