Amazon.de: Kundenrezensionen: Die Verwandlung

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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Der Mensch ist, was wir alle wissen". (Demokrit)
So sicher war Kierkegaard mit dieser Formulierung Demokrits nicht, so dass er sie in "Das absolute Paradox" aus: Philosophische Bissen) umformulierte in eine Annahme. Kierkegaard (1813-1855) und Kafka (1883-1924) verband literarisch eine gewisse Vorliebe zum Paradoxen, immer in der Weise, dass weder Wahrheit noch Bedeutung so klar wurden, dass es Sicherheit und Klarheit...
Vor 17 Monaten von kpoac veröffentlicht

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versus
5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Katastrophal schlecht gelesen
Meine Beurteilung bezieht sich ausschließlich auf die von einem Martin Seifert gelesene Version. Die Erzählung selbst ist große Literatur und entzieht sich somit einer Bewertung durch Punkte. Der Sprecher spricht extrem langsam und versucht jedes Wort möglichst genau zu artikulieren, sodass es wie bei einem Sprachlehrbuch für Ausländer klingt. Man hat das Gefühl, es...
Vor 15 Monaten von cybercon veröffentlicht

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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Der Mensch ist, was wir alle wissen". (Demokrit), 28. Juni 2008
Diese Rezension stammt von: Die Verwandlung: Leipzig 1916 (Taschenbuch)
So sicher war Kierkegaard mit dieser Formulierung Demokrits nicht, so dass er sie in "Das absolute Paradox" aus: Philosophische Bissen) umformulierte in eine Annahme. Kierkegaard (1813-1855) und Kafka (1883-1924) verband literarisch eine gewisse Vorliebe zum Paradoxen, immer in der Weise, dass weder Wahrheit noch Bedeutung so klar wurden, dass es Sicherheit und Klarheit in das Gelesene brachte. Wenn der Mensch das Maß der Dinge ist, dann gilt nicht nur Sokrates sondern auch Protagoras, dass der Mensch das Maß für andere sei. Paradoxe Leidenschaft des Verstandes ist es bei Kafka, die ohne sich selbst zu verstehen, ihren Untergang will. Wahrheit und Zeit galten für Kierkegaard wie auch für Kafka als Einheit.

Kafka ist ein Arkanum, zumindest verwoben in ein Geheimnis, in dem weder Wahrheit noch Bedeutung zu finden sind. Er bleibt uninterpretierbar, wie manche zu sagen pflegen, und doch beginnt er seine bekannte Parabel "Die Verwandlung" mit einem Satz, der in sich alles an Wahrheit und Endgültigkeit zu bergen scheint: "Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt". Gregor Samsa ist ein Einsamer (Samsa: "ich bin allein" im Tschechischen), ein Ausgestoßener, als der er sich fühlt. Diese Verwandlung ist Zeichen des ersten Satzes und damit ist die Geschichte schon hier vollendet. Das Schicksal ist gewiss, so weiß man, dass keine Hoffnung zu haben, Gewissheit bringt. Kafka legt jedoch Hoffnung in das Schreiben, Hoffnung, Grenzen zwischen ihm und dem Himmel zu überwinden und doch ist er in einem Gesetz, in seiner familiären Sekte und so zeigt sich auch Gregor Samsa in einem Gesetz der ewigen Wiederkehr, der Wiederholung als universalen Zwang, der sich zeigt in seinem Arbeitgeber, auftretend wie Gott, doch nur die kosmologische Leere offenbart, wie Bloom mal aufzeigte. Kafka zeigt seinen Samsa als einen durch Wissen vom Leben verschreckten Menschen. In seinen Aphorismen schrieb Kafka: "Es ist uns auferlegt, das Negative zu vollbringen, das Positive ist schon gegeben" und doch ist es nicht zu sehen, auch für den Landvermesser K., der in die scheinbare Leere empor sieht und Kafka für sich entdecken lässt, dass der Himmel ihm entgegenstürmt. So wie Samsa zunächst beflissentlich seiner Arbeit nachging, Leben als Pensum zum Abarbeiten betrachtete und nichts Tieferes als dieses im Leben entdeckte, so ist der Käfer etwas, was weit von Samsa entfernt scheint, weder Hülle noch Erlösung. Es klingt nach Rimbaud: "Ich ist ein anderer" und so wird klar, warum erst im Zustand nach der Verwandlung, Samsa befähigt ist zur ästhetischen Wahrnehmung. Wie Shakespeares grotesker Caliban (Der Sturm) hört Samsa das Schöne in der Musik und nimmt so Klänge einer anderen Sphäre wahr. Doch seine Wahrnehmung von Ästhetik hört dort auf, wo es um ihn selbst geht. Dem zweiten Gebot folgend wird festgestellt: "Das Insekt selbst kann nicht gezeichnet werden. Es kann auch nicht gezeichnet werden, als ob man es aus der Entfernung sähe". Kafka erinnert, dass eine Negation eines Bildnisses nicht dargestellt werden kann. Samsa sieht sein Verschwinden, seinen Tod voraus und diesen letztendlich als Befreiung seiner selbst vor sich und auch als eine Art Liebe und einen Akt der Liebe zur Familie.

