Amazon.de: Kundenrezensionen: Der Junge im gestreiften Pyjama

Kundenrezensionen


134 Rezensionen
5 Sterne:
 (84)
4 Sterne:
 (14)
3 Sterne:
 (17)
2 Sterne:
 (11)
1 Sterne:
 (8)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


103 von 121 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eines der besten Jugendbücher aller Zeiten
Der 9jährige Bruno kommt von der Schule nachhause und "erwischt" seine Eltern beim Packen. Verwirrt muss er miterleben, dass die Familie aus unbekanntem Grund umziehen muss, fort aus seiner schönen Heimat Berlin an einen seltsamen Ort namens "Aus-Wisch" oder so ähnlich. Er, der sich nichts sehnlicher als neue Spielkameraden wünscht, beobachtet die seltsamen Leute hinter...
Veröffentlicht am 23. Januar 2008 von MissCabyCane

› Weitere Rezensionen anzeigen: 5 Sterne, 4 Sterne
versus
18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen In vielen Punkten zu gewollt naiv
Ich bin nach der Lektüre dieses Buches hin und her gerissen. Ich fand, dass der eigentlich wichtige Teil erst zu spät eingesetzt hat. Die Freundschaft mit Schmuel begann ja erst zur Mitte des Buches hin und bis zu diesem Zeitpunkt tat sich eigentlich nicht sehr viel in der Geschichte. Brunos grenzenlose Naivität fand ich unglaubwürdig. Ich denke, dass ein 9-jähriges Kind...
Vor 5 Monaten von Bouquineur veröffentlicht

› Weitere Rezensionen anzeigen: 3 Sterne, 2 Sterne, 1 Sterne

‹ Zurück | 1 214| Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

 
18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen In vielen Punkten zu gewollt naiv, 9. September 2009
Diese Rezension stammt von: Der Junge im gestreiften Pyjama (Broschiert)
Ich bin nach der Lektüre dieses Buches hin und her gerissen. Ich fand, dass der eigentlich wichtige Teil erst zu spät eingesetzt hat. Die Freundschaft mit Schmuel begann ja erst zur Mitte des Buches hin und bis zu diesem Zeitpunkt tat sich eigentlich nicht sehr viel in der Geschichte. Brunos grenzenlose Naivität fand ich unglaubwürdig. Ich denke, dass ein 9-jähriges Kind deutlich besser über sein Umfeld Bescheid weiß als man es Bruno hier attestiert. Dass er nicht in der Lage war, die Wörter Auschwitz und Führer richtig auszusprechen und es selbst nach mehreren Korrekturen seitens seiner Schwester oder anderen Personen nicht auf die Reihe bekommen hat, fand ich überzogen.
Dieses Bild wird für mich noch unglaubwürdiger, wenn ich an die Erzählungen meines Vaters denke, der Jahrgang 1932 ist und damit zur Zeit, in der dieses Buch spielt, zwei Jahre älter als Bruno. Kein Kind war zu dieser Zeit so blauäugig wie Bruno, jedes Kind kannte den Unterschied zwischen Juden und "der Gegenseite", wie es hier im Buch ausgedrückt wird. Rassenkunde war Bestandteil des Schulunterrichtes. Des Weiteren fällt es mir schwer mir vorzustellen, dass Bruno nicht erkennt, dass er ein hungerndes Kind vor sich hat und sich statt dessen fragt, warum Schmuel so grau und so dünn aussieht.

An der Art des Erzählens haben mich die ständigen Auslassungen geärgert. Als hätte der Autor Angst gehabt, die "bösen" Wörter zu nennen. Ich denke, dass man auch Kinder, die ja Zielgruppe dieses Buches sind, für solche Dinge sensibilisieren kann. Wie will dieses Buch etwas vermitteln, wenn die Dinge, um die es geht, nicht ausgesprochen werden?

