Amazon.de: Kundenrezensionen: Der Fürst

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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Missverständlich?
Wie Carl von Clausewitz und Sunzi ist Niccolo Macchiavelli als eine der umstrittenen und gerne kopierten Größen auf dem Gebiet politisch-militärischer Philosophie bekannt. Machiavellis "der Fürst" etwa gilt auch heute noch als Pflichtlektüre für Politikwissenschaftler und Machiavellismus bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch eine skrupellos Machtpolitik, die den Erhalt...
Vor 22 Monaten von Mario Pf. veröffentlicht

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versus
36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen schwer verständlich
Der Einfluss Machiavellis auf das moderne Zeitgeschehen ist nicht zu vernachlässigen. Wenngleich seine Arbeit naturgemäß Aspekte beinhaltet, die heutzutage eher unwichtiger Natur sind, wie zum Beispiel die Frage, ob ein Staat sich eher durch eigene denn durch fremde Truppen schützt, so ist und bleibt Machiavelli der Begründer des politischen empirischen Realismus...
Veröffentlicht am 22. Oktober 2007 von Julia Möller

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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Missverständlich?, 28. März 2008
Von Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
Diese Rezension stammt von: Der Fürst (Broschiert)
Wie Carl von Clausewitz und Sunzi ist Niccolo Macchiavelli als eine der umstrittenen und gerne kopierten Größen auf dem Gebiet politisch-militärischer Philosophie bekannt. Machiavellis "der Fürst" etwa gilt auch heute noch als Pflichtlektüre für Politikwissenschaftler und Machiavellismus bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch eine skrupellos Machtpolitik, die den Erhalt des Staates mit aller Gewalt an oberste Stelle setzt. Dabei war Machiavelli selbst Zeit seines Lebens Republikaner und hat mit seinen "Discorsi" ein fundiertes Werk über die Politik in den Stadtstaaten des Renaissance-Italiens vorgelegt. Sein Fürst ist dabei Lorenzo II. de Medici gewidmet, dessen Familie die Republik Florenz wieder zerschlagen hatte, wobei Machiavelli gleichzeitig den Sohn Papst Alexander VI., Cesare Borgia, als Idealtypus eines Fürsten präsentiert.

Um "der Fürst" zu verstehen, darf man nicht vergessen, unter welchen Umständen dieses Werk entstanden ist. Nach der Rückkehr der Medicis an die Macht wollte sich der in ihrem Namen einst gefolterte Philosoph mit ihnen gutstellen und verfasste einen Fürstenspiegel, um sein Wohlwollen zu demonstrieren. Ob dies ernst gemeint war oder nicht, sei dahin gestellt, hatte Machiavelli doch auch Satiren und Komödien verfasst, in denen er deutlich als Zyniker erkennbar ist. Die totalitären und absolutistischen Töne, welche man am Fürst zu erkennen glaubt, sind wie der Fürst als Herrscher selbst, aus Sicht Machiavellis immer nur eine Übergangslösung zur Republik gewesen.

Immer wieder flechtet Machiavelli Auszüge aus der ereignisreichen italienischen Geschichte ein und lässt seine Bewunderung für Cesare Borgia durchblicken, dessen Feldzüge im Namen des Kirchenstaats viele Fürsten um ihre Herrschaft fürchten ließen und die Angst vor einem geeinten Italien heraufbeschwor. Für Machiavelli wäre diese kühne Vision eines anfangs autokratischen, aber geeinten Italiens eine Vorstufe für die künftige Republik gewesen. Der Fürst sollte mit eiserner Hand eine staatliche und politische Ordnung errichten, um später die Zügel in die Hände seines Volkes zu legen. Dabei forder Machiavelli immer wieder auch dass die Kriegskunst nicht zu vernachlässigen ist, sichert doch vor allem anderen sie den Herrschaftsanspruch eines Fürsten. Auch das, um die künftige Republik, vor ihrer vollendeten Transformation nicht zum Opfer fremder Expansionsgelüste werden zu lassen. Machiavelli billigt jedoch den Machterhalt, als oberste Priorität des Fürsten, etwas das pervertiert zur Verfolgung dynastischer und egoistischer Interessen folgen kann, die Machiavelli wiederum geißelt. Es ist besser zum Fürsten erhoben zu werden, denn als solcher geboren zu werden.