Aber ob es diese Aussage ist, bleibt fraglich, denn wie kann man von einem Nichts von Wahrheit reden. Kafka bleibt verschwommen, Wahrheit könnte nun doch in der Hoffnung liegen und somit sind beide nicht zugänglich. Somit bleibt nach der Bedeutung dieser Parabel zu suchen und auch dort bleibt Kafka ausweichend, da Bedeutung von etwas eine Perspektive zur unbekannten Zukunft hat. Wie man es dreht, der Ratschlag der Katze in "Eine kleine Fabel" wird ein sicheres Ende verheißen. So sicher, wie der Wartende vor dem Gesetz nicht bemerkt, dass er schon drin ist. Es ist nur für ihn, so kann man dem Schicksal nicht entfliehen, die Hoffnung Samsas ist im ersten Satz erloschen, seine, Kafkas Hoffnung auf ewig ins Schreiben verband.

Das Ziel des Lebens, sagt Freud, ist der Tod. Samsas Aktivität im Leben hat sich abgenutzt, er wollte in einem unheimlichen Sinn sterben. Kafka wollte zu Welt kommen durch Schreiben, vielleicht wollte er auch nur bleiben. "Niemand wird lesen, was ich hier schreibe" lesen wir in "Der Jäger Gracchus". Gracchus heißt Krähe oder Dohle und Krähe oder Dohle heißt auf Tschechisch: KAVKA. ".. denn niemand weiß von mir, und wüsste er von mir, so wüsste er meinen Aufenthalt nicht, und wüsste er ..." Der finale Gedanke ist auch der von Gregor Samsa: "Der Gedanke mir helfen zu wollen, ist eine Krankheit und muss im Bett geheilt werden".

Diese Verwandlung aus dem unruhigen Traum ist gleich einer Veränderung der inneren wie der äußeren Welt. Aus der Deutlichkeit des Anfangs, aus der Ausweglosigkeit dieses Faktes, Hoffnung verschwindend, entsteht in den Menschen um ihm herum Sturm, Beben und Feuer in seiner Wahrnehmung, die sich am Ende der Erzählung, am Ende von Gregor Samsa auflöst in einen neuen verständigen Blick. "und nach dem Feuer eine Stimme von Windverwehen, ganz fein." (1.Kö 19, 12) wird bei Kafka: "Stiller werdend und fast unbewusst durch Blicke sich verständigend, .. ". Der Leser weiß es, im verstehenden Mitschweigen dessen, was der Text sagt, indem er es nicht sagt. (vgl. 1. Könige 19, 11-13) "Und es war ihnen wie eine Bestätigung ihrer neuen Träume".

