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Kurzweil, Fachmann auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz und Autor von The Age of Spiritual Machines, zeigt, daß die technologische Evolution sich mit rasender Geschwindigkeit entwickelt. Er behauptet außerdem, daß sich in einer Art wirrem Postulat mit zunehmender Ordnung die Zeit beschleunigt -- und umgekehrt. Er nennt dies das "Gesetz von Zeit und Chaos". Es bedeutet, daß, obwohl die Entropie den Ablauf der Zeit für das Universum als Ganzes verlangsamt und damit die Zeitspanne zwischen wichtigen Ereignissen erheblich vergrößert, im Strudel der technologischen Evolution genau das Gegenteil geschieht, und die Ereignisse bald schneller und rasanter aufeinander folgen werden. Das bedeutet, daß wir uns so bald wie möglich Gedanken über den Umgang mit intelligenten Maschinen machen sollten. Sie werden uns bald nicht mehr nur beim Schach besiegen -- sie werden wahrscheinlich ihre Bürgerrechte verlangen, und sie könnten letztendlich sogar den menschlichen Traum der Unsterblichkeit verwirklichen.
The Age of Spiritual Machines ist fesselnd und verständlich geschrieben, dennoch liest es sich weniger trocken, wenn man hin- und herblättert (Kurzweil ermutigt sogar dazu), anstatt es in einem Stück durchzulesen. Ein Großteil des Buchs liefert die Grundlage zur Rechtfertigung von Kurzweils Zeitplan und macht es damit zu einem ansprechenden Lehrbuch über die philosophischen und technologischen Ideen hinter der Erforschung des Bewußtseins. The Age of Spiritual Machines ist kein euphorisch-futuristisches Manifest -- es liest sich vielmehr wie eine Geschichte der Zukunft, ohne zuviel Science-Fiction-Schreckensvisionen. Stattdessen führt uns Kurzweil die logische Folgen der gegenwärtigen Trends vor, mit all ihren damit verbundenen Möglichkeiten. Dies ist das Buch, an das wir uns wenden werden, wenn unsere Computer zum ersten Mal "hallo" sagen. --Therese Littleton
Beam me up, Molly
Ist der Homo s@piens ein Schreibfehler oder ein Programm?
Der Computerwissenschafter Ray Kurzweil rückt den Menschen zu Leibe: Für die Fleischmenschen seien die letzten 100 Jahre der Geschichte angebrochen, bis ins Jahr 2099 werde auch der letzte Vertreter dieser Gattung sein Gehirn digitalisieren lassen und als körperlose Software weiterleben. Im Unterschied zu anderen Techno-Visionären hat aber Kurzweil den Blick für Menschliches und Allzumenschliches nicht verloren.
«Irren ist menschlich», sagt man sich angesichts des Entscheids eines Verlages, ein Buch* mit dem Titel «Homo s@piens» zu verunzieren, das im Original viel treffender «The Age of Spiritual Machines» heisst. Sein Autor ist Ray Kurzweil, in Computerkreisen ein bekannter Mann, der mit seinem zweiten Buch nach «The Age of Intelligent Machines» dem Menschen zu Leibe rückt. Der Informatiker und Literaturwissenschafter Kurzweil vertritt eine einfache Theorie: Für uns Fleischmenschen sind die letzten 100 Jahre der Geschichte angebrochen. Im Jahre 2099 gibt die letzte Einheit der molekularen Datenverarbeitung (Kurzweil) auf, lässt sich das Gehirn scannen und wechselt auf die «andere Seite», zu den Maschinen über. «Was bleibt vom Menschen?» fragt ängstlich der Untertitel der deutschen Ausgabe. Darauf hat Kurzweil eine fröhliche Antwort parat: die Software natürlich!
