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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Dr. House ist Danton! Geniales Stück von genialen Autor., 5. November 2008
Würde Ich »Dantons Tod« inszenieren, dann müsste Hugh Laurie den Danton spielen. Der Schauspieler ist bekannt für seine Verkörperung von »Dr. House« in der gleichnamigen Fernsehserie. Was Büchners »Danton« und Lauris »House« gemeinsam haben? Sie sind beide Genies, aber auch beide mürrisch, sarkastisch und verachten das Leben. Diese Charakteristika des Danton sind schon beim Lesen dieses Werkes sehr gut fühlbar. Ganz im Gegensatz zu manch anderen Klassikern, wo die Charaktere beim bloßen Lesen oft etwas »hölzern« rüberkommen.
Warum Danton noch so stark rüberkommt? Das ist wohl dem Autor Georg Büchner zu verdanken. Dieser wirkte genau wie Danton als Revolutionär. So schrieb Büchner 1834 die Flugschrift »Der Hessische Landbote«, welche zum Kampf gegen die reiche Obrigkeit aufrief. Für diese Schrift musste Büchner im Vorfeld der Märzrevolution aus Deutschland fliehen, um dem Gefängnis zu entgehen. Trotzdem war Büchner genau wie seinem lebensmüden Danton kein langes Leben beschienen. Büchner starb im Alter von 23 Jahren ausgezehrt im Züricher Exil. Durch Büchners Lebenslauf gewinnt sein Danton weiter an Größe und Authentizität.
Hintergrund der Handlung des Dramas »Dantons Tod« bildet das Terrorregime durch Wohlfahrtsausschuss und Nationalkonvent in den Wirren der französischen Revolution. Nach Büchner will Danton seinen Verbündeten Robespierre dazu bewegen, die Macht, welche die Revolutionäre erlangt hatten, zugunsten der Demokratie wieder abzugeben. Auch mit den Hinrichtungen politischer Gegner sollte Schluss sein. Daraufhin entsinnt der verblendete Robespierre nach dem Prinzip »wer nicht für mich ist, ist gegen mich« eine Intrige gegen Danton.
Unterhaltungswert hat dieses Stück vor allem durch die starken Charaktere, mit ihrem düsteren Humor und deftigen Pathos. Dabei funktioniert das Stück auch auf einer philosophischen Ebene. So resümieren die Todgeweihten über ihr Wirken während der Revolution und was davon in Erinnerung bleiben wird. Sie werfen die Frage auf, was sie nach dem Tod auf der Guillotine erwartet und ob es ein Jenseits überhaupt gibt.
Zwar ist es nicht immer leicht sich in die vielen französischen Namen reinzufinden, aber es ist auch nicht unmöglich und lohnt sich auf jeden Fall. Von allen klassischen Theaterstücken, die Ich bis jetzt gelesen habe, ist mir »Dantons Tod«, trotz anfänglicher Vorbehalte, das Liebste. Ich kann es nur uneingeschränkt weiterempfehlen.
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20 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Wer eine Revolution zur Hälfte vollendet, gräbt sein eigenes Grab., 10. November 2007
Büchners Danton mag nicht mehr an die Revolution glauben. Er ahnt, dass sie ethische und materielle Fragen nicht lösen kann. Danton erkennt, dass man seine Bemühungen dem Blutvergießen ein Ende zu bereiten nicht wohlwollend gegenübersteht. Er weiß, dass er unter der Guillotine sterben wird und erträgt schon im Vorfeld sein bevostehendes Ende gelassen, allerdings mit leichtem Zynismus.
Büchners Danton übermittelt sozusagen den Gedanken, dass Handeln nicht lohnt, dass die Summe aller Tätigkeiten wachsendes Leid und Lebensekel zum Ergebnis haben.
Der Weg der Menschen führt durch eine nicht enden wollende Kette von Enttäuschungen,aus denen sie nicht mehr herausfinden können. Selbst die Geborgenheit in einem Glauben, sei es ein politischer oder ein religiöser , kann auch nicht länger schützend wirken.
Danton muss an seinem eigenen politischen Genie verzweifeln, weil sein " Herz nicht steinern ", " sein Geist nicht beschränkt ist".
