Amazon.de: Kundenrezensionen: Mentor Lektüre Durchblick, Woyzeck

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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen gute Übersicht
Das hier wird eine Rezension zu der Mentor Lektürehilfe zu Georg Büchners Woyzeck. Schließlich ist das ja auch der Artikel, der hier rezensiert werden soll... ob das Drama gefällt oder nicht, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle.
Die Lektürehilfe stellt den Inhalt des Dramas sehr kurz gefasst und übersichtlich dar. Ergänzt wird das ganze durch zahlreiche...
Veröffentlicht am 2. Februar 2007 von MoupCoup

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versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Königs Erläuterungen zu Woyzeck : z.T. leider Fehldruck
Im Großen und Ganzen ist der Lektüreschlüssel wirklich hilfreich.
Ich benutze ihn, um mich auf mein Deutsch-Colloquium vorzubereiten, da ich als Schwerpunkt Woyzeck gewählt habe.

Das Taschenbuch ist sehr gut strukturiert und daher übersichtlich.
Allerdings wird die Inhaltsangabe bereits interpretiert, was ich persönlich aber nicht schlecht finde -...
Vor 21 Monaten von Simone D. veröffentlicht

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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen gute Übersicht, 2. Februar 2007
Das hier wird eine Rezension zu der Mentor Lektürehilfe zu Georg Büchners Woyzeck. Schließlich ist das ja auch der Artikel, der hier rezensiert werden soll... ob das Drama gefällt oder nicht, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle.
Die Lektürehilfe stellt den Inhalt des Dramas sehr kurz gefasst und übersichtlich dar. Ergänzt wird das ganze durch zahlreiche Schaubilder. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier nicht um eine Interpretationshilfe, sondern um eine Lektürenhilfe. Dementsprechend kurz sind auch die Interpretationsansätze gehalten. Sie sollen lediglich zum besseren Verstehen und Erfassen des Inhalts dienen und einen Denkanstoß geben, bzw. eine Interpretationsrichtung einleiten. Die Interpretation an sich, bleibt jedoch dem Leser überlassen. Die Lektürenhilfe konzentriert sich sehr darauf, dem Leser einen Überblick über das gesamte Drama zu verschaffen, indem viel Wert auf die Charaktere und deren Beziehungen zueinander, als auch auf den historischen Hintergrund der Charaktere oder des Autors gelegt wird.
Mir hat die Lektürehilfe in der Vorbereitung auf die Klausur geholfen, aber besonders jetzt, während der Vorbereitung auf das Abitur, kann man mit ihr vergessenes sehr gut wieder in Erinnerung rufen. Aus meiner Sicht nur zu empfehlen!!! :)
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Gesellschaftskritisches Dramenfragment, 27. April 2001
Von Ein Kunde
Georg Büchners Dramenfragment "Woyzeck" basiert auf den realen Geschehnissen des Jahres 1821: Am 21. Juni 1821 ersticht der arbeitslose Friseur Johann Christian Woyzeck seine untreue Geliebte Johanna Woost aus Eifersucht. Als Büchner diesen Stoff aufgreift, geht es ihm nicht um die Darstellung und Kommentierung des Geschehenen. In seinem Dramenfragment will er die Umstände aufzeigen, die den Soldaten Woyzeck dazu bringen, Marie, die Mutter ihres gemeinsamen, unehelichen Kindes, geistig verwirrt und destabilisiert zu töten. Dabei kritisiert Büchner die Gesellschaft jener Zeit, Adel gleichermaßen wie das Bürgertum, und deren Selbstgefälligkeit. Woyzeck erscheint eher als Opfer denn als Täter: Seiner Umwelt ist er als Pauper, als Angehöriger des 4. Standes, hilflos ausgeliefert. Der Hauptmann der ihn als "dumm" und Mann "ohne Tugend" bezeichnet oder der Doktor, der an Woyzeck Menschenversuche begeht, sind Exponenten der verachtenswerten Gesellschaft. Büchners Werk ist das meistgespielteste Drama des Realismus und bei Schülern äußerst beliebt aufgrund der Länge von nur 30 Seiten. Trotz seines Alters von 150 jahren ist "Woyzeck" noch immer aktuell. Menschenversuche stellen die Frage nach dem Wert des Menschen (Genversuche!) oder Maries Rolle als alleinerziehende Mutter: Hat sich ihre Stellung im Laufe der Zeit wesentlich verbessert? Die Rolle des Menschen in Bezug auf seine soziale Stellung ist ebenso Gegenstand des Werkes.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Fundierte Verständnishilfe, 27. Februar 2005
Von Philipp O. (Baden-Württemberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Büchners „Woyzeck" ist eines der wichtigsten literarischen Dokumente des Vormärz und wird in der germanistischen Forschung als das erste Sozialdrama angesehen. In der Tat ist das Fragment geprägt von heftiger Kritik an den Gesellschaftsverhältnissen, welche die Menschen unterdrückt und voneinander entfremdet.
Wilhelm Große hat sich dem anspruchsvollen Stück in dieser Interpretation angenommen. Seine Erläuterungen sind sehr textnah und tiefgründig, er geht sowohl auf die sprachliche Gestalt des Dramas als auch den historischen Hintergrund des Entstehungsprozesses ein. Die Hauptpersonen werden charakterisiert, wichtige Szeneninhalte für sich behandelt. Insgesamt daher eine Interpretation, welche die Ansprüche befriedigt, das Verständnis des Werks und seiner Textstruktur erleichtert. Wünschenswert wäre noch gewesen, dass der Autor noch mehr Bezug auf das im Drama propagierte Menschenbild Büchners Rücksicht nimmt und insgesamt mehr auf inhaltsübergreifende Themen eingeht.

