Amazon.de: Kundenrezensionen: Die Räuber

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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Gelungen!
Die Hörspielversion dieses Schiller-Klassikers würde ich als sehr gelungen bezeichnen. Gute Schauspieler und markante, zutreffende Stimmen spielen die wichtigsten und für den Inhalt relevantesten Szenen nach. Schön ist auch die Untermalung mit elektrischer Gitarre, welche vor allem die intrigante Grundstimmung von Franzens Auftreten auf den Punkt trifft...
Vor 12 Monaten von Adrian Kummer veröffentlicht

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versus
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Zu stark gekürzt
Ich bin etwas enttäuscht von dieser Aufnahme. Zwar wird sehr gut, sowie ausdrucksstark und verständlich gesprochen, jedoch ist sie meiner Meinung nach zu stark gekürzt und weicht an manchen Stellen vom Originaltext ab. Nicht nur in den einzelnen Szenen wurde einiges weggelassen, sondern halbe und sagar ganze Szenen wurden herausgenommen. Wer das Stück zuvor nie gelesen...
Vor 13 Monaten von Lilli Grünbein veröffentlicht

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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Gelungen!, 8. Februar 2009
Diese Rezension stammt von: Die Räuber. CD (Audio CD)
Die Hörspielversion dieses Schiller-Klassikers würde ich als sehr gelungen bezeichnen. Gute Schauspieler und markante, zutreffende Stimmen spielen die wichtigsten und für den Inhalt relevantesten Szenen nach. Schön ist auch die Untermalung mit elektrischer Gitarre, welche vor allem die intrigante Grundstimmung von Franzens Auftreten auf den Punkt trifft.

Speziell für Leute, die dieses Werk als Thema für das Abitur oder den Realschulabschluss behandeln, würde ich diese Version empfehlen. Vor allem, wenn man während der Vorbereitung nicht die Chance hatte, das Ganze "live" auf der Bühne zu sehen. Es ist eben noch einmal ein riesiger Unterschied, ob man den Text liest, oder er gut vorgetragen wird. Die relativ kurze Spielzeit von nur knapp über einer Stunde (!) sollte auch für Theatermuffel einfach zu meistern sein.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Zu stark gekürzt, 4. Januar 2009
Von Lilli Grünbein "Lilli" (Heidenheim an der Brenz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Diese Rezension stammt von: Die Räuber (Audio CD)
Ich bin etwas enttäuscht von dieser Aufnahme. Zwar wird sehr gut, sowie ausdrucksstark und verständlich gesprochen, jedoch ist sie meiner Meinung nach zu stark gekürzt und weicht an manchen Stellen vom Originaltext ab. Nicht nur in den einzelnen Szenen wurde einiges weggelassen, sondern halbe und sagar ganze Szenen wurden herausgenommen. Wer das Stück zuvor nie gelesen hat, für den mag es weniger von Nutzen sein, für Leute, die sich mit dem Text und Inhalt auskennen ist es vielleicht eher geeignet.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Königs Erläuterung macht ihrem Namen alle Ehre!, 17. September 2007
Diese Königs Erläuterung macht ihrem Namen alle Ehre! Sie erleichtert die Lektüre von "Die Räuber" und lässt wirklich keine Fragen zur Interpretation offen. Sie bietet einen guten Gesamtüberblick über die wichtigsten Themen und Prinzipien und viele Ergänzungen und Anregungen zur Beschäftigung mit dem Drama. Komplizierte Zusammenhänge werden unkompliziert erklärt und mit Schaubildern veranschaulicht. Hilfreich sind auch die Zusammenfassungen zu historischen Hintergründen und die Übersichten über die betreffenden geistigen Strömungen. Beispielsweise wird auch auf die im Werk vorkommenden Elemente der offenen und der geschlossenen Dramenform hingewiesen. Die Personenkonstellation berücksichtigt u. a. die entsprechenden Schauplätze und arbeitet die Parallelen und Unterschiede von Franz und Karl brillant heraus. Sprachliche Mittel werden mit Textbelegen erklärt. Es sind auch Aufsatzthemen enthalten, mit denen man sehr gut sein Verständnis des Werkes testen kann, da auch Hinweise zu den richtigen Lösungen beigefügt sind. Ich fand diese Lektürehilfe ausgesprochen brauchbar, da sie nicht auf Nebensächlichkeiten fixiert ist, sondern wirklich bei der Interpretation hilft.
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14 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Heldenklima in den Böhmischen Wäldern, 25. März 2002
Diese Rezension stammt von: Die Räuber: Ein Schauspiel (Taschenbuch)
Friedrich Schiller, Die Räuber (1781)

