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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Naturforschung an Menschen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der süße Wahn (Taschenbuch)
In ihren besten Büchern gleicht Patricia Highsmith einer Naturforscherin. Ich kann sie mir gut in einem weißen Kittel vorstellen, wie sie eine Versuchsanordnung aufbaut. Gleich wird sie die Käfige öffnen lassen und dann zusehen wie die Ratten in ihrem Labor versuchen, auf dem Parcours, den sie gebaut hat, den Fallen auszuweichen, die immer gefährlicher werden bis zur letzten, tödlichen Falle.In ihren Büchern veranstaltet Patricia Highsmith Versuche mit Menschen. Und wenn man einige ihrer Romane kennt, weiß man, es wird nicht gut ausgehen. Nicht für David Kelsey, den liebeskranken Chemiker, der einfach nicht begreifen will, dass Annabelle Stanton, seine frühere Freundin ihn nicht mehr liebt und auch nicht für andere, die ihr Interesse erwecken. Patricia Highsmith hat diesen erbarmungslosen Blick, der auch noch die kleinste menschliche Schwäche gnadenlos freilegt. Sie liebt ihre Figuren nicht, obwohl sie sie sehr gekonnt zeichnet. Andererseits zieht sie den Leser vom ersten Satz an in die Perspektive ihrer Hauptperson hinein, sodass der kaum eine andere Chance hat, als die Welt mit den Augen der Persom zu sehen, die sie für uns ausgewählt hat. Gut und böse, normal oder verrückt, das sind keine Kriterien mehr in der Welt der Patricia Highsmith. Manche ihrer Bücher kann ich kaum vor dem letzten Satz aus der Hand legen. Aber dann bin ich doch froh, dass unsere Alltagswelt langweiliger und nicht so tödlich konsequent ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der süße Wahn, das ist bei Patricia Highsmith das Gefühl der Liebe,
Rezension bezieht sich auf: Der süße Wahn (Taschenbuch)
"Der süße Wahn" (Originaltitel: This Sweet Sickness) war für mich der Highsmith-Roman bei dem ich ziemlich lange Zeit brauchte, um mich auf emotionaler Ebene zum Lesen der Lektüre überwinden zu können. Grund hierfür war die von Patricia Highsmith recht quälend geschilderte Geschichte um die Thematik der unerwiderten Liebe.Dass ihre Romane auf mich zeitlang einen schlechten Einfluss ausgeübt haben - was wahrscheinlich mit meinem jungen Alter zusammenhing -, will ich hier auch erwähnen, denn Patricia Highsmith versteht es wirklich exzellent, ihre Leser zu manipulieren. Wenn man nicht ein Minimum an psychologischen Fachkenntnissen hat, fällt es schwer den emotionalen Standpunkt ihrer Romancharaktere klar zu durchschauen. Sofern ich das als Amateurkritiker beurteilen kann, gibt es in den highsmith'schen Romanen nämlich mindestens zwei unterschiedliche Typen von Hauptprotagonisten: solche, die die Sympathie des Lesers aufgrund ihrer Opferrolle zu Hundertprozent verdienen (siehe z.B.: "Der Schrei der Eule", "Venedig kann sehr kalt sein") und solche, die aufgrund ihrer Täterschaft verdienen kritisch hinterfragt zu werden (siehe z.B.: "Der talentierte Mr. Ripley", "Der süße Wahn"). Aber einen Mord muss es in ihren Romanen nicht unbedingt geben, denn oftmals geht es mehr um die moralisch-geistige Schuldfrage und die damit verbundene Entwicklung der Seele. Ein Mörder, und sei er auch noch so sympathisch, ist nun mal kein guter Mensch. Und nur weil ein Mann stark übergewichtig ist und, wie Patricia Highsmith Annabelles Ehemann Gerald Delaney in David Kelseys eifersüchtigen Gedanken beschreibt, aussieht wie ein "Eunuch", kann man ihm die Liebe in Form einer Ehe doch nicht verwehren, zumal es noch eine Frau auf der Welt gibt, die ihn aus freien Stücken heiratet und ihm sogar ein Kind schenkt. Wie sich David Kelsey, der im Berufsleben sehr erfolgreich ist, nämlich nicht eingestehen kann, weil er seelisch zu schwach ist, wird er nicht mehr von Annabelle geliebt. Ich habe seit meinem 17. Lebensjahr über die letzten zehn Jahre fast alle Highsmith-Romane gelesen - immer wenn mal kein spannender und intellektuell ansprechender Roman zu Händen war konnte ich stets bedenkenlos auf einen ihrer Romane zurückgreifen. Highsmith-Anfängern würde ich zwar eher empfehlen, mit der Lektüre von "Der talentierte Mr. Ripley" anzufangen, weil dies einer ihrer Romane ist, der psychologisch nicht ganz so anstrengend und zermürbend ist und durch mehrere Morde ein klein wenig reißerischer und mitunter vielleicht sogar spannender erscheint. Wenn Sie aber mal einen richtig guten Roman zum Thema unerwiderte Liebe lesen wollen, dann sei Ihnen die Lektüre von Patricia Highsmiths "Der süße Wahn" wärmstens empfohlen! Was man Pat Highsmith aber lassen muss, das ist ihr Geschick für psychologische Dramaturgie und literarische Erschaffung beklemmender Atmosphäre. Der schönste Satz in diesem Roman, ach was, einer der schönsten Sätze die ich bisher in einem Roman gefunden habe, war für mich der Schlusssatz von Kapitel 10: "In der Totenstille dieser Nacht fiel neuer Schnee, wie Millionen und aber Millionen stiller weißer Tränen." Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein absolutes Lesevergnügen!,
Rezension bezieht sich auf: Der süße Wahn. Roman (Gebundene Ausgabe)
Maximale Punktezahl für diese Buch! Selten habe ich so atemlos ein Buch verschlungen wie dieses. Die Geschichte ist unglaublich spannend und man verfolgt dem Geschehen mit einem wohligem Schauer. Der gute David ist total psychopatisch, jedoch bleibt er dem Leser immer sympatisch und man kann nicht umhin mit ihm mitzufühlen. Diese Annabelle ist so schwach und unfähig ein klärendes Woch zu sprechen, dass man sich schon fast wünscht, er würde nicht herausfinden, dass sie ja eigentlich das Gegenteil von dem ist was er sich erwartet und erträumt hat. Kurz: dieses Buch ist ein Muss!
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