Neben „Woyzeck" ist auch eine komprimierte Interpretation von Büchners revolutionärer Flugschrift „Der Hessische Landbote" enthalten, welche vor allem die zentralen Kritikpunkte Büchners an der starren Gesellschaftshierarchie wiedergibt.
Den Abschluss bildet eine Zusammenfassung des literarischen „Realismus" Büchners sowie umfassende Unterrichtshilfen und eine Zeittafel zu Leben und Werk des Autors.
Im Ganzen liegt hier also eine fundierte, übersichtliche Lektürenhilfe (120 Seiten) vor, welche alle wichtigen Aspekte von „Woyzeck" kompetent behandelt und für eingehende Beschäftigung mit dem Werk zu empfehlen ist.

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13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sehr hilfreich für Schüler, 12. September 2002
Von Ein Kunde
Das Buch ist -wie eigentlich dei ganze Mentor-Reihe- ein echter Rettungsanker für Schüler. Jeder der mal im Deutschunterricht zu glänzen gedenkt und seine Noten verbessern will ist hier gut bedient. Auch für Faulpelze bestens geeignet, da es eine knappe(!) Zusammenfassung für jedes Kapitel enthält, und außerdem das Beziehungsgeflecht in anschaulichen Skizzen verdeutlicht wird. Natürlich gibt es auch eine gute Zusammenfassung aller wichtigen Sprach- u. Stilmittel des Werkes und ist daher gut zur Klausurvorbereitung geeignet. Daneben gibt es auch den Schuß historischer Details über Autor wie auch Werk mit denen sich z.B. gut in Einleitung und Schluß brillieren lässt. Rundum kompakt und daher sehr zu empfehlen.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Warum tretet ihr nach unten und nicht nach oben?, 30. Januar 1999
Von Ein Kunde
Das Stück, ein Fragment, basiert auf einer wahren Begebenheit. Am 21. Juni 1821 ersticht der 41jährige Friseur Johann Christian Woyzeck in Leipzig seine Geliebte aus Eifersucht. Langwierige medizinische Untersuchungen, ob Woyzeck zurechnungsfähig sei, zögern die Vollstreckung des Todesurteils hinaus, bis es schließlich am 27. August 1824 auf dem Marktplatz von Leipzig vor einer großen Menschenmenge vollzogen wird.

Dadurch, daß sein Vater Mitarbeiter der "Zeitschrift für Staatsarzneikunde" war, hat Büchner Gelegenheit, sich mit dem Fall zu beschäftigen.

Wehrmann Woyzeck ist Füsilier im 2. Regiment, 2, Bataillon, 4. Kompanie, wo er als Friseur seinen Dienst versieht. Von seinen Vorgesetzten geschunden und gequält, bessert er seinen knappen Sold dadurch auf, daß er sich einem Arzt als Versuchskaninchen zur Verfügung stellt. Die karge Freizeit verbringt er in der freien Natur, wo er aus der Tiefe der Erde seltsame Stimmen vernimmt.

