Amazon.de: Kundenrezensionen: Heimweh nach Nirgendwo

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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein bewegendes literarisches Zeugnis aus dem Herzen Europas, ein trauriges Epos über den Verlust einer Kultur
Eine junge, gerade einmal 41-jährige Frau, Mutter eines dreijährigen Sohnes, erkrankt lebensgefährlich an einem Brustkrebs. Nach einer schwierigen Operation mit sehr unsicheren Heilungschancen beschließt sie, hauptsächlich für ihren Sohn Alexander ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Eine außergewöhnliche Lebensgeschichte einer außergewöhnlichen Frau und...
Vor 21 Monaten von Winfried Stanzick veröffentlicht

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versus
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Eine Geschichte von Heimweh und Glück
Vesna Goldsworthy Heimweh nach Nirgendwo Deuticke
ISBN 3552060022

Vesna Goldsworthy hat eine Lebensgeschichte geschrieben, ihre eigene. Das Foto auf dem Einband zeigt eine gleichmütige, nicht besonders fröhlich dreinblickende junge Frau.

Die Rahmenhandlung wird von der Geschichte ihrer Krebserkrankung im Alter von 41 Jahren gebildet, die sie nur zwei...

Veröffentlicht am 27. September 2005 von C.Borries

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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein bewegendes literarisches Zeugnis aus dem Herzen Europas, ein trauriges Epos über den Verlust einer Kultur, 27. April 2008
Von Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)   
Eine junge, gerade einmal 41-jährige Frau, Mutter eines dreijährigen Sohnes, erkrankt lebensgefährlich an einem Brustkrebs. Nach einer schwierigen Operation mit sehr unsicheren Heilungschancen beschließt sie, hauptsächlich für ihren Sohn Alexander ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Eine außergewöhnliche Lebensgeschichte einer außergewöhnlichen Frau und Schriftstellerin.

Vesna Goldsworthy wird 1961 in Serbien geboren und wächst als klassisches Kind des jugoslawischen Kommunismus auf. Einer Spielart der Diktatur, die bis in die siebziger Jahre auch in linken SPD-Kreisen als lobenswerte Alternative zum Betonkommunismus Moskauer oder Pekinger Prägung hochgelobt und durch Besuche hochrangiger Funktionäre auch lange unterstützt wurde.

In ihren Erinnerungen, die sie bewusst nicht chronologisch angelegt hat, verfolgt sie ihre Wurzeln in der väterlichen und der mütterlichen Linie. Sie stellt Zusammenhänge her mit ihrem eigenen Leben, ihren Wünschen und Träumen.

Schon früh fängt sie an Gedichte zu schreiben und macht innerhalb der kommunistischen Jugend literarisch Karriere. Anders als so viele andere im Kommunismus aufgewachsene Schriftsteller denunziert sich aber ihre Vergangenheit nicht, sondern stellt sich ihr. Auch den blutigen und archaischen Konflikt in ihrem geliebten Jugoslawien, der schon vor ihrer Auswanderung nach England absehbar ist, beschriebt sie aus der Distanz betont sachlich und doch ist in jeder Zeile der unendliche Schmerz darüber zu spüren, was sich Menschen da gegenseitig antun, mit denen sie aufgewachsen ist, mit denen sie ihre Träume und Hoffnungen geteilt hat.

Vesna Goldsworthy kommt in ihrer Lebensgeschichte vollkommen ohne Schuldzuweisungen aus. Es sind für sie nicht die Serben oder die Bosnier, die den Konflikt zu verantworten haben. Sie beschreibt , das, was sie sieht und spürt eine großes und tiefes Heimweh nach Nirgendwo".

Als sie beginnt in England wirklich heimisch zu werden, nachdem sie 1986 nach der Heirat mit einem Journalistenkollegen , den sie auf einem Seminar in Sofia kennengelernt hat, dorthin ausgewandert, erkrankt sie an einem Brustkrebs, der sie fast das Leben kostet. Als sie ihr Manuskript abschließt (wohl 2004) atmet ihre Sprache ein wenig Hoffnung, doch sie rechnet damit, bald zu sterben.