Sieg nach Punkten
Der Vormarsch dieser Geistesmaschinen ist für ihn in Moores «Gesetz» begründet. Erinnern wir uns: Der Intel-Ingenieur Gordon Moore formulierte eine Gleichung, nach der sich die Leistungsfähigkeit eines Prozessors alle 12 Monate verdoppeln wird, bei gleicher Grundfläche. Was soll ein Rechner mit diesen Kapazitäten anfangen, wenn nicht die Arbeit eines Menschenhirns übernehmen, meint Kurzweil. 2099, wenn es soweit ist, hat nach Kurzweil jeder einzelne Computer eine um den Faktor 10 24 höhere Leistungsfähigkeit als ein menschliches Gehirn. Moore siegt über die Evolution klar nach Punkten. Wenn es nur nach Rechenleistung ginge, dann habe er wahrscheinlich den falschen Computer geheiratet, flachst der Sprachphilosoph John R. Searle in seiner Kurzweil-Rezension in der «New York Review of Books».
Wie das Wachstum der Chip-Leistungen ist es gemäss Kurzweil ein unaufhaltsamer Prozess, in dessen Verlauf die unvollkommenen Menschen nach und nach Ersatzorgane bekommen, bis sie schliesslich vollends Maschinen sind, nur eben spirituelle Maschinen. Diese können sich nach wie vor über Gott und die Welt streiten oder mit dem Sex hadern, auch wenn ihr Bewusstsein nun eine Partition auf einer Festplatte ist, oder, etwas weniger rückschrittlich mit Kurzweil gesagt, eine «Nanobotschwarm-Projektion».
Hoffen auf bessere Zeiten
Um Kurzweil nicht als naiven Technokraten misszuverstehen, muss man seine bisherigen Arbeiten kennen. Dazu bietet Kurzweil reichlich Gelegenheit, in seinem Buch, auf seinen Webseiten (www.kurzweiltech.com), auf Symposien und Talkshows. Dabei gibt er schon einmal unverhohlen zu, dass er sich für ein Genie hält. Das wird ihm nur von den Cyronikern (www.cyronics.org) vorbehaltlos zugestanden, jener Bewegung, die sich in der Hoffnung auf bessere Zeiten einfrieren lässt. Für den grossen Rest der Menschheit ist Kurzweil eher der hochbegabte Computerwissenschafter, der ein bisschen durchgeknallt ist.
Im Unterschied zu vielen anderen über die Zukunft phantasierenden Computerwissenschaftern hat sich Kurzweil nicht nur als Autor populärwissenschaftlicher Bücher und als Talkshow-Gast profiliert. Schon in jungen Jahren wagte er sich in sehr verschiedenen Gebieten an schwierige Probleme und fand innovative Lösungen, die er auch in marktgängige Produkte verwandeln konnte. Schon als Schüler entwickelte er ein Software-Programm, das die Rangfolge der amerikanischen Colleges errechnet. Seine Ranking-Methode sollte ihm helfen, das beste Institut für das Studium zu finden. Er verkaufte die Software ebenso erfolgreich wie seine studentische Erfindung namens Textbridge, eines der ersten Programme für die Texterkennung, das Buchstaben auch in unterschiedlicher typographischer Gestalt recht zuverlässig erkennen konnte. Es wird heute von Xerox vertrieben. Es folgten eine sprechende Lesemaschine, ein Musik-Synthesizer und das Spracherkennungssystem Voice Xpress, das von der belgischen Firma Lernout & Hauspie weiterentwickelt wird. Im Anhang zum Buch «Homo s@piens» findet sich eine Zeittafel der wichtigsten menschlichen Erfindungen und Forschungserfolge. Isaac Newtons Gravitationsgesetz taucht darin auf, ebenso Moores «Gesetz» von der Zunahme der Computerleistung und natürlich sämtliche Innovationen von Kurzweil.
Mit den meisten seiner Erfindungen scheint sich Kurzweil bemüht zu haben, menschliche Behinderungen auszugleichen. Blinde, Gehörlose, Legastheniker und haptisch Geschädigte waren mit ihren Problemen oft der Ausgangspunkt seiner Überlegungen. Selbst ein Gedichtschreiber für Menschen mit Poesieproblemen findet sich in seinem uvre.
Ein wichtiges Element in seiner Argumentation ist ein Cochlear-Implantat, das im Buch recht häufig Erwähnung findet. So ein Implantant ist ein Sensorensystem, das in Verbund mit Sprachprozessoren eine dem Innenohr entsprechende Frequenzanalyse generieren und weiterleiten kann. Das gestattet es dem Gehirn, der Software, sich aus der veralteten Hardware zurückzuziehen. Der kleine Trick, allein über die Bestimmung der Hardware etwas zur Software zu sagen, gestattet es Kurzweil, sich am Problem des «Bewusstseins» und an 2000 Jahren Philosophiegeschichte vorbeizuschlängeln.
