Amazon.de: Kundenrezensionen: Schopenhauer und Die wilden Jahre der Philosophie

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42 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein grosses Buch ueber Schopenhauer
Dieses Buch ist mit Abstand eines der wertvollsten, tiefsinnigsten, sensibelsten und bildungsgeladensten Buecher, die ich seit langem gelesen habe.
Ruediger Safranski hat sich Schopenhauer, seine Familie und sein Werk, aber auch seine Umwelt, die geschichtlichen Ereignisse, die philosophischen Stroeme vorgenommen. In dieser Umgebung zeichnet er uns ein sensibles,...
Veröffentlicht am 24. Juli 2006 von V. Spillner

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versus
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2.0 von 5 Sternen Guter anfang, schlechtes Ende!
Zwar ist Rüdiger Safranski eine interessante Biographie gelungen, jedoch finde ich sie sehr herablassend geschrieben. Die Bemerkung, Schopenhauer wäre nur ein "Zaungast" gewesen wirkt sehr weit hergeholt. Um so über einen Menschen zu urteilen, hätte man ihn wenigstens persönlich kennen müssen!
Vor 21 Monaten von Philipp Bartels veröffentlicht

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42 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein grosses Buch ueber Schopenhauer, 24. Juli 2006
Dieses Buch ist mit Abstand eines der wertvollsten, tiefsinnigsten, sensibelsten und bildungsgeladensten Buecher, die ich seit langem gelesen habe.
Ruediger Safranski hat sich Schopenhauer, seine Familie und sein Werk, aber auch seine Umwelt, die geschichtlichen Ereignisse, die philosophischen Stroeme vorgenommen. In dieser Umgebung zeichnet er uns ein sensibles, kluges Bild von Arthur Schopenhauer. Wir begreifen, wie sehr Schopenhauer aus der Tradition von Platon, Descartes und Kant erwuchs und wie wichtig es ihm war, sich von den Ich-Subjektivisten um Fichte abzugrenzen.
Wir lernen, wie fremd ihm seine Mutter Johanna Schopenhauer wurde, als diese nach dem Tode des vergoetterten Vaters einen Teesalon in Weimar eroeffnete, dem auch Goethe regelmaessig angehoerte. Wir begleiten Arthur auf seinem Weg vom schuechtern gegen den Strom anschwimmenden bis zum heftig wetternden Philsophen, der die Philosophie des Loslassens formulierte, eine Philosophie der Kontemplation:
Erst, wenn wir uns ganz in ein Objekt versenken, hoeren wir auf, ein Werkzeug des "Willens" zu sein. Waehrend die Naturwissenschaft die Gesetze der Erscheinungen des Willen beschreibt, vermag es der Kuenstler, hinter die Erscheinung, bis zum eigentlichen "Ding an sich", dem "Willen", hindurchzusehen und ihn zu erkennen. Nirgends mehr als in der Musik wird der "Wille" unmittelbar offenbar.
Wir begreifen, aus welcher persoenlichen und allgemein welthistorischen Position heraus Schopenhauer zum Satz der "Verneinung des Willens" kam.

