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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Tiefgründig, 2. November 2002
In "Gott - eine Biographie" geht es um die Bibel (genauer gesagt, um die hebräische Bibel bzw. das Alte Testament). Vielfach steht die Bibel als eine Art papierenes Möbelstück im Regal. Dass sie in der Vergangenheit viele Menschen tiefgreifend geprägt hat und unsere Kultur bis heute noch prägt, weiß man zwar. Aber wie wirkt die Bibel genau? Was lesen einige Leser aus ihr heraus, das andere Leser aufgrund oberflächlicher Lektüre nicht bemerken? Um diese Frage zu beantworten, stellt Jack Miles das Alte Testament Abschnitt für Abschnitt vor und lässt es in ausführlichen Zitaten und Zusammenfassungen zu Wort kommen. Diese Zitate sind eingebettet in Gedanken und Beobachtungen eines Bibellesers. Sie kreisen um die Frage, was der wichtigste Protagonist der Bibel - Gott - für ein Charakter ist.Im Laufe der Zeit wird einem deutlich, dass der Gott, der beim Lesen der Bibel vor dem inneren Auge entsteht, einen Charakter hat. Von ihm, der anfangs wie ein gigantischer konzentrierter Handwerker erscheint, der in seine Arbeit vertieft und Selbstgespräche führend die Welt erschafft, wird immer mehr deutlich. Schon bald genügt ein einzelnes Charakteristikum für ihn nicht mehr - der Gott der Bibel ist ein "tiefer" Charakter, wie es der Literaturwissenschaftler sagen würde. Nach ein paar Kapiteln in der Bibel hat sich Gott zu einem von den Menschen enttäuschten Zerstörer gewandelt, der fast die gesamte von ihm geschaffene Welt in der Sintflut auslöscht. Aber der Gott der Bibel ist auch nicht zwiegespalten - mal Schöpfer und mal Vernichter. Die Bibel enthält Texte der ca. ein Jahrtausend umspannenden Geschichte des Gottesglaubens in Israel. Die menschlichen Vorstellungen von Gott haben sich innerhalb dieser gewaltigen Zeitspanne verändert. Aber der Leser liest die Bibel als einen einzigen Text, der in sich vielstimmig ist. Jack Miles zeigt: dadurch dass die Erfahrungen vieler Generationen mit Gott zusammengefasst sind, erscheint der zentrale Protagonist der Bibel als rätselhafte und widersprüchliche, aber auch überaus kraftvolle Persönlichkeit. Wer nun die Bibel nicht oberflächlich liest, bringt den geschilderten Charakter in Zusammenhang mit seinem eigenen Charakter. Für ihn ist es selbstverständlich, den Gott der Bibel "nach seinem Ebenbilde" zu denken, nach dem er - wie es in der Bibel heißt - geschaffen ist. Das macht das Alte Testament aus einer Sammlung von Dokumenten der Gotteserkenntnis zu einem Buch der Selbsterkenntnis. Es bewegt den Leser dazu, sich über die eigene Rätselhaftigkeit und die eigenen Widersprüche, aber auch über die eigene Kraft klar zu werden. Keine leichte Übung allerdings. Um "Gott. Eine Biographie" zu lesen, muss man sich Zeit nehmen.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Gott als Romanheld, super!, 28. November 1999
Von Ein Kunde
Jack Miles wagte etwas, was noch nie jemand vor ihm getan hat. Er präsentiert das Alte Testament vollkommen neu, und zwar so wie es ist. Es handelt sich um eine der bekanntesten literarischen Arbeiten der Menscheit, in der Gott die Hauptrolle spielt. Jack Miles nimmt nun diese Hauptfigur unter die Lupe. Sie tritt als Schöpfer, Zerstörer, Freund, Feind, mal als Zuschauer, mal als Vater und ein anderes Mal als Befreier oder Henker auf.Gott als Romanheld. Dennoch ist es ein schwieriges Buch. Wie kann man so etwas angehen ohne ernsthaft die moralische Integrität einer Gottheit anzuzweifeln? Jack Miles betreibt keineswegs Blasphemie. Vielmehr versucht er ein Licht hinter die Wesenscharakteristika dieses göttlichen Akteures zu bringen. Warum handelt er so? , gewinnt er? , scheitert er? Ein überaus intelligentes Buch von dem kein offener Mensch unangetastet bleibt. Ein phantastisches Buch für jeden der doch noch ein Paar ungeklärte Fragen hat, und hier noch eine ganze Menge mehr Fragen finden wird! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Ein Denkanstoss, 5. Juli 1999
Von Ein Kunde
Gott als Romanheld. Ein sehr interessanter Ansatz, den es meines Wissens in der Literatur noch nicht gegeben hat. Miles wird dabei aber nicht wirklich blasphemisch. Er reisst das Alte Testament vollkommen aus dem religiösen und historischen Kontext und betrachtet Gott als Charakter mit Stärken und vor allem Schwächen. Diese Betrachtung ist so interessant, weil der Gott des Alten Testaments seinen Teil zum männlichen Ideal in der westlichen Gesellschaft beiträgt. Schliesslich ist das Christentum der Grundpfeiler unserer Moralvorstellungen. Was wir als Recht oder Unrecht ansehen, entstammt zu einem grossen Teil aus diesen vor tausenden von Jahren zusammengetragenen Textstücken. Wenn man die Bibel niemals richtig gelesen hat, so wie ich, ist man überrascht, wie grausam und gnadenlos dieser archaische Gott sich aufführt(Völkermord in Kanaan, Massenvergewaltigungen als Lohn für treue Gefolgschaft, die Plagen Ägyptens...). Das Buch, auf das sich nach der Meinung vieler