Schlecht sind Menschen nicht von Natur aus, aber laut Machiavelli durch die Art, wie sie ihre Ambitionen verfolgen. Ein Fürst der sich Machiavellis Idealen verpflichtet fühlt, sollte allerdings vor allem anderen seine geschichtliche Bedeutung im Auge haben, nicht aufgrund seines Gottesgnadentums, sondern der Aufgabe einen Staat zu führen und in die Republik zu geleiten. Dabei ist es kein Widerspruch, wenn dieser autokratische Übergangsfürst auch zu "bösen" Mitteln greifen muss, um den Staat als solchen zu erhalten. Ein Fürst darf nicht den niederen Interessen eines einfachen Mannes oder einer einfachen Frau verfallen und sich an fremden Partnern und Vermögen vergreifen, sein Amt dient dazu eine geschichtliche Aufgabe zu erfüllen, nicht sich selbst oder seine Dynastie zu bereichern. Dabei vertritt Machiavelli praktische Ansichten zur Kriegsführung und Landesverteidigung, welche seiner Ansicht nach auf einem stehenden Heer statt Söldnern basieren sollte, während Kriege nur geführt werden dürfen, wenn man sie gewinnen kann, nach der Maxime, ein verwundeter Feind ist dein schlimmster Feind, also kämpfe gegen keinen Feind den du nicht töten kannst.

Natürlich problematisch sind Machiavellis Ansichten dazu, dass es besser ist als Herrscher gefürchtet denn geliebt zu werden. Dem Volk unterstellt er ein treuloses Verhalten, Wankelmut und daher in kritischen Momenten geringes Interesse an staatlichen Belangen. Als Renaissance-Mensch der den Fall und Aufstieg von republikanischen Stadtstaaten erlebt hat, könnte diese Ansicht klarerweise aus eigener Enttäuschung und zynischer Resignation entstanden sein, wenn jene Massen, die einst der Republik, später einem neuen Herrscher zujubelten.

Friedrich der Große kritisiere Machiavelli, Napoleon I. schrieb ausführliche Kommentare zu "Der Fürst" und Benito Mussolini befasste sich mit diesem Werk. Für den einen mag das als Grund für Bewunderung Macchiavellis reichen, für andere ist es Beweis, dass er ein diktatorisches und ungerechtes System der Unterdrückung und Ausbeutung legitimiert, auch wenn das Ziel jeder Autokratie laut ihm schlussendlich die Republik sein sollte, denn nur in dieser kann die Regierungsgabe am besten genutzt werden und ein Staat sein volles Potential erlangen. Aber Machiavelli hat auch die Manipulierbarkeit des Volkes erkannt, das eben doch nicht eine überlegene Weisheit besitzt. Ob man Machiavelli auch heute noch ernst nehmen kann, gilt es zu hinterfragen, denn die Weltordnung welcher sein Werk und die Theorien entspringen ist heute Geschichte, wobei manches sich zu wiederholen scheint und sich so zeitlos zu bewahrheiten scheint. Die gefühlsmäßige Kritik am als faschistisch verdammten Staatensystem Renaissance-Italiens und der Theorien eines Niccolo Machiavelli greift mir eindeutig zu kurz, denn der Autor und Staatsphilosoph forderte klare Prinzipien und eine grundlegende Rechtsstaatlichkeit von einem Fürsten, dieser darf im Interesse des Staates über alle anderen Autoritäten hinweg handeln, aber dezidiert nicht aus persönlichen, familiären oder finanziellen Interesse.