„Die Räuber“ gelten als ein Drama des Sturm und Drang, insbesondere wegen der typischen Motive (feindliche Brüder, Autorität des Vaters, Absage an Gott, die Familie und den Staat) und der wilden, kraftvollen, pathetischen Sprache.
Das Schauspiel handelt von den zerstrittenen Gebrüdern Karl und Franz Moor, ihrem Kampf gegen die Weltordnung und ihrem Scheitern.
Karl, der typische Sturm und Drang-Charakter, lässt sich bei seinem ideologischen Kampf vor allem von seinen Emotionen und nicht von der Vernunft leiten. Sein Wunsch ist es gegen die freiheitsraubenden Gesetze, gegen die Ungerechtigkeit in der Welt und gegen die Heuchelei der Kirche zu rebellieren, sein Widerstand ist jedoch zu individuell motiviert, als man aus dem Freiheitsroman ein Drama der Revolution hätte machen können.
Um seine übertriebene Sentimentalität, ein notwendiges Attribut jedes Sturm und Drang-Helden, nicht als Gefühlsduselei abzutun, ist seitens der Leser viel Verständnis oder ein mitfühlendes Herz erforderlich. Er muss seine edlen Taten, so zum Beispiel die Rettung eines Freundes aus den Fängen der Justiz, mit Kumpanen vollbringen, die eigentlich brutale Räuber und Mörder sind, und es kommt vor, dass bei seinen Unternehmungen auch Unschuldige leiden. So lädt er sich immer mehr Schuld auf, und verliert sich in einem Meer von Recht und Unrecht, aus dem er nicht mehr heraus weiss, und flieht in die Sehnsucht nach den guten alten Zeiten seiner Kindheit.
Die ebenso sentimentale Amalie, in der Rolle als naive aber treue Seele und ein Relikt der Empfindsamkeit, ist sich hingegen ihrer Gefühle sehr wohl bewusst und wirkt somit realistischer. Eine geradezu entspannende Starrheit im ganzen Gefühlschaos verkörpert Karls rachsüchtiger Bruder Franz, ist der doch der Einzige, der beinahe bis zum Schluss durchhält, ohne an seinen Gefühlen zu zweifeln. Er sinnt durch Intrigen nach Rache, da er der Zweitgeborene ist und hässlich dazu. Franz verkörpert eine radikale Seite der Aufklärung, die sich gegen jede religiöse oder philosophische Idee von der Freiheit des Menschen stellt. Dadurch, dass die Negativ-Figur Franz diese Lehre verkündet, wird sie vom Leser als falsch erkannt. Franz, der intellektuell rebelliert, im Gegensatz zu Karl, dem Herz und Gewissen das Wichtigste sind, ist damit der eigentliche Stürmer und Dränger. Unklar ist, warum die Brüder, aufgewachsen in einer harmonischen Familie, so verschieden sind: Franz ist ein Machtmensch, dem nichts heilig zu sein scheint, und Karl ist die idealistische Positiv-Figur.
Die Gesinnung der Brüder scheinen uns manchmal gar zu offensichtlich zu sein: zu böse und hinterhältig der eine, zu gut und edel in seinen Zielen der andere.
Die Gemütslage der handelnden Personen, mit Ausnahme von Franz, ändert schnell; im einen Moment sind sie noch „himmelhoch jauchzend“ und im nächsten schon „zu Tode betrübt“.
Das Durcheinander von Leidenschaft, unbedingter Liebe und abgrundtiefem Hass, von Freundschaft und Intrigen, von brutaler Gewalt und zarter Empfindung sowie die oft zerrissenen Handlungen und die scheinbar zufälligen Zusammenhänge verwirren den heutigen Leser unserer Meinung nach ungemein und sind meistens schlecht nachvollziehbar. Übertreibungen und oft schwülstige Bilder tragen das Ihre dazu bei.
Das Scheitern der Brüder scheint ein Phänomen der Epoche zu sein, muss doch auch im wirklichen Leben der Drang, die Welt im Sinne von Menschlichkeit und Gerechtigkeit zu verändern, scheitern. Andererseits ist das vollständige Scheitern des positiven Helden sehr ergreifend, raubt dem Leser etwas von seinem Optimismus, den er durch Karls heldenhaftes Auftreten gewonnen hat, und lässt ihn mit offenen Fragen zurück: Zählen nur unsere Taten und gar nicht die Motive, die ihnen zugrunde liegen?
Auf den ersten Blick scheint es, als gebe es in diesem Stück nichts anderes, Wichtigeres als diese an manchen Stellen schier unglaubliche und unlogische Räubergeschichte mit dem alten Mann und der jungen Frau, die beide so naiv sind, dass sie auf die dümmsten Tricks des bösartigen Franz hereinfallen. Bei genauerem Hinschauen, was einem grossen Teil der Leserschaft eher zu anstrengend sein dürfte, finden sich auch klare politische Aussagen Schillers wie die Kritik am Hof bei der Kosinsky-Geschichte oder an der korrupten hohen Obrigkeit bei der Auseinandersetzung Karls mit dem geifernden Pater. Das Stück liest sich um einiges interessanter im Bewusstsein, dass wie alle Figuren in Schillers Werk auch diese nicht individuell gemeinte Personen sind, sondern die Verkörperung von einer Idee, eines Prinzips, also auch dementsprechend schemenhaft. Schiller konfrontiert uns mit seiner Weltanschauung , die während mehrerer Jahre in ihm gereift ist und die für uns nicht ohne Weiteres einfach so angenommen werden kann.
Die Lebendigkeit, mit der Schiller schreibt, empfinden wir als sehr erfrischend, da hier doch jegliche Starrheit und Reserviertheit fehlt, die manchen klassischen Werken anhaftet.
Zum Studium der Epoche des Sturm und Drang ist diese Lektüre ein Muss. Wer auf Räubergeschichten steht, sollte „Robin Hood“ lesen. Für Pubertäts-Nostalgiker und Möchtegern-Helden kommt das Stück der Bibel gleich.