Ich bin wirklich beeindruckt von dem Buch. Auf jeder Seite fand ich entweder eine tiefe Einsicht in Schopenhauer und jene Philosophen, die ihn zeitlich oder inhaltlich umgaben, oder aber eine allgemein-sensible Bemerkung Safransiks, die es sich anzustreichen lohnte.
Safranski ist von breiter geisteswissenschaftlicher Bildung und vermag es, uns den Menschen Schopenhauer auch persoenlich so nahe zu bringen, dass wir ihn ganz und gar verstehen und mit ihm fuehlen.
Daneben wird die Philosophie aus der Tradition so gut motiviert und erklaert, dass man ein festes Netz historischer und gedanklicher Bruecken zurueckbehaelt.
Ich bin dankbar, dass kluge Menschen wie Safranski sich Zeit nehmen, das Lebenswerk eines Philsophen so bunt und lebendig zu einem Erinnerungswerk zu verweben.
Hoechst lesenswert fuer "sehr" Schopenhauer-Interessierte.
Allerdings ist es nicht geeignet als rasche Einleitung oder Uebersicht. Dafuer empfehle ich lieber die auch sehr gute rororo Monographie. Dieses Buch hier ist wirklich ein dicker Band, fuer den man sich Zeit nehmen muss.
Aber es lohnt sich. Ein grosses Buch. Lesenswert.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Philosoph des Heulens und Zähneklapperns, 24. Juli 2008
Ein komischer Kauz muss er gewesen sein, dieser 1787 in Danzig geborene Arthur Schopenhauer. Schon früh zeigte sich sein dominanter Charakter mit einem Hang zur Besserwisserei. Den Grund hierfür sieht Safranski in der fehlenden Bindung zur Mutter in Arthurs frühester Kindheit: "Wem es an grundlegender Lebensbejahung mangelt, nicht aber an stolzem Selbstbewusstsein, der ist, wie Arthur, dafür disponiert, auf alles Lebendige jenen verfremdenden Blick zu werfen, aus dem die Philosophie kommt: die Verwunderung darüber, daß es überhaupt Leben gibt" (31). Im Alter von 27 Jahren schrieb Schopenhauer sein bahnbrechendes Werk Die Welt als Wille und Vorstellung: Die Welt als Wille und Vorstellung I: Bd 1, welches aber bis zum Jahr 1853 von der Öffentlichkeit ignoriert wurde, was Schopenhauers Eitelkeit tief verletzte, so dass er sich immer wieder abschätzig über seine Zeit äußerte: "Mein Zeitalter [...] ist nicht mein Wirkungskreis, sondern nur der Boden auf dem meine physische Person steht, welche nur ein unbedeutender Theil meiner ganzen Person ist" (394). Gegen Lebensende lief er oft mit seinem Hund lautstark Selbstgespräche führend durch Frankfurt und als er in hohem Alter endlich die Anerkennung erfuhr, die er sich immer gewünscht hat, kommentiert er selbstbewusst: "Der Nil ist in Kairo angekommen".

Nicht nur aufgrund seiner Person, auch aufgrund seiner Philosophie passte Schopenhauer nicht so recht in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Hegel, der große Dominator des Zeitgeistes, predigte sein Konzept des Weltgeistes, welches den Weg in eine bessere Zukunft wies. Fichte, der Ich-Philosoph, konzentrierte sich auf die schaffenden Kräfte des Individuums und Marx sah diese schaffende Kraft zwar nicht im Individuum, dafür aber in der Körperschaft des Proletariats. Anders Schopenhauer. Er gilt bis heute als der große Pessimist unter den Philosophen, für den das Leben weniger als etwas zu Gestaltendes, sondern vielmehr als etwa zu Erduldendes gilt. Unvergessen sein Satz: "Eine Philosophie [...] in der man zwischen den Seiten nicht die Tränen, das Heulen und Zähneklappern und das furchtbare Getöse des gegenseitigen allgemeinen Mordens hört, ist keine Philosophie" (453).

Kernelement der Philosophie Schopenhauers ist das Konzept des Willens. Der Wille ist die der menschlichen Existenz zu Grunde liegende Grundstruktur. Und diese Grundstruktur ist nichts Schaffendes, nichts Positives, sondern etwas Destruktiv-Negatives: Der Wille, der allem zugrunde liegt, ist eben nicht Geist, der sich verwirklicht, sondern ein blindes, wucherndes, zielloses, sich selbst zerfleischendes Treiben, ohne Transparenz auf etwas Gemeintes, auf etwas Sinnvolles hin" (310f.). Safranski fasst prägnant zusammen: "Der Wille hat kein Ziel, er kreist als blinder Drang. Er berechtigt zu keinen Hoffnungen. Man kann ihm das Projekt einer geschichtlichen Vernunft nicht anvertrauen" (329). Dieser Wille manifestiert sich nach Schopenhauer am Ursprünglichsten im Sexualakt: "Wenn man mich fragt, wo denn die intimste Erkenntniß jenes inneren Wesens der Welt, sein Ding an sich, das ich den Willen des Lebens genannt habe, zu erlangen sei? [...] - so muß ich hinweisen auf die Wollust im Akt der Kopulation. Das ist es! Das ist das wahre Wesen und der Kern aller Dinge, das Ziel und Zweck alles Daseyns" (400). Man kann sich vorstellen, warum es so lange gedauert hat, bis Schopenhauer und seine Zeit zueinander gefunden haben.