Fazit:
Der Fürst ist eines jener Bücher, das die Gemüter erhitzt und dennoch sehr missverstanden aus dem Kontext gerissen immer wieder verdammt oder glorifiziert wird. Um sich selbst eine Meinung zu bilden, sollte man es natürlich auch heute noch lesen, da es zudem als Standardwerk der politischen Bildung gilt, aber nicht darauf vergessen, es auch im historischen Kontext zu betrachten.
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96 von 102 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Höchst relevant!, 8. August 2001
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Der Fürst (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte mir dieses Buch gekauft, weil es ein Klassiker der Weltliteratur ist und man immer wieder Artikel oder Bücher liest, in denen Bezug auf Machiavelli genommen wird - man will ja schließlich mitreden können. Um so überraschter war ich, wie brandaktuell dieses Buch ist. Obwohl vor fast 500 Jahren geschrieben, ist es immer noch höchst relevant für alle, die in verantwortungsvollen Positionen sitzen. Machiavellis Ratschläge zur Regierung eines Landes oder zur Übernahme einer (Staats)Macht kann meiner Meinung nach direkt auf das Top-Management übertragen werden. Seine Argumente sind plausibel und fundiert, er analysiert jedes Problem, das auftauchen könnte, und denkt es zu Ende. Ich war zuerst skeptisch, weil Machiavelli oft in Zusammenhang mit brutaler Machtpolitik genannt wird. Das ist auch nicht ganz aus der Luft gegriffen, schließlich war Cesare Borgia das Vorbild für den "Fürsten". Natürlich wird heutzutage eleganter mit den Konkurrenten umgegangen als zu Machiavellis Zeiten, aber die Grundideen dürften, denke ich, immer noch gültig sein: Durch dieses Buch bekommt man einen Einblick in die Gedankenwelt der Mächtigen.
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Endlich verständlich, 13. Februar 2008
Diese Rezension stammt von: Der Fürst (Broschiert)
Wer schonmal versucht hat, Altitalienisch und Latein in unsere Sprache zu übersetzen, der weiß: das hat's in sich. Entsprechend sind herkömmliche Übersetzungen von Der Fürst für gewöhnlich recht altdeutsch, gestelzt, langsätzig und schwer verständlich.
Ralf Löffler ist es gelungen, Der Fürst ohne Abstriche in Sachen Präzision und Korrektheit der Übersetzung in modernes verständliches Deutsch zu übertragen - schon allein deshalb muss man hier fünf Punkte geben.
Das Vorwort von Dr. Horvath erläutert in einfachen Worten die Bedeutung von Der Fürst für die heutige Zeit und insbesondere für das heutige Europa.
Zusammen bilden Vorwort und Übersetzung einen Machiavelli, der überraschend aktuell ist. Wie erst kürzlich im Focus korrekt festgestellt, fordern wirre und finanzpolitisch schwierige Zeiten ein neues Umgehen mit Machtdenken. Gutmenschen mag das nicht behagen, aber Machtdenken richtig verstanden heißt nicht Ausbeutung oder Unterjochung, sondern den Finger am Puls der Zeit zu haben und Menschen, Kollegen, Mitarbeiter richtig einschätzen zu können. Machiavelli ist hier nicht nur Kriegsphilosoph und Anleiter moderner Führer sondern auch Psychologe!
So ist Der Fürst gerade heute ein wichtiges Begleitbuch für all diejenigen, die erfolgreich sein möchten. Mit Fingerspitzengefühl und Sachverstand können auch schwierige Unternehmen in den Erfolg überführt werden und das zu aller Nutzen. Der Fürst zeigt meiner Ansicht nach wie kein anderes Buch, wie es einem gelingen kann, hemmende Kräfte loszuwerden und seine Energien nicht an Unnützes zu verschwenden. Gleichzeitig haben diejenigen, die ernsthaft nichts Gutes im Schilde führen, keine Chance, da man Der Fürst folgend weiß, wie man mit ihnen umzugehen hat.
Das Buch muss man einfach gelesen haben.
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Für die Politik eines vereinten Europa, 4. Oktober 2007
Diese Rezension stammt von: Der Fürst (Broschiert)
Dies ist die dritte Ausgabe des kleinen Büchleins von Machiavelli, die ich gelesen habe, und es ist für mich unbestritten die beste.
Machiavelli wendet seine Ratschläge an den Herrscher seiner Zeit zu Zeiten, in denen er in Ungnade fiel. Dementsprechend vorsichtig drückt er sich aus, zeigt aber auch großen Mut, indem er einen analytischen Realismus an den Tag legt, den man sich auch heute nur wünschen kann.