Ursina Tschalèr und Sarah Pally, Kantonsschule Chur

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Bruderkrieg, 17. Juni 2009
Diese Rezension stammt von: Die Räuber: Ein Schauspiel (Taschenbuch)

Karl Moor hat alles, was sein Bruder Franz begehrt: er ist ein Bild von einem Mann, ihm gehört das Herz der schönen Amalia und als Erstgeborener wird er das Erbe seines Vaters antreten. Da entsinnt der listige Franz eine Intrige gegen Karl um seinen Platz einzunehmen. Karl wird verstoßen und gründet aus Protest eine Räuberbande.

Verkehrte Welt: Der moralisch verkommene Franz nistet sich in der Gesellschaft ein und der gutherzige Idealist Karl revoltiert gegen die bestehenden Zustände.

In einem tieferen Sinn wird in »Die Räuber« die Aufklärung hinterfragt: so benutzt Franz seine Aufgeklärtheit, um seine eigenen egoistischen Ziele zu verfolgen. Moralisches und aufgeklärtes Handeln fallen bei ihm nicht zusammen.

Dieses ganze Erstlingswerk Schillers ist ein einziger Protest: die Räuber werden zu Antihelden und auch sprachlich und formal hebt sich dieses Werk vom klassischen Drama ab. So ist »Die Räuber« nicht in wenig lebensnahen Versen verfasst, sondern in »gesprochenen Deutsch« als sehr kraftvolle Prosa (und mit ganz viel genialen Pathos).

Im Gymnasium mein Lieblingsschiller und an der Uni mein Lieblingsschiller. Ein absolutes Muss.
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7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Hervorragende Ausgabe, 25. Juni 2006
Diese Rezension stammt von: Die Räuber (Gebundene Ausgabe)
Ich verzichte hier, auf den Inhalt des Stücks einzugehen und beschränke mich darauf, die vorliegende Ausgabe zu bewerten.
Der Fischer Verlag hat hier Friedrich Schillers erstes Theaterstück in einer wunderschönen Auflage herausgegeben. In etwa von der Größe eines Reclamheftes wurde der Text in eine gut Hardcover-Ausgabe gebunden, dabei in eine relativ große Schrift gesetzt, die den Text inklusive Vorwort auf rund 220 Seiten aufbläst.
Zusätzlich wurde ein Lesezeichen integriert - ein wunderschönes Detail, dass diese Ausgabe bereichert.