Sein schwer verdientes Geld liefert er bei seiner Gefährtin ab, um sie und ihren gemeinsamen Sohn zu ernähren. Marie ist hübsch, dadurch ist es nicht verwunderlich, daß sie eines Tages einem Tamburmajor auffällt, der sie kurzerhand verführt.

Von seinem Hauptmann provokant darauf hingewiesen, daß ihm jemand Hörner aufgesetzt hat, vom Tamburmajor mißhandelt besorgt er sich ein Messer und geht mit Marie auf ein Feld neben dem Dorfteich, wo er sie ersticht.

"Ein guter Mord, ein echter Mord, ein schöner Mord. So schön, als man ihn nur verlangen tun kann." sagt ein Polizist in der letzten Szene. Wahrscheinlich deswegen, weil alles so klar zu sein scheint. Doch ist wirklich alles so klar?

Warum ersticht Woyzeck Marie? Warum ausgerechnet den Menschen, den er wirklich liebt, der genauso arm dran ist wie er? Warum schlägt er dem Hauptmann, der ihn quält, nicht den Schädel ein, warum ersticht er nicht den Tambourmajor, der seine Gefährtin verführt hat oder den Arzt, der obskure Experimente an ihm durchführt.?

Woyzeck spürt, daß es auch eine andere Wahrheit, eine bessere Welt geben muß. Er hört, wie diese Welt aus dem Kornfeld zu ihm spricht, aber da er die Sprache der Freiheit nie gelernt hat, kann er damit beim besten Willen nichts damit anfangen.

Büchner drückt damit jenes Unverständnis aus, das nur jemand kennen kann, der jenseits des Rhein den Geist der Revolution gespürt hat und nun diesseits des Rhein die Ohnmacht des kleinen Mannes der Obrigkeit gegenüber so richtig spürt. Warum tretet ihr euch gegenseitig, anstatt diejenigen zu eliminieren, die euch treten?

Aux armes citoyens, formez vos bataillons!

Hat man erst einmal den Rhein überschritten und die germanisch devote Welt hinter sich gelassen und die Luft der Freiheit geatmet, dann kehrt man nicht mehr als der zurück, der man einmal war. Man wird unbequem, man begehrt auf, man stellt Fragen und ballt seine Faust.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Königs Erläuterungen zu Woyzeck : z.T. leider Fehldruck, 16. Mai 2008
Im Großen und Ganzen ist der Lektüreschlüssel wirklich hilfreich.
Ich benutze ihn, um mich auf mein Deutsch-Colloquium vorzubereiten, da ich als Schwerpunkt Woyzeck gewählt habe.

Das Taschenbuch ist sehr gut strukturiert und daher übersichtlich.
Allerdings wird die Inhaltsangabe bereits interpretiert, was ich persönlich aber nicht schlecht finde - falls man den Woyzeck aber vorher nicht gelesen hat und nur die Hilfe liest, könnte das problematisch werden.
,
Worüber ich aber etwas enttäuscht bin, ist, dass manche Sätze oder Satzteile doppelt auftauchen. (Kommt glaub ich 3 mal vor)

Auf S. 38 unten wird außerdem ein Satz mit "Um ver-" begonnen und nicht zu Ende geführt. Auf der nächsten Seite beginnt dann ein neuer Abschnitt; ich weiß also nicht wie viel vom ursprünglichen Text fehlt!!

Sehr hilfreich finde ich auch dir Rubrik "Zeitgeschichtlicher Hintergrund"; die Biografie Büchners ist meiner Ansicht nach ein bisschen ausführlich, dafür hätte man an einigen Stellen mehr auf die damit verbundenen zeitgeschichtlichen Hintergründe eingehen können - da fehlt zum Teil etwas der Zusammenhang. (der übrigens schon sehr groß ist)

Am Ende des Lektüreschlüssels findet sich die Rubrik "Themen und Aufgaben" wieder, die sehr gut zum üben geeignet ist. Allerdings gibt es keine richtigen Lösungsansätze dazu, sondern nur Seitenverweise.

