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29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
ja nicht an die hier aufgeführten Interpretationen glauben!
Man muß dieses Buch selber lesen. Ich bin gerade dabei es zu lesen und ich kann mit keiner der obenstehenden Interpretationen etwas anfangen, zum Teil ist das, was oben steht auch wirklich falsch, K. wurde NICHT als Landvermesser gerufen und hat dann festgestellt, daß man ihn nicht braucht. Er selbst hat sich zum Landvermesser gemacht, als er sich als solchen ausgibt. Ich...
Am 15. September 2001 veröffentlicht
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Kein Buch für gute-Laune-Leser
Ein Landvermesser kommt ins gräfliche Dorf, darf aber nicht zur Anmeldung in das gräfliche Schloss. Er macht die Bekanntschaft des Boten Barnabas und die seiner Schwestern, sodann der Familie Brunswick, ehe es ihn schließlich in ein Gasthaus verschlägt, wo er ohne große Vorgeschichte mit Frieda, einer Wirtstochter, schläft, während seine "Gehilfen" zusehen und nebenan...
Vor 6 Tagen von ludwigwitzani veröffentlicht
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Kein Buch für gute-Laune-Leser, 3. Februar 2010
Ein Landvermesser kommt ins gräfliche Dorf, darf aber nicht zur Anmeldung in das gräfliche Schloss. Er macht die Bekanntschaft des Boten Barnabas und die seiner Schwestern, sodann der Familie Brunswick, ehe es ihn schließlich in ein Gasthaus verschlägt, wo er ohne große Vorgeschichte mit Frieda, einer Wirtstochter, schläft, während seine "Gehilfen" zusehen und nebenan der geheimnisvolle Herr Klamm, ein Spitzenbeamter des Schlosses, im Sitzen schläft.
Nach einem langen Gespräch mit Friedas Mutter über die Heirat mit der soeben begatteten Frieda (die immerhin Klamms Geliebte war) und die Unmöglichkeit, mit dem Schloss ( und damit mit Klamm) in Kontakt zu kommen, erfährt K, dass man überhaupt keinen Landvermesser braucht. Stattdessen bietet ihm ein "Lehrer" an, sich mit der Position eines Schuldieners zufrieden zu geben. So ziehen K, Frieda und die beiden Gehilfen (!) in einen der beiden ungeheizten Schulräume, essen und schlafen dort und werden am nächsten Morgen von den neugierigen Schulkindern und einer zickigen Lehrerin überrascht.
Im Mittelpunkt der weiteren Handlungsführung steht vergebliche Bemühen Ks mit Beamten des Schlosses Kontakt aufzunehmen, während sein Standing" im Dorf immer problematischer wird. Wie übel es ausgehen kann, dabei den Willen der Obigkeit zu missachten, erkennt K anhand von "Amalias Geschichte", nach der die Familie des Barnabas einem radikalen Mobbing unterzogen wurde, nachdem die junge Amalia sich geweigert hatte, einem rüden Schlossbeamten zu Willen zu sein.
So weit die Handlung der ersten 200 Seiten. Das kafkaeske Gefühl, von dem Max Brod behauptete, es sei die eigentliche Substanz des Kafkaschen Werkes, hat sich bis zu diesem Punkt längst eingestellt. Man könnte also durchaus aufhören zu lesen und über die eigenartige Mischung von Behagen und Unbehagen grübeln, die die Lektüre des Buches in jedem Leser auslöst. Wenn man dann aber dann doch bis zum bitteren Ende durchhält, stellt man fest, dass K mit seinen Anliegen bis zum Ende des Buches ( es ist Fragment geblieben ) keinen Schritt weiterkommt, aber immer mehr in der Alltäglichkeit des Orts versinkt, während von allen Seiten neue Figuren auftauchen, deren einzige Funktion darin besteht, Ks Lage schwieriger zu machen.