Highlight dieses Buches war für mich Schmuel, der trotz der unerträglichen Situation, in der er sich befindet, nie verzweifelt oder sich aufgibt. Den Schluss fand ich überraschend und hätte ein solches Ende nicht vermutet.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
103 von 121 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eines der besten Jugendbücher aller Zeiten, 23. Januar 2008
Der 9jährige Bruno kommt von der Schule nachhause und "erwischt" seine Eltern beim Packen. Verwirrt muss er miterleben, dass die Familie aus unbekanntem Grund umziehen muss, fort aus seiner schönen Heimat Berlin an einen seltsamen Ort namens "Aus-Wisch" oder so ähnlich. Er, der sich nichts sehnlicher als neue Spielkameraden wünscht, beobachtet die seltsamen Leute hinter dem Zaun vor seinem neuen Zuhause, die alle dieselbe Kleidung tragen und über die seine Familie am liebsten nicht sprechen würde, und er wünscht sich in seiner kindlichen Naivität nichts sehnlicher, als zu ihnen zu gehören...

Zugegeben, ich kann mit der Thematik nicht mehr viel anfangen da über wahrscheinlich keine andere Epoche unserer Geschichte schon soviel geschrieben wurde. Aber den Holocaust aus der Sicht eines naiven Kindes zu lesen, in einem hervorragend geschriebenen Roman, hat mich überwältigt. Das Buch ist sprachlich gekonnt, spannend geschrieben und hält eine Überraschung nach der anderen bereit. Es gipfelt in einem völlig überraschenden, unglaublichen Finale, welches den Leser wie ein Schlag trifft und das man in keiner Weise erahnen konnte.

Man liest oft, dass man dieses oder jenes Buch "mit Sicherheit nicht mehr so schnell vergisst" - bei diesem Buch stimmt es tatsächlich. Für Kinder unter 14 Jahren halte ich es für ungeeignet, alle darüber müssen dieses Buch gelesen haben. Ohne Zweifel ein Buch, das in ein paar Jahren als Klassiker gelten wird.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Schwieriges Thema zweifelhaft umgesetzt, 21. September 2009
Diese Rezension stammt von: Der Junge im gestreiften Pyjama (Broschiert)
Jugendliteratur über den Holocaust muss sich besonderen Schwierigkeiten stellen. Ein schon an sich schwer zu verbalisierender Sachverhalt soll in jugendgerechte Sprache und v.a.: in eine jugendgerechte Perspektive transformiert werden. Die berühmte des Messers Schneide wurde in dieser "Fabel", wie der Untertitel lautet, jedoch leider nicht einmal erreicht. Dies hängt vor allem mit der Charakterzeichnung des Protagonisten Bruno zusammen. Aus einer personalen Erzählsituation wird die Handlung durch seine Brille betrachtet.

Als Sohn des Lagerkommandanten von Auschwitz wird der neunjährige Bruno eines Tages mit Mutter und Schwester aus Berlin nach Auschwitz gebracht, wo er jenseits des Vernichtungslagers im Kommandeurs-Haus untergebracht ist. Der Wechsel Berlin-Auschwitz ("Aus-Wisch") fällt ihm schwer, er versteht nicht, was in seiner Umwelt vorgeht. Lager und Häftlinge sind für ihn ein Tabu, er sehnt sich nach seinen Freunden. Dass er eines Tages den gleichaltrigen Schmuel, einen jüdischen Häftling, auf der anderen Seite des Zaunes sitzend antrifft, ist der Beginn der Freundschaft zwischen dem Sohn des Lagerkommandanten und dem jüdischen "Jungen im gestreiften Pyjama"...