Von den Jesuiten verdammt, von seinem Fürsten verlassen, sinniert Machiavelli darüber, welches die Tugenden und welches die Untugenden eines Herrschers zu sein haben. Was zunächst unzeitgemäß wirkt, immerhin hat die Schrift ein paar Jahrhunderte auf dem Buckel, entwickelt sich unter der führenden Hand von Patrick Horvath und der präzisen und modernen Übersetzung von Ralf Löffler zu etwas, das man einen "empirischen modernen Klassiker der Menschenkenntnis" nennen möchte.
Horvath erkennt die Notwendigkeit des Machiavellistischen Realismus für die moderne Zeit und zeigt auf, welche Punkte und welche Zusammenhänge im Leben Machiavellis dazu geführt haben, dass seine Machtpolitik (die eben eine absolut realistische ist und auch sein muss) für rücksichtsloses Herrschertum missinterpretiert wurde und wie sich dies über die Jahrhunderte hielt. Machiavellis Aufruf zu einem vereinten Italien und die Qualitäten, die er von denen verlangt, die nun einmal herrschen (mag einem das Wort schmecken oder nicht), hat heute nichts an Bedeutsamkeit verloren - vor allem mit Hinblick auf das vereinte Europa.
Machiavelli verlangt von seinem Fürsten nichts anderes, als sich jeder gute Bürger von denen erhofft, die er gewählt hat: Stärke, Tugendhaftigkeit, Charakterstärke, Mut, Integrität und die absolute Fähigkeit, Menschen richtig einschätzen zu können. Insbesondere Letztere ist eine Fähigkeit, die Machiavelli weit über die Maßen besitzt, und vielleicht ist es genau diese Fähigkeit, die ihm einen so schlechten Ruf eintrug. Machiavelli kann den schlechten Charakter eines Menschen erkennen und besitzt trotzdem die seltene und großartige Fähigkeit, dessen Stärken dennoch anzuerkennen und diese in Tipps für andere zu verwandeln. Umgekehrt kann er einen guten Charakter sehen und bemerken, wie sich der Entsprechende Schwächen leistet (indem er sich zum Beispiel mit den falschen Ratgebern umgibt oder zu freigebig ist), die ihn am Ende um seine Regierung bringen. Er beschreibt die Schmeichler und ihre Tücken, was einen echten Freund ausmacht und was nicht und wie man lernt, sich ein gutes Urteil zu bilden.
Dieses kleine Büchlein ist genau das, was der Machiavellismus-Streit braucht. Der kleine Preis und das äußerst ansprechende und kunstvolle Titelbild tragen ein Übriges dazu bei, dass ich hierfür fünf Sterne gebe.
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49 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Fürst, ein Buch besser als sein Ruf, 5. Mai 2001
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Der Fürst (Gebundene Ausgabe)
Der Inhalt von Niccolò Machiavelli berühmtesten Werk ist hoch interessant und sehr schlüssig. Wer „Der Fürst" liest, wird die Verteufelung dieses Mannes, dessen Name bis heute Synonym für das Verhalten skrupelloser, absolutistischer Herrscher ist, nicht mehr ganz verstehen können. Weder fordert er zu Brutalität und Grausamkeit auf, noch hebt er Alleinherrscher in den Stand von Heiligen oder Göttern. Im Gegenteil! Er stellt klar, dass niemand sich lang an der Spitze halten kann, der das Volk gegen sich hat. Er zeigt an Beispielen der Großen und Nicht - So - Großen der Geschichte (vornehmlich Roms, Italiens und Frankreichs) wie ein Herrscher Erfolg haben kann oder wie er auf schnellstem Wege seinen Thron verliert. Sicherlich kann man diese Regeln und dieses Verhalten nicht eins - zu - eins in unsere Zeit übertragen; zu viel hat sich in 500 Jahren verändert. Doch Machiavelli zeigt ein erstaunliches Feingefühl für das Denken und Handeln der Menschen. Aus seinen Schlüssen können wir heute noch etwas lernen. Außerdem erkennt man während dem lesen den Mann hinter dem Namen. Ein treuer Bürger von Florenz, der zu Unrecht verbannt wurde, und ein Italiener, der die Ausschlachtung Italiens durch fremde Mächte nicht mehr ertragen kann. „Der Fürst" ist nicht zuletzt ein Aufruf zur Befreiung Italiens. Es ist auch ein sehr gut zu lesendes Buch. Trotz seines Alters ist es frei von schwerverständlichen und altertümlichen Floskeln. Allein der Stil, in dem es geschrieben ist, macht es äußerst lesenswert. „Der Fürst" ist also auf keinen Fall ein Buch nur für Historiker und Machtbesessene; es ist ein Buch für alle, die versuchen, das Handeln der Menschen in Vergangenheit und Gegenwart zu begreifen.
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31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sehr gute und moderne Übersetzung, 21. September 2007