Rüdiger Safranski schafft es wie kaum anderer deutscher Philosophie, anspruchsvolle Themen massenkompatibel zu verpacken ohne zu große inhaltliche Reibungsverluste in Kauf nehmen zu müssen. Seine Biografien über Nietzsche: Biographie seines Denkens (2000) und Ein Meister aus Deutschland: Heidegger und seine Zeit (1994) waren allesamt Bestseller und Safranskis neuestes Buch Romantik. Eine deutsche Affäre (2007) befindet sich seit Monaten in den Bestsellerlisten. Ein Grund hierfür dürfte sein, dass Safranski ein sehr guter Erzähler ist, der in der Lage ist, auch schwierige Sachverhalte rhetorisch anspruchsvoll und dennoch verständlich zu vermitteln. "Schopenhauer" ist viel mehr las die Rekonstruktion des Lebens eines Mannes, sondern vielmehr die Darstellung eines gesamten Zeitabschnitts aus philosophischer Perspektive. Detailliert geht Safranski auf Teile von Kants Philosophie ein, da Schopenhauer sein Konzept des Willens aus Kants Konzept des "Ding an sich" entwickelte. Auch Hegels Philosophie, die die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts bestimmte, wird näher umschrieben.

Fazit: Sehr gut geschriebene Biografie eines schwierigen Mannes und eines großen Philosophen, der bis heute nachwirkt. Nachfolgende Denker wie Nietzsche oder auch Michel Foucault ließen sich von Schopenhauer inspirieren. Zugleich entwirft die Darstellung ein Panorama des gesamten philosophischen Diskurses der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
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17 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Schopenhauers Welt, 17. Dezember 2005
Als ich die ersten 100 Seiten des Buches gelesen hatte dachte ich: Das ist alles was man über Schopenhauer nicht wissen sollte.
Denn einen Helden (egal ob es ein Held des Geistes oder der Tat ist) sollte man gar nicht als Kind kennen. Denn es wirkt lächerlich z.B. Napoleon (der im Buch auch öfters erwähnt wird)
im Sandkasten beim Sandkuchenbacken zuzuschauen. Natürlich muß auch Napoleon irgendwann ein kreischendes Kleinkind gewesen sein, aber man kann es sich schwer vorstellen.

Wenn man das Buch allerdings weiterliest bemerkt man, dass Safranski wirklich Kenner der Materie ist. Er kann dem Leser philosophische Theorien im Vorübergehen vorstellen, an denen sicher mancher (der nur das Original gelesen hat) verrückt geworden ist. Er schafft es sogar gegenüber einem solchen Denker auf einer Metaebene zu stehen.

Ich würde empfehlen zuerst das Schopenhauer Werk (Welt aus Wille und Vorstellung) zu lesen und danach das Buch von Safranski.
Auf diese Weise bekommt man nocheinmal Zusammenhänge erleuchtet,
die bei Lektüre des Originals vielleicht nicht klar waren.

Ausserdem kennt Safranski ja nicht nur Schopenhauer, sondern vergleicht mit den anderen Denkern der Zeit.

Nur eins muß Herrn Safranski klar sein: Schopenhauer selbst war ein erklärter Feind aller Sekundärliteratur. Ihm hätte es nicht gefallen.