Kafka in all seinen Schattierungen zu lesen ist eine Freude. Diese Unbestimmtheit in der Erklärung eröffnet Horizonte, seine Bücher führen zu neuen Kammern des inneren Schlosses, und wie er in den Oktavheften im Februar 1918 schrieb: "Anbieten wird sich Dir die Welt zur Entlarvung, sie kann nicht anderes, verzückt wird sie sich vor Dir winden". Blickt man durch dieses Offensichtliche, erspürt man einen Paria. Der bewusste Paria steht wirklich außerhalb der Gesellschaft und erlangt durch diese Distanz bessere Einblicke in diese, sagt Hannah Arendt und nennt beispielhaft eben diesen Franz Kafka, dessen Geburtstag sich am 3. Juli zum 125sten Mal jährt. Ein Grund, sich diesem Geheimnis wieder zu nähern, damit wir uns herantasten zu wissen, was der Mensch ist.
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37 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine Groteske, bei deren Schilderung die Sprache versagt, 11. Juni 2005
Diese Rezension stammt von: Die Verwandlung: Leipzig 1916 (Taschenbuch)
"Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt." -- Wassn Anfang! Kafka teilt dem Leser Gregor Samsas Verwandlung in ein "ungeheures Ungeziefer" mit, als würde er feststellen, dass es draußen regnet. Keine Einleitung, keine Begründung, nur diese sachliche Feststellung -- päng! Volltreffer!
In diesem Stil geht die Erzählung weiter. Gregor Samsa ist also über Nacht zum Ungeziefer mutiert, einfach so. Niemand wundert sich darüber, auch nicht Gregor Samsa selbst; niemand forscht nach den Ursachen; man arrangiert sich irgendwie mit diesem ungeheuerlichen (!) Sachverhalt. Gregors Familie zeigt zunächst Mitleid, gemischt mit dem Bestreben, die Peinlichkeit verborgen zu halten, doch allmählich verwandelt das Mitleid sich in Abscheu. Schließlich wird der Sohn, das nunmehrige Ungeziefer, isoliert. Eine alptraumhafte Situation für alle Beteiligten entwickelt sich, und nur Gregor Samsas Tod (besser: Verenden) könnte seine Umgebung erlösen. Oder auch nicht. Eine Parabel auf die Entfremdung des modernen Menschen, geschrieben in einer Sprache, wie sie präziser nicht sein könnte.

Ob Kafka in der "Verwandlung" mitteilen wollte, wie er selbst seine Stellung innerhalb der Familie empfand? -- Vielleicht. Einiges deutet darauf hin, aber eine Interpretation nur darauf zu stützen, wäre allzu kurz gedacht. Die Stärke dieser Erzählung liegt auch in einem absurden Humor, wie er schwärzer nicht auszudenken ist. Vor allem die ersten Begegnungen des Ungeziefers mit seiner Umwelt sind geprägt von einer nicht zu überbietenden grausamen Komik, bei der einem das Lachen im Halse steckenbleibt. Man lese nur einmal die Passage, in der der Prokurist von Samsas Firma bei den Samsas erscheint und sich nach Gregors Verbleib erkundigt. Wie hier der arme Gregor sich um Kontaktaufnahme bemüht, ohne an die Wirkung zu denken, die seine äußere Gestalt auf andere haben muss, und wie der Prokurist panikartig die Wohnung verlässt, das ist ein furioses Meisterstück, das die absurden Theaterstücke etwa eines Ionesco blass aussehen lässt.
Und genau das ist es, was in meinen Augen die "Verwandlung" zu einer der besten Erzählungen aller Zeiten macht: Der lakonische Ton des ersten Satzes setzt sich durch die gesamte Erzählung hindurch fort und steht in krassem Gegensatz zu der "ungeheuerlichen Begebenheit", die hier erzählt wird. Eine groteske Wirklichkeit, der die menschliche Sprache nicht mehr gewachsen ist; ein Alptraum, zu dessen Schilderung die Worte fehlen. Eine Katastrophe, die zur Farce wird.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Lesen als Reise ins eigene Unterbewusstsein, 7. Juni 2005
Diese Rezension stammt von: Die Verwandlung: Leipzig 1916 (Taschenbuch)
Was in aller Welt hat das denn nun wieder zu bedeuten? Da wacht einer namens Gregor Samsa morgens auf und hat sich in ein riesiges Insekt verwandelt. Und der arme Leser soll sich einen Reim darauf machen. Gibt es eine Meinung, eine Intention, die der Autor auf gerissene Art und Weise irgendwo zwischen den Zeilen versteckt hat?