Allein der Titel als Synonym für Schmuel - der Junge im gestreiften Pyjama  bezeugt die große Naivität, mit der Bruno das Leben jenseits des Lagers betrachtet. Warum erkennt ein Neunjähriger nicht, was Schmuel widerfährt? Warum hat ein Neunjähriger, der im nationalsozialistischen Staat aufwächst, noch nie etwas von den Juden gehört  geschweige denn von deren angeblicher Minderwertigkeit? Warum vermag er nicht, den Ort "Auschwitz" richtig auszusprechen? Warum kann selbst er als Sohn eines hochrangigen Nazi-Funktionärs den Begriff "Führer" nicht richtig artikulieren? Dass bei ihm stets ein bloßes "Furor" dabei herumkommt ist unglaubwürdig. Eine Anspielung auf das lateinische Wort "furor" (Wut, Zorn, Hass) wäre an sich ein schöner Interpretationsansatz, um damit Hitler negativ zu kennzeichnen. Doch aufgrund der personalen Erzählsituation erscheint diese These, die man zur "Entschuldigung" anführen könnte, nicht einmal tragbar. Auch weitere Details, die nicht so recht passen wollen, sorgen für Missstimmung. In einer Analepse, die eine Anekdote aus der Zeit vor Kriegsausbruch berichtet (Brunos Mutter erzählt definitiv vor 1939 über den Ersten Weltkrieg), wird besagter Krieg tatsächlich als "Erster Weltkrieg" bezeichnet, obwohl ein "Zweiter" noch nicht ausgebrochen ist. "Weltkrieg" wäre richtig gewesen. Allerdings lässt sich an dieser Stelle nicht klären, ob lediglich ein Übersetzungsfehler für das auch heute noch im Englischen gebräuchliche "The Great War" vorliegt. Entscheidender für die Unwahrscheinlichkeit der Handlung jedoch: Warum kann Bruno durch den Zaun ins Lager gelangen, Schmuel im Gegenzug aber nicht heraus?

Trotz der gravierenden Mängel in der Anlage der Charaktere und des Plots muss der "Fabel" jedoch zugute gehalten werden, dass sie es in der Tat vermag, Emotion aufzubauen. Der Leser wird auch durch die Sprache in eine gedrückte Stimmung versetzt. So sollte der Text wohl nicht mit den Augen eines erwachsenen Literaturwissenschaftlers, sondern mit denen des jugendlichen Lesers betrachtet werden. Zwar enthält er selbst dann noch besagte Mängel, doch bietet er die Grundlage, sich mit dem schwierigen Thema auseinanderzusetzen und eine Reflexion anzuregen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk - Jedoch kein Kinderbuch, 19. Dezember 2009
Diese Rezension stammt von: Der Junge im gestreiften Pyjama (Broschiert)
John Boyne beschreibt hier die Reise eines kleinen Jungen. In vielen Kritiken wird gesagt, dass dieses Buch Kinder nicht genug sensibilisiert für die Schrecken der NS-Zeit. Jedoch steht im Vorwort ganz deutlich, dass dies KEIN Kinderbuch ist: "(Und doch ist es kein Buch für Neunjährige)". Um dieses Buch zu verstehen, bedarf es den Verstand eines Erwachsenen. So ist es für Kinder zum Beispiel nicht möglich die Wörter Aus-Wisch oder Furor richtig zu interpretieren. Es wird ein fundiertes geschichtliches Wissen vorausgesetzt. Auch ist dieses Buch auf gar keinen Fall als historische Darstellung oder gar als Sachbuch zu verstehen. Es ist eine Geschichte eines naiven kleinen Jungen, der sich so seine Gedanken macht. Wer denkt, dass es Kinder wie den kleinen Bruno nicht gibt, der tut mir leid. Leider ist nicht jeder mit einem scharfen Verstand gesegnet, der die Dinge knallhart analysiert. Ich habe viele dieser Kinder gesehen.

Ein neunjähriger Junge will spielen und Abenteuer erleben, aber sich nicht Gedanken über gut und böse machen. Ein neunjähriger Junge, der im Luxus lebt, kann nicht verstehen, dass andere Leute nichts haben. Welches Kind versteht warum die Nachbarn nur einen alten Golf fahren, während die eigenen Eltern einen Mercedes haben? Warum kaufen sich die Nachbarn nicht einfach auch einen Mercedes?

Die Sicht des naiven Jungen zeigt eigentlich das tiefe Innere eines jeden Menschen. Der Junge kann nicht verstehen, dass sein Papa schuldig an den Verbrechen ist. Er ist zwar auch Soldat, so wie die Anderen, aber in erster Linie ist er sein Papa. Und Papas sind niemals schlecht. So denkt der Junge. Wer kann denn wirklich die Grauen logisch nachvollziehen, die damals geschehen sind?

