Amazon.de: Kundenrezensionen: Der Prozeß. 7 CDs

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5.0 von 5 Sternen äähh...ja! Das stimmt!
Nun, was soll man sagen...ich komme mir schon sehr anmaßend vor, als abgehalfterter Student so ein Werk überhaupt zu "bewerten". Es ist wirklich, wie ein anderer Rezensent hier schreibt: Kafka kann das Leben des Lesers verändern. Und meines hat er ganz definitiv verändert, hat Fenster zur Welt aufgestoßen, von deren Existenz ich vorher überhaupt nicht wußte. Nach der...
Veröffentlicht am 19. Januar 2003 von El Hongo

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versus
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen lieblose Zusammenstellung!
Der Prozeß
Josef K. liegt noch schlaftrunken in seinem Bett einer kleinen Pension. Lärm aus dem Vorzimmer weckt ihn. Zwei fremde Männer dringen in sein Zimmer ein und eröffnen ihm, dass gegen ihn ein Prozess stattfinden wird. Er soll sich anziehen und mitkommen. Josef K. wehrt sich, er ist sich keiner Schuld bewusst. Doch die Männer schweigen zu den Vorwürfen. Sie...
Vor 1 Monat von S. Erlemann veröffentlicht

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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen lieblose Zusammenstellung!, 5. Januar 2010
Diese Rezension stammt von: Der Prozeß, 1 Audio-CD (Audio CD)
Der Prozeß
Josef K. liegt noch schlaftrunken in seinem Bett einer kleinen Pension. Lärm aus dem Vorzimmer weckt ihn. Zwei fremde Männer dringen in sein Zimmer ein und eröffnen ihm, dass gegen ihn ein Prozess stattfinden wird. Er soll sich anziehen und mitkommen. Josef K. wehrt sich, er ist sich keiner Schuld bewusst. Doch die Männer schweigen zu den Vorwürfen. Sie führen nur Befehle aus. Josef K. wird schuldig sein, schließlich soll er vor Gericht gebracht werden.
Freunde raten ihm zu einem guten Anwalt. Sie scheinen bereits vor Josef K. zu wissen, dass ihm ein Prozess gemacht wird. Sie äußern sich sehr besorgt und warnen ihn immer wieder, sich kooperativ zu verhalten. Doch Josef K. ist unschuldig und das sagt er auch dem Richter bei der ersten Verhandlung. Es geht zu wie auf einem Jahrmarkt. Der Gerichtssaal ist voller Menschen, die einzig eine Verurteilung erwarten und aus reiner Neugier zugegen sind.
Der Anwalt erweißt sich als kranker Mann, der in den Augen von Josef K. völlig untätig bleibt.
Josef K. lässt sich mit der Angestellten des Anwaltes auf ein Verhältnis ein, weiß aber nicht zu sagen warum.
Seine Umwelt reagiert ihm gegenüber zunehmend mit Ablehnung. Er wird von Schaulustigen umlagert und kündigt schließlich dem Anwalt. Doch immer deutlicher wird Josef K., dass seine innere Überzeugung, unschuldig zu sein, keine Rolle spielt, auch eine Beweißaufnahme gibt es nicht - der Prozess scheint unweigerlich auf seine Verurteilung hinauszulaufen.

Der Schlag ans Hoftor
Eine als "ich" eingeführte Person ist mit seiner Schwester auf einem Spaziergang. Die Schwester schlägt, ob aus Übermut oder Ärger ist nicht mehr zu sagen, an das Hoftor eines Gehöfts. Die beiden gehen weiter und wundern sich nur über die erschreckten Gesichter der Bauern, sie sprechen von einem Prozess gegen die "Frevler". Der Mann schickt seine Schwester nach Hause, sie möge sich ein besseres Kleid anziehen, wenn es tatsächlich ein Vergehen war, würde es sich schnell aufklären.
Reiter preschen vom Gehöft in seine Richtung und der Richter nimmt ihn gleich mit zu einem Bauernhof. Der Prozess soll sofort beginnen und dem Mann ist plötzlich klar, dass es für ihn keine Hoffnung mehr gibt.

