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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Große Romanze - und ein großer Roman des literarischen Realismus, 8. Mai 2006
Obwohl dieser Roman voller realistisch-historischer Anspielungen ist und sich durch die genaue Psychologie seiner Figuren auszeichnet, kann er auch einfach als eine der großen Liebesgeschichten der Weltliteratur gelesen werden. Der junge Fabrice del Dongo nimmt aus Begeisterung für Napoleon an der Schlacht von Waterloo teil, ohne dabei das blutige Chaos des Krieges wirklich zu überblicken. Er kehrt nach Italien zurück, studiert Theologie, ersticht im Duell einen Nebenbuhler und flieht aus dem Kerkerturm der Zitadelle von Parma. Bei all seinen Abenteuern kann er sich der unendlichen Liebe seiner Tante Gina ebenso sicher sein wie der Unterstützung durch ihren Galan, den Premierminister Mosca. Fabrice verliebt sich in die hochmoralische Clelia, mit der er jedoch erst spät, als er bereits Erzbischof ist, eine Beziehung beginnt, bevor er sein Leben im Kloster, eben in der titelgebenden Kartause, beschließt. Wegen der höfischen Kulisse und der Sprache ist dem Roman sein Alter von mehr als 150 Jahren zweifellos anzumerken. Doch das pralle Leben, mit dem das Buch gefüllt ist, und die überraschenden Wendungen der Handlung sorgen für Tempo und Unterhaltung; die Charaktere bleiben auch in ihren dramatischsten Liebeswallungen nachvollziehbar. Zu Recht gilt "Die Kartause von Parma" als einer der großen Romane des literarischen Realismus.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Lesen!, 7. Dezember 2007
Leider ist der Textausschnitt auf dieser Seite nicht gerade glücklich gewählt. Für den Leser wird nicht verständlich, dass der jugendliche und sehr naive Held hier gerade seinem mutmaßlichen Vater begegnet. Wer also nach dieser Leseprobe und von der Angabe "1000 S." eher abgeschreckt ist, den möchte ich hier dennoch ermutigen.
Dieser Roman in dieser schönen Übersetzung ist ein ganz außerordentliches Werk, dessen Besonderheit für mich darin besteht, dass es zwei Menschen zeigt, die innerlich so völlig frei sind, dass die kleingewirkten Schergen an den italienischen Duodezfürstenhäusern, die oppressive Geheimpolizei und das kaiserliche Regime der Österreicher ihnen nichts anhaben können: Es sind Gina del Dongo und ihr Neffe Fabrice. Gina ist eine Frau, die durch keine äußere Not aus ihrer inneren Heiterkeit zu bringen ist: Selbst als das napoleonische Regime in Norditalien zu Ende geht, ihr geliebter Mann verstirbt und sie zu dem ungeliebten Bruder ziehen muss, ist sie allen Funktionären des Ancien Regime auf so bestechende Weise menschlich überlegen, dass man als Leser einfach glauben will, dass es solche Charaktere geben muss. Die Fahne der Menschlichkeit hochhaltend lassen sie allen äußeren Schein, alle Machtpolitik und allen ephemären Glanz der Gesellschaft so weist hinter sich, dass sie glücklich leben können. Was für mich das Überzeugendste daran ist: Gina schöpft ihre Kraft zu innerer Freiheit aus der Schönheit des Comer Sees und der einmaligen Landschaft dieses Teils Norditaliens. Die Passagen über die Jugend von Fabrice und die Zeit mit seiner Tante am Comer See zählen zu den unvergesslichen Episoden dieses Werks.
Ähnliches gilt auch für Fabrice, der allerdings im hier abgedruckten Textabschnitt nicht gerade für sich einnimmt. Seine Stärken zeigt er jedoch im Gefängnis von Parma, wo man ihn mit dem Tode bedroht. Denn hier verlebt er gerade die glücklichste Zeit seines Lebens. Stendal zeigt in diesem schönsten Abschnitt seines Romans wie äußerer Zwang, Gewalt und Diktatur einem innerlich glücklichen Menschen gar nichts anhaben können, und wie sich die Waffen der dumpfen Unterdrückung nur gegen die Unterdrücker kehren. Nicht Fabrice, sondern der Gefängnisdirektor und sein Herr - ein schäbiger kleiner Funktionär und ein Größenwahnsinniger - werden am Ende die Rechnung begleichen müssen.