Diese Rezension stammt von: Der Fürst (Broschiert)
Warum man den "Fürst" von Machiavelli gelesen haben muss, das brauche ich wohl keinem Europäer, der Wert auf seine Bildung legt, auseinandersetzen. Welche Übersetzung man lesen sollte, das war bislang die Frage. "war" ... sage ich mit Bedacht, denn seit es diese hier gibt, ist die Frage beantwortet: Die Übersetzung von Ralf Löffler.
Gerade die veralteten, ungenauen und literarisch unbegabten Übersetzungen, mit denen man bislang vorlieb nehmen musste, haben einen schwerwiegenden Teil der Verantwortung für das leider allzu weit verbreitete falsche Verständnis des "Fürsten" zu tragen.
Hier hingegen hat sich endlich einmal jemand mit der Materie auseinandergesetzt, die Historie studiert, die Sprache gelernt und die Absicht analysiert und dann eine Übersetzung in neuer deutscher Sprache abgeliefert, die keine Missverständnisse schafft sondern ganz im Gegenteil dem Leser von heute ein klares Verständnis des Werkes ermöglicht.
Machiavelli-Neuleser sollten gar nicht erst eine andere versuchen sondern diese lesen. Auch Machiavelli-Kennern kann ich sie nur wärmstens ans Herz legen. Sie wird garantiert dazu beitragen, ihren Werkzugang zu verbessern.
Sollte es einen Preis für die beste Übersetzung eines fremdsprachigen Buches ins Deutsche geben, und das weiß ich nicht, sollte man diese Übersetzung, gerade wegen der kulturellen Relevanz des Werkes und seiner äußerst gelungenen Übertragung, dafür vorschlagen. Lob und Dank.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Machiavelismus als Lebenseinstellung, 3. Februar 2009
Diese Rezension stammt von: Der Fürst (Broschiert)
Heutzutage hat jeder seine Meinung zu so ziemlich allem. Der Realismus geht dabei flöten. Machiavelli zu lesen hat trotz der Jahrhunderte, die inzwischen vergangen sind, etwas erstaunlich Zeitgemäßes. Sicher, welche Soldaten man wofür nimmt, ob Söldner oder Verdiente und so weiter, kann erst einmal langweilig wirken. Das gilt aber nur solange, wie man sich keine Mühe gibt, den Inhalt auf das aktuelle Geschehen und auf das Leben das man lebt anzuwenden. Man nehme Mobbing, seltsame kommunikative Schleifen, Freunde bei denen sich in der Not herausstellt, dass sie keine sind und werfe einen tiefen Blick in Machiavellis Buch und Ratschläge. Heute dreht sich ja alles um positive Grundeinstellungen, dabei verliert man leicht mal den Blick für die Tatsachen des Lebens. Machiavelli hilft definitiv auf diesen Pfad zurück.
Wer ältere Ausgaben kennt und da vom langatmigen Stil abgeschreckt wurde, wird bei dieser aufatmen können. Es ist eine Übersetzung gelungen, die sich wirklich gut lesen lässt. Außerdem ist sie neu. Ich kenne keine andere deutsche Ausgabe, wo man es nicht mit Übersetzungen zu tun hat, die ganz locker ihre achtzig oder noch mehr Jahre auf dem Buckel haben. Betrachtet man diese alten Übersetzungen, ihren Unstil, ihre Wortwahl und die Art, Sätze zu gestalten, nimmt es absolut nicht wunder, dass sich gerade in Deutschland der eigenartige Begriff "Machiavellismus" mit all seinen machtpolitisch brutalen Implikationen gebildet hat.
Tatsächlich scheint mir, dass dieser Begriff beim gründlichen Lesen Machiavellis und vor allem einer guten Übersetzung nicht haltbar ist. Machiavelli war keineswegs Moralfeind, sondern ein Verfechter klugen Handelns.
Ich kann jedem Leser mit gutem Gewissen zu dieser Ausgabe raten, auch wenn sie vielleicht etwas mehr kosten mag als irgendwelche Lizenzausgaben, die seit über fünfzig Jahren niemand mehr inhaltlich geprüft hat. Allerdings was hat man davon, wenn die Begriffe und Inhalte Machiavellis nicht richtig rüberkommen? Da bringen ein paar gespaarte Euros gar nichts.
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89 von 102 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Italien von den Barbaren zu befreien", 6. August 2003
Von Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Der Fürst (Gebundene Ausgabe)
So betitelt Niccolo Machiavelli eines seiner Kapitel in diesem Buch, seinem Hauptwerk: "Der Fürst". Und sogleich erscheint uns das, was dem gebildeten Renaissance - Menschen wichtig und darum erstrebenswert war als Ziel und Bild vor Augen: Der Staat, in dem der einzelne Bürger erst einmal etwas zu leisten hat (z. B. Wehrpflicht!), dann aber auch Mitspracherecht genießt.