Es schneite im Rheinland, als ich das Buch etwas entnervt aus der Hand legte. Diesmal hatte ich durchgehalten, hatte den Roman wie Lebertran in kleinen Dosen genossen und am Ende ohne Dauerschaden gemeistert. Zuerst die gute Nachricht: sonderlich schwer zu lesen ist der Text nicht - im Gegenteil: die Konstruktion der Sätze kam mir vor wie mit dem Lineal gezogen, jedes Wort saß genau richtig in einer imaginären Wand, ein antiseptischer Satz folgt dem nächsten auf einem langen, sauber durchkonstruierten Band. Was den Inhalt betrifft, so erinnerte mich die Handlung allerdings schnell an obsessive Träume, in denen man nach irgendetwas strebt, es aber den ganzen Traum hindurch auf eine quälende Weise nicht erreichen kann. Je weiter ich las, desto mehr kam mir das Buch dann wie ein Juckreiz vor, über den man sich ärgert, den man aber immer wieder befriedigt. Am Ende erschein es mir wie ein Adventskalender, dessen Türchen immer nur in leere Kämmerlein führen.
Natürlich habe ich mit auch meine Gedanken gemacht, wie es sich denn wohl mit dem rätselhaften Schloss verhalte. Ich kannte auch schon Hannah Arendts Interpretation, es handele sich um den modernen bürokratischen Staat oder die Deutung von Max Bord, das Schloss sei ein Symbol der Transzendenz, das sich der Immanenz entziehe, so sehr man sich auch um Annäherung bemühe. Wieder andere behaupten, Ks Streben gliche dem vergeblichen Bemühen der jüdischen Bürger um Assimilierung in die bürgerliche Gesellschaft. Jede dieser Deutungen hat etwas für sich, wirklich zwingend finde ich sie aber nicht. Ich selbst hatte noch am ehesten das Gefühl, Schloss und Dorf glichen enigmatischen Verfremdungen für den existentiellen Spalt, der sich zwischen Lebensentwurf und der alltäglicher Verfallenheit auftut, in die die Existenz notwendig versinkt, je weiter das Leben voranschreitet. Dabei stellt es zweifellos eine besondere Leistung des vorliegenden Buches dar, dass dem Leser die Trauer, die Tristesse und die Öde dieser überhandnehmenden Verfallenheit an das Gewöhnliche aus dem Werk entgegenweht wie ein schlechter Mundgeruch. Wer dieses als grandiose literarische Leitung werten will, soll dies tun. Ich war mit aber am Ende nicht mehr ganz sicher, ob ich für diese Einsicht, die mir keineswegs neu war, dieses Buch mit solcher Mühe und relativ wenig Freude hatte lesen müssen.
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29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
ja nicht an die hier aufgeführten Interpretationen glauben!, 15. September 2001
Von Ein Kunde
Man muß dieses Buch selber lesen. Ich bin gerade dabei es zu lesen und ich kann mit keiner der obenstehenden Interpretationen etwas anfangen, zum Teil ist das, was oben steht auch wirklich falsch, K. wurde NICHT als Landvermesser gerufen und hat dann festgestellt, daß man ihn nicht braucht. Er selbst hat sich zum Landvermesser gemacht, als er sich als solchen ausgibt. Ich finde, dieses Buch ist fast wie eine Droge, man wird davon total verschickt. Man kann nicht davon lassen, obwohl man den Inhalt kaum mehr ertragen kann. Ich hab noch nichts sonst von Kafka gelesen außer ein paar Ausschnitten aus Kurzgeschichten und seinem Tagebuch und ich bin sehr, sehr, sehr beeindruckt, ich finde es erstaunlich, daß Kafka dieses Weltbild so gut in Worte fassen kann. Ich würde es als den Kampf eines Menschen, der versucht im Leben Fuß zu fassen, interpretieren, mit dem "Schloss" als das Lebensziel (was man nicht erreichen kann) und "Klamm" als Gott. Aber man muss dieses Buch selber lesen, es ist ein sehr subjektiv zu lesendes Buch.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Machtapparat, 29. April 2007
Der Protagonist K. reist an, um als Landvermesser zu arbeiten, seine Berufung bleibt allerdings ungeklärt. Man lässt ihn im Unklaren darüber und fordert von ihm eine Aufenthaltserlaubnis, die er allerdings nicht vorweisen kann. Die Dorfbewohner entgegnen ihm mit Misstrauen, was seine Situation verschlimmert, zumal hierfür kein genauer Grund für K. ersichtlich ist.
