Das Buch kommt ganz unmerklich daher, die Geschichte schleicht sich an wie ein unsichtbares Tier, fesselt einen mehr und mehr bis man den handelnden Personen hilflos ausgeliefert ist. Ein Schulbus verunglückt, Kinder sterben. Erzählt wird diese Tragödie aus unterschiedlichen Perspektiven, erst die gewissenhafte Fahrerin des Busses, die ihren gelähmten Mann versorgt. Ich kann mich kaum an ein Buch erinnern, in dem ein Mensch mit mehr Liebe beschrieben wird. Als zweites erzählt ein Vater seine Geschichte, der bei dem Unfall seine beiden Kinder verliert, indes sein Hauptthema ist der Tod seiner Frau Jahre vorher. Nun ist man schon so sehr in diese Geschichte eingestiegen, die Menschen kommen einem so nahe, dass man des Anwalts Geschichte, der extra in diese Kleinstadt reist um Schadenersatzklagen anzustrengen, erst gar nicht lesen will. Doch seine Motive sind vielleicht die bittersten von allen - er ist seit Jahren auf der Suche nach seiner verlorenen Tochter. Und dann das Mädchen, das bei dem Unfall so schwer verletzt wird, dass sie sich nur noch im Rollstuhl fortbewegen kann. Vor dem Unfall war sie der strahlende Teenager der Schule, ihre Geschichte erschüttert am meisten - und sie ist es auch die den Beteiligten klar macht, dass Tod und Schicksal Teil des Lebens sind. Selten oder nie hat jemand mit mir so eindringlich über Sterben gesprochen - auch wenn man am Ende des Buches völlig fertig ist bringt es einem doch ein großes Stück Freiheit.