Ein stilistischer Kunstgriff hilft ihm zusätzlich, sich von anderen Propheten des technischen Fortschritts, die bis zur totalen Ermüdung von der unerschöpflichen Leistungszunahme der Computer und ihrer Software schwärmen, abzusetzen. Kurzweil plaudert in seinem Buch mit einer Molly über die grossen Themen: Was ist der Sinn des Lebens, was ist Zeit? Das Vorbild ist die Molly Bloom des James Joyce. Etwas anders als bei «Ulysses» erfährt diese Molly eine Verwandlung. Am Ende ist sie ganz nach Kurzweil ein Computerprogramm in einer Megamaschine, mit schlechten Träumen, für die Kurzweil prompt einen Antidepressions-Algorithmus entwickeln will. Auch behinderte Maschinen haben schliesslich ein Recht auf Vollkommenheit.
Bemerkenswert ist die Rolle, die als Alter ego des Autors der als «Una-Bomber» bekannt gewordene Theodore Kaczynski spielt, jener Einzelgänger, der mit etlichen Bombenattacken auf das akademische Establishment in Amerika die Computerisierung der Gesellschaft verhindern wollte. Einige Attacken endeten tödlich. Im Buch ist Kaczynski derjenige, der den Vormarsch der Maschinen als einziger erkennt und zu stoppen sucht. Kurzweil lässt in dem zum Science-fiction-Roman kippenden Buch Sympathie für den «Una-Bomber» erkennen, indem es in seiner Schilderung gerade die Forderungen der «Una-Bomber-Neoluddisten» sind, welche die Machtübernahme der Maschinen ermöglichen. Die Maschinenstürmer fordern das lebenslange Lernen etwas, das schlechterdings nur von Maschinen zu bewältigen ist.
Bei Kurzweil begründen die Maschinenstürmer am Ende sogar eine Religion, mit allem Drum und Dran, deren Stifter und Prophet ein Programmierer namens Phil Zimmermann ist. Es ist jener Zimmermann, der im ausgehenden Menschenzeitalter mit Pretty Good Privacy (PGP) ein Verschlüsselungsprogramm gegen das staatliche Ausschnüffeln der digitalen Privatsphäre entwickelt hatte. Hundert Jahre später wird PGP die letzte Bastion sein, mit der Menschen, d. h. Computerprogramme, ihre Individualität behaupten können.
Detlef Borchers
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
... und die Zukunft wird sicher noch phantastischer!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Homo sapiens. Leben im 21. Jahrhundert. Was bleibt vom Menschen? (Gebundene Ausgabe)
Jeder der sich über die Zukunft gedanken macht sollte dieses Buch lesen! Auch wenn ich nicht allen Punkten dieser Zukunftsprognose zustimmen möchte, habe ich dieses Buch als einen besonders anregenden Dialog empfunden der meinen eigenen "Prognose"-Horizont sicherlich erweitert hat. Malt man sich die ein oder andere Vision, die in diesem Buch entwickelt wird, bis zur letzten Konsequenz aus so läuft einem der kalte Schauer über den Rücken. Dieses Buch zeigt auch sehr schön welche Philosophischen Fragen noch zu diskutieren sind. Ray Kurzweil ist es meiner Meinung nach gelungen eine überwältigende Zukunftsprognose aufzubauen. Dieses Buch ist Science & Fiction pur! Ich empfehle, für den speziell an der KI (Künstlichen Intelligenz) interessierten Leser, _zuvor_ das Buch "Computerdenken" von "Roger Penrose" zu lesen. (Ich habe beide Bücher zufällig und glücklicherweise hintereinander gelesen.) Ray Kurzweil ist in Homo s@piens an einigen Stellen erstaunlich ausführlich auf dieses früher erschienene Buch eingegangen. Roger Penrose versucht in seinem ebenso eindrucksvollen Buch zu beweisen warum KI auf "Maschineller"-Ebene nicht möglich sein wird. Auch möchte ich empfehlen, den ebenfalls von Ray Kurzweil erwähnten, "Isaac Asimov" zu lesen. Speziell den 10-Bändigen "Foundation" Zyklus! Mit diesen SF-Büchern kann "Homo s@piens" "weitergeträumt" werden ;-) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein weitsichtiges Buch,