Nein, die gibt es natürlich ist. Kafkas Kunst ist es Bücher oder Kurzgeschichten zu schreiben, die unglaublich weit definierbar sind und somit für jeden Leser eine andere Intention innehaben. Wofür könnte die Verwandlung stehen? Krankheit, Leid, Trennung, Tod, Unglück, Depressionen, Entfremdung, Sinnentleerung oder Beginn eines neuen Lebensabschnittes stellen nur einen Bruchteil möglicher Bedeutungen dar. Ebenso vielfältig lassen sich die seltsamen drei Untermieter und nicht zuletzt Gregors Familie betrachten, die nicht weiß, was sie mit dem neuen, leicht veränderten, Sohnemann anfangen soll.

Fazit: eine Herausforderung an den Leser! Eine richtige Interpretation gibt es nicht. Vielmehr sagt die jeweilige Interpretation vielmehr über den Leser, als über das Werk aus. Lesen als Selbsterfahrung!!!

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Sehr lesenswert!, 21. Dezember 2006
Diese Rezension stammt von: Die Verwandlung: Leipzig 1916 (Taschenbuch)
Nun einer meiner Vorredner sagte, dass dieses Buch deswegen nicht toll sei, weil es ihm zu unrealistisch erschiene, und die eigentliche Verwandlung nicht erklärt wird, dazu muss ich folgendes sagen, und zwar der Umstand der Verwandlung wird meiner Meinung nach deswegen nicht erklärt weil es die Geschichte nicht einen deut vorantreiben würde, das unrealistisch sein würde ich darauf zurückführen das es eine GESCHICHTE ist, wer Realismus zu lesen pflegt soll sich mit der Tageszeitung auseinander setzten.
Genung dazu nun zum Buch selbst. Ich fand die Geschichte durchaus kurzweilig(Wobei es immer heisst das meine Generation - Baujahr '90- so stumpfsinnig wäre), da es eben genau die Umstände und Missverständnisse abhandelt mit denen sich Kafka selbst wohl auch konfrontiert fühlte.
Der Text ist im allgemeinen recht leicht verständlich, und alle nicht (mehr) gebräuchlichen Wörter sollten auch bei dieser Ausgabe im Anhang/Glossar etc. vermerkt sein.
Viele Menschen mit denen ich mich bis jetzt über Kafka unterhalten habe klagten oft über die endlos langen Sätze, da ich selbst lange Sätze schreibe stört es MICH persönlich nicht, wer dies aber derart unerträglich findet sollte eventuell die Hände von diesem Buch und Kafka im Allgemeinen lassen.
Alles in allem finde ich diese Geschichte mehr als gut, und alle die Kafka gerne lesen werden auch hier wieder finden was Kafka auszeichnet.
4 Sterne gebe ich nur deswegen weil ich diese Ausgabe ( schwarzes Taschenbuch von Dtv) für überteuert halte, und ich mir nicht erklären kann wie man eine Geschichte die normalerweise weniger als 50 Seiten fasst auf über 100 bringen kann.
Ich selbst habe die Ausgabe vom Husum Verlag (Hamburger Lesehefte) für 1,30¤ gekauft, und bin sehr zufrieden mit dem Text gewesen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Kafkas Verwandlung, 30. Mai 2007
Von Carola Schneider (Roth,Mittelfranken) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Die Verwandlung: Leipzig 1916 (Taschenbuch)
Kafkas Erzählung beginnt mit der bereits abgeschlossenen Verwandlung vom Mensch zum Ungeziefer und konfrontiert den Leser direkt im ersten Satz mit der Unabwendbarkeit dieses Grauens. Herr Samsa wacht auf, nach unruhigen Träumen, und findet sich als Ungeziefer im Bett liegend. Wie es scheint hat er von der Verwandlung nichts mitbekommen, und anstatt einen Schock zu erleiden oder zu schreien, wundert er sich nur kurz und versucht dann weiterzuschlafen, vielleicht ist es ja nur ein Traum.
Schließlich ist es dann doch kein Traum und so beginnt die Verwandlung des Gregor Samsa sein Leben und das seiner Familie in bisher ungeahnte Bahnen zu lenken.
Kafka schafft es direkt mit dem ersten Satz den Leser in seinen Bann zu ziehen, welchem dieser nicht mehr entkommt, bis er das Ende der Erzählung erreicht hat.