Mich hat am Meisten der Schreibstil fasziniert. Stück für Stück werden dem Leser Informationen gegeben, worum es eigentlich geht. Erst nach cirka der Hälfte des Buches weiß der Leser in welchem Jahr es eigentlich spielt. Aber auch nur indem er das Alter des Jungen auf sein Geburtsjahr addiert. Man bekommt immer neue Informationen und wird ganz langsam aufgeklärt. Auf den ersten Seiten weiß der Leser noch nicht einmal in welcher Epoche das Buch spielt. An vielen Stellen habe ich Herzklopfen bekommen, da ich mit dem Jungen mitgefühlt habe, besonders im letzten Kapitel "Das letzte Abenteuer". Ich habe schon geahnt, dass etwas Schlimmes passieren muss. Aber genau das ist es, was der Autor erreichen will. Hätte der Junge überlebt, könnte der Gedanke aufkommen, dass ja alles gar nicht so schlimm gewesen ist. Aber so klappt man das Buch zu und ist betroffen.

Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass es Stellen im Zaun gegeben hat, wo man einfach hätte drunter durchkriechen können, aber darum geht es gar nicht. Die Kernausaussage des Autors ist, dass es für niemanden damals ein Entrinnen gab, wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort war. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob man Jude war oder nicht. Auch der ambitionierte Oberleutnant Kotler, der eigentlich einen der Bösen spielt, wird auf einmal zum Opfer. Sein Vater ist in die Schweiz geflüchtet, und Kotler wird (wahrscheinlich) zur Strafe dafür an die Front geschickt. Niemand war damals sicher. Auch der Vater hat Bedenken seine Familie nach Hause zu schicken, weil er Angst vor Konsequenzen hat.

Dieses Buch ist ein Meisterwerk! Es gibt so viele Dinge zwischen den Zeilen zu lesen. Der Reiz besteht gerade darin, dass man alles selber interpretieren und verstehen muss. Deshalb ist dies definitiv kein Kinderbuch und auch kein historisches Werk. Keine der vorgestellten Personen hat es je gegeben. Die Schicksale aber schon. Es soll einfach nur eine Geschichte zum Nachdenken sein. Und ich habe nachgedacht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
51 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Zutiefst berührt , 22. Juni 2008
Von A. Desor (Friedrichsdorf, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Eigentlich hatte ich das Buch für meinen 14-jährigen Sohn gekauft - doch ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts von der Geschichte, die es erzählt. Der Klappentext verrät nichts. Neugierig geworden, wollte ich zuhause nur rasch einen Blick hineinwerfen. Drei Stunden später hatte ich es ausgelesen. Ich hatte gelacht, ich hatte gestaunt und ich hatte Tränen vergossen.

Es ist kein Kinderbuch, und es ist kein Buch für Erwachsene. Es ist ein Buch der Menschen.

Keiner, der meint, ein 9-jähriger könne so naiv nicht sein, müsse längst besser sprechen und verstehen können, hat erkannt, dass es genau darum geht: Für Unverständliches gibt es eben keine verständlichen Worte - und wie könnte man jemals verstehen? Keiner, der meint, der Autor habe sich mit der NS-Zeit nicht hinreichend auseinandergesetzt, hat erkannt, dass das Werk eine Fabel ist, eine wunderbare, eine Fabel über die Menschlichkeit und gerade über den denkenden Menschen.

Dieses Buch verdient so viel Anerkennung. Und, ja, mein Sohn wird es lesen, aber ich werde ihm zuvor nichts dazu sagen, damit er all dies genauso fühlen darf.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Entlarvende Fabel: "Die Täter sind (und bleiben immer) nackt.", 12. Mai 2009
Diese Rezension stammt von: Der Junge im gestreiften Pyjama (Broschiert)
Sicher, es gibt zahlreiche sowohl die Opfer- als auch die Tätersicht differenzierter und vielschichtiger beleuchtende Bücher: Natürlich den herausragenden "Roman eines Schicksalslosen", Merles "Tod ist mein Beruf", Anne Franks Tagebuch und (herausgegriffen) "Anus Mundi" als detaillierte Schilderung der Erlebnisse in Auschwitz.

