Amazon.de: Kundenrezensionen: Aphorismen zur Lebensweisheit

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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Liebe zur Weisheit im wörtlichen Sinne...
Die „Aphorismen" erschienen 1851 im Rahmen einer Sammlung populärer Schriften, der „Parerga und Paralipomena". Dabei handelt es sich aber um oft ziemlich lange Abhandlungen, aus denen man viele Aphorismen ziehen kann, da sie so präzise formuliert sind. Schopenhauers Denken nahm bei Kant seinen Ursprung, in seinen Augen entwickelte er dessen Werk weiter, ging...
Veröffentlicht am 25. Juli 2005 von Mark Steinmetz

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versus
6 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen sehr persönlich und zeitgebunden
Als relativierende Ergänzung zu den Lobeshymnen anderer Rezensenten möchte ich hier anmerken, dass Sprache und Inhalt doch recht zeitgebunden wirken (und nicht zeitlos oder für unser heutiges Leben noch gültig). Außerdem fand ich in dem Text eher die persönliche Lebenserfahrung des Autors als analysierende oder weiterführende Gedanken.
Am 14. Januar 2004 veröffentlicht

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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Liebe zur Weisheit im wörtlichen Sinne..., 25. Juli 2005
Diese Rezension stammt von: Aphorismen zur Lebensweisheit (Sondereinband)
Die „Aphorismen" erschienen 1851 im Rahmen einer Sammlung populärer Schriften, der „Parerga und Paralipomena". Dabei handelt es sich aber um oft ziemlich lange Abhandlungen, aus denen man viele Aphorismen ziehen kann, da sie so präzise formuliert sind. Schopenhauers Denken nahm bei Kant seinen Ursprung, in seinen Augen entwickelte er dessen Werk weiter, ging sozusagen den nächsten Schritt. Schopenhauer entwickelte ein System der Metaphysik, das die Bedeutung des Unbewußten thematisiert. Er verbindet altindische Weisheiten mit einem Pessimismus, der sich in seinen Augen erfrischend von der „Hegelei" seiner Zeit unterschied.
In den Aphorismen nimmt er eine Unterteilung in drei Grundbestimmungen für das persönliche Glück vor: 1) Was Einer ist... Gesundheit, Schönheit, Kraft, Intelligenz usw. 2) Was Einer hat... seinen persönlichen Besitz 3) Was Einer vorstellt... Sicht der anderen auf ihn (Ruhm und Ehre). Er verweist auf die unendliche und unstillbare Suche des Menschen nach dem Glück, die nie dauerhaft ihr Ziel erreicht. So sollte man doch besser alle Kraft auf die Vermeidung von Unglück verwenden. Dabei zeigt er sehr fortschrittliches Denken in Bezug auf die Relevanz des Meinung anderer für das persönliche Glück und er kritisiert auf sehr sarkastische Weise die Untriebe des Duellierens seiner Zeit. Schopenhauer war sprachlich sehr begabt und das Gleiche setzt er auch bei seinen Lesern voraus. Zitate auf Griechisch, Latein, Französisch, Spanisch, Italienisch und Englisch werden selten übersetzt. Sein Buch ist auf höchstem schriftstellerischen Niveau, pointiert, ironisch und liefert „sprachliche Gemälde und keine Schablonenmalereien".
Kritik an Schopenhauers Werken bezieht sich oft auf gewisse Einseitigkeiten, die man durch sein sehr einsames Leben zu erklären sucht. Doch man sollte sich davor hüten, sein ganzes Werk so zu beurteilen. Alexander Heine schreibt: „Letztlich kann das Biographische nur die äußere Hülle des Denkens erklären. Ob ein Gedanke wahr oder falsch ist, hat damit nichts zu tun. Und Vieles von dem, was Schopenhauer schreibt, ist nicht nur gewandt, witzig, intelligent, es ist auch wahr..." Dem gibt es nichts hinzuzufügen.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen locker vom hocker ..., 15. Juli 2003
Diese Rezension stammt von: Aphorismen zur Lebensweisheit (Sondereinband)
mehr als dreißig jahre nach erscheinen seines gestrengen hauptwerkes "die welt als wille und vorstellung" setzt sich schopenhauer noch einmal hin und schreibt leicht, spöttisch und locker seine "aphorismen zur lebensweisheit" - und hat damit sofort durchschlagenden erfolg - was seine akademische grundlagenschrift leider hatte vermissen lassen. mit dem leser auf augenhöhe gelang ihm nun die vermittlung seiner weltbeurteilung auf anhieb. beispiel: "die circa 60 hinzuentdeckten planetoiden sind eine neuerung, von der ich nichts wissen will. ich mache es daher mit ihnen, wie mit mir die philosophie-professoren: ich ignoriere sie; weil sie nicht in meinen kram passen." in diesem kleinen amüsanten hieb steckt schon der komplette schopenhauer: erstens seine chronische, aber nachvollziehbare rachsucht gegen die begriffstutzigen universitätsriegen, die durch neid- und aufstiegsgerangel sich nicht besser gebärdeten als schopenhauers mutter, die auch nichts von ihrem sohn wissen wollte. zweitens die spöttische thematisierung der begrenzung des erkenntnis-horizontes - für die der mensch stets selbst die schuld trägt. "wie kleine gegenstände, dem auge nahe gehalten, unser gesichtsfeld beschränkend, die welt verdecken, so werden oft die menschen und die dinge unserer nächsten umgebung unsere aufmerksamkeit und gedanken über die gebühr beschäftigen." diesem (auch seinem hauptwerk zugrundeliegenden) erkenntnistheoretischen grundmotiv gesellen sich in schopenhauers fast tagebuch-ähnlicher aufschreibung seine etwas sozial-phobischen emotionen hinzu: "in diesem sinne kann man auch die gesellschaft einem feuer vergleichen, an welchem der kluge sich in gehöriger entfernung wärmt, nicht aber hineingreift wie der tor." nun, schopenhauer liebte die distanz, schätzte das älterwerden als eine lebensphase, welcher man gemeinhin würdevollen abstand zubilligt. und wenn man sich dreimal den satz durchliest: "das maß von geist, welches erforderlich ist, um uns zu gefallen, ist ein ziemlich genauer gradmesser für das maß von geist, welches wir besitzen" - dann wird man wohl abrupt zum schopenhauerianer ...
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schopenhauers Philosophie ist Weltanschauung, 11. Juli 2004
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Aphorismen zur Lebensweisheit (Sondereinband)
Dieses Buch war meine erste Schopenhauer-Lektüre und es hat mein Leben dermaßen auf den Kopf gestellt, dass es einem fast unheimlich werden kann. Es ist eine populärphilosophische Schrift, also auch für philosophische Laien bestens geeignet. Wer dieses Werk allerdings wirklich verstanden hat, wird süchtig werden nach Schopenhauers Werken - so ging es mir zumindest.

Es gibt allerdings einige Dinge die mir an dieser Ausgabe (Inselverlag) nicht passen:

1. Schopenhauer zur Rechtschreibung: "[...] Meinen Fluch über Jeden, der, bei künftigen Drucken meiner Werke, irgend etwas daran wissentlich ändert, sei es eine Periode, oder auch nur ein Wort, eine Silbe, ein Buchstabe, ein Interpunktionszeichen."

Dieser Wille Schopenhauers wurde in dieser Ausgabe mißachtet, die Rechtschreibung wurde unserer Zeit (Zwecks Leserfreundlichkeit?) angepasst. Ich bevorzuge seine Schriften im Original, denen ist ein gewisser altertümlicher Flair zu eigen. (zum Beispiel sein=seyn usw...)

2. Die fremdsprachigen Zitate (und das sind viele) werden alle erst im Anhang übersetzt, so dass man ständig hin und her blättern muß. Das gilt natürlich nicht für solche Menschen, die des Lateinischen, Griechischen, Französischen und Englischen mächtig sind.

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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen anleitung zur überwindung des pessimismus, 16. Oktober 2004
Diese Rezension stammt von: Aphorismen zur Lebensweisheit (Sondereinband)
es ist schon absurd, wenn schopenhauer in seinen 50er jahren eine "anleitung zum glücklichsein schreibt", besser gesagt eine "anleitung zur vermeidung von unglück und leid". verständlich ist die absurdität all jenen, die sein hauptwerk "die welt als wille und vorstellung" gelesen haben, was übrigens ein faszinierendes erlebnis ist.

grundsätzlich sagt schopenhauer, dass man sich bewusst machen muss, dass man nicht zum glücklichsein auf der welt ist (um glücklich werden zu können). eine anleitung zum glücklichsein gibt es also gar nicht. die jagt nach dem glück eine missliche sache, die einen immer wieder zurückwirft. darum empfiehlt schopenhauer, nach aristoteles, lieber zu versuchen, das unglück zu vermeiden. das unglück ist real und automatisch vorhanden, das glück nur schwer erreichbar und flüchtig. darum also sich auf die vermeidung von unglück und leid konzentrieren.

schopenhauer teilt drei bereiche: das was einer besitzt (besitztum), was einer (für andere) darstellt, und was einer (für sich selbst) ist. und gibt ratschläge wie die dinge zu sehen und zu behandeln sind.
dann folgt ein katalog von kleinen absätzen mit maximen, und noch eine schrift über das verhalten im jeweiligen alter.
die "aphorismen" sind eigentlich teil der "parerga und paralipomena", entstanden im reiferen alter, das sind kleinere schriften und aufsätze, gegliedert, zu verschiedensten themen wie religion, tod, musik, frauen, etc., alles auf dem hauptwerk fußend, das im alter von 27 entstand, und mitte 50 entstand band zwei mit ergänzungen, jedoch keinen wesentlichen neuerungen.

FAZIT:
schopenhauers werk ist in sich rund abgeschlossen. die "aphorismen" sind aber auch ohne den rest gelesen zu haben, eine bereicherung und im alltag nützlich, ergreifend geschrieben - und sind demnach sowohl für "laien" als auch zb. "philo absolventen" ein genuss und eine bereicherung zu lesen. man muss schopenhauer nicht in allem zustimmen, aber vieles hat er raffiniert durchschaut und zeitlos auf den punkt gebracht.

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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Trister Gegenstand in göttlicher Sprache!, 24. April 2000
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Aphorismen zur Lebensweisheit. (Taschenbuch)
Die Aphorismen zur Lebensweisheit gehören zu den schönsten, wärmsten, traurigsten, vortrefflichsten und klugsten Reflexionen über die Bedingungen des Menschentums, die mir bekannt sind. Ihre überragende Stellung im 19. Jahrhundert als Reflexionen der Lebensweisheit verdanken sie nicht nur ihrem dem Gegenstande nach angemessenen Pessimismus, sondern auch noch der einmaligen Gabe Schopenhauers das Traurigste in eine herrliche Sprache zu kleiden, so das die Wirkung des Buchs als echte Katharsis zu verstehen ist, über das nunmal bescheidene Schicksal unseres Geschlechts. Bei der Entscheidung welches Buch ich auf die einsame Insel mitnehmen würde, würde ich das Buch selbst dem Aristoteles (Nikomachische Ethik) vorziehen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Vademekum der Lebenshilfe, 29. August 2008
Von Heino Bosselmann "Heino Bosselmann" (Rützenfelde, Mecklenburg-Vorpommern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Aphorismen zur Lebensweisheit (Taschenbuch)
Mit diesem schmalen Bändchen in der Innentasche der Kutte kann man das Leben getrost auf sich regnen lassen und dabei Gelassenheit üben. Schopenhauer verfasst eine Art Vademekum, indem er Grundeinsichten, die nur das Hauptwerk vermittelt, als qualifizierte Lebenshilfe zugänglich macht, so wie er ja ohnehin Wert darauf legt, dass wir nur über die Anschauung lernen und nicht aus dem Abstrakten heraus. In einer Zeit, deren Mainstream die Präsentation über die Substanz stellt, ist es besonderes wohltuend, schlüssig hergeleitet zu bekommen, dass dem, was einer IST, höherer Wert zukommt, als dem, was einer HAT oder nur VORSTELLT. Für Schopenhauer geht die Essenz der Existenz voraus. Wie einer ist, so handelt er. Das Wesentliche ist Anlage. Alles andere bleibt Wunsch. Immerhin: Man kann sich in seinen Festgelegtheiten, also in seinem inneren eigentümlichen Vermögen, aber ebenso in seinen Grenzen, quasi sokratisch selbst erkennen. Dass es keinen freien Willen gibt und die Kausalität wesensabhängig regiert, sollte nicht als einengend, sondern kann als verlässliche Sicherheit angesehen werden. Amor fati! Sein kommt vor Schein, Wissen vor Meinen, das Was bestimmt das Wie, und unser Handeln weist uns verlässlicher aus als das bloße Gerede oder die eitle Fassade. Wer in sich selbst eine feste Heimstatt findet und weiß, dass er für sein Glück zuerst allein zu sorgen hat, wer seine Lage ebenso erkennt wie seine Defekte, wird eigenverantwortlich leben können, von anderen nicht coabhängig alles erwarten und weniger schnell den Stab über das ihm nächste Mängelwesen brechen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Dein Wille geschehe nicht!, 20. Juni 2009
Arthur Schopenhauer(22.2.1788 Danzig - 21.9.1860 Frankfurt am Main)
ist ein pessimistischer Philosoph, pessimistisch in dem Sinn, dass er das Leben als etwas Negativem, voll mit Leid und Dummheit, ansieht. Schopenhauers Pessimismus erstreckt sich insbesondere auf das menschliche Dasein. Dieses ist durch eine Fülle von Bedürfnissen belastet, die doch nie befriedigt werden könne. Bleiben die Erfüllungen immer wieder aus dann verfällt er unvermeidlich der Langeweile, die womöglich noch quälender ist. Aus beidem, aus unerfüllten Wünschen und Langeweile, erwächst unabwendbar das Leiden, das das Charakteristikum des Menschenlebens ausmacht. Jede Lebensgeschichte ist eine Leidensgeschichte (sagt Schopenhauer). Die Welt ist für Schopenhauer die schlechteste aller möglichen Welten, und nicht die bestmögliche wie einst Leibniz behauptete. Schopenhauer sucht Zuflucht in die indische Religion, in den Upanischaden und Veden.
Seine Begeisterung für den Buddhismus erweckt erstmals das Interesse für diese Religion auch in Europa. Sein Hauptgedanke ist, dass der Wille etwas Schädliches ist, weil er die Ursache alles Leidens ist. Nur wo kein Wille ist, findet der Mensch Ruhe. Deshalb preist er auch das Nirwana der Buddhisten an. Erst durch die völlige Verneinung des Willens zum Leben kann alles Leid überwunden werden: kein Wille = keine Vorstellung = keine Welt, nur die Erkenntnis ist geblieben, der Wille ist verschwunden. Das Glück, dass die Menschen suchen, gibt es für ihn nicht. Im Gegenteil: das höchste Glück ist für Schopenhauer die Abwesenheit vom Schmerz.
Schopenhauer hat auf viele spätere Philosophen Einfluss genommen. Das Werk vom französischen Philosophen Henri Bergson z.B. wäre ohne Schopenhauer nicht denkbar. Auffällig sind auch die Parallelen zwischen Schopenhauer und der Psychoanalyse von Sigmund Freud. Dazu gehört die Erkenntnis, wie trügerisch unser Glaube an die Kraft der Vernunft sein kann so wie die Rolle der Sexualität als eigentliche Antriebskraft zum Lebenswillen. Er beeinflusst auch einige Künstler wie Thomas Mann, Richard Wagner oder dem Maler Max Beckmann.
C.G. Jung sagte später über Schopenhauer: "Er war der erste, der vom Leiden der Welt sprach, das uns sichtbar und augenfällig umgibt, und auch von Verwirrung, von Leidenschaft, vom Bösen all diese Dinge, die die anderen Philosophen kaum wahrzunehmen schienen und stets in allumfassende Harmonie und Verständlichkeit aufzulösen versuchten. Hier war nun endlich ein Philosoph, der den Mut hatte zu sehen, dass es mit dem Universum nicht von Grund auf zum Besten bestellt war."
Mich wundert es nicht, dass Schopenhauer nur mehr den Ausweg ins Nirwana, ins willenlose Sein sieht, nachdem er so viele wahre aber letztendlich negative Erkenntnisse über unser Menschsein hat. Ziemlich alles was er über uns Menschen sagt stimmt, ist wahr. Es wundert mich, dass er so wenig über Gott und die Liebe spricht. Diese Komponente lässt er fast gänzlich aus, denn er konzentriert sich dermaßen auf den Menschen in seinen Verfehlungen, dass in seiner Philosophie kein Platz mehr ist für Gott und die Liebe. Normalerweise müsste man so einen Menschen als frustriert bezeichnen. Ich kann nicht behaupten, dass Schopenhauer frustriert wäre, denn er hat uns mit seinem Werk wirklich die Augen für unsere übelsten Schwächen gezeigt, und dazu gehört ein sehr starker Charakter. Wenn er von der Einsamkeit als etwas Positivem spricht, dann hat er Recht, und dann kommt hier teilweise auch seine positive Sicht der Dinge zutage. Was mich ein bisschen stört, ist, dass er dem Leben, dem Menschen zu viel Schicksalhaftigkeit anhaftet. Zumindest sprachlich drückt er dies oft aus, indem dem Menschen etwas geschieht und nicht dass der Mensch etwas macht und deshalb diese und jene Konsequenzen zu tragen hat. Mit seiner Überzeugung, dass der Mensch nicht selbst für sein Leben verantwortlich ist, tut er ihm Unrecht. Für mich entscheidet der Mensch selbst über sein Schicksal, vieles ist natürlich unbewusst, aber wir sollten danach trachten, unsere unbewussten Gedanken und Gefühle und Taten uns immer bewusster zu machen. Zumindest darüber nachdenken, im Nachhinein überlegen ob das gut war, was wir getan, gedacht und gefühlt haben. Diese ist schon eine einigermaßen faire Chance für uns Menschen, unser Leben in die Hand zu nehmen. Selbst wenn alles nur Illusion ist, ist doch egal, zumindest können wir uns einbilden das Beste getan zu haben. Schopenhauer lässt das Beste gar nicht zu. Er will bewusst aus dieser negativen Welt fliehen, weil diese Welt nur Probleme und Schmerz mit sich bringt. Und deshalb reißt er alle anderen Menschen auch mit und empfiehlt uns unserem Willen keine Chance zu geben, sich zu entfalten.
Ein paar Zitate aus diesem Buch:

Denn die Ferne, welche dem Auge die Gegenstände verkleinert, vergrößert sie dem Gedanken. Denn es ist durchaus töricht, eine gute gegenwärtige Stunde von sich zu stoßen, oder sie sich mutwillig zu verderben, aus Verdruss über das Vergangene, oder Besorgnis wegen des Kommenden. Glaube, dass deine Tage ebenso viele Leben sind. (S.124)

Denn monoton ist der Sinn und Geist der allermeisten Menschen. Sehn doch viele von ihnen schon aus, als hätten sie immerfort nur einen und denselben Gedanken, unfähig irgendeinen andern zu denken (S. 133)

Jeder Tag ist ein kleines Leben, - jedes Erwachen und Aufstehen eine kleine Geburt, jeder frische Morgen eine kleine Jugend, und jedes Zubettgehen und Einschlafen ein kleiner Tod. (146)

... ein Dasein, dessen wahrer Wert jedes Mal nur nach der Abwesenheit der Schmerzen, nicht nach der Anwesenheit der Genüsse, noch weniger des Prunkes, zu schätzen ist. (211).

Das Glück gehört denen, die sich selber genügen. Denn alle äußern Quellen des Glückes und Genusses sind, ihrer Natur nach, höchst unsicher, misslich, vergänglich und dem Zufall unterworfen.Das Schicksal ist grausam und die Menschen sind erbärmlich. (S.31)


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Schatzkästchen der Lebensweisheit, 18. Februar 2009
Schopenhauer bezeichnete sich selbst einmal als Kaspar Hauser der Philosophie, sprich: als verkanntes Genie, das zu Lebzeiten von seinen wissenschaftlichen Kollegen und der gebildeten Öffentlichkeit gemieden wurde. Bekannt war er höchstens als Pessimist, Frauenhasser und Philosoph der schlechten Laune. Dann jedoch fasste er sich ein Herz und schob am Ende seiner Schaffensperiode mit den Parerga und Paralipomena bewusst einfach formulierte Nachträge und Anmerkungen zu seiner Philosophie nach. Damit erlangte er schlagartig Berühmtheit. Plötzlich wurde Schopenhauer international gelesen, diskutiert und zu einem der bedeutendsten Philosophen des 19. Jahrhunderts erklärt. Diese Welle der Anerkennung verdankte sich vor allem den Aphorismen zur Lebensweisheit, einer Schrift innerhalb der Parerga und Paralipomena. Seine negative Weltsicht gibt Schopenhauer zwar auch hier nicht auf, aber immerhin findet er Mittel und Wege, sie in Ratschläge für ein angenehmes Leben umzuwandeln, die bis heute lesenswert und praktikabel sind.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Weg zum Glück in lesbarer Form, 12. Juli 2004
Diese Rezension stammt von: Aphorismen zur Lebensweisheit (Taschenbuch)
Schopenhauer setzt sich in dem Buch damit auseinander, was man braucht um glücklick zu sein. Dafür führt er drei Kategorien ein. Das was einer ist, das was einer hat, und das was einer gilt. Danach setzt er sich auf sehr unterhaltsame Art und Weise mit dem Wechselspiel dieser Bedingungen auseinander.

Er stellt dabei Thesen auf, die zum Teil recht befremdlich wirken, und denen man im ersten Zugriff gerne widersprechen würde. Dennoch ziehen sie einen immer mehr in ihren Bann.

Inhaltlich ist das Buch noch erstaunlich aktuell. Es finden sich zwar einzelne Aspekte, die eindeutig zeitgebunden sind, und zu deren besseren VErständnis man die zeitgeschichtlichen Hintergründe kennen sollte. Der größte Teil des Buches und insbesondere sein Gesamtkonzept, haben jedoch auch heute noch gültigkeit.

Selbst jemand, der mit dem von Schopenhauer hier aufgezeigten Weg nichts anzufangen weiß, wird sich von dem Buch gut unterhalten fühlen, da Schopenhauer es schafft, sehr locker und teilweise auch lustig zu schreiben.

Das Buch ist gut lesbar und von daher absolut empfehlenswert. (Auch für Laien. [Bin ja selbst einer])

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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, 26. März 1999
Von Ein Kunde
Wann immer ich Gefahr laufe, nicht bestehen zu können in dieser Welt, ich fasse nach Schopenhauers "Aphorismen zu Lebensweisheit". Es ist ein Werk aus anderer Zeit, dies sollte man beim Lesen berücksichtigen. Trotzdem hat seine hier dargelegte Weltanschauung für mich auch heute noch in weiten Teilen allgemeingültigen Charakter.
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Aphorismen zur Lebensweisheit
Aphorismen zur Lebensweisheit von Arthur Schopenhauer (Gebundene Ausgabe - 28. Februar 2007)
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