Alles, was dazu diente, diesem "gerechten" Gebilde, das dem griechischen Vorbild ähneln sollte, dem Athener- Staat des Perikles z.B., nahezukommen, wurde in diesem Buch versuchsweise aufgeführt.
Daß dabei die Empfehlungen für eine starke Führung den Vorrang hatte, ist dieser Zeit (und unserer!) nicht vorzuwerfen. Denn es ist wahrlich eine starke und gerechte Führung in einem guten Staat durchaus vonnöten.

Aber die Annahme, diese Führung auch skrupellos ausführen zu dürfen (immer das Ziel eines gefestigten Staatengebildes vor Augen!), ist vielfach (bis heute!) wohl auch mißverstanden worden. Daher wurden und werden den Tyrannen immer (wenn auch oftmals zu spät!) Grenzen gesetzt.

Somit werden wir es als Leser dieses interessanten Buches auch weiterhin mit der versuchten (hoffentlich gerechten!) Führung (einer weltweit-gespannt- politischen!) zu rechnen haben. Die Vorbereitungen dahin sind bereits in ausgewählten Händen (nicht nur in den Köpfen!)derjenigen, die Macht haben über finanzielle Mittel und durchführbare Techniken. Hoffentlich mit dem Ziel eines gerechten und gefestigten Staatsgefüges und einer wehrhaften Pflicht, die nicht gleich bei erster Prüfung versagen wird, wie es weiland mit der wehrpflichtigen Bürgerwehr bei Prato geschehen.

Niccolo Machiavelli wird oftmals gerne etwas spöttisch betrachtet und der Ausspruch: "Sie Machiavellist!" ist ein oft gehörtes nicht nur schmückende Beiwort für einen starken Politiker auch heute noch.

Niccolo Machiavelli ist in Diensten der Medici gestanden, war ein politischer und gebildeter Mensch durch und durch, wurde gefoltert, stand oft wieder nach Rückschlägen auf und diente seinem Stadtstaat Florenz vorbildlich.

Natürlich war er ergriffen von Stärke und Macht, doch wenn diese im Dienste der Bürger steht, ist es denkbar, daß daraus etwas entstehen kann, das Sinn macht, wenn man nur immer den Verstand einsetzt. Daran aber mangelt es wohl oft, so wie es an der Hybris nicht fehlt, auch nicht an denkbaren Verwirrungen inmitten all der technischen Möglichkeiten. Und so scheitert der moderne Politiker (der momentanen und der etwas entfernteren Zeitgeschichte!)gerne, was wir nur allzugut am eigenen Leib schon erlebt haben.

Umso mehr sollte z.B. ein übergeordnetes Forum, wie die UNO nicht nur eine Mitsprache anstreben, sondern in Zukunft auch mehr und mehr ein echtes Handeln, damit voraussehbare Fehler, die nicht wiederholt vorkommen dürfen, vermieden werden können.

