Der Leser nimmt das Buch in die Hand und der spannende Krimi läßt ihn nicht mehr los. Obwohl man über kurz oder lang zumindest ahnt, was da abgeht, weiß man immer nur soviel, dass man das Buch nicht beiseite legen kann - Spannung pur. Da ich schon oft in Moskau war und auch die klassische russische Literatur ganz gut kenne, bin ich froh, dass nun auch die "Neuen Russen" bei uns verlegt werden.
Ein durch Brudermord reich gewordener Moskauer wähnt sich als Nachfolger Neros und interessiert sich für das Schöne, Gute, Ästhetische im Leben - glaubt er. Das dabei ein paar Leute drauf gehen, ist für ihn nicht von Belang. Ahnungslose Mädchen aus der Provinz, die in Moskau ihr Glück machen wollen, geraten in seine Fänge und ihnen wird eine aussichtsreiche Rolle angeboten, die auch gleichzeitig ihre letzte Rolle sein wird. Das Ganze handelt im Künstlermilieu. Oder doch nicht?
Kriminalreporterin Katja Petrowskaja und ihr guter Bekannter Kriminal-Major Nikita Michailowitsch Kolossow (Michailowitsch ist der Vatersname) versuchen, rätselhafte Leichenfunde von jungen Mädchen aufzuklären, die offenbar die gleichen Merkmale aufweisen: Vermittels eines bisher unidentifizierten Gegenstandes durchbohrt, die Kleidung nach der Tat wieder angezogen, aber nicht durchbohrt und trotz winterlicher Temeperaturen ohne Unterwäsche, sorgfältig abgewaschene Theaterschminke...
Hervorzuheben ist auch die exzellente Übersetzung durch Dr. Margret Fieseler, die die Umgangssprache sehr gut rüberbrachte!
Ich hätte mir allerdings die Herausgabe unter dem Originaltitel gewünscht (siehe Betreffzeile), da mir dieser ausdrücksstärker scheint.
Spannung von der ersten bis zur letzten Zeile.