Von
Rezension bezieht sich auf: Homo sapiens. Leben im 21. Jahrhundert. Was bleibt vom Menschen? (Gebundene Ausgabe)
Ganz gleich, ob man den Kurzweil'schen Informatik-Naturgesetzen und den damit verbundenen Voraussagen Glauben schenken mag, halte ich das Buch für epochemachend. Es richtet den Blick auf die Themen, die sich in naher Zukunft der Menschheit stellen werden: Was unterscheidet Menschen von Maschinen? Was wird aus uns, wenn in naher oder ferner Zukunft die Maschinen den Menschen intellektuell überlegen sein werden? Wird man in einigen Jahrzehnten wissenswerte Informationen ins Gedächtnis einfach 'uploaden' können, anstatt sie zu lernen? Wird es spirituelle Maschinen geben? Welche Gefahren entstehen durch die neuen Technologien?Kurzweil entwickelt eine recht positive Utopie, indem er derzeit schon vorhandene Techniken und Entwicklungen in die Zukunft extrapoliert. Er gibt aber zu, daß seine Betrachtungsweise reichlich optimistisch ist, und weist am Ende seines Buches darauf hin, daß die Menschheit, um diese Utopie wahr zu machen, noch eine ganze Reihe von Prüfungen und Gefahren zu überstehen hat. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eines der inspirierendsten Buecher das ich je gelesen habe,
Von
Rezension bezieht sich auf: Homo sapiens. Leben im 21. Jahrhundert. Was bleibt vom Menschen? (Gebundene Ausgabe)
Die Ueberschrift meiner Rezension sagt eigentlich schon alles! Jeder der ueberhaupt lesen kann sollte dieses Buch gelesen haben, und jeder Gelehrte, Wissenschaftlter, Ingenieur, Techniker und Wirtschafts-Manager sollte seinen (und sei es noch so kleinen) Teil dazu beitragen, diese optimistischen Visionen zu verwirklichen! (Selbst Geisteswissenschaftler koennen dazu beitragen, indem sie ihre humanistischen Buecher digitalisieren und so einer kuenftigen Generation von intelligenten Maschinen zur Lektuere uebergeben...)
Inhaltlich bietet Kurzweils Buch einen weitumfassenden Ueberblick ueber Kuenstliche Intelligenz (KI), Kuenstliches Leben (KL), Nanotechnologie, und alles was in diesem Kontext dazugehoert. Den Skeptikern (gegen KI und KL in der nun schon recht lange andauernden KI-Debatte) werden neue, stichhaltige Argumente entgegengebracht. All dies ist darueber hinaus auch sehr spannend zu lesen - nomen est omen - Kurzweil bietet Kurzweil :) Die Grund-Aussage des Buches ist die, dass es nur EINE Evolution gibt, welche ALLES umfasst, sowohl die unbelebte als auch die belebte Natur und den Menschen und die Technik. Die von uns derzeit gezogenen Grenzen und Gegensaetze zwischen "Intelligenz" und "Kuenstlicher Intelligenz" oder "Leben" und "Kuenstlichem Leben" sind selber kuenstlich und letztlich hinfaellig: Es gibt, wenn ueberhaupt, NUR Intelligenz - in welcher Form und auf welchem materiellen Substrat auch immer. Die "Kuenstliche" Intelligenz ist also ueberhaupt nicht "kuenstlich", sondern die natuerliche Konsequenz der einen, alles umfassenden Evolution - dito fuer das "Kuenstliche Leben", welches auf den von der Nanotechnologie gebauten neuen Zellen beruht. Diesbezuegliche philosophische (und/oder sogar religioese) Fragen werden in Kurzweil's Buch aufgworfen und "angerissen", aber nicht tiefschuerfend behandelt -das Buch ersetzt also keinen Leibniz, Kant oder Hegel die sich zum Thema Geist und/oder Evolution recht gruendlich geaeusert haben- aber Kurzweil's Buch ist ja eben als technologischer Ueberblick konzipiert, und nicht als Werk der