Im Großen und Ganzen hat mich das Taschenbuch aber zufrieden gestellt - schließlich soll es dem Leser auch nur zur Ergänzung dienen.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Woyzeck - ein Offenes Drama, 18. September 2007
Von M. Lehmann (Wilhelmshaven) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Woyzeck. Studienausgabe (Taschenbuch)
Georg Büchner schrieb das Stück Woyzeck kurz vor seinem Tod im Jahre 1837. Jedoch schaffte er es nicht mehr, seine Arbeit zu vollenden und Woyzeck blieb immer nur ein Fragment. Obwohl das Stück recht abrupt endet wirkt es in sich abgeschlossen.
Woyzeck ist offenes Drama, das heißt, die Szenen können in fast jeder denkbaren Reihenfolge angeordnet werden. Die Handlung und der Rote Faden bleiben trotzdem erhalten. Die Sprache in diesem Drama ist einfach Gehalten, und entspricht der wirklichen Sprache der Menschen in dieser Zeit.
Der Soldat Woyzeck, damals gehörten Soldaten zu den ärmsten der Armen, wird von seiner Freundin Marie, mit der er sogar ein Kind hat, betrogen. Zu allem Übel wird er noch von seinen Vorgesetzen und anderen Respektspersonen schikaniert und gedemütigt.
So macht beispielsweise der Hauptmann Woyzeck spöttisch darauf aufmerksam, dass Marie ihn betrügt. Am Ende des Stückes tötet Woyzeck seine Marie.

Obwohl das Drama gut durchdacht ist, und die Charaktere sehr ausgearbeitet wirken, ist es oft schwer, den eigentlichen Sinn eines jeden Kapitels zu verstehen. Obwohl die Sprache einfach gehalten wurde sind einige Sätze für den Leser oft unverständig. Hinzu kommt, dass die Charaktere der armen Schicht oft Grammatikalische Fehler in ihre Sätze einbauen und diese auch oft vorher abbrechen.

Letzten Endes ist dieses Stück quasi unverständlich ohne Hintergrund Informationen über Büchner, und die Zeit in der er lebte und die Umstände in der er Woyzeck schuff. Durch einmaliges Lesen lässt sich nicht die gesamte Größe dieses Stückes erfassen. Es sind umfangreiche Studien zu betreiben, bis man Woyzeck wirklich verstanden hat.
Von daher empfehle ich nur Leuten mit genügend Zeit und Ausdauer dieses Drama zu lesen. Ein zusätzlicher Besuch im Theater kann dem besseren Verständnis sicher nicht schaden.