Aber: Der Roman versteht sich als Fabel, und Vergleiche aufzustellen, die nicht treffen können, wird dem formulierten Anspruch des Autors sicher nicht gerecht.
Und genau unter diesem Vorzeichen erreicht das Buch treffsicher und unübertroffen sein Ziel: Wiedersinnigkeit und Menschenfeindlichkeit der Täter-Welt im dritten Reich (und allen rassistisch-menschenverachtenden Regimen) eingänglich zu entlarven, und auf zutiefst humanistischer Überzeugung aufzuzeigen, dass eigentlich der Verstand eines (hier: dramaturgisch zugespitzt) naiven Kindes ausreicht, die Widersinnigkeit und Unmenschlichkeit als solche zu erkennen.
Über die (natürlich!) unrealistische Naivität als Mittel zur Entfremdung und damit zur Erneuerung des so oft Erzählten (aber auch allseitig Gehörten?) sollte man sich nicht ereifern - im Gegenteil: Die Idee ist zu feiern, die in solch eindrucksvoller, besser: bedrückender und erschütternder Weise für jeden (auch für junge Leser) zugänglich die Erkenntnis erneuert: "Die faschistischen Orks dieser Welt waren, sind und bleiben immer nackt und hässlich, und auch der naivste kann, ja muss das erkennen - wenn er nur ein Mensch ist."

Ein bereicherndes, wichtiges und zeitloses Buch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein guter Einstieg in die Holocaustthematik, 11. März 2008
Ich wollte dieses Buch anfangs für meinen 12- jährigen Bruder erstehen, war mir dann aber unsicher, ob es für Kinder wirklich geeignet ist. Daher habe ich es mir zum Geburtstag schenken lassen. Ich habe schon viele sehr unterschiedliche Bücher zum Thema Holocaust gelesen und hatte einen Geschichtsleistungskurs, bei dem das Thema sehr ausführlich durch genommen wurde.
Dieses Buch ist eines der Besten zu diesem Thema und als Einführung in die Thematik gut geeignet ( für Kinder, ebenso wie für Erwachsene).
Die naive Erzählweise ist eindringlich und erschüttert den Leser ungemein. Nach und nach entdeckt man das Grauen.

Dieses Buch erfüllt genau meinen Vorstellungen über ein gelungenes Buch über die Schrecken der NS- Zeit.
Durch die verschleierte Wortwahl können die Kinder/ Jugendliche zu ihren Eltern, Geschwistern oder Lehrern gehen und sich über die Zeit informieren.
Man soll nicht nur alles (plakativ)vorgelegt bekommen. Schließlich muss man sich mit der Zeit beschäftigen, nicht nur konsumieren. Denn das hat die Zeit uns doch gelehrt. Man muss fragen, eigenständig denken, Hintergründe erforschen, um dies nicht wieder geschehen zu lassen. Denn wer die Hintergründe nicht versteht, erfasst nicht vollständig, was das Dritte Reich verbrochen hat.

Der Kritik, der Autor würde die Judenverfolgung verkitschen oder verniedlichen, kann ich in keinster Weise zustimmen. Dies ist ein Kinderbuch, es soll langsam an die Thematik heranführen. Man lässt ja auch nicht Kinder Schindlers Liste sehen ( die Altersbeschränkungen haben schließlich einen Sinn). Das Grauen des Regimes wird mehr als deutlich und einfühlsam vermittelt, ohne im Detail die Misshandlungen zu schildern. Wer das Grauen nicht merkt, der sollte mal tief in sich gehen. Wer offensichtlich die Schrecken der NS erfahren will, sollte sich ein Sachbuch nehmen, im Lexikon nachschlagen oder Dokumentationen ansehen und ein KZ besuchen. Für Kinder, die noch keine Berührung mit dem Thema Holocaust hatte, wäre dies allerdings der falsche Weg.
In der Schule wird oft die Welle gelesen ( so 8.Klasse). Das Buch ist zwar nicht schlecht, allerdings setzt es voraus, dass man über das Dritte Reich Bescheid weiß. Das wird einem aber in den Grundzügen erst in der 10. Klasse dargestellt und ausführlich in der Regel erst, wenn man im Leistungskurs ist und somit schon kurz vor dem Abitur ist.