Philosophie. (Allerdings: in einer Randbemerkung gibt sich Kurzweil als Anhaenger der Unitarier-Kirche zu erkennen, und in der Tat sind in dem Buch einige teleologische, quasi religioese Unterstroemungen zu erspueren, zum Beispiel wie er personifizierend von der Evolution spricht so als sei sie ein intentional handelndes Wesen - ich bin mir nicht ganz darueber im klaren ob er das nur metaphorisch so sagt, oder ob er es wirklich so meint.) Philosophisch betrachtet, harmoniert die Kernaussage dieses Buches ziemlich gut mit der hauptsaechlich von G.VOLLMER im Anschluss an Konrad Lorenz entwickelten und vertretenen Philosophie des Neo-Naturalismus, mit seiner starken Betonung einer Evolutionaeren Erkenntnistheorie. Ich weiss nicht ob der Kurzweil den Vollmer gelesen hat, aber beides passt gedanklich sehr gut zusammen: Wer also den von Kurzweil kurzweilig praesentierten technologischen Ueberblick zu KI und KL im 21.Jahrhundert philosophisch noch vertiefen will, der sollte sich zu diesem Buch von Kurzweil die Buecher von G.Vollmer gleich dazu bestellen. Wer hingegen noch mehr ueber Robotik lesen will, besorgt sich wohl am besten noch den Hans Moravec dazu. Zum Schluss noch ein paar skeptische Anmerkungen bezueglich einiger kleinerer Ungereimtheiten: Der Ausblick in die Zukunft endet mit der Utopie, dass eine vernetzte Superintelligenz sogar im Stande sein wird, das ganze Universum derartig ordnend zu manipulieren, dass sie ihr eigenes Ueberleben bis in alle Ewigkeit wird sicherstellen koennen! Ein grossartiger Traum - jedoch: Falls der 2.Hauptsatz der Waermelehre allgemeingueltig ist, dann muss fuer jedes Fleckchen Kosmos, welches von der Intelligenz geordnet wird, ein etwas groesseres Fleckchen Kosmos ins Chaos verfallen (von welchem die Intelligenz potentiell bedroht wird). Die Inseln der Ordnung werden also langfristig immer kleiner. Dies wirft die (von Kurzweil leider nicht behandelte) Frage auf, wie weit die Intelligenz sich in die Kleinheit zurueckziehen kann. Falls Raum und Materie diskret (quantifiziert) organisiert sind (und nicht, wie Leibniz glaubte, kontinuierlich, d.h. unendlich oft teilbar) dann kann in einer endlichen Raumeinheit nur endlich viel Rechenkapazitaet stecken. In einem quantifizierten Raum kann sich die Intelligenz also nicht in immer kleinere und kleinere Bereiche zurueckziehen und dabei immer weniger Energie zur Aufrechterhaltung der Mikroordnung verbrauchen - irgendwann ist dann Schluss. Naterlich koennte sich der 2.Hauptsatz irgendwann und irgendwo als falsch herausstellen, aber das gleiche Schicksal koennte auch Kurzweils "Gesetz vom exponentiellen Wachstum" beschieden zu sein. Kurzweils "Gesetz" ist keine "hartes Naturgesetz" welches man mit wiederholbaren Experimenten pruefen koennte - eher ist es ein "weiches" Gesetz von der Art wie z.B. Karl Marx vom "tendentiellen Fall der Profitrate" oder von der "Unausweichlichkeit der proletarischen Revolution" gesprochen hat. Der Anhang des Buches enthaelt noch einige nuetzliche Informationen zur Programmierung; Fragen der Energieversorgung und der allgemeinen physikalischen Grundlagen kommen jedoch zu kurz, zum Beispiel wird da in Analogie zur Nanotechnologie von der "Femtotechnologie" geredet mit deren Hilfe man angeblich einzelne Quarks innerhalb der Protonen manipulieren koennen soll, ohne jegliche Erlaeuterung ob ein solches Unterfangen mit der Heisenbergschen Unschaerferelation vereinbar waere, etc. (Schuster bleib bei deinen Leisten!) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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