Hier ist der zentrale Unterschied zu Robespierre. Besagter Revolutionär kennt den Zwiespalt von Gefühlsimpulsen und revolutionären Notwendigkeiten nicht. Sein Handeln ist nicht gelähmt durch Erkenntnis oder durch Gefühle. Er agiert aufgrund konsequenter Prinzipien, ist gewissermaßen ein Despot guten Gewissens.
Im Widerstreit von Danton und Robespierre gehört Büchners Liebe eindeutig Danton.
Danton ist Robespierre gegenüber der erkennende Psychologe, welcher die ideologische Verbrämung im Grunde minderwertiger Motive durchschaut.
Hinter Robespierres Moralphilosophie steckt das höchst bedenkliche Vergnügen andere schlechter zu empfinden als sich selbst.
Im Gegensatz zu Robespierre ist Danton nicht selbstgerecht und orientiert sich bei seinen moralischen Urteilen stets an der Wirklichkeit. Danton ist kein Theoretiker, er ist ein Mensch, der beobachtet, genau hinsieht und dann seine Schlüsse zieht.
Diese unterschiedliche Sicht macht die beiden schließlich zu Gegnern.
Was am stärksten gegen Robespierre spricht ist - meines Erachtens- sein tödlicher Ernst mit welchem moralische Urteile sich in das gnadenlose Klacken des Fallbeils verwandeln.
Die Unfähigkeit sein eigenes Handeln zu durchschauen, der Mangel an Einsicht in die verborgenen Motive seines Tuns lassen den Leser Abstand von Robespierre nehmen und alle Sympathien auf den genußfreundigen Danton verlagern, nicht zuletzt weil er ein Mensch unter Menschen ist.
Empfehlenswert!
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Unter sich, 20. September 2007
Wen köpfen wir, wenn die Feinde schon geköpft sind? Die Revolution frißt ihre Kinder, zerfrißt die Helden. Ein Regime richtet sich gegen den Widerspruch. George Büchner ist mit Dantons Tod gelungen, die Mechanismen der Macht nachzuweisen, sobald der Umsturz erreicht ist. Von da ab gilt es die Macht nach allen Seiten abzusichern, jene auszuschalten, die nicht auf der vorgegebenen Linie liegen. Wer das 20. Jahrhundert betrachtet, wird in ihm eine Wiederholung des Schauprozesses finden, der in Dantons Tod aufgeführt wird. Büchners Sicht auf die Geschichte ist von Pessimismus geprägt. Auch wenn historisch gesehen, Dantons Hinrichtung womöglich notwendig erscheint, um dieser Revolution überhaupt eine Chance zu geben. Wenn die französische Revolution, die neue Freiheiten versprach, neue Unfreiheit hervorbringt, kann es um diese Revolution nicht so gut bestellt gewesen sein.
Man spürt in den Versen die Trauer hinter einer geplatzten Illusion, das Unvollendete des Idealen, die Zerrissenheit ihrer Helden. Ob jede Revolution zum Scheitern verurteilt ist, wenn die persönliche, wie parteiische Machtabsicherung ein Wert an sich ist, rückt Büchner in den Mittelpunkt der Fragen. Es sind immer noch die Menschen, die einen Umsturz anschieben, und die sind es auch, die den Erfolg verwalten. Ein Stück, das wieder und wieder auf die Bühne gehört und sich nie die Frage zu stellen braucht, was es mit uns heute noch zu tun hat.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
DAS Werk Georg Büchners! Grandios!!!, 10. September 2005
Georg Büchner wurde am 17. Oktober 1913 in Goddelau bei Darmstadt geboren. Um die reaktionären Verhältnisse in Hessen zu ändern, schloss er sich der radikalen Freiheitsbewegung an und war 1834 Mitbegründer der „Gesellschaft der Menschenrechte". Nach seiner Doktorarbeit im naturwissenschaftlichen Bereich war er als Dozent an der Universität engagiert worden. Er konnte dieser Tätigkeit jedoch nur ein einziges Mal nachkommen, da er wegen seiner politischen Flugschrift „Der hessische Landbote" seit 1835 steckbrieflich gesucht wurde. Zwischen 1835 und 1837 verfasste er die drei Dramen „Dantons Tod", „Woyzeck" und „Leonce und Lena" sowie die Erzählung „Lenz" und die Flugschrift „Der Hessische Landbote". Zahlreiche weitere Schriften