Fazit: Das Buch " Der Junge im gestreiften Pyjama" öffnet den Weg zu den Fragen, die nicht alle in dem Buch beantwortet werden, sondern uns und das Umfeld in die Verantwortung nehmen, diese selbst zu beantworten oder nach Antworten zu suchen. Und der Weg ( sich über die NS- Zeit zu informieren) sollte dabei das maßgebliche Ziel sein.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
49 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Ein Jugendroman nur nicht für Kinder, 19. April 2008
Wenn jemand das Buch nicht kennt und da im Klappentext nichts auf den Inhalt hindeutet, wird der unvoreingenommene Leser auch durch den etwas harmlos und lustig wirkenden Titel einen heiteren Jugendroman erwarten, was der Autor John Boyne durch die unverfängliche und subjektive Erzählweise aus der Sicht des 9jährigen Bruno zuerst noch fördert, indem er Hinweise und Andeutungen unverständlich lässt (ich habe auch eine Weile gebraucht, um zu verstehen, was mit "Furor" gemeint ist) oder erst gar nicht ausspricht (ärgerlich, da wir nicht wissen was gemeint ist) und auch nicht auflöst und offen lässt.

Die Figur des Jungen ist allerding absichtlich allzu naiv, gutgläubig, unwissend und infantil gehalten (welcher 9Jährige versteht keine deutschen Wörter oder Namen oder erkennt ein Gefangenenlager und die Häftlinge nicht als solche?), um langsam die eigene Erkenntnis und das Verständnis in uns reifen zu lassen, mit welchen Schrecken wir es hier zu tun haben. Eine Erkenntnis, die dem 9jährigen Bruno allerdings verwehrt bleibt und damit auch zum Verhängnis wird.
Es ist wieder eine dieser unzähligen Geschichten aus der NS-Zeit, diesmal aus der eigentlich interessant angelegten Perspektive eines Jungen, dessen Vater als hochrangiger Offizier Kommandant eines KZ wird. Aus diesem Vater-Sohn-Konflikt heraus und der Situation an sich, der Junge der den Vater verklärend nur als gut und gerecht empfindet und seine neue Umgebung langsam erforschend kennenlernt, hätte ein sehr interessantes, weitaus schockierenderes und emotionaleres Buch ergeben, wenn Bruno langsam die Wirklichkeit und das Grauen kennengelernt und verstanden hätte, welche unmenschlichen, schrecklichen Dinge auch von seinem Vater den Menschen im Lager angetan werden.