Die Geier
Ein Geier zerhackt die Füße eines Mannes. Er wehrt sich nicht, sondern lässt das Schreckliche geschehen. Ein Herr kommt vorüber und fragt, warum er sich nicht wehrt. Doch der Mann antwortet, dass er hilflos sei und sein Gesicht schützend lieber seine Füße opfere. Der Herr bietet seine Hilfe an, er könne zuhause ein Gewehr holen und der Geier erschießen. Dies Angebot annehmend hat der Mann wieder Hoffnung, doch der Geier scheint dem Gespräch der Beiden zugehört zu haben und handelt sofort.

Der Steuermann
Ein Steuermann wird mitten in der Nacht von einem Fremden vom Steuer des Schiffes fortgerissen. Seine Kameraden hören seine Hilferufe, doch ein kurzes "Stört mich nicht" des Fremden lässt sie tatenlos zurückweichen.

Der Nachbar
Im Nebenzimmer eines Unternehmers zieht ein Herr Harras ein. Da niemand weiß, wie er sein Geld verdient verdächtigt ihn der Unternehmer, seine Gespräche zu belauschen und für sich zu nutzen. Zunehmend verunsichert versucht er Namen beim Telefonieren zu vermeiden, doch wird er immer ängstlicher, dass Harras diese Informationen nutzt, um ihn aus dem Geschäft zu drängen.

Die Brücke
Er ist eine Brücke. Füße diesseits, Hände jenseits der Schlucht, die Rockschöße herabhängend. In einsamer Gegend, ohne Wanderer oder Gesellschaft. Doch plötzlich nähert sich ein Mensch, ordnet mit dem Stock die Rockschöße und springt mit einem mal mitten auf die Brücke. Schmerzerfüllt dreht sich die Brücke um und stürzt in die Schlucht.

Nachts
Einer muss wachen. Inmitten der auf den Boden geworfenen Menschen, die ruhig atmend das Gesicht gegen den Boden gedrückt schlafen. Einer muss da sein.

Knapp über sechzig Minuten lang ist diese CD und will so vieles. Aus dem komplexen Roman "Der Prozess", in einer acht Stunden langen Version auf CD erschienen, wird ein 45 Minuten kurzer Anriss. Es bleibt bei einem Versuch. Neben der schlechten Tonqualität - die Aufnahme ist von 1951 - ist es traurig, wie wenig von dem Roman übrig bleibt. Der Versuch misslingt völlig, eines der wichtigsten Werke Kafkas in dieser stark gekürzten Fassung einem Hörenden näher zu bringen.
Ebenso geht es mir mit den anderen sechs Prosa-Stücken Kafkas. Kann man beim Buch nachsinnen über die Textstellen, die in ihrer extremen Konzentration sehr schwierig zu verstehen sind, werden sie in dieser Fassung von 1961 kommentarlos und gekürzt aneinander gereiht. Das wird Kafka und seiner Prosa nicht gerecht. Einzig der Text "Der Schlag ans Hoftor" ist in seiner Aussagekraft und Ausweglosigkeit gut intoniert und vermittelt vor dem geistigen Auge ein wirklich kafkaeskes Bild.

Die CD "Franz Kafka: Der Prozeß" beinhaltet die Hörfassung von Ernst Schnabel.

1. Der Prozeß (gesprochen von Gustaf Gründgens, 1951) Länge: 50:24
2. Der Schlag ans Hoftor
3. Die Geier
4. Der Steuermann
5. Der Nachbar
6. Die Brücke
7. Nachts

2.-7.: Gesprochen von Klaus Kammer, Aufnahme 1961; Länge: 15:26

Diese Produktion ist lieblos zusammengestellt und eines Franz Kafka nicht würdig. Es gibt deutlich Bessere!