wie Briefe und Aufsätze sind bekannt und erhalten geblieben. „Dantons Tod" ist das Erstlingsdrama Büchners. Im März des Jahres 1835 erschien es stark zensiert im Literaturblatt „Phönix". Bereits im Juli desselben Jahres wurde es schließlich als selbstständige Buchausgabe verlegt. Das Drama spielt zur Zeit der Französischen Revolution. Die Figuren sind bis auf wenige Ausnahmen nicht fiktiv, sondern reale Personen und die Handlung stützt sich auf wichtige und ereignisreiche Daten der Revolution. Georg Büchner hat bei den Lesern und Zuschauern seines Stücks durchaus geschichtliche Kenntnisse in Bezug auf die Französische Revolution vorausgesetzt. Es ist daher empfehlenswert sich ein wenig mit den wichtigsten Daten auseinander zusetzen, bevor man mit dem Lesen beginnt. „Dantons Tod" muss als Lehrstück der Geschichte begriffen werden. Georg Büchner, der selbst Revolutionär in Deutschland war, will mit seinem Stück zeigen, warum die Französische Revolution gescheitert und in einer Schreckensherrschaft ausgeartet ist. Büchner wuchs zur zeit des Biedermeiers auf. Bürger und Bauern sollten sich wieder von politischen Dingen fern halten. Die Aristokraten wollten die Aufklärungszeit ungeschehen machen. Anfang 1830 wächst bei vielen Intellektuellen und Studenten die Unzufriedenheit der reaktionären Verhältnisse. Es entstehen revolutionäre Gruppen, in denen auch Georg Büchner mitwirkt. Damit die aufkommende Revolution eine bessere als die in Frankreich Ende des 18. Jahrhunderts wird, gibt Büchner in seinem Drama wieder, warum die Französische Revolution scheitern musste. Dabei ist er darauf bedacht, die Ereignisse nicht zu verherrlichen, sondern möglichst realistisch widerzugeben. Büchners Kritik richtet sich vor allem gegen den Idealisten Robespierre. Er stellt Robespierre einen Danton gegenüber, der begriffen hat, das Robespierre falsch handelt. Danton und Robespierre haben zwar beide erkannt, dass das Volk noch nicht für eine Herrschaft bereit ist; Robespierre hält jedoch an seinem Kurs fest. Damit die Revolution nicht scheitert, übernimmt er selbst die Funktion des Volkes. Er herrscht über das Volk und gibt vor, im Sinne des Volkes zu herrschen. Um den „Willen des Volkes" durchzusetzen und die eigene Macht zu sichern, lässt Robespierre alle seine Gegner ermorden. Er ist der Auffassung, dass derjenige, der nicht seine Meinung teilt, auch gleichzeitig gegen die ganze Revolution ist. Robespierre bevormundet das Volk wie zuvor die Aristokraten und somit wandelt sich die Revolution in eine Schreckensherrschaft. Danton ist jedoch der Auffassung, dass Mord nicht gerechtfertigt werden kann; auch wenn dieser angeblich im sinne der Revolution, also nach Robespierre tugendhaft ist. Büchner warnt in seinem Drama „Dantons tot" vor der Ermordung politischer Gegner. Er zeigt anhand des Konflikts zwischen Danton und Robespierre, dass durch eine Schreckensherrschaft kein sinnvolles Zusammenleben gestaltet werden kann. Büchner wendet sich gegen jegliche Bevormundung des Volkes und spricht sich für politische und gesellschaftliche Auseinandersetzungen aus. Mit Dantons Tod möchte Büchner ein scheitern der Revolution in Deutschland verhindern, indem er Robespierres Schreckenherrschaft kritisiert und Dantons Auffassung lobt und mit dessen Tod zeigt, dass sie nur auf Grund von Ungerechtigkeiten keine Chance zur Verwirklichung hatte. Georg Büchners Drama ist in keinem Fall antirevolutionär, jedoch steht es der Französischen Revolution kritisch gegenüber. Vielmehr zeigt Büchner allerdings durch „Dantons Tod", dass es eine Revolution geben kann, die in einer Entwicklung mündet. Eine Revolution, wie sie sich Danton vor seinem Ableben in Büchners Drama wünschte. Eine für die damalige Zeit hervorragende Auseinandersetzung mit der Revolution und ihrer möglichen Folgen.