Vesna Goldsworthys Buch ist ein bewegendes Zeugnis aus dem Herzen von Europa, ein trauriges Epos über den Verlust einer Kultur, die für die Betroffenen eben doch mehr war als ein liberal-kommunistischer Überwachungsstaat, ein Land, das auch Heimat war und ihr Wurzeln schenkte, die im neuen Land nur mühsam wieder wachsen können.

Wie schön wäre es, wenn diese wunderbare Schriftstellerin weiterleben könnte und uns noch weitere Bücher mit dieser wunderbaren Sprachmacht schenken könnte !
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Eine Geschichte von Heimweh und Glück, 27. September 2005
Vesna Goldsworthy Heimweh nach Nirgendwo Deuticke
ISBN 3552060022

Vesna Goldsworthy hat eine Lebensgeschichte geschrieben, ihre eigene. Das Foto auf dem Einband zeigt eine gleichmütige, nicht besonders fröhlich dreinblickende junge Frau.

Die Rahmenhandlung wird von der Geschichte ihrer Krebserkrankung im Alter von 41 Jahren gebildet, die sie nur zwei Jahre nach der späten Geburt ihres Sohnes Alexander erwischt hat. Dieses Ereignis mag auch den Anstoß zu ihrem Lebensrückblick gegeben haben.
Vesna stammt aus Jugoslawien. Dort ist ihre Heimat, dort hat sie eine unbeschwerte Kindheit, Jugend und Schulzeit erlebt.
Ihre Verwandten, Großeltern und Eltern, alles charaktervolle Persönlichkeiten, boten ihr Geborgenheit, Liebe und Sicherheit.
Die verschiedenen politischen Entwicklungen haben sie nicht wirklich berührt. Sie lebte ein glückliches und gutbürgerliches Leben wie andere Jugendliche in anderen Ländern auch. Dennoch spürt man eine Besonderheit der Charaktere, eine unsentimentale Ordnung, die das Leben bestimmte.
Vesna zieht es fort; sie ist fleißig und begabt, sie studiert und ist voller Neugier auf das Leben. Daß sie Simon, ihren Mann, bei Studien in Sofia kennen lernt, erscheint ihr wie eine Fügung. Die Verwandtschaft ist nicht so sicher, als sie von dannen zieht,--aber man lässt sie gehen.

Das Buch ist in einer freundlichen, nüchtern- assoziativen Erinnerungsform geschrieben. Keine spektakulären Ereignisse zeichnen die Erzählung aus. So fehlt ein wenig der Spannungsbogen, der die Geschichte lebendig und anschaulich macht. Es sind Einblicke und Eindrücke aus dem Leben in einem kommunistischen Land, das vielen Unwägbarkeiten in der jüngsten Geschichte seiner Vergangenheit ausgesetzt war. In dieser Zeit eine dennoch ganz normale Kindheit erlebt zu haben,wach, lebendig und ohne Angst, das zeichnet das Buch aus.
Cl.B.

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22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein bewegendes Zeugnis aus dem Herzen Europas, 27. Oktober 2005
Von Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)   
Eine junge, gerade einmal 41-jährige Frau, Mutter eines dreijährigen Sohnes, erkrankt lebensgefährlich an einem Brustkrebs. Nach einer schwierigen Operation mit sehr unsicheren Heilungschancen beschließt sie, hauptsächlich für ihren Sohn Alexander ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Eine außergewöhnliche Lebensgeschichte einer außergewöhnlichen Frau und Schriftstellerin.

Vesna Goldsworthy wird 1961 in Serbien geboren und wächst als klassisches Kind des jugoslawischen Kommunismus auf. Einer Spielart der Diktatur, die bis in die siebziger Jahre auch in linken SPD-Kreisen als lobenswerte Alternative zum Betonkommunismus Moskauer oder Pekinger Prägung hochgelobt und durch Besuche hochrangiger Funktionäre auch lange unterstützt wurde.

In ihren Erinnerungen, die sie bewusst nicht chronologisch angelegt hat, verfolgt sie ihre Wurzeln in der väterlichen und der mütterlichen Linie. Sie stellt Zusammenhänge her mit ihrem eigenen Leben, ihren Wünschen und Träumen.

