Amazon.de: Kundenrezensionen: Jesus von Texas

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55 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Witzig, unterhaltsam, aber mit kleinen Längen
Dbc ("dirty but clean") Pierres Roman. "Jesus von Texas" gehört in die Kategorie von Büchern, die von der ersten bis zur letzten Seite einen ganz eigenen Ton anschlagen, mit dem sie den Leser zuerst überrumpeln und dann für sich gewinnen. "Ganz ehrlich, wäre meine alte Dame mit einer Gebrauchsanweisung geliefert worden, hätte garantiert irgendwo dringestanden, dass man...
Veröffentlicht am 26. Januar 2007 von ludwigwitzani

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versus
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Unwürdig.
Was soll das denn für ein scheiß Leben sein?"

In der staubigen Hitze von Central-Texas lebt Vernon Gregory Little. Auf dem ersten Blick scheint daran nichts ungewöhnliches erkennbar. Doch bedenkt man, dass sein bester Freund Jesus soeben Amok gelaufen ist und 16 Mitschüler mit sich in den Tod gerissen hat, wird schnell klar: hier laufen die Dinge anders,...
Veröffentlicht am 18. Juli 2007 von LiMBiC

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55 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Witzig, unterhaltsam, aber mit kleinen Längen, 26. Januar 2007
Dbc ("dirty but clean") Pierres Roman. "Jesus von Texas" gehört in die Kategorie von Büchern, die von der ersten bis zur letzten Seite einen ganz eigenen Ton anschlagen, mit dem sie den Leser zuerst überrumpeln und dann für sich gewinnen. "Ganz ehrlich, wäre meine alte Dame mit einer Gebrauchsanweisung geliefert worden, hätte garantiert irgendwo dringestanden, dass man ihr am Ende deinen Tritt in den Arsch geben soll." (S.9) Ein solcher Ton frappiert und amüsiert zugleich, womit ziemlich genau auch die Diktion beschrieben wird, in dem solch der vorliegende Roman bewegt. Benutzt wird diese Diktion von Vernon Little, einem jugendlichen Texaner, der einem fiktiven Leser ausschließlich aus seiner eigenen Innenperspektive die Geschichte eines Schulmassakers in dem texanischen Ort Martirio erzählt, in deren Verlauf er von seiner Umgebung immer unwiderstehlicher zu Täter und Sündenbock gestempelt wird. Seine durchgeknallte allein erziehende Mutter, ihre nicht weniger abgedrehten Freundinnen ("Sie verwalten die Datenbank deiner Blödheiten." S. 59), der schmierige Lally, der wie ein böser Engel aus dem Nichts auftaucht und das Rad des Verhängnisses dreht. (vgl. Larrys Theorie des "Paradickmannwechsels" am Beispiel zweier Finger, die im Hintern stecken auf S. 49 ), die skurrile Polizistengemeinde und die schöne aber hirnlose Taylor Figueroa bilden die Staffage für eine ätzende Parabel auf die amerikanischen Provinz, an deren Ende es dem kleinen Vernon mächtig an den Kragen geht. Denn seine Unschuldbeteuerungen interessieren keine Sau, sein Therapeut ist ein hinterlistiger Drecksack, seine Flucht nach Mexiko wird von der ungetreuen Taylor verraten, und in einem einzigen Alptraum von Prozess wird er zum Tode verurteilt. Am Ende des Buches sitzt er in der Todeszelle und muss Woche für Woche darauf hoffen, dass ihn die Abonnenten eines Fernsehsenders unter einer Anzahl von Todeskandidaten nicht per Big Brother Abstimmung für die Todesspritze auswählen. Schon mit der Todesspritze an der Vene wird er im letzten Augenblick durch den Fund seiner Fäkalien weitab vom Tatort entlastet und gerettet.