Leute unsere Zivilisation gründet, ist besonders in seinen Anfängen extrem barbarisch. Miles stellt wunderbar die verschiedenen Persönlichkeiten heraus, aus der sich Gott zusammensetzt. Vom selbstsüchtigen, innerlich schwachen Psychopathen zum gerechten Herrscher oder zum "Freund der Familie", vom großen Krieger zum traurigen Verlierer. Dieses Buch ist genau das richtige für Menschen wie mich, die diese Religion nie verstanden haben, und nicht begreifen, was die Menschen zu diesem Glauben treibt(diese Frage wird natürlich nicht beantwortet; eigentlich wird alles noch absurder). Miles wird bei all seinen Beobachtungen wie gesagt niemals wirklich blasphemisch. Darum glaube ich, dass auch gläubige Christen und Juden, dieses Buch lesen können, ohne um ihr Seelenheil bangen zu müssen. Miles beschreibt nur, die Wertung wird dem Leser überlassen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Einfach Genial, 21. November 1999
Von Ein Kunde
Fanden Sie den Religionsunterricht in der Schule immer langweilig, war Ihne Bibellektuere ein Graus und haben die Psalmen fuer Sie nur etwas mit purem Auswendiglernen zu tun? Dann ist dieses Buch genau das richtige fuer Sie. Bevor man dieses Buch gelesen hat (was durchaus auch in einer Nacht schafft) glaubt man gar nicht wie spannend und abwechslungsreich das Alte Testament sein kann. Mit Scharfsinn, einer guten Portion Witz und einer Respektlosigkeit, die immer gerade an der Blasphmie vorbei schrammt fuehrt der Autor durch das heilige Buch der Juden. Sei Ziel ist es zu beschreiben, wie sich Gott(oder die Vorstellung die die vielen Autoren der Bibel sich von ihm machten, wenn er auch immer immanet im Text bleibt) sich im laufe der Geschichte wandelt. Der unglaubliche Charm der Geschichten der Bibel, wurde mir erst in der Nacherzaehlung von Jack Miles bewusst. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Brilliant blasphemisch - Gott als schillernder Romanheld, 22. Juli 2007
Jack Miles hat mit bestürzender Belesenheit, Verve und intellektueller Unerschrockenheit ein inspirierendes, und mitunter etwas mühsam zu lesendes Buch geschrieben. Seine kühne Idee war, das Alte Testament nicht als sakrale Prosa, als Offenbarung Gottes zu lesen, sondern ganz nüchtern als Literatur, in der nicht etwa das Volk Israel, sondern Gott der Herr die Hauptfigur ist. Das Ergebnis ist jedenfalls köstlich! Zu unserer Überraschung stellt sich heraus, dass Gott eine sehr widersprüchliche Gestalt ist, direkt, unreflektiert, impulsiv, jähzornig, destruktiv, prahlerisch, in seinen Versprechungen unzuverlässig, und zudem obsessiv an Fruchtbarkeitsthemen haftet - und erst sehr spät in seiner Entwicklung, nach unzähligen mitleidslosen Genoziden, Grund für die heute noch populären Zuschreibungen von Unergründlichkeit oder gar Barmherzigkeit bietet. Und gegen Ende dieses "Romans" verebbt Gott langsam, im starken Kontrast zum souverän-feierlichen ersten Auftritt, und dass auch erst, nachdem er im Buch Hiob seine beunruhigendste Seite gezeigt hat. Da sich wohl die meisten Leser weder mit vergleichender Religionsgeschichte noch mit Hebräisch oder Aramäisch auskennen, bleibt nichts anderes übrig, als JM bei der Lektüre einfach zu vertrauen, was bei der Fülle von inhaltlichen Bezügen und methodischen Anleihen manchmal ein unbehagliches Gefühl vermittelt. So bleibt am Ende der Eindruck, dass sein Werk für ein (poulär)wissenschaftliches Werk zu pointiert, spekulativ und breit gefächert ist, und für einen kulturphilosophischen Essay zu sehr mit Details, Fussnoten und Belegen befrachtet.
Die witzigste These war für mich jedenfalls die, dass die unwiderstehliche, fesselnde Widersprüchlichkeit von Gottes Charakter in diesem "einflussreichsten" Romans der Weltgeschichte dazu geführt hat, das heutzutage in Literatur oder Filmen kein interessanter Charakter vorgestellt werden kann, der nicht auch innerlich zerrissen und mehrdeutig ist. Anders gesagt: die moderne Auffassung vor Charakter ist ein indirektes Ergebnis davon, dass ein genialer Hebräer die Idee hatte, den Polytheismus zugunsten des Monotheismus abzuschaffen.
Für alle, die sich für Ideen- und Geistegeschichte interessieren, eine unterhaltsame Lektüre.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
gott ist, 29. April 2002
manchmal nicht einfach zu lesen, nicht zum überfliegen gedacht, manchmal auch mit längen, aber einer der die bibel wörtlich nimmt "GOTT IST".
ein wesen das existent ist, das neue erfahrungen sammelt, das sich durch eigenes verhalten in sackgassen manövriert und wege nach aussen sucht.
erziehung der menschen durch gott...erziehung gottes durch den mensch. provokant bestimmt, aber nie blasphemisch
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2 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
siehe auch C.G. Jung : Antwort auf Hiob, 7. Dezember 2000
Von Ein Kunde
Sicher ein tolles Buch, aber ich denke, das Thema hat vor ihm schon ein anderer bearbeitet : C.G.Jung 1963 in "Antwort auf Hiob"
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