Schon früh fängt sie an Gedichte zu schreiben und macht innerhalb der kommunistischen Jugend literarisch Karriere. Anders als so viele andere im Kommunismus aufgewachsene Schriftsteller denunziert sich aber ihre Vergangenheit nicht, sondern stellt sich ihr. Auch den blutigen und archaischen Konflikt in ihrem geliebten Jugoslawien, der schon vor ihrer Auswanderung nach England absehbar ist, beschriebt sie aus der Distanz betont sachlich und doch ist in jeder Zeile der unendliche Schmerz darüber zu spüren, was sich Menschen da gegenseitig antun, mit denen sie aufgewachsen ist, mit denen sie ihre Träume und Hoffnungen geteilt hat.

Vesna Goldsworthy kommt in ihrer Lebensgeschichte vollkommen ohne Schuldzuweisungen aus. Es sind für sie nicht die Serben oder die Bosnier, die den Konflikt zu verantworten haben. Sie beschreibt , das, was sie sieht und spürt eine großes und tiefes "Heimweh nach Nirgendwo".

Als sie beginnt in England wirklich heimisch zu werden, nachdem sie 1986 nach der Heirat mit einem Journalistenkollegen , den sie auf einem Seminar in Sofia kennengelernt hat, dorthin ausgewandert, erkrankt sie an einem Brustkrebs, der sie fast das Leben kostet. Als sie ihr Manuskript abschließt (wohl 2004) atmet ihre Sprache ein wenig Hoffnung, doch sie rechnet damit, bald zu sterben.

Vesna Goldsworthys Buch ist ein bewegendes Zeugnis aus dem Herzen von Europa, ein trauriges Epos über den Verlust einer Kultur, die für die Betroffenen eben doch mehr war als ein liberal-kommunistischer Überwachungsstaat, ein Land, das auch Heimat war und ihr Wurzeln schenkte, die im neuen Land nur mühsam wieder wachsen können.

Wie schön wäre es, wenn diese wunderbare Schriftstellerin weiterleben könnte und uns noch weitere Bücher mit dieser wunderbaren Sprachmacht schenken könnte !

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13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Lebensgeschichte aus dem ehemailgen Jugoslawien, 18. Oktober 2005
Vesna Goldsworthy Heimweh nach Nirgendwo Deuticke
ISBN 3552060022

Vesna Goldsworthy hat eine Lebensgeschichte geschrieben, ihre eigene. Das Foto auf dem Einband zeigt eine gleichmütige, nicht besonders fröhlich dreinblickende junge Frau.

Die Rahmenhandlung wird von der Geschichte ihrer Krebserkrankung im Alter von 41 Jahren gebildet, die sie nur zwei Jahre nach der späten Geburt ihres Sohnes Alexander erwischt hat. Dieses Ereignis mag auch den Anstoß zu ihrem Lebensrückblick gegeben haben.
Vesna stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien. Dort ist ihre Heimat, dort hat sie eine unbeschwerte Kindheit, Jugend und Schulzeit erlebt.
Ihre Verwandten, Großeltern und Eltern, alles charaktervolle Persönlichkeiten, boten ihr Geborgenheit, Liebe und Sicherheit.
Die verschiedenen politischen Entwicklungen haben sie nicht wirklich berührt. Sie lebte ein glückliches und gutbürgerliches Leben wie andere Jugendliche in anderen Ländern auch. Dennoch spürt man eine Besonderheit der Charaktere, eine unsentimentale Ordnung, die das Leben bestimmte.
Vesna zieht es fort; sie ist fleißig und begabt, sie studiert und ist voller Neugier auf das Leben. Daß sie Simon, ihren Mann, bei Studien in Sofia kennen lernt, erscheint ihr wie eine Fügung. Sie lebt fortan mit ihm in seiner Heimat England. Ihre Verwandtschaft ist nicht so sicher, als sie von dannen zieht,--aber man lässt sie gehen.