Stefan Erlemann
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen äähh...ja! Das stimmt!, 19. Januar 2003
Nun, was soll man sagen...ich komme mir schon sehr anmaßend vor, als abgehalfterter Student so ein Werk überhaupt zu "bewerten". Es ist wirklich, wie ein anderer Rezensent hier schreibt: Kafka kann das Leben des Lesers verändern. Und meines hat er ganz definitiv verändert, hat Fenster zur Welt aufgestoßen, von deren Existenz ich vorher überhaupt nicht wußte. Nach der Lektüre mancher Bücher denkt man, nun viel schlauer und wissender zu sein. Bei der Kafka-Lektüre läuft es umgekehrt: danach ist alles offener, unermeßlicher, geheimnisvoller, als man es für möglich gehalten hätte. Sicher liegt das an Kafkas offenem Stil, der den Leser quasi Schritt für Schritt in dessen Inneres lockt, so dass jeder Kafka-Roman für einen jeden Menschen wohl eine ganz und gar einzigartige Erfahrung ist auf Grund der weit reichenden individuellen Melodie, die Kafka den Leser geradezu zu komponieren zwingt. Der wahre Inhalt steht hier nicht in, sondern zwischen den Sätzen, zwischen den Wörtern, die einem so schön im Kopf klingen, zwischen dem, was Sagbar ist. Und das ist wirklich...sehr groß.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Absolut beängstigend, 26. Juni 2006
Diese Rezension stammt von: Der Prozeß (Taschenbuch)
Eines vorneweg: so ein trauriges und deprimierendes Buch habe ich noch nie gelesen. Jetzt sollte man meinen, warum man ein solches Buch lesen oder gar gut finden sollte. Ganz einfach: weil es viel interessanter, aufwühlender und lehrreicher ist als jeder 1000seitige Krimi/Thriller der heutigen Zeit. Typisch für Kafka sind wieder die sehr langen, verschachtelten Sätze, welche gut zur Geschichte passen, da so die Hilflosigkeit, der K. ausgesetzt ist, noch besser zur Geltung kommt. Die Sprache ist oft sehr bildhaft(vgl. Kapitel 'Im Dom') und man kann hier viel hineininterpretieren. Aber das kann jeder für sich selbst entscheiden. Der Prozeß ist auch deshalb so aufwühlend und spannend, weil man manchnal auch sich selbst(als die Person Josef K.) darin erkennt. Natürlich ist das Buch nicht für jedermann geeignet, da es sehr deprimierend ist, und deshalb schwer zu ertragen, aber wer sich für psychoanalytisches Denken interessiert oder einfach mal etwas anderes, abseits leichter Unterhaltung, lesen möchte, der sollte es nicht versäumen. Eigentlich sollte es jeder gelesen haben. Bis denn
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Prozeß: Kein Gerichtsroman..., 15. September 1999
Von Ein Kunde
Bei Kafka scheiden sich die Geister: man kann ihn lieben, oder man wird seinen Texten immer mit Unverständnis gegenüberstehen. Dazwischen gibt es fast nichts. Wer ihn in der Schule lesen *muss*, wird in hassen, wer ihn lesen will, dessen Leben kann er für immer verändern. Ein Einstieg in Kafkas Werk kann sicher über viele Wege erfolgen, „Der Prozeß ist sicher nicht der schlechteste. Der inhaltliche Ablauf ist bekannt: K. wird, ohne sich einer Schuld bewußt zu sein, verhaftet, und versucht verzweifelt wie erfolglos, seine Verteidigung vorzubereiten. Was er dabei erlebt, ist im klassischen Sinne 'kafkaesk'. Alle Bemühungen laufen ins Leere, prallen an einer sinnlosen Realität ab, gegen die der doch eigentlich stets rational und vernünftig agierende K. nichts entgegenzusetzen hat, vergleichbar mit der Situation in einem Traum, in der die groteskesten Situationen vom Träumenden widerstandslos akzeptiert werden und alle eigenen Versuche nur ein Stolpern von einer Unmöglichkeit in die nächste hervorrufen. Im Gegensatz zu „Das Schloß", das durchgehend au einem prinzipiell realen Niveau bleibt (na, weitgehend jedenfalls), finden sich im „Process" tatsächlich Situationen die der Realität augenscheinlich entgegenstehen. Der Verlauf des Romans erzeugt eine durchgehend beklemmend Atmosphäre, die Spannung bleibt aufrechterhalten, obwohl es über den Ausgang doch keinen Zweifel geben kann. Die Fassung des Urtextes ist nur zu empfeheln, da die manchmal abweichende Interpuktion niemals stört, sondern im Gegenteil oft eine beabsichtigte Kontinuität verdeutlicht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schuldlos schuldig, 21. März 2007
Von Heike Geilen (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Der Prozeß (Taschenbuch)
In dem Roman "Der Prozess" behandelt Franz Kafka einen aussichtslosen Fall der Justiz. Der Bankangestellte Josef K. gerät in einen Prozess, dessen Ursache er nie erörtern wird und alle seine Versuche, sich aus dem Schlamassel herauszuholen, ziehen ihn nur umso stärker hinein und am Ende wird er sich kaum der Todesstrafe entziehen können.