Auch heute noch hat Woyzeck Gültigkeit. Die Themen, Armut, Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Eifersucht sind auch heute noch Aktuell.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Reise in den Kopf, 24. März 2007
Diese Rezension stammt von: Woyzeck. CD (Audio CD)
Der Pisa-Schock sitzt uns allen in den Knochen, und es wird in den Kultusministerien unter Schweiß und Tränen überlegt, wie der Abiturientenjugend beizubringen sei, was schönes, edles Deutsch nun wirklich sei und ausmache, wie Schiller die Exposition in den »Räubern« oder in »Kabale und Liebe« mit leichter Hand gestaltet habe, oder was der junge Goethe unter einer kessen und theatralischen Dreiecksbeziehung mit Decknamen »Stella« dramaturgisch alles versteckt hielt. Und so haben sich jüngst die Hörspielredaktionen von SWR und MDR und der Argon Verlag zusammengeschlossen um mehrere Klassiker wie »Emilia Galotti« (Lessing), »Urfaust«, »Iphigenie auf Tauris«, »Stella« (Goethe), »Die Räuber«, »Kabale und Liebe« (Schiller), »Der Hofmeister« (Lenz), »Der zerbrochene Krug«, »Prinz Friedrich von Homburg« (Kleist) und »Woyzeck« (Büchner) via CD ins Klassenzimmer zu bringen. Wobei es dem leitenden Projektregisseur Leonhard Koppelmann nicht um wie auch immer geartetes »Regiehörspiel« ging, sondern um ganz textnahe und unprätentiöse Auslegung der jeweiligen Vorlage. Koppelmann erläutert hierzu: »Dialoge zu lesen, ist schwierig für Ungeübte. Gesprochen jedoch entfalten sie ihren unentrinnbaren Reiz. Dazu bestechen die Theatertexte der deutschen Klassik durch ihre zeitlose Würde, ihre tiefe Humanität, ihre hohe Sprachkunst. Die Dialoge sind wie Musikstücke. In ihnen ist jene sprachliche Virtuosität zu hören, die Goethe, Schiller, Lessing, Kleist und die anderen zu Klassikern hat werden lassen, zu Tragsäulen unseres kulturellen Erbes.« Unterstützt wird das Projekt im übrigen durch die Kultusministerien von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und die Stiftung Medienkompetenzforum Südwest (MKFS). Zu einigen der Produktionen sind auch didaktische Handreichungen für den Unterricht vorbereitet worden, die wie beim Begleitmaterial zu »Emilia Galotti« Möglichkeiten einer modernen Theater- und Medienpädagogik für die Schule aufzeigen. In »Woyzeck«, das ich hier stellvertretend für das Gesamtkonzept der Reihe »Klassik: Jetzt!« hervorheben möchte, prägen Satzfetzen und eine gehetzte Atemlosigkeit das Sujet. Sie verraten Wucht und Wut, längst ehe Woyzeck (Werner Wölbern) seine untreue Geliebte Marie (Sandra Hüller) ersticht. Unter ihm »schwankt die Erde«, über sich wähnt er »Getös? am Himmel«, rundum verfolgen ihn Stimmen oder pochende Wände. So klug wie expressiv lädt die Sprach- und Klangkomposition jedes Geräusch, jede abgerissene Melodie mit Bedeutung auf. Wenn dieser radikale akustische Zugang die wilde Jagd in Woyzecks Kopf offen legt, wird das Hörspiel zum Königsweg ins Unbewusste. Frische und Klarheit sind für Koppelmann und die Ensembles in allen Inszenierungen unüberhörbar Programm. Fern von theatralischer Deklamation, fern auch von modischen Regiegags wagt der junge Regisseur die Konzentration auf die »Sprach-Sinfonien«. Die textnahe Inszenierung ist wohltuend für die Ohren und dürfte auch in den Schulen Fürsprecher finden. Die CD-Edition »Klassik: Jetzt!« dürfte ein Renner werden, da das Hören allemal komfortabler ist als das Blättern in vergilbten Reclam-Seiten.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Klassiker des realistischen Dramas, 23. Januar 2007
Mit Woyzeck hat Georg Büchner einen neuartigen dramatischen Helden geschaffen, der nichts mehr mit dem Heros der klassischen Werke gemeinsam hat. Von Armut geplagt und von seinen Mitmenschen diskriminiert, ist Woyzeck ein totaler Antiheld. Das Drama, das wegen Büchners frühem Tod ein Fragment geblieben ist, erzählt die tragische Geschichte des mittellosen Soldaten Woyzeck, der, um seine Geliebte Marie und das gemeinsame Kind ernähren zu können, alles Menschenmögliche auf sich nimmt. Neben seiner Schufterei muss Woyzeck die Gewaltausbrüche und Moralpredigten seiner Vorgesetzten über sich ergehen lassen. Schlussendlich auch noch von seiner Geliebten betrogen, verliert er seine letzte Lebenshoffnung. Er versinkt endgültig im menschlichen Elend und sieht nur noch einen Ausweg: die Ermordung Maries. Büchners Stück, das scharfe Kritik an der Gesellschaftsordnung der Restaurationszeit um 1830 übt, führt meisterhaft die ausweglose Situation der Armen in einer von den Reichen beherrschten Welt vor Augen. Mit dieser erstmals so unverhüllt gezeigten Darstellung der gesellschaftlichen Realität revolutionierte "Woyzeck" das deutsche Drama und beeinflusste stark die Literatur des 20. Jahrhunderts.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen unvollendetes Meisterwerk, 12. Januar 2000
Von Ein Kunde
Georg Büchners Woyzeck ist das wohl bekannteste Werk des Autors, der leider viel zu früh verstorben ist. Er schrieb bis zu seinen Tod im Februar 1837 daran und es wurde erst lange nach seinen Tod im Jahre 1879 uraufgeführt und löste damals eine große Wirkung aus, der sich auch der heutige Leser kaum entziehen kann. Das Stück gibt es in verschiedenen fassungen und auch die Reihenfolge der Szenen ist höchst umstritten, aber gerade dies macht dieses Werk auch so geheimnisumwittert. Woyzeck beruht wie Dantons Tod oder Lenz auf historischen Quellen. Hierbei handelt es sich um die Geschichte des entlassenen Soldaten Woyzeck, der seine Geliebte getötet hatte und , für zurechnungsfähig erklärt, zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Doch Büchner stellt mit diesen Stück gerade die Frage nach der Verantwortlichkeit der Moral, Religion, Wissenschaft und den sozialen Verhältnissen. So das dieses Werk seiner Zeit weit voraus war. Es zählt auch heute noch zu den meistgespielten Theaterstücken unserer Zeit. Und das spricht ja wohl für sich. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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