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16 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Die Revolution frißt ihre Kinder, 3. April 2001
Von Ein Kunde
Dieses Drama von Georg Büchner spiegelt die Zeit der Französischen Revolution wieder. Es besteht aus vier Akten und handelt von dem Revolutionär Danton, der selbst Opfer der Französischen Revolution, der Richtlinien, die er zuvor selbst angestrebt hatte, wird. Als Gegenspieler Robbespierres und St. Just gibt er sich dem Laster hin (Start des Dramas im Bordell) und lebt nicht nach den Schlagwort der Französischen Revolution, die Tugend, wie Robbespierre. Diese Lektüre ist nicht unbedingt einfach zu lesen, jedoch stellt es für geschichtsinteressierte Leser einen ungeheuren Anreiz dar. Schon beim Lesen bemerkt man, dass dieses Stück für die Bühne geschrieben ist, was einem zwischendurch die Lust am Lesen nimmt. Jedoch ist es faszinierend, wie Büchner durch seine sehr reine Sprache den Konflikt darstellt. Es geht in diesem Drama nicht um das Ende, sondern um den Weg dorthin. Denn schon der Titel "Dantons Tod" verrät alles und so kann man dieses Drama nun wirklich nicht als spannend bezeichnen. Dieser fehlende Spannungsverlauf ist sicher gewollt, da Dantons Tod eine Kritik an der Französischen Revolution und deren Handlungen ist. Wer also lieber einen spannenden Krimi liest, der sollte nicht zu diesem Buch greifen. Die Leser, die sich für die Französische Revolution interessieren, die werden begeistert von dieser Lektüre sein.
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13 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Jeder tut was ihm wohltut. (Büchner), 11. November 2007
Danton der Geschichte:
2. Juni 1793 Jakobiner und Sansculotten setzten gegen die Gironde eine demokratisch-republikanische Gesetzgebung durch: Bauernbefreiung, Entfachung des Bürgerkriegs, Vormarsch der Koalitionstruppen: Krise der Revolution, Konzentration der Staatsgewalt im jakobinischen Wohlfahrtsausschuss, Hinrichtung der Girondeführer, Danton fordert die Beendigung des Terrors, Hebert fordert dessen Ausweitung, Hinrichtung von Hebert, Hinrichtung von Danton (5.4.1794)
Danton bei Büchner
Danton wird als Geniesser und Revolutionär eingeführt. Ebenso aufgefordert, im Sinne der Gemäßigten sich einzusetzen in der Revolution. Er erscheint jedoch apatisch, resigniert und gar handlungsunfähig. Robespierre sieht die Notwendigkeit, ihn zu beseitigen.
Die beiden Gegenspieler wetteifertn auch um die Themen, die Ideen und deren jeweiligen Kontroversen. "Was ist das Volk?" Was ist die Revolution?, diese Fragen finden ihre Zuspitzung im Konflikt. Naturalismus, Dekadenz, Langweile und Existenz wetteifern in den Personen und durchziehen das Stück. Und münden in der Krise, in die Frage der Fragen: "Gibt es einen Gott?"
Dantons Psychogramm:
Akt I
- Danton, der Genießer und Lasterhafte (Salon und Bordell)
- der Revoutionär, der der Revolution müde ist
- der tote Heilige, die Revolutionsreliquie
- der Epikureer: "Jeder handelt seiner Natur gemäß, d.h. er tut, was ihm wohltut". (I,6)
Akt II
- Danton, der Resignierte, Gelangweilte: Nutzlosigkeit der Existenz (II,1)
- der Arglose: "Sie werden's nicht wagen". (II,4)
- der Fatalist: "Puppen sind wir ..."(II,5)
Akt III
- Danton, der Überraschte: "Ich dachte nicht, daß sie es wagen würden" (III,1)
- der Nihilist und Atheist, das Leben ist ein Sterben: "Wir kratzen 50 Jahre lang am Sargdeckel." (III,7).
