Ratgeber Wetterstationen
Sie möchten eine Wetterstation kaufen? Was ist zu beachten?Wetterstationen
Eine Wetterstation verfügt über mindestens 3 Messgeräte: ein Thermo-, ein Baro- und ein Hygrometer. Mit etwas Erfahrung und den 3 verschiedenen Messwerten lässt sich sehr schnell prognostizieren in welche Richtung sich das Wetter entwickelt.
Man unterscheidet dabei analoge und digitale Wetterstationen: Analoge Wetterstationen gibt es für den Innen- und Außenbereich und können bei den Messgeräten nachjustiert werden. Digitale Wetterstationen verfügen meist über einen höheren Funktionsumfang wie beispielsweise eine Funkuhr, Min/Max-Speicher, Komfortzonen usw., müssen aber bis auf einen Außensender innerhalb der Wohnung platziert werden.
Es gibt auch elektronische Wetterstationen, welche keine eigenen Tendenzen für die Wetterentwicklung berechnen, sondern direkt über ein Funksignal eine mehrtägige und professionelle Wettervorhersage empfangen.
Diesbezüglich gibt es zwei unterschiedliche Systeme: „WETTERdirekt“ und „Meteotime“
Der größte Unterschied der beiden Systeme liegt in der verwendeten Übertragungstechnik. Die WETTERdirekt-Geräte arbeiten über ein satellitengestütztes Funknetz, welches jedoch nur in Deutschland zur Verfügung steht. Die Meteotime-Geräte erhalten Ihre Daten über das deutsche und schweizer Funkuhrsignal.
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Thermometer
Es gibt verschieden Arten von Thermometern: Kapillarthermometer mit Weingeist (vereinzelt auch Quecksilber), Six-Thermometer mit Anzeige der Minimal- & Maximalwerte, Bi-Metallthermometer, Galileo-Galilei-Thermometer, Temperatursensoren und Infrarotthermometer.
Bei den Kapillarthermometern dehnt sich eine Flüssigkeit abhängig von der Temperatur aus und wird durch ein Prisma gut sichtbar vergrößert.
Six-Thermometer haben eine Negativ und eine Positiv Scala. Das Quecksilber schiebt dabei auf beiden Seiten eine Markierung jeweils auf den Höchstwert. Diese kann mit einem Magneten zurückgesetzt werden.
Bi-Metallthermometer besitzen eine Feder (Schnecke) aus Bi-Metall die sich bei Temperaturschwankungen ausdehnt oder zusammenzieht. Galileo-Galilei-Thermometer verfügen über mehrere, mit einer speziellen Flüssigkeit gefüllten, Kugeln die in einem Wasserstoffgemisch schwimmen. Die unterste der oben schwimmenden Kugeln zeigt hier den Temperaturwert an.
Bei den elektronischen Temperatursensoren gibt es verschiedene Arten der Messungen (Widerstandssensor, Kapazitivsensor, …) anhand derer die Temperatur berechnet und auf einem LCD-Display wiedergegeben wird.
Infrarotthermometer ermitteln die Temperatur anhand der Infrarot-Strahlung die von jedem Objekt ausgehen. Mithilfe einer optischen Einheit wird diese empfangen und ein Temperaturwert errechnet.
Um ein Thermometer zu justieren, wird den Thermometerkapillaren mithilfe von zwei Wasserbädern eine gewisse Teilung zugeordnet. Diese Teilung wird bei der Kapillare bei den Punkten +10°C und +35°C durchgeführt, wobei die Kapillare an diesen Punkten eine Markierung bekommen. Durch den Transport oder auch durch herunterfallen kann es bei Kapillarthermometern dazu kommen, dass die Flüssigkeitssäule unterbrochen wird. Um diese wieder zusammenzufügen muss man das Thermometer am oberen Ende gut festhalten und durch einige Male kräftig schleudern fügt sich diese wieder zusammen.
Grundsätzlich sollte ein Thermometer geschützt vor Regen und direkter Sonneneinstrahlung, also im Schatten, platziert werden. Bevorzugt im Außenbereich ist dabei immer die Nordseite.
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Barometer
Die Luft besteht aus Aberbillionen von Gasmolekülen, die sich frei in alle Richtungen bewegen und aneinander und auf benachbarte Objekte stoßen und so in der Summe eine mehr oder weniger große Kraft, den Luftdruck, ausüben. Man spürt diese Last meist nicht, obwohl Sie mit durchschnittlich 1 kg/cm² einen beachtlichen Druck ausübt. Mit einem empfindlichen Messinstrument, dem Barometer, kann dieser Druck gemessen werden. Dabei wirkt der atmosphärische Druck auf einen druckempfindlichen Körper der einen Zeiger bewegt, einen Widerstand berechnet oder den Inhalt einer Kapillare - ähnlich wie bei einem Thermometer - steigen oder fallen lässt.