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sich selber sehen, so wie man wirklich ist, 29. April 2007
Diese Rezension stammt von: Die Verwandlung: Leipzig 1916 (Taschenbuch)
Der Konflikt besteht darin, dass sich ein Mensch in einen Käfer verwandelt hat. Der eigentliche Konflikt ist aber wohl der Tatbestand, dass Gregor seinen Beruf nicht gern ausübt (Zugreisen, Anschlüsse heraussuchen etc.). Des weiteren leidet er unter den Intrigen in der Firma und einem grossen Misstrauen ihm gegenüber. Die Angst vor seinem Chef ist so gross, dass er darüber mehr nachdenkt, als an eine Möglichkeit, wie er aus der misslichen Lage des Käferdaseins wieder herauskommen könnte. Die Sorgen um seine berufliche Existenz und die der Familie beherrschen Gregor. Es fällt auf, dass er eine sehr liebevolle Rücksichtnahme, ja sogar ein Pflichtgefühl seiner Familie gegenüber hat. Es macht ihm z.B. grosse Sorge, sie nicht durch ein plumpes Runterfallen aus dem Bett zu erschrecken.

Die Reaktion der Familie ist die, dass sie bei seinem Anblick mit Ekel erfüllt ist; man scheucht ihn wieder in sein Zimmer und schreckt selbst vor Misshandlungen nicht zurück.

Die Frage ist, ob die Verwandlung in ein Insekt wirklich geschieht, oder aber ob Gregor an diesem Morgen seine missliche und hoffnungslose Situation im Leben plötzlich erkennt: seine devote Haltung der Familie gegenüber, seine Schwäche, sich zu entscheiden (z.B. seine Stellung zu kündigen und sich beruflich zu verändern), der fehlende Freundeskreis und letztlich das Akzeptieren, dass er der Alleinverdiener der Familie ist. Am Ende sehnt er sich sogar nach dem Tod.