- der Volkstribun und Redner vor dem Revolutonstribunal (III,4,8)
Akt IV
- Danton, der Zyniker: "Die Welt ist ein Chaos. Das Nichts ist der zu gebärende Weltgott."(IV,3)
Dantons Tod, 1835 erschienen, ist auch ein Stück, welches die Umkehrung und Neuorientierung des Glaubens nach der Revolution behandelt. Die Gottesbeweisversuche in der Gefängnisszene sind nach dem Vorbild der Theodizee, Decartes Logik des "Cogito ergo sum" zu hehandeln, treffen auf Spinozas Pan-Theismus ("deus sive natura") und enden in der fatalistischen Idee, dass Gott ein Denkgebilde, die Leiden jedoch real sind und fundamentale Lebenserfahrung (Anlehnung an Payne).
Was sagt der Versuch des Beweises:
- denkt der Mensch sich Gott als Schöpfer, beschränkt er sich selbst, da er ihn nur in den menschlichen Kategorien des Denkens wahrnimmt
- menschliche Attribute treffen auf Gott nicht zu, er ist als All-Substanz nicht denkbar
Büchners (des Autors) Liebe in diesem Stück gilt Danton im Wettstreit, Büchner entfernt sich mit Danton der Notwendigkeit, immer nach dem Gesetz zu handeln und wendet sich dem Menschen zu. Diesem gilt seine Liebe. Sehr empfehlenswert.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Vieles erschließt sich erst bei genauerer Betrachtung, 1. Dezember 2007
"Dantons Tod" ist ein Drama Georg Büchners, das zurecht auch knapp 200 Jahre nach seinem Erscheinen noch Beachtung findet. Die Einblicke in die Welt der französischen Revolution sowie die facettenreiche Ausarbeitung der politischen Ansichten zweier Revolutionsführer, Danton und Robespierre, ist bemerkenswert. Nach schnellem Durchlesen dieses sehr kurzen Werkes bleibt zunächst kein nachhaltiger Eindruck. Verwendet man allerdings etwas mehr Zeit auf die einzelnen Szenen, offenbart sich ein inhaltlich und sprachlich enormer Tiefgang. Hemmschwelle ist zuerst der etwas "unspannende" Aufbau, da Büchner keine wirklich nennenswerte Handlung entwirft. Das führt leicht dazu, Büchners großes Talent zu verkennen, denn vergleichbare Werke wie "Don Karlos" von Friedrich Schiller setzen einen ähnlichen Sachverhalt deutlich dynamischer, flammender, zugänglicher und damit untehaltsamer um. Diese kleine Einarbeitungszeit wird aber schnell mit einer vielschichtigen Analyse des damligen politischen Gedankenguts entlohnt, die sich in ihrer vollen Pracht erst auf dem zweiten Blick entfaltet. Nicht auszudenken, welche Klassiker dieser hochbegabte Mann der Nachwelt hinterlassen hätte, wäre ihm eine längere Lebensdauer beschieden gewesen.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Böses Zeugnis über "tugendhafte" Revolutionäre, 14. August 2007
1835 erschien Georg Büchners Dantons Tod, in dem der Autor eine höchst eigene Abrechnung mit der französischen Revolution durchführte. Zum Zeitpunkt des Erscheinens musste er ausgiebige Kürzungen vornehmen um der Zensur Rechnung zu tragen. Denn wie auch in seinen anderen Werken lässt Büchner auch in diesem Drama den Realismus eine zum Teil überdeutliche Sprache sprechen. In der vorleigenden Ausgabe sind diese Kürzungen aufgehoben.
Dieses Stück ist ein bedenkenswertes Zeugnis der Nachwehen der französischen Revolution, das zeigt, wie die Revolution ihre eigenen Kinder frisst und wie ein hoher moralischer Anspruch und eine zu idealistische Sicht der menschlichen Natur zur menschlichen Katastrophe führen kann. Und all dies in einer Sprache, die auch im 21. Jahrhundert noch weitestgehend verständlich ist.
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Dantons Tod von Georg Büchner (Taschenbuch - 19. Dezember 2008)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,01
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