Das Schloss und seine Beamten scheinen einen grossen Einfluss auf die Bevölkerung zu haben und halten somit die Macht in Händen. Für K. ist die gesamte Lage rational nicht greifbar. Das alltägliche Leben ist von Bestimmungen und Vorschriften diktiert, die nicht gebrochen werden dürfen, da sonst Strafe droht. Jeder Bürger fügt sich aus Angst und passt sich somit an. K. versucht sich ebenfalls anzupassen, um hinter das System des Schlosses zu kommen, versagt aber. Er bleibt orientierungslos, da er weder die Gesellschaft des Dorfes noch des Schlosses ergründen kann. Der Machtapparat bleibt geheimnisvoll im Dunkeln.
K., der einmal als ehrgeizig beschrieben wird, wird zunehmend schwächer, da er immer mehr an sich zweifelt. Zum Schluss ist er nicht mehr in der Lage, sich aus dieser reduzierten, kalten Welt zu lösen.
Hier sind Menschen einem System gegenübergestellt worden, die durch materielle Abhängigkeit sowie durch ihr Sicherheitsbedürfnis zum Bleiben gezwungen werden. Die Akzeptanz des Systems stellt gleichzeitig eine Unterwerfung dar; sie macht sie zu Helfern und Helfershelfern und schwächt sie zugleich. Sich herauszulösen und einfach zu gehen, also eine Nichtakzeptanz frei zur Schau zu tragen, scheint nicht möglich zu sein.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Lebenskampf als Lebensinhalt, 25. April 2001
Von Ein Kunde
Das Schloss, oft auch als "Kafkas Faust" bezeichnet, darf wohl als eines der bedeutendsten Werke der moderneren deutschen Literatur aufgefasst werden. In dem surrealen Roman tritt als Hauptperson der Landvermesser K. auf, der nach seiner Ankunft im Dorf rasch bemerkt, dass eigentlich "das Schloss" die Fäden in der Hand hält. Er nimmt den Kampf mit dem Schloss auf - und verliert ihn Stück für Stück. Schlussendlich muss er sich der Tatsache bewusst werden, dass er seinen Lebenskampf verloren hat, da ihn seine Lebenskräfte im entscheidenden Augenblick im Stich gelassen haben. Auffallend ist auch der Schluss des Buches: in epischer Form endet das Buch dort, wo es noch einmal richtig spannend wird - anregend, selber weiterzudenken. Deutlich tritt in diesem Werk die Sprachgewalt des Autors hervor; wer sich einmal die Mühe macht, z.B. den Sekretär Klamm auf seine UmKLAMMerung hin zu untersuchen, merkt bald, dass Kafka ein Sprachkünstler gewesen ist, der seinesgleichen sucht. Als Anstoss zur Interpretation ist wohl zu erwähnen, dass Kafka oft unter dem Aspekt des Vater-Sohn-Konflikts sowie der Darstellung der göttlichen Gnade betrachtet wird. Es scheint mir dies jedoch etwas eingeengt; der Leser sollte zuerst die Surrealität des Werkes verstehen lernen, bevor er dieses konkretisiert. Ich rate daher, das Buch aus der Sicht K.'s zu untersuchen: Wie verändert er sich? Es gereicht zu grosser Erleichterung, das Werk auf diese Art und Weise verstehen zu lernen. Alles in allem ist das Werk gerade wegen seiner Komplexität wohl eines der grössten in der deutschen Literatur, wenn nicht das genialst überhaupt.
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21 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
"Wie komme ich ins Schloß?" - "Du? Gar nicht!", 21. Dezember 2007
"Das Schloß" ist Kafkas dritter und letzter Roman. Ebenso wie "Amerika" und "Der Prozeß" liegt "Das Schloß" nur als Fragment vor.
Ähnlich wie ein geschickt unterbrochener Mehrteiler im Abendprogramm, endet Kafkas Romanfragment plötzlich und ohne Vorwarnung an genau der Stelle, die verspricht Licht ins Dunkel zu bringen. Dem Leser bleibt nur die Möglichkeit über das, was kommen könnte zu spekulieren oder den Roman für sich selbst abzuschließen. Doch wie kommt es zu dem starken Wunsch, um jeden Preis das Ende erfahren zu wollen?