Der Roman ist auf eine nicht leicht zu beschreibende Weise ergreifend.
Kafkas "Held" K. lässt sich immer mehr in ein System aus Justiz und Bürokratie ziehen, was irgendwie nebulös erscheint - so etwa die Gerichtskanzleien in der dumpfen Luft der Dachböden, die unerreichbaren "höheren Richter", die nie erblickbare Anklagebehörde. Gleichzeit jedoch ruiniert er aber auch in zunehmendem Maße seine gefestigte Existenz und tilgt kontinuierlich jegliches Realitätsbewusstsein aus.

Der Roman ist alles andere als leichte Unterhaltung. Er ist auch nicht als "Pausenfüller" geeignet.
Doch für den, dem Lesen nicht nur qualvolle Pflichterfüllung oder bedingt brauchbares Mittel gegen die Langeweile ist, präsentiert er sich als echte Bereicherung. Jeder Dialog ist ein Meisterwerk.

Fazit:
"Der Prozess" ist ein spannendes Werk und sehr klar und nüchtern geschrieben. All die Dinge, die Kafka beschreibt, erscheinen real und doch fantastisch und absurd.

Es ist sicherlich kein Roman für jemanden, der normalerweise nur Grisham, Irving und andere moderne Bestseller liest. Das Lesen des Werks erfordert - bedingt durch den einzigartigen Stil Kafkas - einige Anstrengung, auch von dem, der sprachlich und inhaltlich komplexe Bücher gewohnt ist.