Na, Gott sei Dank, denkt man sich, aber was hat mir die Lektüre gebracht? Es war alles in allem eine flott berichtete Geschichte in einem ganz eigenen ironisch-sarkastischen Ton, doch gerade dieser Ton hat als Stilmittel den Nachteil, das er sich auf die Dauer ganz besonders abnutzt, da unterscheidet sich "Jesus von Texas" nicht vom "Fänger im Roggen". Außerdem ist der Roman, obgleich sorgfältig durchkonstruiert, in seinem Mittelteil nicht ganz frei von Längen, und bei der finalen Errettung des Protagonisten hat ganz zweifelfrei der Herrn Deus ex Machina mitgeschrieben. Auf der anderen Seite ist dem Autor mit Vernon Little eine sympathische Figur geglückt, ein moderner Simplicissimus, dessen Detailbeobachtungen mitunter frappieren. Vier Punkte für einige unterhaltsame Abende mit dem einen oder anderen Gähner.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Jesus Maria, was ein Kracher., 25. Mai 2004
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Jesus von Texas (Gebundene Ausgabe)
Es ist schon ziemlich lange her, dass mich ein Buch derart zum Lachen gebracht hat wie „Jesus von Texas". Andererseits ist das Buch eine sehr ernste Angelegenheit. Ein Buch über die intime Tyrannei der Medien, über die Sensationslust einer gelangweilten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, die nicht nur immer spektakulärere Spektakel, sondern auch einen personifizierten Sündenbock braucht, auf den die eigenen Frustrationen, Sorgen und Qualen übertragen werden können. Einen modernen Jesus (von Texas) eben. (In dieser Hinsicht hat sich seit 2000 Jahren offenbar nicht viel verändert). Somit ist Jesus nicht nur der Name des durchdrehenden Schulfreundes des Protagonisten Vernon Little. „Jesus von Texas" beschreibt m.E. auch die Rolle dieses 16-jährigen Anti-Helden, der zu Unrecht des Mordes angeklagt und von den Medien gehetzt wird und als Sündenbock herhalten muss.
Grandios geschrieben, mit vielen Ideen auf zu wenig Seiten kommt dieses Buch wie eine bitterböse Abrechnung mit einer medienverseuchten Gesellschaft daher. Ironisch, sarkastisch, urkomisch und todtraurig. Das Werk eines Autors, der offenbar auch selbst fast alles Miese der Welt gesehen und erlebt hat. Ansonsten kann man so einen Kreuzgang des 21. Jahrhunderts wohl kaum schreiben.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen bitter, treffend, einfach klasse, 23. Dezember 2007
Von Christian Bleis (Hannover, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
An Ihrer Stelle würde ich mir nicht zu viele Rezensionen zu diesem Buch durchlesen, sondern das Buch schnappen und anfangen zu lesen. Es ist eine nicht nur amerikanische Gesellschaftskritik, die mit Wucht und sehr bitterem Witz geschrieben wurde. Chapeau! Unbedingt LESEN!!!!!!!
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68 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Hammer!, 4. Februar 2004
Von Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Jesus von Texas (Gebundene Ausgabe)
Im vergangenen Frühjahr quälte Elke Heidenreich Nick McDonnells "Zwölf" in
die Bestsellerlisten; die Literaturgemeinde ihrerseits quälte sich mit
diesem oberflächlichen, pubertierenden und belanglosen Roman, versuchte
das menschenmögliche, dem mageren Büchlein eines immerhin erst
Siebzehnjährigen Authentizität abzugewinnen, zog Schlüsse, mühte sich mit
politischen, sozialen, pädagogischen Vergleichen. Aber der Roman blieb,
was er ist: Ein müdes, aufgesetztes, gezwungen cooles, nihilistisches
Traktat knapp über Schulaufsatzniveau. Doch es ist Land in Sicht, dann das
Versprechen, das "Zwölf" zu geben schien, hält "Jesus von Texas" umso mehr
ein.