Das Buch ist in einer freundlichen, assoziativen Erinnerungsform geschrieben. Keine spektakulären Ereignisse zeichnen die Erzählung aus. So fehlt ein wenig der Spannungsbogen, der die Geschichte lebendig und anschaulich macht. Es sind Einblicke und Eindrücke aus dem Leben in einem kommunistischen Land, das vielen Unwägbarkeiten in der jüngsten Geschichte seiner Vergangenheit ausgesetzt war. In dieser Zeit eine dennoch ganz normale Kindheit erlebt zu haben, zeichnet das Buch aus.
Cl.B.

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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das alltägliche Leben als glückliche Utopie, 2. Januar 2006
Von Dietrich Marquardt (Frankfurt/M, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Vesna, dieser schöne serbische Vorname, Goldsworthy, dieser klangvolle englische Nachname - wie geht das zusammen ? "Heimweh nach Nirgendwo" - wer empfindet es und was mögen die Eigenschaften dieses Ortes "Nirgendwo" sein ? Wenn man dann noch das klare, traurige, schöne Gesicht der Autorin auf dem Umschlag gesehen und einige Sätze gelesen hat, dann ist es geschehen: Man liest weiter, kann das Buch zwar jederzeit wieder aus der Hand legen, weil es in kleine Episoden unterteilt ist, aber man kann es nicht wirklich zur Seite legen, weil es - skurrilen Szenen zum Trotz - beunruhigt.

Dieses Buch beunruhigt bis zur letzten Zeile und das zu Recht und aus vielen Gründen. Belgrad, die Hauptstadt Jugoslawiens, die mit dem Tod des Staatsgründern Tito ohne es zu ahnen ihre Bedeutung verliert - das ist die Kulisse für eine sorgenfreie, leichte Jugend, die die Autorin präzise, nüchtern und sehr reflektiert schildert. Die Wurzeln ihrer Familie reichen - dafür steht eine einzigartige Großmutter - tief in archaische Strukturen und Sitten "des Balkan". Die Autorin verliebt sich in einen Engländer, zieht nach London und trifft in dem scheinbar nüchternen und kühlen Land geradewegs auf das "Heimweh nach Nirgendwo" und auf leidenschaftliche Menschen.

Ein wunderbares Buch: Klar, präzise, gebildet, anspruchsvoll, bescheiden, zweifelnd, ehrlich, pointiert. Vieles aussparend. Kühl, tapfer. Denn es sind sehr reale Schmerzen, die es zu ertragen gilt.

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9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Versöhnung angesichts gestundeter Zeit, 22. November 2005
Die Autorin Vesna Bjelogrlic gab sich in England den Namen Goldsworthy, einen Namen, den man in England aussprechen konnte. Sie ist 1961 in Belgrad geboren, hat dort eine schöne und behütete Kindheit erlebt, in einer Familie, die im kommunistischen Jugoslawien zu Wohlstand gekommen ist. Sie ist also in guten Verhältnissen aufgewachsen, hat gute Schulen besucht. Ein sehr attraktives Mädchen, deren Anziehungskraft gegenüber Männern beachtlich war. Sie hat schöne Lieben erlebt, als sie schließlich den Engländer Simon kennen lernt. Sie verliebt sich in ihn und geht im Alter von 24 Jahren nach England. Und hier passieren nun zwei Dinge.

Zum Plot: Erstens möchte sie gern an der Universität Yale ihre Karriere machen. Der Traum erfüllt sich aus finanziellen Gründen nicht. Sie geht an eine kleine Uni. Zweitens, sie arbeitet in einem Verlag und sie kommentiert bei der BBC das ganze Kriegselend aus ihrer Heimat Jugoslawien.

Dann wird der Sohn Alexander geboren. Und eines schöne Tages, Alexander ist im Kindergarten, ihr Mann bei der Arbeit, da passiert etwas Entscheidendes. Sie holt sich ihren Untersuchungsbefund vom Frauenarzt ab. Die Diagnose: Hoch aggressiver Brustkrebs. In kürzester Zeit erfolgen zwei Operationen. Und der Krebs ist für sie Anlass jetzt zu schreiben und aufzuschreiben.