Hervorragende Literatur und eines der Meisterwerke von Kafka. Der Deutungsmöglichkeiten gibt es viele, so wie man auch autobiografische Züge erkennen kann. Gehört für mich in jeden Bücherschrank.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das Leben als Ungeziefer, 5. Januar 2006
Diese Rezension stammt von: Die Verwandlung: Leipzig 1916 (Taschenbuch)
"Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt" - mit diesem Satz beginnt die Erzählung Franz Kafkas „Die Verwandlung". Einerseits ist dieser Satz sehr berühmt geworden und andererseits weist dieser Satz eine kleine Besonderheit auf: es ist von einem „Ungeziefer" und nicht von einem „Käfer" die Rede, ein interpretatorisches Missverständnis, dass die ganze Interpretation präjudiziert. Gregor ist ein junger Handlungsreisender, der unter seinem Beruf, seinen Vorgesetzten und seiner Familie leidet. Eines Morgens erwacht er als „Ungeziefer". Trotz dieses Zustandes will er sein normales menschliches Leben weiterführen - auch seine Familie reagiert ungewöhnlich auf diese Veränderung, sodass wir hier eine absurde, eine „kafkaeske" Situation vorliegen haben. So wird Gregors Verwandlung die Geschichte einer Ausgrenzung aus Familie und Beruf, bis dieses Wesen schließlich vollkommen verschwindet, was bei einem Ungeziefer ja zu allgemeiner Erleichterung führt. Was macht diese kurze Erzählung so lesenswert? Einerseits ist es die unerhörte Begebenheit der Verwandlung eines Menschen in ein Ungeziefer und die Reaktion seiner Umwelt darauf. Andererseits ist es die lakonische, schmucklose, aber sehr intensive Prosa, die Kafka verwendet. Meiner Meinung nach gehört die „Verwandlung" zum Kanon der Werke der Literatur, die man gelesen haben muss.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Muss man einfach gelesen haben, 18. Juni 2004
Von Maret "mih2" (Niedersachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Diese Rezension stammt von: Die Verwandlung (Taschenbuch)
Der Handlungsreisende Gregor Samsa opfert sich seit Jahren für seine Familie auf, die durch den beruflichen Mißerfolg des Vaters in finanzielle Not geraten ist. Eines Morgens jedoch bemerkt Gregor, dass er sich in einen riesigen, häßlichen Käfer verwandelt hat. Verblüffend detailliert, phantasievoll und täuschend realistisch beschreibt Kafka nun das Leben des verwandelten Gregor und erschafft eine außergewöhnliche Atmosphäre mit vielen tragisch-komischen Momenten. Mir hat dieses kleine Werk(63 Seiten + Anhang) ebenso Vergnügen bereitet, wie es mich stellenweise sehr betroffen gemacht hat. Einziger Schwachpunkt ist das Ende, mit welchem Kafka selber unzufrieden war und in dem sich die Erzählperspektive so stark wandelt, dass es schon fast als Stilbruch zu bezeichnen ist. Das ändert aber nichts daran, dass ich jedem Kafka-Neuling, ebenso wie Kafka-„Experten", "Die Verwandlung" absolut empfehlen kann.
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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen kleines Büchlein, großer Inhalt, 7. Februar 2007
Diese Rezension stammt von: Die Verwandlung (Gebundene Ausgabe)
Als Freund zeitgenössischer Bestseller schiebe ich ganz gerne von Zeit zu Zeit mal einen "Klassiker" dazwischen, weil ich die Abwechslung liebe. Obwohl zu "Die Verwandlung" mehr Interpretationen und Analysen existieren als zu fast jedem anderen Werk, liest es sich erstaunlich leicht und kurzweilig. Die Sprache ist natürlich etwas altmodisch und gestelzt, aber genau das macht ja auch den Charme dieses dünnen Büchleins aus. Den eigentlich Reiz bezieht es aber von der phantastischen Grundidee, die sich bereits im ERSTEN! Satz ausdrückt. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das so schnell zum Punkt kommt :-)
Als ob das Leben als Käfer nicht schon grotesk genug wäre - das witzigste (oberflächlich betrachtet!) ist zweifellos, wie selbstverständlich Gregor Samsa und seine Umwelt auf diese Metamorphose reagieren.
"Die Verwandlung" ist eine wirklich nette Abwechslung zum Mainstream-Einheitsbrei der Gegenwart. Eine phantastische Idee, niedergeschrieben in feinster Sprache und dabei kurzweilig und hintergründig - mehr kann man von einem Buch kaum erwarten!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen kleines Buch, große Literatur, 7. Mai 2006
Diese Rezension stammt von: Die Verwandlung: Leipzig 1916 (Taschenbuch)
Als der Geschäftsmann Gregor Samsa eines Morgens in seinem Bett aufwacht, ist mit ihm über Nacht eine merkwürdige Verwandlung einhergegangen. Sein Körper hat sich in den eines Insektes verwandelt. Hilflos liegt er nun da und versucht, sein Schicksal so gut es geht zu meistern. Da ist der Prokurist, für den er eine wichtige Geschäftsreise zu erledigen hat, und der ihn so auf keinen Fall sehen kann; ebenso wie die Untermieter.
Doch noch viel schwieriger und letztendlich auch tragisch gestaltet sich die Beziehung zu seiner Familie, mit der er unter einem Dach lebt.
Sehr schnell müssen beide Seiten erkennen, dass das vorherige Leben nicht einfach so weiterzuführen ist. Auch wenn Eltern und Schwester ihn in seiner neuen Gestalt akzeptieren, so kann er die ihm entgegengebrachte Liebe nicht erwidern und es zeigt sich, dass der Mensch mit seiner Existenz selbst klarkommen muss und äußere Einflüsse den Willen zum Leben nur lenken, aber nicht aufrechterhalten können.
Ein typischer Kafka. Eine vollkommen groteske Story, die viel mehr über das Leben und Gefühle auszusagen vermag als ein plastischer Bericht.
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