Das Buch ist eher nicht spannend, es ist fesselnd. Kafka selbst bezeichnete seine Erzähltechnik als "Gefangennahme des Lesers", und dieses Vorhaben gelingt ihm sehr eindrucksvoll.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Beängstigend, 8. März 2005
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Der Prozess: Berlin 1925 (Taschenbuch)
Vielleicht der beste der drei Kafka-Romane.
Eine der besten Abhandlungen zum Thema Angst. Angst vor dem Unbekannten, vor dem Allmächtigen, vor der Kontrolle. Aber vor allem existenzielle Angst: die Angst davor, eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens in der Formulierung "es gibt keinen" zu finden. Joseph K lebt in einem Labyrinth, dessen Eingang er nicht kennt und das keinen Ausgang hat. Jede Tür führt in einen neuen Gang, jede Bekanntschaft vermittelt ihm nur die Illusion, Hilfe zu erhalten. Er wird angeklagt, erfährt aber bis zum Ende nicht, wofür.
Kafka sagte: "Die Fesseln der gequälten Menschheit sind aus Kanzleipapier gemacht". Eine der großen Wahrheiten des 20. Jahrhunderts, aber viel mehr noch ist "Der Prozess" mit seiner erschreckend hoffnungslosen Grundstimmung eine große Wahrheit der Menschheit.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein niemals stattfindender Prozess in einer Scheinrealität, 20. September 2001
Josef K. wird aus unbekannten und gleichsam unbegreiflichen Motiven verhaftet und in eine obskure und sinnlose Maschinerie jenes Prozesses hineingezogen. Da wird er vor ein Tribunal im Hinterzimmer eines Hauses in zweifelhafter Umgebung geladen, wo er wegen seiner Unkooperativität getadelt wird, als er dieses Zimmer zu einem anderen Zeitpunkt aufsucht, wohnt dort eine heruntergekommene Frau, die ein Verhältnis mit einem Anwärter für einen Richterposten hat. Josef K. gerät in groteske Szenarien, er selbst ist sich über die Punkte der Abklage im Unklaren, dennoch scheinen alle seine Bekannten von seinem Prozess zu wissen und reden ihm die Notwendigkeit eines unbedingten Einsatzes für diesen ein. Ein Onkel reist sogar extra wegen dieses Prozesses nach Prag und vermittelt ihm die zweifelhaften Dienste eines an das Krankenbett gefesselten, wohl aber im Führen von Prozessen versierten Advokaten, mit dessen Bediensteter Leni der Protagonist der Erzählung ein belangloses Verhältnis beginnt. Später kündigt Josef K. dem Anwalt, da dessen Bemühungen keinen sichtbaren Fortschritt im Verlauf des Prozesses erbringen. Er trifft auf merkwürdige Menschen, macht auf Empfehlung eines Kunden die Bekanntschaft eines Malers, der die untersten Richter porträtiert und ihn über die Möglichkeiten, mit einem solchen Prozess zu verfahren unterrichtet. Auch dieser wohnt in einem Hinterzimmer, in welches ständig eine Schar frecher Gören einzudringen versucht, der Maler schenkt ihm schließlich zahlreiche Kopien ein und desselben Gemäldes. Es gibt auch eine seltsame Szene in einer Kirche, wo ein Mann ihm wiederum interessante Mitteilungen über seinen Prozess macht, hierbei eine an Metaphern reiche Sprache benutzt. Der Roman endet mit der Erschießung von Josef K. in einem Steinbruch durch zwei groteske Figuren. "Wie ein Hund", lautet der letzte Ausspruch in diesem Buch.
Der Prozess ist eine Erzählung in welcher ein Autor eine Gratwanderung wagt und diese auch bewältigt, nämlich das Pendeln zwischen den Szenarien des Prozesses, allesamt unwirklich und doch erschreckend real anmutende Szenarien, sowie dem tristen und reglementierten Tagesablauf in der Bank, wo jedoch mehr und mehr in den Prozess involvierte Personen auftauchen. Besonders abstrus ist in diesem Zusammenhang die Szene, in welcher Josef K. der Bestrafung seiner Wächter vom Tag der Verhaftung in den Räumlichkeiten der Bank beiwohnt. Kafka gelingt dieses Experiment, die Handlung erscheint weder in allen Phasen träumerisch und surealistisch, noch ständig wirklich und echt, Kafka hat fast alle seine Szenen irgendwo in der Mitte plaziert und hinterläßt den Leser fragend ob Josef K. nun träumt oder nicht. Die Interpretation des Prozesses läßt viele Möglichkeiten offen, eine Kritik am deutschen Beamtentum ist sicher nur ein Teilaspekt,eine Darstellung eines religiösen Tribunals ist ebenfalls nur eine mögliche Deutung. Vielleicht ging es Kafka um die Schilderung der Unentrinnbarkeit menschlichen Schicksals, der Unbedingtheit bestimmter Ereignisse, der Unsinnigkeit jeglicher Bemühungen, die Abkehr von der Hoffnung. Ein atheistischer Roman? Vielleicht.Doch die ungeheure Kraft dieses Buches liegt darin, daß es so viele Möglichkeiten der Deutung offenläßt, zwar in einer morbiden Realität spielt, die jedoch einer ungeheuren Komik nicht entbehrt. Der Leser ist geneigt, Josef K. zu bedauern und auch zu belächeln. Der Prozess ist eines der Bücher, die ich noch einmal lesen werde, Kafkas Sprache ist so glasklar und schnörkellos, wie sie nur ein gelernter Jurist fertigbringen kann. Oh ja, der Prozess ist absolute Weltliteratur, ein Buch das anspricht, aber nicht immer unterhält - übrigens keineswegs eine Pflichtaufgabe guter Literatur. Viele Autoren werden mit Franz Kafka verglichen, viele Situationen als kafkaesk bezeichnet, kaum ein Autor hat so sehr den Weg in die reale welt seiner Leser gefunden wie Kafka mit seinen leicht neben der Wirklichkeit spielenden Romanen. Mehr davon!
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen K. Prozeß, der Prozeß eines jeden von uns, 17. Oktober 2002
Diese Rezension stammt von: Der Prozess: Berlin 1925 (Taschenbuch)
Eigentlich habe ich das Buch nur wegen meinem Freund gelesen. Eigentlich dachte ich, Kafka wäre verrückt. und doch bin ich jetzt, wo der Prozeß zu ende ist, fasziniert von diesem unbeschreiblichen Meisterwerk. Josef K. wird eines Morgens verhaftet, niemand scheint zu wissen warum, sicher ist nur dass eine Freilassung so gut wie unmöglich ist. Soviel zum Inhalt. Aber was erfährt man zwischen den Zeilen? Nicht etwa dass Kafka die Bürokratie anklagt, wie die meißten flachen Interpreationen sagen, nein, der Leser erfährt genau das, was er schon lange wissen wollte; Über sich und seine Umwelt, die Gesellschaft und das Leben. Den gerade das ist das faszinierende an Kafka, dass er keine leeren Reden und Anschuldigungen macht sondern seine Bücher so geschickt schreibt dass sie auf jeden einzelnen Menschen zutreffen. Jeder führt seinen eigenen Prozeß...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein packendes Stück Weltliteratur., 2. Oktober 2008
Von Nice2829 (Frankfurt am Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
Diese Rezension stammt von: Der Prozeß (Taschenbuch)
Es ist im Grunde genommen ein wenig albern, hier ein paar amateurhafte Sätze zu hinterlassen, die dieses Werk in irgendeiner Form angemessen bewerten sollen. Genau genommen ist es ziemlich anmaßend. Über Kafka und dieses Buch haben Germanisten tausende von Seminarvorträge, Magisterarbeiten und Dissertationen verfasst. Das Thema ist von allen Seiten professionell ausgeleuchtet, es existieren Regalmeter an Sekundärliteratur. Es kann also hier nur darum gehen, einen spontanen Eindruck wiederzugeben, der dem einen oder anderen, der den "Prozeß" tatsächlich noch nicht gelesen hat, eine Hilfestellung sein mag.