Dieser Roman ist für mich wie ein Jungbrunnen, den ich immer wieder lese. Denn er hat eine so einfache, wie überzeugende Botschaft: Bleibe jung und freue dich an den einfachen Dingen des Lebens; beschütze dein inneres Glück wie eine flackernde Flamme, dann kann dir nichts etwas anhaben.
Überzeugen Sie sich selbst!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Grosses Kunstwerk, trotzdem auch heute noch unterhaltsam, 31. Januar 2002
Nach meinem persönlichen Geschmack einer der bedeutendsten Romane des 19.Jhdts.
Obwohl üblicherweise Rouge et Noir als prä-realistisch, als der innovativere Roman gefeiert wurde, ist die Karthause das Meisterwerk Stendhals.
Großteils improvisiert, von ungeheurer dichterischer Kraft ist hier eine Art Kust zu schaffen am Werk, die einerseits auf das Komponieren Mozarts zurück-, andererseits auf das Schreiben Andre Gides vorausweist.
Dem modernen Menschen wird der romantische Entwurf Italiens vielleicht antiquiert erscheinen, der Held - halb Eichendorff'scher Taugenichts, halb Wilhelm Meister - in einer Welt voll machiavellischer Fürsten - vielleicht nach dem heutigen Geschmack nicht realistisch genug dargestellt, aber Stendhals klassizistisch-romantischer Roman birgt letztlich mehr Inspiration, mehr spontane Originalität in sich als die Werke der Entwicklungslinie von Rouge et Noir, über Flaubert zum naturalistischen Roman. Stendhal erzählt im besten Sinne des Wortes, unausgeprochen stellt sich eine Beziehung zwischen Autor und Leser ein, er reiht sich in eine Erzähltradition ein, die sich ausdrücklich auf das Vorbild der (leider kaum noch gelesenen) Renaissanceschriftsteller Tasso und Ariost beruft, sich aber eigentlich vom Spätmittelalter bis zum Modernen Roman (z.B. des schon erwähnten Andre Gides) spannt.
Mehr als nr lesenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Machiavelli praktisch, 31. Juli 2004
Fabrizio ist adlig geboren, aber die Haltungen seines altmodisch gepuderten Vaters teilt er nicht. Vielmehr liest er heimlich den feudalitiätsfeindlichen "le constitutionel" und schlägt sich vorübergehend für Napoleon im Felde. Wie er sich, Priester geworden, im Verlaufe der Geschichte durchschlängelt, wie er plötzlich nach Wechsel im Fürstenhaus auf der falschen Seite steht und wie er nach einer dummen Aktion im Gefängnis landet und sein Glück ihn verlässt, das ist in stendhalscher Plastizität erzählt und spanndend.
Von Stendhal gibt es nicht so vieles und weit weniger als beispielweise von einem Balzac oder einem Dickens, aber auch weniger als von der Austen oder von Henry James. Wer nach dem Drama von Rot und Schwarz" mehr will, der kann nur noch auf diesen Roman zugreifen, denn alle andern sind Fragment geblieben. Und hier findet er das Stendhal'sche Genie ein weiteres Mal.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Ein absolutes "Top Ten" - Buch, 2. Januar 2001
Von Ein Kunde
Ein absoluter Klassiker, der mit seiner Tragik unter die Haut geht und einen nicht mehr losläßt. Eine unglaubliche, meisterhaft erzählte Liebesgeschicht! Dürfte ich nur ein Buch mit auf eine einsame Insel nehmen, so wäre es ohne Zweifel "Die Kartause von Parma"
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Fantastisches Buch, sehr lesenswert, 19. Oktober 1999
Von Ein Kunde
Großartige Literatur, sehr spannend geschrieben, dichte Erzählkunst vom Feinsten, sehr lesenswert, und nach einer kleinen Eingewöhnungsphase in das nicht mehr ganz moderne Deutsch erwartet einen wunderbare Literatur.
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Armance von Stendhal (Taschenbuch - 25. August 2004)
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