Ein Mann namens K. spielt einmal mehr die Hauptrolle in Kafkas Roman, dessen Anfang an einen Schauerroman erinnert. "Es war spätabends, als K. ankam. Das Dorf lag in tiefem Schnee. Vom Schloßberg war nichts zu sehen, Nebel und Finsternis umgaben ihn, auch nicht der schwächste Lichtschein deutete das große Schloß an. Lange stand K. auf der Holzbrücke, die von der Landstraße zum Dorf führte, und blickte in die scheinbare Leere empor."
Auch wenn der Roman nicht ganz so schaurig verläuft wie etwa "Dracula", ist er doch voll von merkwürdigen Menschen, Vorkommnissen und Zufällen, die dem Leser immer wieder neue Rätsel aufgeben. Selbst die Hauptfigur K. ist für den Leser ein Rätsel, denn bis zum Schluss weiß der Leser nicht, wer K. ist, wo er herkommt und warum er unbedingt in ein Schloss will, von dem zwar ständig die Rede ist, aber für dessen Existenz es keine Beweise gibt.
Genauso ominös wie das Schloss selbst, sind die mächtigen und viel beschäftigten Beamten des Schlosses. Der wichtigste von Ihnen, Klamm, ist den ganzen Roman über zwar in aller Munde, aber für den Leser nicht greifbar. Ähnlich wie beim Schloss, gibt es keinen Beweis für seine Existenz, und die Beschreibungen Klamms durch die Dorfbewohner könnten gegensätzlicher nicht sein. "Er soll anders aussehen, wenn er ins Dorf kommt, und anders, wenn er es verläßt, anders, ehe er Bier getrunken hat, anders nachher, anders im Wachen, anders im Schlafen, anders allein, anders im Gespräch und, was hiernach verständlich ist, fast grundverschieden oben im Schloß. Und es sind schon selbst innerhalb des Dorfes ziemlich große Unterschiede, die berichtet werden, Unterschiede in der Größe, der Haltung, der Dicke, des Bartes, nur hinsichtlich des Kleides sind die Berichte glücklicherweise einheitlich: Er trägt immer das gleiche Kleid, ein schwarzes Jackettkleid mit langen Schößen."
Doch nicht nur Klamm stachelt die Neugier des Lesers an. Die Dorfbewohner, die weder über K.s überraschende Ankunft, noch über seine Absicht zum Schloss gelangen zu wollen sehr erfreut sind, scheinen, wie der Protagonist selbst, Leichen im Keller zu haben. Allen voran die Wirtin, in deren Gasthaus die Beamten tief in der Nacht ihre Bürgersprechstunden abhalten. Sie ist eine von vielen Dorfbewohnern, die K., der sich als Landvermesser ausgibt, für seine Zwecke benutzen will. Allerdings scheitert er.
Je mehr er versucht zum Schloss vorzudringen, desto mehr Hindernisse tauchen auf. Seinen Wunsch ins Schloss zu gelangen, ersetzt er deshalb zeitweise mit dem Wunsch Klamm zu sehen. Doch auch hier muss er erfahren, dass das Streben nach einem Treffen mit Klamm einem Kampf gegen Windmühlen gleicht.
Einmal jedoch bekommt K. die Chance Klamm in seiner Bürgersprechstunde zu treffen, muss jedoch sehr lange warten. Durch einen dummen Zufall nimmt er die falsche Tür und gelangt zum Beamten Bürgel. Dieser ist so freundlich, dass K. sich in seiner Nähe ganz geborgen fühlt. So geborgen, dass die Anspannungen der letzten Tage von ihm abfallen und er in einen tranceartigen Schlaf fällt. Als er aufwacht, ist es zu spät, um Klamm zu treffen. Er hat seine vielleicht einzige Chance verschlafen.
"Das Schloß" ist durch die zahlreichen Geheimniskrämereien fesselnd und mysteriös zugleich. Kaum glaubt man der Lösung eines Rätsels auf der Spur zu sein, wird man eines besseren belehrt. Von Anfang an ist nichts wie es scheint, und im Verlauf des Romans wird nichts klarer, sondern alles immer mysteriöser. Das abrupte Ende weckt beim Leser das Gefühl, selbst die ganze Zeit getäuscht worden zu sein und lässt die Frage aufkommen, ob das Schloss und seine Beamten wirklich soviel Macht haben, wie die Dorfbewohner behaupten.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Als äußerst langwierig......, 29. Juni 2009
entpuppte sich das Romanfragment "Das Schloss" von Kafka für mich.