Wer "Die Räuber" also in einer wunderschönen Hardcover-Edition zu Hause haben möchte, ist hier bestens beraten - und der Preis ist für eine Ausgabe dieser Art konkurrenzlos günstig!
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6 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schillers genialer Erstling, 26. Mai 2004
Diese Rezension stammt von: Die Räuber: Ein Schauspiel (Taschenbuch)
Friedrich Schiller war 23 Jahre alt, als sein erstes Drama 1782 in Mannheim uraufgeführt wurde. "Die Räuber" raubten dem Publikum den Atem. Augenzeugen berichteten von tumultartigen Zuständen im Theaterraum, so hingerissen, verängstigt, geschockt und begeistert zeigte sich das zeitgenössische Publikum. Schiller geizte in seinem Jugenddrama nicht mit Brutalität und "Action": Da zieht eine wilde Räuberbande durch die böhmischen Wälder, Nonnenkloster werden überfallen, Städte niedergebrannt und Kleinkinder misshandelt. Der Räuberhauptmann Karl Moor wütet gegen die ganze Welt - weil sein Vater ihn scheinbar verstoßen und enterbt hat. Doch der Vater wird von seinem jüngeren Sohn Franz wie an Marionettenfäden geführt. "Franz heißt die Kanaille", wird im Stück gesagt, und das stimmt genau. Denn um Herr im Moor'schen Schloss zu werden, ist dem intriganten Franz jedes Mittel recht, um Vater und Bruder den Garaus zu machen. Am Ende sind fast alle tot, die Tragödie ist komplett. Schiller wurde mit den "Räubern" über Nacht berühmt. Das gewaltsame Aufbegehren gegen die Regeln und die bestehende Ordnung passte so richtig in die letzte, heiße Phase des Sturm und Drang, jener Literaturepoche zwischen Aufklärung und Klassik. "Die Räuber" sind bis heute in Schullehrplänen und auf Theaterbühnen zu Hause.
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23 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "...Verstand ist stets bei Wenigen nur gewesen." ( Schiller), 6. September 2009
In den den "Räubern" geht es um die Brüder Franz und Karl Mohr. Sie stehen einander gegenüber wie das französische Freidenkertum (Franz) und deutscher Sturm und Drang (Karl). Der jüngere der beiden Brüder (Franz) betrügt den älteren (Karl) um dessen Erbe. Daraufhin sammelt Karl eine Reihe Gesetzloser um sich, geht in die Wälder und wird Räuberhauptmann....
Karl Moor gibt in den Räubern nichts mehr auf positives Recht. Sein Freiheits- und Gerechtigkeitspathos möchte die Gesetze selbst brechen, um auf diese Weise das Reich der Tugend auf Erden zu errichten. In Schillers Drama erhebt sich das Ideal der Tugend gegen alle Positivität geltenden Rechts, da es Gerechtigkeit so schwach und unvollkommennur realisiere. Tief fällt studentische Großmannssucht, die glaubte, nach den Sternen greifen zu können.

Am Schluss seiner furchterregenden Laufbahn gesteht sich Karl ein: "O über mich Narren, der ich wähnete die Welt durch Gräuel zu verschönern und die Gesetze durch Gesetzlosigkeit aufrechtzuerhalten. Ich nannte es Rache und Recht- (...) O eitle Kinderei - da steh ich am Rand eines entsetzlichen Lebens, und erfahre nun mit Zähneklappern und Heulen, dass zwei Menschen wie ich den ganzen Bau der sittlichen Welt zugrund richten würden."

Wer auf der Welt das Ideal der Tugend und Gerechtigkeit einführen möchte ist schlecht beraten dies über Terror zu versuchen. Karl maximiert die Gräuel, die er ein für alle mal beseitigen wollte, weil die abstrakten Begriffe gegen ihn selbst schlagen. Schiller versuchte das bürgerliche Tugendideal noch weiter zu treiben als Lessing. Der Dichter aus Marbach wollte es über das positive Recht siegen lassen. Denn wenn das positive Recht Günstlingswirtschaft, Ämterkauf und Pfaffenheuchelei duldet, oder wenigstens nicht verhindert, dann kann man es eben nicht verändern, sondern bloß abschaffen.

