Amazon.de: Kundenrezensionen: Die Liebesnacht des Dichters Tiret: Mosaik der französischen Revolution - Band I - Mirabeau - 1788

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5.0 von 5 Sternen Mit großem Vergnügen ..., 20. Juli 2009
Von HLK (Schweinfurt) - Alle meine Rezensionen ansehen
"Mit großem Vergnügen pflückte ich die Blume des schönen dichtbelaubten Rosenbusches`, hört Mickiewicz im besten Polnisch und öffnet die Augen", heißt es auf Seite 39 des ersten Bandes aus der Reihe "Historisches Sittengemälde der französischen Revolution" - und mit einem ähnlich großen Vergnügen habe ich dieses Buch gelesen!
Als habe er Ort und Zeit selbst erlebt, führt Richard K. Breuer seine Leser in die Jahre vor der Französischen Revolution, in denen es um politische und gesellschaftliche Umbrüche ging, der feudalabsolutistische Staat infrage gestellt und Menschenrechte eingefordert wurden. Breuer hat akribisch recherchiert, den Roman aber nicht historisch überfrachtet. Der Autor hat seine schöne, sorgfältige Sprache der Zeit angepasst, er arbeitet mit farbigen Bildern, er belehrt nicht, er teilt die Welt nicht in gut und böse auf, sondern lässt dem Leser in jeder Hinsicht ausreichend Platz, sich seine eigene Meinung zu bilden.
Das alles empfand ich als sehr angenehm.

Wie Candide, der Held Voltaires im gleichnamigen Roman, erlebt der ebenfalls fiktive Held Breuers, Aleksander Mickiewicz, allerlei Abenteuer, über die man oft schmunzelt. Was er jedoch auf seiner gefährlichen Reise nach Frankreich beobachtet, in Gesprächen und Briefen erfährt und begreift, öffnet nicht nur ihm die Augen.
Zuletzt - und mit einem kleinen "Augenzwinkern" - erinnert Mickiewicz mich, vor allem in seiner Liebesgeschichte, deren Ende hier nicht verraten werden soll, ein wenig an einen "reinen Toren" (Gralsgeschehen).
"Kann es etwas Wunderbareres geben, als die ganze Welt mit ein paar Argumenten in Bewegung zu setzen?", fragt Voltaire (Zitat auf der Rückseite des ebenfalls sehr schön gestalteten Covers). Eine Antwort darauf hat Richard K. Breuer in "Die Liebesnacht des Dichters Tiret" gegeben.
Ich freue mich schon auf die nächsten Bände.
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4.0 von 5 Sternen Spritzige Dialoge und wissenschaftliche Quellenarbeit, 19. Oktober 2008
Als historisches Sittengemälde wird dieses Buch betitelt. Ich habe ein ambivalentes Verhältnis zu historischen Romanen: Auf der einen Seite lese ich sie gerne, denn man kann daraus viel Geschichte erfahren. Oft ist es aber so, dass historische Romane schlecht recherchiert sind oder sich eine historisch anmutende Geschichte zurechtbiegen, damit die eigene Liebesgeschichte darin Platz findet. Das fällt natürlich nur auf, wenn man Kenntnisse über die Epoche vorzuweisen hat. Und das ist das Gefährliche daran: Hat man diese Kenntnisse nicht, so kann man sich nicht darauf verlassen, dass das Gelernte auch tatsächlich der Geschichtsschreibung entspricht. Genug drumherum geredet - das ist jedenfalls bei Richard K. Breuer nicht so. Im Gegenteil. Die Geschichte - zu der ich gleich komme - ist eingebettet in einen umfangreichen Anmerkungenkatalog, in dem detailliert erklärt wird, was fiktiv und real ist und wo man darüber genauer nachlesen kann. Gleichzeitig bettet der Autor historisch verbürgte Briefpassagen von Mirabeau und König Ludwig XVI. in seine Handlung ein - jedoch immer mit exakter Quellenangabe.

Die Liebesnacht des Dichters Tiret ist Band 1 einer noch nicht fortgeführten Reihe zur Französischen Revolution. Die Hauptperson ist der Gelehrte Aleksander Mickiewicz, der sich kurz vor Ausbruch der Revolution in die schöne polnische Aristokratentochter Madeleine verliebt. In den sich langsam entwickelnden politischen Wirren wird er durch verschiedene Ereignisse in die politischen Umbrüche hineingezogen, die nicht nur sein Leben verändern werden, sondern ganz Europa. Er muß feststellen, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint. Nicht einmal er selbst

Der Autor schreibt in einer sehr schönen, warmherzigen aber immer höchst authentischen Sprache. Mit ausgefeilten Dialogen und sprachlichen Raffinessen bringt er dem Leser die Gedankenwelt Voltaires, Mirabeaus, Rousseaus und Diderots näher, ohne je belehrend zu wirken. Darüber hinaus erfreut der subtil eingebaute Witz.

Kurz gesagt: Ich freue mich auf den zweiten Band!
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4.0 von 5 Sternen Wer ist dieser Tiret???, 22. April 2008
Oder The Ray? Ein neuer Superheld mit Röntgenblick? Oder eher doch der noch immaterielle Held in Richard K. Breuers neuem Buch über die französische Revolution? Denn außer in der Ouvertüre, wo er nur als Amulett vorkommt, fragt man sich das ganze Buch über, wann dieser geheimnisvolle Tiret endlich auf der Bildfläche erscheint. Wer RKB kennt: natürlich erst im letzten Kapitel - das es in sich hat: eine überraschende Offenbarung und ein klassischer Cliffhanger. Also, sei Er gewarnt: wenn Er nicht Band Numero 2 in Bälde fertig stellt, fordere ich Satisfaktion. Weiter zum Buch: ich bin nicht der erste, der sagt, RKBs großes Talent sind die Dialoge, was sich auch in Tiret bestätigt: beste Screwball-Tradition zu Zeiten der französischen Revolution. Aber RKB hat immer 2 Gesichter: die locker, freche, auch etwas erotische Seite und die penible, wissenschaftliche. Jede Menge Fußnoten verweisen auf fast 20 Seiten Anmerkungen und Sekundärliteratur. Jede Ähnlichkeit mit dem Wissenschafter Mickiewicz ist natürlich rein zufällig und unbeabsichtigt. Ob mir die wortwörtlich wiedergegebenen Briefpassagen Mirabeaus, die nahtlos (wenn auch kursiv) als direkte Rede eingeflochten sind, ge- oder missfallen, darüber muss ich noch schlafen, ein Fremdkörper (wenn auch ein gewollter) sind sie für mich allemal. Über jeden Zweifel erhaben ist das Layout - kein Wunder, dass RKB im Selbstverlag veröffentlichen muss, kein Verlag hätte die Zeit für die ausgefeilte und aufwändige Typographie.

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Die Liebesnacht des Dichters Tiret: Mosaik der französischen Revolution - Band I - Mirabeau - 1788
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