Auch auf die Gefahr hin hier völlig anderer Meinung zu sein als so mancher Literaturkenner und Experte, bei denen allein der Name Kafka schon keine Möglichkeit einer negativen Beurteilung zulässt, möchte ich hier doch meine ehrliche Meinung zu äußern, um diejenigen, denen diese Art von Roman ebenso wenig zusagt, vor einer Menge "vergeudeter" Stunden, die sie mit der Lektüre dieses Buches zubringen würden, zu bewahren.
Was man Kafka hier zugutehalten muss ist, dass er doch eine gewisse Spannung aufbaut und man gern wissen möchte, was sich denn eigentlich hinter dem Schloss verbirgt, welches der Protagonist K. nach seiner Ankunft im Dorf zu erreichen und verstehen versucht, was ihm allerdings verwehrt bleibt. Unnahbar wirkt das Schloss und sehr verwirrend finde ich die Skurilität und Absurdität mit der der Verwaltungsapparat des Schlosses und seine Beamten agieren und unter dem Deckmantel penibelster Genauigkeit, scheinbar willkürlich schaltet und waltet und die Bevölkerung, trotz nie erkennbarer Erlasse und Sanktionen, in Abhängigkeit und Furcht gefangen hält.
Der Roman bricht aber leider, kurz bevor man meint ein wenig Klarheit zu erhalten, vollkommen unerwartet ab und lässt den Leser völlig ohne Anhaltspunkt zurück, was sich den nun hinter diesem mysteriösem Schloss verbergen könnte. Natürlich lässt diese völlige Unklarheit viel Platz für Interpretationen übrig. Ich hätte mir allerdings schon ein wenig mehr erwartet, nachdem ich mich durch die 20 teils sehr mühsam gestalteten Kapitel gearbeitet hatte, in denen teilweise völlig belanglose Dinge, wie z.Bsp. Amtsabläufe, mehrere Seiten lang langwierigst hin und hergewälzt werden, wahrscheinlich mit der Absicht die Skurilität eben dieser zu verdeutlichen.
Mir hat diese immerwiederkehrende Zähigkeit des Schreibstils allerdings ganz und garnicht gefallen, aber das bleibt freilich Geschmacksache :)
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
ein Augenöffner, 5. März 2006
Für mich der unangefochtene Höhepunkt der Trilogie. Dieses unbegreifliche und sinnlose Verloren sein wird weder im Heizer, noch im Prozeß so deutlich hervorgestrichen. Das vollkommene Fehlen von Bedrohung macht die Angst davor nur noch beklemmender. Daß das Buch nur ein Fragment ist, scheint die Tragik und Absurdität des Ganzen nur zu steigern.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Parabel auf Moderne und Postmoderne, 3. Oktober 2002
Im letzten und düstersten der drei Kafka-Romane spielt der größte Teil der Handlung nachts; die Tage sind so kurz, dass das Tageslicht nur wenige Stunden andauert. Selbst an Sommertagen fällt gelegentlich noch Schnee. Der Protagonist K. hält sich wie ein ungebetener Gast im Dorf auf. Beim Versuch, über eine Seitengasse in Richtung Schloss zu gelangen, sinkt er im Schnee ein, kommt nicht weiter. Die Naturgesetze folgen der hier herrschenden Ordnung des Schlosses ebenso wie die Dorfbewohner und die Beamten. In dieser magischen, finsteren, ländlich-ärmlichen Welt des Dorfes kämpft K. um sein grandioses Ziel, ins Schloss zu gelangen. Dabei werden Müdigkeit, Obdach und Schlaf zu einem immer größeren Problem der Hauptfigur. Einmal äußert er die Bitte, "ein Brett auf die Fässer legen" und schlafen zu dürfen, worauf man ihm "irgendein Kissen" hinwirft. Eines Nachts im Herrenhof beim Beamten Bürgel könnte K. alles erreichen. K. scheitert an seiner Müdigkeit, sein Kampf um Fortschritt ist längst absurder Leerlauf. Im ersten Kapitel sagt K.: "Ich will immer frei sein." Davon bleibt im Romanverlauf nichts übrig. K. lernt, seine