Dieser Aufstand gegen die Rechtsordnung speist sich aus der Quelle eines Familienzwistes, letzlich eines Missverständisses. Eine Intrige hat den alten Grafen Moor dazu verleitet den Erstgeborenen zu verstoßen und die Herrschaft dem Zweitgeborenen übertragen. Aufschlussreich ist es wie aus einer privaten Enttäuschung Rache an der Menschheit gefolgert wird: "Menschen haben Menschheit vor mir verborgen, da ich an Menschheit appellierte, weg von mir Sympathie und menschliche Schonung! Ich habe keinen Vater mehr, ich habe keine Liebe mehr, und Blut und Tod soll mich vergessen lehren, dass mir jemals etwas teuer war."

Glückt ein Einzelnes nicht (die Vaterliebe und das Erstgeburtsrecht) dann soll das Ganze(die Rechtsordnung) zum Teufel fahren. Schlagen Tugend und Rechtsordnung zu Anfang des Dramas hart aneinander, versucht Schiller am Ende ihre dialektische Vermittlung. Die Gesetze, denen zu Beginn die Ideale von Freiheit sowie Gerechtigkeit kontrastiert werden, fungieren zum Schluss als deren Garanten. Die sittliche Weltordnung soll erst über den Gesetzen und anschließend in den Gesetzen sein. Dass ein unaufgelöster Rest bleibt, ist unverkennbar.
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3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sturm und Drang ist Rock'n Roll, 31. März 2007
Diese Rezension stammt von: Die Räuber. CD (Audio CD)
Der Pisa-Schock sitzt uns allen in den Knochen, und es wird in den Kultusministerien unter Schweiß und Tränen überlegt, wie der Abiturientenjugend beizubringen sei, was schönes, edles Deutsch nun wirklich sei und ausmache, wie Schiller die Exposition in den »Räubern« oder in »Kabale und Liebe« mit leichter Hand gestaltet habe, oder was der junge Goethe unter einer kessen und theatralischen Dreiecksbeziehung mit Decknamen »Stella« dramaturgisch alles versteckt hielt. Und so haben sich jüngst die Hörspielredaktionen von SWR und MDR und der Argon Verlag zusammengeschlossen um mehrere Klassiker wie »Emilia Galotti« (Lessing), »Urfaust«, »Iphigenie auf Tauris«, »Stella« (Goethe), »Die Räuber«, »Kabale und Liebe« (Schiller), »Der Hofmeister« (Lenz), »Der zerbrochene Krug«, »Prinz Friedrich von Homburg« (Kleist) und »Woyzeck« (Büchner) via CD ins Klassenzimmer zu bringen. Wobei es dem leitenden Projektregisseur Leonhard Koppelmann nicht um wie auch immer geartetes »Regiehörspiel« ging, sondern um ganz textnahe und unprätentiöse Auslegung der jeweiligen Vorlage. Koppelmann erläutert hierzu: »Dialoge zu lesen, ist schwierig für Ungeübte. Gesprochen jedoch entfalten sie ihren unentrinnbaren Reiz. Dazu bestechen die Theatertexte der deutschen Klassik durch ihre zeitlose Würde, ihre tiefe Humanität, ihre hohe Sprachkunst. Die Dialoge sind wie Musikstücke. In ihnen ist jene sprachliche Virtuosität zu hören, die Goethe, Schiller, Lessing, Kleist und die anderen zu Klassikern hat werden lassen, zu Tragsäulen unseres kulturellen Erbes.« Unterstützt wird das Projekt im übrigen durch die Kultusministerien von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und die Stiftung Medienkompetenzforum Südwest (MKFS). Zu einigen der Produktionen sind auch didaktische Handreichungen für den Unterricht vorbereitet worden, die wie beim Begleitmaterial zu »Emilia Galotti« Möglichkeiten einer modernen Theater- und Medienpädagogik für die Schule aufzeigen. Die Besetzungslisten der einzelnen Stücke würden jedem Theater zur Ehre gereichen. Hier finden sich alle Namen, die derzeit auf den