Amazon.de: Kundenrezensionen: Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance

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44 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Inspiring
In Barack Obama's "Dreams from My Father" I discovered a fascinating brain and an accepting mind that came to terms with his dual inheritance. He provided us with an insight of the African-American experience, of the hopes and dreams of the people, of the realities they confronted and of their failures.
In his inspiring appearance at the Democratic...
Veröffentlicht am 28. Januar 2005 von Ralph Doh

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versus
28 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Barack Obama auf der Suche nach seiner Herkunft
Vom Sohn eines kenianischen Ziegenhirten zum 44. Präsidenten der United States of America - Barack Obamas Lebensgeschichte kann sich sehen lassen und auch wenn er nicht vom Tellerwäscher zum Millionär geworden ist, sein Leben steht als Inbegriff für den American Dream und die Chancen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Um Obamas Wurzeln und Herkunft zu verstehen ist...
Vor 13 Monaten von Mario Pf. veröffentlicht

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44 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Inspiring, 28. Januar 2005
In Barack Obama's "Dreams from My Father" I discovered a fascinating brain and an accepting mind that came to terms with his dual inheritance. He provided us with an insight of the African-American experience, of the hopes and dreams of the people, of the realities they confronted and of their failures.
In his inspiring appearance at the Democratic convention, Obama emerges as a rising star in the American politically scene, a figure with a strong personality that is easy to relate to. The speech was very moving.
The fact that this book was written before Obama gained so much political popularity, is the reason why it is so authentic, unlike many of the autobiographies we read. And as a mulatto, this book reminded me of Disciples of Fortune. It is so amazing how the heroes in these books came to terms with their inheritances.

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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen American Dream come true, 22. Dezember 2008
Von Thomas Reuter (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
In der enthusiastischen Stimmung nach Obamas Wahl habe ich mir dieses Buch des künftigen Präsidenten der USA besorgt. Es handelt sich um seine Autobiographie - aber das Erstaunliche ist, dass sie bereits 1995 erschienen ist, von einem Niemand also, der gerade einmal am Anfang seiner 30er sein Jurastudium beendet hatte und sich eine einjährige Auszeit nahm, um dieses Buch über sein Leben und seine Familie zu verfassen. Gleichwohl ist es von einem Menschen verfasst, der sich zu Höherem berufen fühlt und der weiß, dass er es erreichen wird.
Natürlich hat auch ein Obama vor 14 Jahren nicht geahnt, dass in ihm ein künftiger Präsident der Vereinigten Staaten schlummert. Und so handelt es sich - gemessen an der späteren staatstragenden Bedeutung des Autors - um ein außergewöhnlich offenes und privates Buch. Ein außergewöhnlicher Fall, denn normalerweise erscheinen solche Lebenserinnerungen erst im nachhinein und sind versehen mit allen Finessen der Distanzierung, die das Amt nun einmal mit sich bringt.
Hier lesen wir die erfrischende Geschichte eines Unbekannten, welchem allerdings aufgrund seiner ungewöhnlichen familiären Geworfenheit eine außergewöhnliche Lebensgeschichte blüht. Barack ist der einzige Sohn einer amerikanischen jungen Frau und eines aus Kenia stammenden schwarzen Studenten. Die Ehe geht bald in die Brüche und die Mutter, die offenbar zu exotischen Lebensformen neigt, nimmt mit ihrem kleinen Jungen Reißaus nach Indonesien, wo sie mit einem zweiten Mann lebt. Dort verbringt der kleine Obama die ersten Jahre seiner Erinnerung und entwickelt schon früh ein Gefühl dafür, an einem fremden Ort zu leben, wo sie eigentlich nicht hingehören. Erste Reflexionen über Heimat und Fremdheit drängen sich bereits dem jungen Obama auf. Der Lebensentwurf in Indonesien scheitert. Mutter und Sohn kehren zurück in die USA - nach Hawai. Fortan lebt die Familie zusammen mit den Eltern der Mutter. Der junge Barack Obama wächst bei den Großeltern auf. Der mehrwöchige Besuch des Vaters aus Kenia ist eine besonders lesenswerte Episode.
Am meisten beeindrucken allerdings die Reflexionen und Einsichten über das Schwarz-Sein in der Welt der Weißen. Die Komplexität dieses Problems wird einem nicht-amerikanischen durch die Bewusstseinsschärfe Obamas erst wirklich klar. Besonders stark in diesem Zusammenhang ist dann auch die Passage, in der die versteckten Vorurteile der eigenen Großmutter deutlich werden - nicht gegenüber ihrem Enkel, aber im allgemeinen. Hier wird einem einmal deutlich, welch tiefe Bewusstseinsdimensionen Xenophobien berühren - jenseits aller multi-kulti Ideologie. Umso erstaunlicher ist es, dass es Obama gelungen ist, die Hautfarbe nicht zum Wahlkampfthema zu machen.
Ein weiterer großer Teil des Buches betrifft seine politischen Lehrjahre als Organizer" in den verkommenen sozialen Wohnbausiedlungen Chicagos. Hier verdient sich Barack in seinen 20er Jahren seine Sporen. In den Ghettos Chicagos versucht er - getragen vom Enthusiasmus über den ersten schwarzen Bürgermeister Chicagos in den 80er - Gutes zu tun. Nach zwei Jahren sozialer Arbeit bekommt er ein Stipendium und geht nach Harvard. Auch hier wieder die Auseinandersetzung, die alle erfolgreichen Schwarzen trifft: Bist du einer von uns oder von denen. Aber Obama findet Alternativen zu diesen Optionen, einen mittleren Weg, der ihn bis an die einsame Spitze der Vereinigten Staaten geführt hat.
Ein letzter Teil spielt in Kenia, wo Obama vor seinem Studium seine väterliche Familie aufsucht - der Vater ist bereits verstorben - und sich mit seinen Ursprüngen auseinandersetzt. Dieser Teil weist kulturell eine ganz andere Färbung auf und liest sich ausnehmend interessant.
Insgesamt handelt es sich um eine ausgesprochen interessante Lektüre, die sich auch literarisch überhaupt nicht zu verstecken braucht.