Grundsätzlich sollte bei jeder (Neu)-Inbetriebnahme der aktuell vorherrschende Luftdruckwert eingestellt werden. Generell wird der relative Luftdruck verwendet, relativ weil schon in Bezug auf die lokale Höhe über 0 (Meereshöhe) definiert. Jedes Barometer muss erst „einlaufen“ bzw. Werte sammeln - dies dauert in der Regel 24 bis 48 Stunden. Den aktuellen Wert erfährt man vom Wetteramt oder im Internet. Bei elektronischen Messgeräten wird über die Tasten der Wert direkt eingegeben. Analoge Dosenbarometer haben auf der Rückseite eine Stellschraube die nur, von hinten gesehen, nach rechts gedreht werden darf. Nachdem die Schraube gelöst wurde sind ca. 2 Umdrehungen möglich bis dann fein justiert werden kann.
Die elektronischen Luftdrucksensoren sind schneller und auch über den gesamten Messbereich präziser als Dosenbarometer. Um ein möglichst genaues Messergebnis zu erhalten ist bei einem Dosenbarometer zudem vor dem Ablesen ein kurzes Anklopfen notwendig. Über eine sehr hohe Genauigkeit verfügen auch die Quecksilber (HG) Barometer. Sobald das Barometer eingestellt ist, sollte keine große Standortveränderung der Wetterstation mehr vorgenommen werden.
Zu beachten ist auch, dass eine Wetterstation nur prognostizieren kann in welche Richtung sich das Wetter entwickelt (Wetterbesserung oder –Verschlechterung). Wenn das Barometer beispielsweise Regen anzeigt heißt dies nicht zwingend, dass es regnen wird, sondern dass sich das Wetter verschlechtert. Elektronische Wetterstationen haben noch die Möglichkeit von Sondervorhersagen wie beispielsweise Sturm, Schnee und Nebel.
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Hygrometer
Der Wasserdampfgehalt der Luft ist die Luftfeuchtigkeit. Da die Aufnahmefähigkeit der Luft von dessen Temperatur abhängt wird die Luftfeuchte meist als relative Luftfeuchte im Prozentanteil der bei der jeweiligen Temperatur maximalen Wasserdampfmenge angegeben. Bei steigender Temperatur erhöht sich die Menge des Wasserdampfs, die von der Luft maximal aufgenommen werden kann.
Um die Luftfeuchtigkeit zu messen nutzt man die Auswirkung der Luftfeuchtigkeit auf bestimmte Materialien und Feinmechaniken. Analoge Hygrometer nutzen hierfür Bimetall oder Haar-Synthetik-Werke. Digitale Hygrometer bedienen sich dem ohmschen Messverfahren: Luftfeuchte wirkt sich auf einen speziellen Widerstand aus, durch den dadurch mehr oder weniger Spannung fließen kann.
Zu niedrige Luftfeuchte schlägt auf das Gemüt und kann zu einem Austrocknen der Haut führen. Zu viel Luftfeuchte innerhalb der Wohnung erhöht die Gefahren von Schimmelpilzen und Stockflecken.
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Funkgesteuerte Wetterstationen
Die Funkübertragung funktioniert folgendermaßen: Der Sender (Transmitter) sendet, je nach Intervall, frei in den Raum. Das Basisgerät (Receiver), von dem auch die Funkreichweite radial ausgeht, empfängt dann dieses Signal. Funk-Wettermessgeräte nutzen entweder die 433MHz-, oder die 868MHz-Frequenz. Probleme kann es dabei durch Funk-Indifferenzen geben, die in der Reichweite des Empfängers sind und das Signal blockieren.
Die Funkreichweite selber hängt von der Basisstation ab. Die meisten Geräte haben eine Reichweite von bis zu 25 oder bis zu 100 Metern im Freifeld. Die Reichweite wird immer in „maximal möglich im Freifeld“ angegeben, da an jedem Standort unterschiedliche Ansprüche und Hindernisse (sichtbare Hindernisse aber auch nicht sichtbare/elektronische Beeinflussungen) die mögliche Reichweite reduzieren und daher an jedem Standort eine andere tatsächliche Reichweite gegeben ist.
Es ist empfehlenswert die mögliche Reichweite nicht voll auszuschöpfen, um durch die geringere Entfernung einen zuverlässigeren Funkkontakt zu erhalten.
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Erstellt mit freundlicher Unterstützung von TFA-Dostmann