Dann sei noch erwähnt, dass das Buch von Safranski auch manchmal unfreiwillige Komik enthält. Z.B. schreibt Schopenhauer 1815 einen Brief an Goethe und erwartet sehnsüchtig die Antwort. Als diese nicht kommt ist er sehr verzweifelt. Die Antwort kommt dann irgendwann 1915 (laut Buch). Schopenhauer hat also 100 Jahre gewartet. (Nun gut, nur ein Druckfehler)

FAZIT: UNBEDINGT LESEN

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10 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen wahrlich eine bewegte zeit, 31. Oktober 2004
nun ja, die wilden jahre der philosophie stehen tatsächlich eher im mittelpunkt als schopenhauer. man erfährt einiges über die beziehung zu seiner kindheit, seiner beziehung zu seiner familie, und über seine beziehungen zu frauen und bekannten, zb. goethe. seine philosophie bringt safrinski an manchen stellen sehr schön auf den punkt (aber meiner meinung nach nur für jene leser die schopenhauers philosophie bereits kennen) und fragt dann berechtigt: warum lebt schopenhauer nicht danach?

die wilden jahre der philosophie werden im geschichtlichen kontext dargestellt. v.a. napoleon's feldzüge. die relevanten philosophien werden zwar erklärt aber m.e. unzureichend für einen laien. kennt man hingegen kant, fichte und co. einigermassen so wird ihre philosophie, wie bereits erwähnt, in kontext zu den geschichtlichen ereignissen gesetzt, was wiederum ganz nett ist.

fazit: man muss schon einiges vorwissen zu schopenhauer und zu anderen philosophen, als auch zu den geschichtlichen ereignissen des 19 jhdts. (vor allem des frühen) haben, um safrinskis "erzählung" geniessen zu können. natürlich ist es nicht leicht diese komplexen umstände erzählerisch ansprechend darzustellen. safrinski hat so gesehen gute arbeit geleistet.

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5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Gelung. Kombination aus Biographie und Philosophiegeschichte, 29. November 2001
Safranski gelingt es in interessanter Art und Weise die Lebensgeschichte UND die gesellschaftliche Epoche zu verdeutlichen. Dieses Buch kann als Ausgangspunkt für eine Beschäftigung mit der Zeit und der Philosophie dieser Zeit gesehen werden.
Er verdeutlicht auch, wie Schopenhauer zu seiner Art Philosophie gelangt ist.

Beispielsweise wird deutlich, weshalb Schopenhauer seine Dissertation zweimal schrieb, ja schreiben musste. Seine erste Fassung war der Anfang seines Denkens, und die erweiterte zweite Fassung 30 Jahre später enthielt die gleichen Gedanken präzisiert und zugespitzt.

Absolut lesenswert - mir selbst fehlt nur ein Stichwortverzeichnis und eine Zeittafel, sonst gäbe es fünf Sterne

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0 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Guter anfang, schlechtes Ende! , 21. April 2008
Zwar ist Rüdiger Safranski eine interessante Biographie gelungen, jedoch finde ich sie sehr herablassend geschrieben. Die Bemerkung, Schopenhauer wäre nur ein "Zaungast" gewesen wirkt sehr weit hergeholt. Um so über einen Menschen zu urteilen, hätte man ihn wenigstens persönlich kennen müssen!
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5.0 von 5 Sternen Sehr gut lesbare Schopenhauerbiographie, 21. Januar 2000
Von Ein Kunde
Das Buch stellt eine sehr gut lesbare Schopenhauerbiographie dar, die auch ein Gefühl für die zur damalige Zeit vermittelt. So werden Zeitgenossen Schopenhauers wie zB Goethe und dessen Verhältnis zum sich entwickelnden Schopenhauer mit einiger Ausführlichkeit beschrieben. Der Leser erhält ein Gefühl für die politischen Probleme der damaligen Zeit durch Darstellung der damals agierenden politischen Figuren. Das der Schopenhauerschen Philosophie ebenfalls der gebührende Raum eingeräumt wird ist selbtverständlich. Dies geschieht in einer immer sehr gut verständlichen, spannenden Art der Darstellung. Insgesamt eine der ausführlichsten und am besten lesbaren Schopenhauerbiographien, die sich nicht ausschließlich auf Schopenhauer selbst konzentriert, sondern durch Beleuchtung der die damalige Zeit prägenden Figuren und Ereignisse, ein plastisches Bild der damaligen Zeit und der Entwicklung Schopenhauers vermittelt.
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Schopenhauer und Die wilden Jahre der Philosophie
Schopenhauer und Die wilden Jahre der Philosophie von Rüdiger Safranski (Broschiert - Juni 2006)
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