Ich habe nach rund 15 Jahren wieder zu dem Buch gegriffen - einfach um zu sehen, ob ich es nicht unangemessen verklärt hatte und meine Begeisterung der damaligen Jugend geschuldet war. Um es kurz zu machen: Es hat mich sofort wieder gepackt. Kafka schafft es, in wenigen Sätzen eine beklemmende und fesselnde Atmosphäre zu erzeugen. Das ganze ist traurig, bewegend, begeisternd und niemals langweilig. Ich bin tatsächlich erstmals seit Jahren wieder von einem Buch in den Schlaf verfolgt worden - "Der Prozeß" rief finsterste Träume hervor, wie es Thriller niemals schaffen.

Zwei Bemerkungen noch:
- Ich will hier wirklich nicht in die Interpretation einsteigen. Aber wer in diesem Buch in erster Linie eine Kritik an Justiz und Bürokratie sieht, sollte nochmal zwei, drei Minuten länger nachdenken.. ;o)
- Es ist sensationell und auch erschreckend, wie wenig sich in der Arbeitswelt seit 1920 geändert hat. Die Beschreibung der Atmosphäre in der Bank, die Konkurrenzkämpfe, die Angst, Schwächen zu zeigen - all das könnte sich genauso in unserer Zeit zutragen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Wo ist der Richter? Wo ist das hohe Gericht?, 24. Mai 2004
Diese Rezension stammt von: Der Prozess: Berlin 1925 (Taschenbuch)
Die Idee könnte besser nicht sein: Einem junger Bankier, dem Leser nur als Josef K. bekannt, wird eines Tages aus heiterem Himmel mitgeteilt, dass er verhaftet sei. Ohne den Grund hierfür zu benennen und auch ohne ihn in ein Gefängnis zu bringen, lässt man Josef K. sein Leben wie gewohnt weiterleben - mit der einzigen Einschränkung, dass eben nun offiziell ein Prozess gegen ihn laufe. Das Buch begleitet K.'s Versuche, seinen Prozess, von dem er selbst kaum etwas weiß, so gut als möglich zu führen. Merkwürdige, zwielichtige Gestalten -von einem greisen Anwalt bis hin zu einem unbedeutenden Gerichtsmaler und schließlich sogar dem Gefängniskaplan- versuchen ihn dabei zu unterstützen.

Kafkas völlig schnörkellose und sachliche Art des Schreibens überzeugt, unnötige und störende inhaltliche Ausschmückungen bleiben völlig aus. Dennoch wird dem Leser viel Geduld abverlangt, da das Buch nach einem wirklich phänomenalem Anfang schnell in der Spannungskurve absackt. Stattdessen wird in der zweiten Hälfte des Buches Kafkas surreale und expressionistische Weltsicht überdeutlich, wofür auch das in jedem Fall unerwartete Ende ein Beleg sein mag.

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