deutschsprachigen Bühnen Furore machen. Fritzi Haberlandt (Maxim Gorki Theater, Berlin; Filme: »Kalt ist der Abendhauch«, »Erbsen auf halb 6«) ist Lessings »Emilia Galotti«, Sybille Canonica (Residenztheater, München; Filme: »Der Campus«, »Die Braut«) Goethes »Stella«, Oliver Stokowski (Schauspiel Zürich; Filme: »Der Ermittler«, »Das Experiment«) bricht als Karl Moor aus kleinbürgerlicher Provinzialität aus, während Ulrich Matthes (Deutsches Theater, Berlin; Filme: »Der Untergang«, »Der neunte Tag«) als »Urfaust« mit Sven-Erik Bechtolf (Burgtheater, Wien, zweifacher Nestroy-Preisträger; Filme: »Im Namen des Herrn«) als Mephisto um seine Seele ringt. Für den märkischen Adel von Kleists »Prinz Friedrich von Homburg« finden edelste Repräsentanten deutscher Schauspieler-Aristokratie, wie z.B. Matthias Habich (»Der Untergang«, »Unkenrufe«), Ulrich Noethen (»Der Untergang«, »Das wahre Leben«), Corinna Kirchhoff (»Die Kirchkönigin«), Peter Fitz (»Lautlos«, »23«)und Wanja Mues (»Die Bourne Verschwörung«, »Yella«) den rechten Ton. Und jener gefallenen Maria aus Büchners apokalyptischer Unterschichtenwelt leiht die unvergleichliche Sandra Hüller (»Requiem«) ihre Stimme. Aber ist es wirklich nur ihre Stimme? So gerne man jeden einzelnen der genannten Akteure leibhaftig vor sich wissen würde, so gewiss Theater nur als Einheit von Szene, Körper und Text existiert, so sehr verblüfft es doch, wie viel es in den subtilen Ohreninszenierungen des Regisseurs Leonhard Koppelmann (Hörspiele: »Baudolino«, »Elementarteilchen«, »Wassermusik«) zu entdecken gibt. Auf knapp 80 Minuten hat er die Vorlagen zurechtgestutzt. Und doch triumphiert hier das Wort, das aus sich selbst eine Vielfalt von Farben, Rhythmen und Bewegungen freisetzt, ja, eine Drastik, die sich in mancher Hinsicht den vergegenwärtigenden Einschränkungen auf der Bühne sogar als überlegen erweist. Mit welcher innigen Charakterisierungskunst etwa beatmet Hans Michael Rehberg die Lebenstäuschung des um seinen Sohn gebrachten alten Moor in Schillers »Räubern«, und wie kalt hallt zu Beginn von Goethes »Iphigenie« Ulrike Krumbiegels Eröffnungsmonolog aus dem Tempelinneren wider, in das es sie verschlagen hat. Hier entsteht eine Intimität, eine Verstärkung kleinster Nuancen, die auf der Bühne kaum erreicht wird. Frische und Klarheit sind für Koppelmann und die Ensembles in allen Inszenierungen unüberhörbar Programm. Fern von theatralischer Deklamation, fern auch von modischen Regiegags wagt der junge Regisseur die Konzentration auf die »Sprach-Sinfonien«. Die textnahe Inszenierung ist wohltuend für die Ohren und dürfte auch in den Schulen Fürsprecher finden. Die CD-Edition »Klassik: Jetzt!« dürfte ein Renner werden, da das Hören allemal komfortabler ist als das Blättern in vergilbten Reclam-Seiten.
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2 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein modernes Drama, 21. Mai 2003
Von Daniel Jokat (Wiesen (Ufr.)) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Die Räuber: Ein Schauspiel (Taschenbuch)
Das 1781 inszenierte Drama von Friedrich Schiller ist bei näherem Hinsehen vollkommen modern. Die Hauptfigur des Franz teilt in ihren Monologen Lebensphilosophien mit, die man auch heute noch häufig antrifft.

Wie bei jedem Drama, das älter als 100 Jahre ist, ist auch bei diesem die Sprache gewöhnungsbedürftig. Aber man hat ja damals auch diese Sprache verwendet.

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