Wir als Erben der Ideale der Renaissance, nämlich der Ästhetik (dem Griechischen verhaftet!), der Mode, der Architektur, der Musik, des Schönheitsideals überhaupt und der Macht(auch der heute in etwa verstandenen Religion!) sollten eigentlich gelernt haben, aus entstandenen Fehlern. Ziel könnte es sein, nur noch etwaige Feineinstellungen zu betreiben, mögliche Fehler und entstehendes Unglück endlich zu vermeiden.

Machiavelli hat einen modernen Staatsentwurf gewagt, als Gegenentwurf zum mittelalterlichen augustinischen Gottes-Staatsentwurf, einer großen Reichsidee mit religiösem Inhalt, wie sie zur Zeit mit Ausrufezeichen nicht nur andeutungsweise wieder angemahnt wird (Samuel Huntington!). Das wäre dann aber ein Zurück zu einer etwas romantisch anmutenden Variante.

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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der beste Fürst!, 4. November 2007
Diese Rezension stammt von: Der Fürst (Broschiert)
Ich habe mir diese Ausgabe von Machiavellis Klassiker "il principe" für ein Seminar in der Uni besorgt und kann es nur weiterempfehlen!

Eine klasse Übersetzung, die sich flüssig liest und im Gegensatz zu anderen Ausgaben durch seine zeitnahe Wortwahl überzeugt. Alle wichtigen Begriffe wie "virtù" und "fortuna" werden bei ihrer Einführung vom Übersetzer in einer Fußnote genauer erläutert.

Ein schönes Layout und gute Übersichtlichkeit machen Spaß beim lesen und arbeiten!

Eine gelungene Ausgabe, die einfach Spaß macht und ein Klassiker der politischen Ideengeschichte, den kein politisch Interessierte verpassen sollte!
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36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen schwer verständlich, 22. Oktober 2007
Diese Rezension stammt von: Der Fürst (Gebundene Ausgabe)
Der Einfluss Machiavellis auf das moderne Zeitgeschehen ist nicht zu vernachlässigen. Wenngleich seine Arbeit naturgemäß Aspekte beinhaltet, die heutzutage eher unwichtiger Natur sind, wie zum Beispiel die Frage, ob ein Staat sich eher durch eigene denn durch fremde Truppen schützt, so ist und bleibt Machiavelli der Begründer des politischen empirischen Realismus.
Machiavelli lebte im 15./16. Jahrhundert und forderte von seinem Fürsten die Fähigkeit, sich absolut den Tatsachen des Lebens und den Tatsachen der Anforderungen der Politik zu stellen. Man darf das Anliegen Machiavellis nicht mit dem herkömmlichen Begriff des Machiavellismus verwechseln. Machiavellis Machtpolitik ist keineswegs machiavellistisch.
Leider ist diese Ausgabe deshalb schwer verständlich, weil vom Deutsch her überaltet. Die umständliche Art und Weise, in der sich Der Fürst hier präsentiert, hat weniger mit dem Inhalt zu tun als mit der Übersetzung. So gehen viele wichtige Aspekte verloren. Der Leser muss sich durch mit Nomen überfrachtete Bandwurmsätze durchwühlen, die am Ende keinen Sinn zu ergeben scheinen. Das ist ganz besonders dann traurig, wenn es um die Frage geht: "War Machiavelli Machiavellist?" Denn diese Frage kann nur beantworten, wer Machiavelli versteht und dazu trägt diese Ausgabe leider nicht unbedingt bei.
Dass das nicht nötig ist, zeigt eine andere Übersetzung, die hier bei Amazon unter der ISBN 978-3-940185-05-1 erhältlich ist.
Verständlichkeit hat viel damit zu tun, welcher Zeit Kinder wir sind, und deshalb sollte man von einem so wichtigen Werk wie dem hier erwarten, dass das moderne Sprachverständnis berücksichtigt wird.
Natürlich ändert diese meine Kritik nichts daran, dass Machiavelli für jeden, der sich für Politik interessiert, wichtig ist, doch Studierende sind eindeutig mit der anderen Ausgabe besser bedient.
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