DBC steht für "dirty, but clean" - der Autor ist kein adeliger Franzose,
sondern ein rechtschaffen abgedrehter, zweiundvierzigjähriger Amerikaner,
dessen Vita sich wie die einer Figur aus "Reservoir Dogs" liest. Pierre
a.k.a. Peter W. Finlay hat einiges auf dem Buckel, zuletzt einen schweren

Autounfall, dem eine Gesichtsoperation folgte - also Krönung, sozusagen.
Seine Vita läßt nichts aus - Filmproduzent, Schmuggler, Betrüger. Die
Einnahmen aus "Jesus von Texas" (OT: "Vernon God Little"), das den
britischen Booker-Price 2003 - verdient - gewann, sollen auch dazu dienen,
einigen der früheren Opfer Schadenersatz zu zahlen.

Martirio, Texas, ist das, was man gemeinhin ein "elendes Pißnest" nennen
würde. Irgendwo in der Wüste hocken ein paar Leute aufeinander, die mehr
oder minder alle miteinander verwandt sind, die sich gegenseitig in die
Wohnzimmerfenster starren, großes Vergnügen daran haben, die kleinen
Niederlagen der anderen beobachten zu dürfen, über die neuesten Diäten
schwatzen, während sie tonnenweise Futter von "Bar-B-Chew Barn" verputzen,
auf die "Special Edition" der neuesten Kühl-Gefrier- Kombination warten,
rund um die Uhr fernsehen und ansonsten so tun, als wäre alles im Lot. Bis
Jesus, der fünfzehnjährige Outsider, seine Knarre nimmt und sechzehn
Mitschüler massakriert, schließlich auch sich selbst. Vernon Little,
bester Freund des ansonsten wenig geliebten Jesus, überlebt das Unglück,
weil ihn seine Inkontinenz dazu zwingt, im Busch ein Häufchen zu machen.
Das piefige, uramerikanische Nest wird gehörig durchgewirbelt - und Vernon
zur Zielscheibe der Medien, zum Ventil für den aufgestauten
Kleinstädterhaß, während die Bewohner ihr bestes geben, um das belanglose,
spießige Leben aufrechtzuerhalten.

Der Junge mit dem "Problem", auf das seine alleinerziehende, prollige
Mutter im rechten Moment hinzuweisen weiß, eine der "offenen Wunden im
Rücken, die wir alle mit uns herumtragen", muß als Sündenbock
("Sündenlok", wie er es nennt) herhalten, weil sich der eigentliche Täter
selbst gerichtet hat, der Mob aber trotzdem Vergeltung fordert. Eine
Odyssee durch Kleinstadtknäste, stinkende Überlandbusse, die mexikanische
Grenze und reichlich skurille Nebenschauplätze beginnt, die schließlich in
der Todeszelle zu enden scheint. Vernon weiß kaum, wie ihm geschieht, bis
fast zuletzt glaubt er daran, daß die Wahrheit ans Licht kommen wird, weil
das in den Filmen, der primären Sozialisationsmaßnahme *aller* Amerikaner,
auch immer passiert. Aber er hat die Rechnung ohne die Apathie seiner
Mitbürger gemacht, die Teilnahmslosigkeit selbst seiner eigenen Mutter,
der die Worte des abgehalfterten Reporters, der sich bei ihr eingenistet
hat (Eulalito Lesdema - eine fantastische Nebenfigur), weit mehr bedeuten,
als die Unschuldsbeteuerungen des eigenen Sohnes. Vernons Spießrutenlauf
gerät zum Medienereignis, als Sahnetüpfelchen werden die Mitbürger per TED
darüber abstimmen dürfen, welcher Insasse des Todestraktes zuerst auf die
Bahre geschnallt wird.

DBC Pierre bohrt intensiv in der Rückenwunde aller Amerikaner, ihrer
Selbstzufriedenheit, Arroganz, Weltfremdheit, Intoleranz, ihrer
aufgesetzten Gottesfürchtigkeit und medialen Zentrierung - und er leistet
das weitaus besser, als etwa Michael Moore mit seinen flachen,
halbsatirischen Sachbüchern, die keine sind - oder McDonnell in seinem
fadenscheinigen New Yorker Jugendidyll, dessen Figuren so glaubhaft wirken
wie die Besetzung von "Beverly Hills, 90210". Weil Pierre ein unschuldiges
Kind mitten in die gefräßige Maschinerie des Post-Prä- Bush-American Way
of Life stößt und einen Fünfzehnjährigen staunend, manchmal larmoyant,
hautpsächlich aber uramerikanischen - längst vergessenen - Idealen folgend
durch eine Szenerie stolpern läßt, aus der man ihn als Leser um jeden
Preis herausholen möchte, weil die schreiende Ungerechtigkeit, die
gnadenlose Tumbheit und die abgebrühte, hochdumme Ignoranz einfach nicht
obsiegen dürfen. Hätte man eine Knarre, würde man es Jesus gleichtun - und
das ist kein zweifelhafter Schluß, sondern eine zwingende Konsequenz.

Ein mordsböses, bravouröses, atemloses, rasantes, toll geschriebenes und
brüllend komisches Buch, das an keiner Stelle das eigene "Para-Dickma"
aufgibt und ein Amerika zeichnet, das grausiger nicht sein könnte: Das
wahre Amerika eben. Ein Hammer. Kaufen, kaufen, kaufen!

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Unwürdig., 18. Juli 2007
Diese Rezension stammt von: Jesus von Texas (Audio CD)
Was soll das denn für ein scheiß Leben sein?"

In der staubigen Hitze von Central-Texas lebt Vernon Gregory Little. Auf dem ersten Blick scheint daran nichts ungewöhnliches erkennbar. Doch bedenkt man, dass sein bester Freund Jesus soeben Amok gelaufen ist und 16 Mitschüler mit sich in den Tod gerissen hat, wird schnell klar: hier laufen die Dinge anders, oder etwa nicht?

Man, dieses Buch rockt!", rezensierte der Focus. Auch die Jury des Booker-Preises war von diesem Roman überzeugt.

Treffsicherheit und Schonungslosigkeit sind nicht nur Charakerisitka, die auf den Amoklauf Jesus' zutreffen, sondern auch auf die Sprache Dbc Pierres. Dunkle Satire dominiert seinen Stil.

Obwohl von Seiten der Kritiker umjubelt und als literarische Sensation" bezeichnet, schafft es die Umsetzung des Romans als Hörbuch von RADIOROPA nur den kleinsten Teil des Buches zu übernehmen: den Text.
Wegen der bösen Satire verfolgt einen beim Lesen des Buches die ganze Zeit die Frage, ob man jetzt lachen oder Mitleid haben soll. Beim Hören dagegen taucht diese Frage gar nicht auf, weil man sich alle Mühe geben muss, den Sprecher zu verstehen. Johann König würde sagen:Das ist aber schnell geschrieben..." Vieles von dem, was das Buch groß gemacht hat - die Satire, die versteckten Botschaften, die Seitenhiebe in die Nieren der Gesellschaft - geht durch die Lesung von Martin Pfisterer verloren. Seine Intonation ist oft merkwürdig bis gewöhnungsbedürftig, einfach ausgedrückt: schlecht. Ein wohlwollender Kritiker würde dieses Hörbuch bestenfalls als eigenwillige Interpretation bezeichnen. Jeder aufrichtige Kritiker würde aber sagen:
Lesen Sie lieber das Buch!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen soziale Degeneration als Justizirrtum, 9. Dezember 2005
Vernon Gregory Little ist 15 Jahre alt und überlebt den Amoklauf seines Besten Freundes Jesus als einziger Schüler in seiner Klasse. Die Mitbewohner der Stadt Martirio in Texas zelebrieren sein Überleben als gefundene Projektion all ihren Scheiterns und wollen ihn als Schuldigen anklagen, was ihnen auch gelingen soll. Die Charaktere sind eine Ansammlung aus gescheiterten Existenzen ohne Aufgaben und Erfolg, die alles dafür geben, einmal Anerkennung und Beachtung zu erleben. Seine Mutter Doris benimmt sich wie ein selbstsüchtiger Teenager, ihre Freundin Pam regelt ihr Leben über den "Fastfood-Haushalt" ihres Magens. Ein Journalist möbelt seine Karriere mit dem produzierten Verfall von Vernon auf. Ein Psychologe der mit Knabenpornos im Internet seine Geschäfte macht, ein Lehrer, der seine Schüler "genießt" und sie alle sagen im Prozeß gegen Vernon aus. Und dabei ist allein der Leser von Vernons Unschuld überzeugt, weil ihn niemand sonst anhören will. Der große Fehler des Angklagten ist seine Gleichgültigkeit, die ihn dazu verleitet seine Situation nicht ernst zu nehmen. Sogar die Flucht nach Mexiko soll ihm gelingen - der Leser atmet auf.
Das Magische an diesem Buch ist die Gesellschafts- und Justizstruktur, die selbst Michael Moore nicht klarer darstellen kann. Den 5. Stern halte ich vor, weil ich einfach von Anfagn bis Ende schockiert war.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Du meine Güte, 19. Dezember 2005
Wer schon immer das Gefühl hatte, die USA sei eine Bananenrepublik, der ist mit dieser bitterbösen Satire hervorragend bedient. Wer mit ungläubigem Staunen Fernseh-Dokuschock-Serien verfolgt hat, in der mit zweifelhafter Logik und aufgrund winziger Indizien Menschen zu lebenslänglichen Freiheitsstrafen verurteilt werden, der kommt hier voll auf seine Kosten. Wer allerdings ein Problem mit Kraftausdrücken hat, der sollte das Werk mit Vorsicht genießen. Genießen sollte man es allerdings, denn:

Der 15jährige Schüler Vernon Little lebt in einer texanischen Kleinstadt. Sein Problem ist, dass sein mexikanischer Freund Jesus gerade Amok gelaufen ist und 16 Klassenkameraden samt Lehrer und danach sich selbst erschossen hat. Das ist übel, denn der Lynchmob hat jetzt keine Zielscheibe, an der er sich abreagieren könnte. Weil Vernon Jesus' einziger Freund war, konzentriert man sich jetzt auf ihn. Und bei Gott, sie werden ihm schon nachweisen, dass er ein Mörder ist, und dann bringen sie ihn auf den elektrischen Stuhl, Amen!

Vernon reagiert wie die meisten Fünfzehnjährigen reagieren würden: er ist überfordert und flieht. Dabei verfolgt ihn Murphy's Law mit stringenter Grausamkeit, denn alles geht schief, was nur schiefgehen kann. Ein besonderer Stolperstein ist dabei Vernons Gutmütigkeit und Mitleid mit seinen Mitmenschen. Es kommt, wie es kommen muss: Vernon wird verhaftet und verurteilt...

Hier kriegen sie alle ihr Fett weg: auf Pump lebende Hausfrauen, Übergewichtige, Seelsorger, die Medien, Angeber, Selfmademen, überbehütete Kinder, Psychologen, Anwälte, Lehrer, Mexikaner. Vor allem aber der Durchschnittsamerikaner schlechthin. Am besten gefallen haben mir Vernons kreative Wortschöpfungen, sein ungeheuer plastischer Charakter und die Einsichten, die er gewinnt. Klasse!

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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das gefehlt hat, 4. Juli 2005
Ein gutes Buch: Gute Idee (reale Ereignisse aufzugreifen), gute Geschichte (Anfang, Ende, Mittelteil), gut und treffend beobachtet (Personen, Innenleben, Tendenzen der modernen Gesellschaft), gut gemeint (nicht nur witzig, sondern bitterböse). Alles drin: Eine Mischung aus Komödie, Satire, Abenteuer-, Zukunftsroman, Pupertätsdrama. Sicher ein richtiges Buch zur richtigen Zeit, sozusagen Michael Moore in Romanform, was seinen Erfolg besonders bei kritischen Menschen hierzulande ausmacht. An was man sich gewöhnen muss ist der schnodderige Umgangston des jugendlichen Erzählers, sofern man nicht selbst so spricht. Leider nicht an einem Stück lesen (da nicht spannend wie ein Krimi), dafür gibt es Sätze, die man genauer lesen muss und die dafür sprechen, dass dieses Buch nicht einfach mal so leicht und locker geschrieben wurde, wie man ab und zu beim Lesen auch mal denkt.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Absoluter Knaller!! Von wegen leichte Kost..., 4. Oktober 2004
Diese Rezension stammt von: Jesus von Texas (Gebundene Ausgabe)
Vernon Little ist ein 17 Jähriger Schüler, dessen Pech es ist ein Highschool-Massaker überlebt zu haben. Wernon ist der Verdächtige Nummer 1 für den Posten des Komplizen. Vernons bester Kumpel Jesus ist der Attentäter und schnell verstrickt sich Vernon in eine Verkettung von Verdachtsmomenten.
DBC Pierre hat ein Buch vorgelegt, dass durch seine vom Pech verfolgte Hauptfigur und die unkonventionelle Erzähltechnik besticht. Die amerikanische Kleinstadt mit all ihren schrulligen Bewohnern errinert ein wenig an South Park, aber vor allem der grandiose schwarze Humor der auf jeder Seite aufblitzt lässt Parallelen zu Kenny, Kyle und Cartman zu.
Philosophisch geht es zu wenn Vernon God Little über das Leben nachdenkt. Besonders Interessant sind die Ansichten des Priesters in der Todeszelle...
Dieses Buch ist absolut empfehlenswert. Eine grandiose Satire auf Amerika, seine Spießbürger und Medienlandschaft.
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen stark !!!!!, 18. März 2004
Diese Rezension stammt von: Jesus von Texas (Gebundene Ausgabe)
In diesem Buch geht es um Vernon Little. Er lebt in einer kleinen Stadt in Texas. Sein Freund Jesus hat gerade alle seine Klassenkammeraden in einem Amoklauf erschossen. Vern hat als einziger überlebt. Doch schon bald wird er verdächtigt selbst an der Tat beteiligt zu sein. Es wird sogar der Eindruck erweckt, dass bald selbst alle glauben, dass er für die Morde verantwortlich ist.
An dieser Stelle muss ich auch mal ein Kompliment an die Übersetzer verlieren. Es gelingt hier einen absolut einmaligen Ton zu treffen, der die Sprache eines 15-16 jährigen deutlich wiedergibt.
Der Schreibstil ist manchmal sehr zynisch oder auch sarkastisch. Gerade dadurch aber gewinnt das Buch sehr viel an Intenzität und ich musste auch an mehr als einer Stelle mehr als schmunzeln.
Herrausragend sind auch die Beschreibungen von Vernons Umgebung und seiner Familie. Seine Mutter scheint es am meisten zu interessieren wann den nun ihre vermeintliche "Special-Edition", damit ist ein Kühlschrank gemeint, angeliefert wird. Hinzu kommen auch noch die Freundinen seiner Mutter, die entweder bei jeder Gelegenheit beim "Drive in" vorbei fahren oder zu den ungünstigsten Augenblicken bei Vernons Haus auftauchen.
Das Buch ist aber keine reine Komödie oder Satire. Es auf jeden Fall auch eine Gesellschaftkritik, ja Medienkritik. Dem Autor gelingt es aufzuzeigen welche Eingendynamik die Dinge entwickeln können, wenn man nicht von Anfang an für sich selbst einsteht. Denn die Öffentlichkeit und die Medien machen sich auf jeden Fall ihr eigendes Bild auch ohne den Beschuldigten oder Betroffenen an zu hören.
Es ist auf jeden Fall Buch, dass einen bleibenden Eindruck hinterläßt. Ich kann nur noch sagen voll empfehlenswert !!!!!
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Jesus von Texas
Jesus von Texas von DBC Pierre (Broschiert - 20. Mai 2005)
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