Persönlichkeit, seine Ziele und Bedürfnisse dem übergeordneten Zweck, dem herrschenden Prinzip unterzuordnen. Bei Kafka "irrt und kämpft" (Grönem.) der Mensch vergeblich. Ob er sich anpasst oder kämpft, das Schloss ist unabhängig davon freundschaftlich oder feindselig orientiert. K. hat keine Möglichkeit der aktiven Auseinandersetzung mit der ihm gegenüberstehenden Ordnung. Diese entzieht sich jeder Überprüfbarkeit und Erfahrbarkeit. Alle Widersprüche und Absurditäten dieser Ordnung sind unangreifbar. Darin liegt K.s Unfreiheit und die aller anderen Romanfiguren. Der Roman ist die große Parabel der Moderne und Postmoderne, ein visionäres Meisterwerk, aktueller denn je, Meta-Literatur, eine Lektüre-Herausforderung, die jeden Leser (über-)fordert.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
sehr lesenswert, 15. September 2000
Von Ein Kunde
„Das Schloß" beeindruckt in erster Linie durch eine romantypische Handlung. Das Schloß und seine mit ihm verbundenen Widrigkeiten erweist sich als uneinnehmbar - selbst für Fragen des täglichen Daseins. Und so macht sich K. auf, die Geheimnisse einer Allmacht zu ergründen. Das kafkaeske Moment dieser Geschichte wird besonders dadurch deutlich, daß der Protagonist auf dem Weg zum und ins Schloß immer neuen, immer widrigeren Um- und Zuständen begegnet. Er kämpft gegen diese bürokratische Allmacht, die den anfangs angesehenen Neuling im Dorf zum Sklaven seiner Interessen werden läßt. Auch die Erniedrigungen durch die Dorfbewohner und der Sekretäre des Verwaltungsapparates des Schlosses erträgt er. Doch Sieger bleibt - wie meist bei Kafka - die Ohnmacht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Düsteres Meisterwerk über einen Außenstehenden, 26. September 1999
Von Ein Kunde
Neben „Der Process" der zweite große Roman aus Kafkas Feder. Anders als ersterer wurde das Schloß nie eigentlich beendet, die einzelnen Kapitel wurden erst nach Kafkas Tod von seinem Freund Max Brod geordnet (anstatt sie testamentsgemäß zu verbrennen). Trotzdem ist der Roman von einigen wenigen Kapiteln am Schluß durchgehend strukturiert und chronologisch aufgebaut. Der Landvermesser Joseph K. wurde ins Dorf am Schloß gerufen, um dort festzustellen, daß man ihn eigentlich gar nicht brauch. Ihm wird zwar Bleiberecht gewährt, und er versucht, daß Schloß zur Klärung seiner Situation zu erreichen, während er sich, obwohl stets nur der geduldete Außenseiter, immer weiter in das Leben des Dorfes hineingezogen wird. Wer den „Prozeß" kennt, weiß, welchen Ausgang K.s Bemühungen nehmen. Die Atmosphäre in „Das Schloß" ist noch weitaus düsterer und bedrückender als im „Prozeß", fast alles um K. herum ist ihm feindlich gesinnt, seine Isolation ist praktisch vollständig, ein Entrinnen von vorneherein unmöglich. Die Konfrontation mit den niederen Beamten und Verwaltern, bis zu denen K. vordringen kann, bestätigt nur die absolute, nicht hinterfragbare Macht, die diese über ihn (und alle anderen Dorfbewohner) haben, jeglicher Widerstand ist zwecklos, abgesehen davon, daß außer ihm sowieso niemand an so etwas denkt. Das Buch ist zweifelsohne kein leichter Stoff, man muß schon eine gewisse Vorliebe für den Autor mitbringen, um daran seine Freude zu haben. Genial ist es allemal. Als Einstiegsliteratur in die Werke Kafkas ist es sicherlich nicht zu empfehlen, hierfür eignen sich „Der Prozeß" oder seine Erzählungen sicherlich besser.
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Der Prozess von Franz Kafka (Gebundene Ausgabe - 31. Januar 2006)
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