Diese Chance ergreift der Autor aber leider nicht, sondern läßt den Leser durch das abrupte und unerhoffte Ende, das aber arg strapaziert wirkt, schockiert und frustriert zurück. Das Buch ist natürlich trotzdem sehr lesenswert, macht betroffen und nachdenklich, auch wenn die Schrecken des Holocaust nicht im mindesten so erschütternd geschildert werden, wie das sonst der Fall ist. Der Horror findet in uns selber statt, die wir um diese Ereignisse wissen. Jugendliche, die mit dieser Thematik nicht so vertraut sind, werden die Andeutungen und das abrupte Ende des Buches erst gar nicht zu deuten wissen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Holocaust mit den Augen eines 9-Jährigen, 5. April 2009
Über den Holocaust wurden schon viele Bücher geschrieben, aber keines ist zu vergleichen mit "Der Junge im gestreiften Pyjama".
Bruno, ein 9-jähriger Junge, der mit seiner Familie in Berlin wohnt, kann nicht begreifen, dass er diese Stadt verlassen muss, weil der Furor mit seinem Vater Großes vorhat und diesen nach Aus-Witsch schickt. Das ist für Bruno eine Ungerechtigkeit und es fällt ihm anfangs sehr schwer, sich in seinem neuen Zuhause in Aus-Witsch wohlzufühlen. Er vermisst seine Großeltern und Freunde sehr, die alle in Berlin zurückgeblieben sind. Nach ein paar Wochen beginnt er seine nähere Umgebung zu erforschen, auch den Zaun, der ein riesiges Lager umgibt, auf denen sich viele Menschen mit gestreiften Pyjamas befinden, aber auch viele Soldaten. Bruno kann nicht begreifen, was das alles zu bedeuten hat. Bei einer seiner Erforschungstouren trifft er auf den Jungen Schmuel, der sich auf der anderen Seite des Zauns befindet. Von nun an treffen sich die beiden jeden Nachmittag und tauschen sich über ihre jeweilige Lebenssituation aus. Dabei ist es für den 9-jährigen Bruno sehr schwer zu begreifen, was der Junge auf der anderen Seite des Zauns in Aus-Witsch miterleben muss.
Die Geschichte über Bruno und dessen Freundschaft zu Schmuel ist kindlich-naiv, Bruno kann gar nicht begreifen, was dort im Konzentrationslager vor sich geht und dass sein Vater, der Kommandant des Lagers, "schlecht" sein soll. Diese Erzählweise und Betrachten des Holocausts aus den Augen eines kleinen Jungen macht diese Fabel zu etwas Besonderem, vor allem zu etwas besonders Traurigem, aber trotzdem sehr zu empfehlen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


 
15 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen ziemlich enttäuschend, 25. Juli 2009
Diese Rezension stammt von: Der Junge im gestreiften Pyjama (Broschiert)
Ehrlich gesagt fand ich das ganze Buch ziemlich an den Haaren herbei gezogen. Ein 9-jähriger Junge, Sohn eines Lager-Kommandanten (Auschwitz), der 1940 nicht weiß, wer der "Führer" ist und ihn wie "Furor" ausspricht - einfach realitätsfern. Oder der Lagerzaun von Auschwitz, den er einfach nur hochzuheben braucht um ins Lager zu kommen. Super, wenn das die Insassen gewußt hätten. Genauso der Junge im Lager, der jeden Tag Zeit findet, um sich mit dem Sohn des Lager-Kommandanten zu treffen. Herrliches Lagerleben, so wie es sich da liest. Alles ein ziemlicher Mist in meinen Augen. Auch wenn ich mit meiner Meinung hier wohl allein dastehe.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen  
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 214| Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
 

Dieses Produkt

Der Junge im gestreiften Pyjama
Der Junge im gestreiften Pyjama von John Boyne (Gebundene Ausgabe - 27. Juli 2007)
Gebraucht & neu ab: EUR 9,00
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Der Junge im gestreiften Pyjama
Der Junge im gestreiften Pyjama von Asa Butterfield (DVD - 2009)
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19)   
Neu kaufenEUR 14,76
Gewöhnlich versandfertig in 7 bis 10 Tagen.
12 Angebote ab EUR 10,99

Anton oder Die Zeit des unwerten Lebens
Anton oder Die Zeit des unwerten Lebens von Elisabeth Zöller (Broschiert - 14. September 2006)
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10)   
Neu kaufenEUR 6,95
Auf Lager.
71 Angebote ab EUR 3,99

Der Joker
Der Joker von Markus Zusak (Taschenbuch - 6. Oktober 2008)
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (84)   
Neu kaufenEUR 8,95
Auf Lager.
83 Angebote ab EUR 7,90
 
     

Wo ist meine Bestellung?

Versand & Rücknahme

Brauchen Sie Hilfe?

amazon.de Amazon-Homepage
Internationale Seiten:  USA  |  Großbritannien  |  Frankreich  |  Japan  |  Österreich  |  Kanada  |  China
Geld verdienen: Jetzt verkaufen  |  Fulfillment by Amazon  |  Amazon.de Partnerprogramm / Webmaster-Tools  |  Teilnehmen bei Advantage
Kundenservice  |  Hilfe  |  Einkaufswagen  |  Mein Konto
Über Amazon.de  |  Karriere bei Amazon
Unsere AGB |  Datenschutzerklärung |  Impressum  © 1998-2009, Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften