Amazon.de: Kundenrezensionen: Wir sind alle Neandertaler. Warum der Mensch nicht in die moderne Welt passt

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Anschaulich - verblüffend - spannend
Der Mensch kann einfach nicht aus seiner Haut. Und die ist noch dieselbe wie vor einigen tausend Jahren, als sich der Neandertaler darin wohlgefühlt hat. Deshalb, so die Überzeugung von Jürgen Brater, kann auch kein modernes Gewand, kein Schlips und kein Kragen verbergen, dass der Mensch ewig von gestern sein wird. Am Beispiel alltäglicher Phänomene entschlüsselt der...
Veröffentlicht am 9. März 2007 von Lore Kurbjuhn

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versus
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Neandertaler ?
Etwas befremdlich finde ich den Titel schon. Hat sich der Autor denn tatsächlich umfangreich mit der Materie beschäftigt ? Der moderne Mensch, also der Homo sapiens sapiens ist doch gar nicht mit dem Neandertaler verwandt. Der Homo sapiens neandertalensis ist doch mit dem Auftauchen des Cro Magnon Menschen ausgestorben und vermutlich von diesem verdrängt worden...
Vor 18 Monaten von 11-i veröffentlicht

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Anschaulich - verblüffend - spannend, 9. März 2007
Der Mensch kann einfach nicht aus seiner Haut. Und die ist noch dieselbe wie vor einigen tausend Jahren, als sich der Neandertaler darin wohlgefühlt hat. Deshalb, so die Überzeugung von Jürgen Brater, kann auch kein modernes Gewand, kein Schlips und kein Kragen verbergen, dass der Mensch ewig von gestern sein wird. Am Beispiel alltäglicher Phänomene entschlüsselt der Mediziner und Sachbuchautor in seinem neuen Buch "Wir sind alle Neandertaler", das soeben erschienen ist, weshalb der Erdenbürger sich mitunter seltsam verhält, den Grund für sein Benehmen aber oft nicht kennt.

Verkürzt man die Entwicklung der Gattung Homo", deren letztes Glied wir sind, auf einen 24-Stunden-Tag, so hat der Mensch weit über 23 Stunden als Jäger und Sammler verbracht."
Kein Wunder also, dass er sich als Nostalgiker erweist und bei jeder passenden Gelegenheit Elektrizität gegen altvertrauten Flammenschein eintauscht. Ob Grillen oder Candlelight-Dinner, keine Glühbirne kann die Gemeinschaft und Wärme rund ums Lagerfeuer ersetzen, die schon die Neandertaler zu schätzen wussten. Der Mensch betreibt Mobbing, um sich und seine Gruppe vor schädlichen Einflüssen zu schützen. Er gähnt, um dazuzugehören und im Restaurant wählt er immer den Tisch an der Wand, um einem Angriff aus dem Hinterhalt vorzubeugen. Der Jetlag, die Babysprache, selbst das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom: Alle haben sie ihren Ursprung in grauer Vorzeit. Sie werden den Menschen sicher noch lange begleiten, aber endlich erfährt er nun weshalb.

"Wir sind alle Neandertaler" entlarvt eine klaffende Lücke zwischen dem ambitionierten Fortschrittsglauben und der tatsächlichen Anpassungsfähigkeit des Menschen. Jürgen Braters Buch eröffnet eine neue Perspektive auf menschliches Verhalten und erläutert anschaulich verblüffende Sachverhalte rund um das spannendste Geschöpf dieser Erde.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen So könnte es gewesen sein, 18. Februar 2007
Von Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 REVIEWER)    (REAL NAME)   

Kaum hat er seinem Patienten das letzte Loch im Zahn geflickt, rast Dr. Jürgen Brater nach Hause, hastet in sein Arbeitszimmer, wühlt in seinen unzähligen evolutionspsychologischen Büchern nach einer Textstelle und fügt in sein neustes Manuskript noch den Abschnitt über den "Schluckauf" ein. Seine Familie reagiert zwar auf seine erneute Abwesenheit beim Essen mir steinzeitlichem Unverständnis, aber schliesslich ist ihr Hausvorstand eben ein Sammler und Jäger. Auch wenn die Wirklichkeit vielleicht eine ganz andere ist, so könnte es im Hause Brater zumindest zu und her gehen.

Noch mehr Konjunktive finden wir in Jürgen Braters neustem Werk, in dem er uns sagt, warum der Mensch nicht in die Moderne passt. Der Grund ist ganz einfach: Wir hatten zu wenig Zeit, uns den veränderten Bedingungen anzupassen. Denn es gibt keinen langsameren Angestellten in Gottes grossem Reich als die Evolution. Ausserdem ist sie Innovationen gegenüber nicht sehr aufgeschlossen und setzt im Zweifelsfalle immer auf Bekanntes. Von Planung hält sie ebenso wenig wie von Geradlinigkeit. Doch weshalb soll man ihr mit Entlassung drohen, wo sie doch mit ihrer Art von Erfolg zu Erfolg eilt?

Wenn der schreibende Zahnarzt seinen Patienten ebenso humorvoll im Mund herumbohrt wie er seine Thesen zu Papier bringt, muss seine Praxis randvoll sein. Geht er allerdings bei seinen Diagnosen so locker vor wie beim Schriftstellern, ist der Warteraum wieder leer. Das wäre zumindest ökonomisch kein Drama, verkaufen sich doch seine Bücher besser als Zahnspangen. Jürgen Brater ist inzwischen Bestsellerautor. Verdient? Was heisst denn schon verdient? Ganz offensichtlich füllt er nicht nur Zahn- sondern auch Sinnlücken. Und da wir es nicht ertragen, keine Erklärungen für unser irrationales Verhalten zu finden, suchen wir bei Jürgen Brater nach Erlösung. An die 300 Stichworte umfasst das Register, von Abweichler bis Zuckerkrankheit. Für alles findet sich eine Erklärung, wenn man die Evolutionspsychologen um Rat fragt. Dieser umfassende Deutungszwang ist zugleich das faszinierende und gefährliche an diesem Buch. Auch wenn der Autor nicht an Konjunktiven spart, stellt sich schnell einmal das Gefühl ein, man sei Teil einer Reality-Show. Das liegt auch am unbestreitbaren Talent Jürgen Braters, Fragen so gewitzt in Geschichten zu verpacken, dass wir am Wahrheitsgehalt der Antworten keine Sekunde zweifeln. Zumal er uns immer wieder direkt am Leben einer fiktiven Neandertalerfamilie teilhaben lässt. Fred Feuerstein lässt grüssen.

Mein Fazit: Ganz ohne Zweifel ein unterhaltsames Buch, das uns viele einleuchtende Erklärungen zum menschlichen Verhalten liefert. Nicht ganz in den Lobgesang anderer Rezensenten stimme ich deshalb nicht ein, weil es Jürgen Brater mit der Beweisführung allzu locker nimmt. Vergessen wir nicht, Braters Vorzeigefamilie hat uns ausser ein paar Knochen nicht viele Zeugnisse ihrer Lebensart hinterlassen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Die Historie der verbreiteten Lagerfeuerromantik und der Spinnenphobie, 8. Februar 2007
Jürgen Brater erzählt eine fiktive, an aktuellen paläontologischen Erkenntnissen orientierte Geschichte aus dem Alltag eines altsteinzeitlichen Jägers und seiner Sippe und beschreibt im Anschluss an jede Episode, inwiefern darin enthaltene Verhaltensweisen aus der Ur- und Frühzeit unserer Art heute noch in uns fortwirken, und zwar entweder völlig sinnlos oder gar destruktiv.
Zu den mittlerweile sinnentleerten Reflexen gehört beispielsweise, dass uns bei Gefahr die Haare im wahrsten Sinne des Wortes zu Berge stehen, obwohl wir damit mangels eines üppigen Pelzes nun wirklich keinen Feind beeindrucken können, und dass sich viele von uns vor bestimmten Krabbeltieren, aber auch vor grünlichem Schleim und Ähnlichem ekeln - schier bis zum Erbrechen.
Unsere Körper sind bestens an die Anforderungen eines Jäger- und Sammlerlebens angepasst, das sich durch Nahrungsmangel auszeichnet: Daher gieren wir nach allem, was viele Kalorien zu enthalten verspricht, und legen uns in - mittlerweile dauerhaft gewordenen - Zeiten des Überflusses Fettdepots zu, die in der heutigen Zeit unser Überleben keineswegs fördern, sondern eher das Leben durch Wohlstandskrankheiten abzukürzen drohen.
Aberglaube, bereitwilliger, häufig blinder Glaube an - bisweilen völlig unbegründete - in den Massenmedien verkündete, angeblich bevorstehende Katastrophen und unsere an der früheren Clangröße von bis zu 150 Personen orientierte Einordnung in hierarchisch gegliederte Gruppen am Arbeitsplatz: dies und vieles mehr gehört zu unserem steinzeitlichen, zum Teil auch wesentlich älteren Erbe. Warum reden wir mit kleinen Kindern in der Babysprache? Warum bedienen fast nur Männer den Grill? Auch hierin werden wir von unserer alten genetischen Ausstattung gesteuert.
Der Titel ist ein wenig irreführend, denn wir stammen nicht von Neandertalern ab, und viele unserer Verhaltensweisen, auch der im Buch interpretierten, haben wesentlich ältere Wurzeln und verweisen auf unsere Vergangenheit in afrikanischen Savannenlandschaften. Trotzdem stimmt die Prämisse natürlich: In uns steckt viel von steinzeitlichen Jägern (und Sammlern/Sammlerinnen) - das passt jedoch ganz und gar nicht zum großstädtischen Lebensstil, weshalb wir uns eigentlich, um einen Ausdruck aus dem Tierschutz aufzugreifen, eine nicht artgerechte Haltung vorwerfen müssen. Das Buch rüttelt auf und entlarvt manche Eigenart, die wir als "kulturell bedingt" oder gar krankhaft abtun, wie zum Beispiel die Hyperaktivität vor allem männlicher Kinder, als genetischen Ballast aus einer uns mittlerweile sehr fremden Welt.
Nach der Lektüre beobachtet der Leser sich selbst und seine Mitmenschen mit anderen Augen und wird manches weitere uralte Erbstück an sich und ihnen bemerken. Man lernt durch dieses Buch, sich und "die anderen" besser zu verstehen und zu akzeptieren. Zu einer Abkehr von den Errungenschaften der Technik möchte das Buch natürlich nicht auffordern, aber es weist auf spannende und unterhaltsame Weise darauf hin, wie wir uns in unserem gewohnten Umfeld unserer Natur stellen können.
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Wir sind alle Neandertaler. Warum der Mensch nicht in die moderne Welt passt
Wir sind alle Neandertaler. Warum der Mensch nicht in die moderne Welt passt von Jürgen Brater (Gebundene Ausgabe - Februar 2007)
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