Jetzt will sie ein Überlebensbuch für ihren Mann schreiben, damit er sich zu Recht findet, wenn er die Vesna nicht mehr hat. Und sie reflektiert weiter, was wird mit unserem Sohn? Er wird alles über die Familie meines Mannes kennen lernen, von meiner Familie wird er nichts wissen und er wird mich schnell vergessen. Also entscheidet sie sich einen Lebensbericht zu schreiben. Diese Lebensgeschichte ist Alexander gewidmet.
Sie schreibt über ihre Vorfahren, was in dieser Familie alles an skurrilen Menschen herumgeistert, die Zeit unter Tito in Jugoslawien, ihre Kindheit, ihre Leidenschaft zur Literatur, ihre Lieben, ihre Erfahrungen mit Studenten und Professoren. Sie rollt jetzt, mit dem Blick aus der Mitte des Lebens, in eine Perspektive die ungewiss ist, ihr Leben auf. Und das alles beschreibt sie mit großem Humor, großer Wärme und liebevoller Erinnerung.

Im Alter von sieben Jahren war sie Pionierin, mit neunzehn, politisch naiv, ist sie zu den Kommunisten übergelaufen. Dann erklärt sie, wie sie in England zunächst Sympathien für Margret Thatcher entwickelte und sagt das sei typisch für Migranten.

Und sie berichtet über diesen undurchsichtigen Balkankrieg. Sie sagt, da haben wir alle friedlich miteinander gelebt und plötzlich bricht dieser Krieg aus und die besten Nachbarn werden zu Feinden.

Sie reflektiert über ein Land, das es nicht mehr gibt und eine Sprache die es nicht mehr gibt. Sie, die so gern gelesen hat, die die Literatur liebte, hat nun keine Sprache mehr. Serbokroatisch wird nirgends mehr gesprochen.

Sie hat ein ambivalentes Gefühl gegenüber der Heimat und die Versöhnung mit dem Balkankrieg passiert eigentlich angesichts einer gestundeten Zeit.

Diese Lebensgeschichte ist eigentlich die Verschränkung von Individualbiographie und Zeitgeschichte.

Sie sehnt sich irgendwo hin, weiß aber, dass sie das Ziel nicht erreichen kann. Es bleibt das Ziel Nirgendwo.

Es ist in erster Liebe ein Buch über die Liebe, ein Buch in unglaublicher Liebe und Zuneigung geschrieben. Die Wärme kommt daher, dass diese Autorin weiß, es ist nichts mehr selbstverständlich und daher kommt ein ganz anderer Zugriff auf Vergangenheit und Gegenwart. Und das ist eine Leistung der Sprache.

Sie begreift sich nicht als ein geschichtsloses Individuum sondern sie sagt, ich bin ein Teil der Geschichte. Und jetzt kommt das Faszinosum dieses Buches, die Person die beschrieben wird ist eigentlich eine andere Person als die die schreibt. Jeder Standpunkt, den sie zwischen den Koordinaten einer kriegerischen Geschichte aufgenommen hat, ist ein relativer Standpunkt, den sie irgendwo einmal gehabt und dann wider fallen gelassen hat. Das macht das Schreiben zu einem Objekt der eigenen Deutung und das ist etwas Großartiges.

Den Originaltitel sollte man zum Schluss unbedingt noch nachliefern, leider im Deutschen nicht übernommen, „Tschernobyl Strawberrys“. Auf diese Erdbeeren, die sie einmal gepflückt und gegessen hat, führt sie ihre schreckliche Krankheit zurück.

Ein Buch das stark atmosphärisch arbeite, geschrieben von einer so sympathischen Autorin, der man sich affektiv nah fühlt, die nicht nur anschaulich ist, sondern auch sehr authentisch.
Das Buch hat mich unglaublich berührt und ich kann es mit Leidenschaft und Nachdruck aus vielerlei Gründen empfehlen.

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2 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen laaaaaaaaaaaaaangweilig, 28. Dezember 2005
Von Ein Kunde
schade schade
wieder mal ein buch, welches e heidenreich lobte und welches nicht einen ansatz hat, erwähnt zu werden.
ein überaus langweiliges buch,
das mehr als tagebuch für sich selbst geschrieben ist
schade um s papier
dabei gibt es soviele gute bücher
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Heimweh nach Nirgendwo
Heimweh nach Nirgendwo von Vesna Goldsworthy (Taschenbuch - 2. Juli 2007)
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