Ich bin erstaunt über die guten Rezensionen. Vor Jahren habe ich mir dieses Büchlein gekauft und war schon damals nicht begeistert. Seit sich die letzten Jahre aber so unheimlich viel getan hat auf dem Hundeausbildungssektor hat es sich gänzlich überlebt und taugt nur noch etwas für's Archiv "Hundeerziehung im Wandel der Zeit".
Zuerst einmal legt es für meinen Geschmack den Schwerpunkt der Abrichtung auf Fähigkeiten und Anforderungen, die eher jagdlich geführte Hunde brauchen, was im Titel nicht erwähnt wird und an den Bedürfnissen der meisten HundehalterInnen vorbei gehen dürfte.
Zum anderen halte ich einen Teil der Meinungen und Methoden für zumindest überholt, um nicht zu sagen tierschutzrelevant.
Ich gebe zu, die Bebilderung ist anschaulich, was aber darauf gezeigt wird entspricht nicht dem, wie ich einen Hund ausbilden möchte und schon lange nicht mehr der Höhe der Zeit.
Einen Hund aus vollem Lauf ins Stachelhalsband rennen lassen? Ihm den Fang öffnen und das Bringsel dort deponieren, wenn er das Prinzip Apportieren einfach nicht verstehen will? Mag sein, es funktioniert auch, aber es gibt mittlerweile weniger rabiate Methoden.
Wer also die Nase voll hat von Lerntheorie, dem ewigen Geclickere und anderen weicheiigen Erziehungsmethoden, den Hund gern eher etwas härter anfasst und Sinn hat für mehr oder weniger sanfte Gewalt, wird seine/ihre Freude am Buch haben.
Für mich persönlich hat es eher geschichtlichen Wert.
Ich unterstelle den beiden AutorInnen keine Bosheit oder mangelnde Liebe zum Hund, damals, als sie ihr Büchlein geschrieben haben, war das der Stand der Hundeerziehung.
Aber die Zeiten haben sich geändert und neue Erkenntnisse sind dazu gekommen.
Also mein Exemplar ist auf dem Altpapier gelandet.