Thomas Reuter
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28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen A classic, 26. Februar 2005
Von Pius (Amsterdam, The Netherlands) - Alle meine Rezensionen ansehen
Dreams from My Father is a greatly inspiring memoir. Controversial, though it is, the story reflects the soul of a man who is open to his identity. In this book, Obama argues with himself and comes to terms with his identity. You will not regret getting into the pages of this page turner that bear the hallmarks of a classic. It is a recommendable read.

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28 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Barack Obama auf der Suche nach seiner Herkunft, 16. Januar 2009
Von Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
Vom Sohn eines kenianischen Ziegenhirten zum 44. Präsidenten der United States of America - Barack Obamas Lebensgeschichte kann sich sehen lassen und auch wenn er nicht vom Tellerwäscher zum Millionär geworden ist, sein Leben steht als Inbegriff für den American Dream und die Chancen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Um Obamas Wurzeln und Herkunft zu verstehen ist "Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance" verständlicherweise die beste Quelle, denn das Werk zeichnet nicht nur Obamas Familiengeschichte nach, sondern wurde von ihm persönlich verfasst. Dadurch ist es schon einmal erheblich authentischer als der Großteil jener Biografien die nach 2008 erscheinen werden.

Dazu kommt, dass Obama seine Autobiografie noch vor Beginn seiner politischen Karriere im Regionalparlament von Illinois geschrieben hat, nachdem ihm ein Verleger anlässlich seiner da schon ein paar Jahre zurückliegenden Wahl zum ersten afroamerikanischen Präsidenten der in Fachkreisen sehr renommierten Harvard Law Review einen Buchvertrag angeboten hat. Somit ist "Dreams from my father" relativ frei vom Einfluss der Wahlkampfstrategen und PR-Berater, die Obama 2008 zum Sieg in den Präsidentschaftswahlen verholfen haben, während die Wahrscheinlichkeit dass hier ein Ghostwriter am Werk war, zugleich erheblich geringer ist, als im Falle von "The Audicity of Hope", dass 2004 im Rahmen eines auf 3 Bücher ausgelegten Vertrages erschienen ist, nachdem die Neuauflage von "Dreams from My Father" bis Sommer 2005 fast 40 Wochen in der New York Times Bestsellerliste überstanden hat und als von Obama höchstpersönlich gesprochenes Hörbuch 2006 sogar einen Grammy gewinnen konnte.

Der Erfolg der beiden Werke Obamas mag dazu beigetragen haben, dass sich in seinen Reden immer wieder Querverweise auf die Biografie finden lassen und es Redenschreibern und Ghostwritern so gut gelungen ist, den persönlichen Stil Obamas für seine Ansprachen zu verwenden, was vielleicht zu seinem Ruf als brillanten Rhetoriker und sehr "authentischen" Vortragenden (auch wenn er mal vom Teleprompter abliest) beigetragen hat. Manche Passagen mögen sich für Obamas politische Ambitionen sogar als hinderlich erwiesen haben, wie er im Vorwort zur Neuauflage von 2004 sogar anmerkt, jedoch ändert das nichts daran, dass er sein Buch im großen und ganzen genau so wieder geschrieben hätte. Allerdings muss man anmerken, dass manche der verhängnisvollen Stellen zwar auszugsweise gute Munition für Gegner abgeben, die Lektüre des Gesamtwerks jedoch viel dazu beitragen kann, die Beweggründe und Umstände zu verstehen.

Grob unterteilen lässt sich Obamas Biografie in die drei Abschnitte Kindheit, sein Leben in Chicago und die Reise nach Kenia. Dabei erzählt er jedoch weniger seine Lebensgeschichte, als vielmehr die Familiengeschichte, mit ihm der Hauptrolle. Ganz in der Tradition der in den USA sehr beliebten Ahnenforschung versucht Obama den Leser auf eine kulturelle und persönliche Identitätssuche zu führen. Das führt vor allem dazu, dass das Werk am Ende unvollständig bleiben muss und viele Ereignisse nur im Schnelldurchlauf abgehandelt werden, während er der Suche nach sich selbst erheblich mehr Platz einräumt. Daraus resultiert auch, dass das Werk mit der Reise in das Heimatland seines Vaters und den Erlebnissen dort endet. Was aus Barack Obama nach seiner Rückkehr in die USA wurde, der Beginn seines Studiums in Harvard, die Wahl zum Präsidenten der Harvard Law Review, die Arbeit als Anwalt und die ersten politischen Gehversuche bei der Wähleregistrierung, ja sogar die beginnende Beziehung zu seiner späteren Frau Michelle Robinson, all das fehlt, da die Erzählung ungefähr 1988 endet. Manches lässt sich allerdings in Obamas zweitem Buch "The Audicity of Hope" nachlesen, welches allerdings eher als politisches Manifest/Analyse zur Lage der Nation gilt.

Obwohl die Biografie, dem deutschen Journalisten Christoph von Marschall zufolge, weitgehend der Wahrheit entspricht und von verschiedenen Quellen bestätigt wurde, hat sich Obama einiger "Tricks" bedient, indem er nicht nur neue Namen für manche Zeitgenossen kreiert, sondern auch manche Personen fusioniert und Worte in den Mund gelegt hat, die so zwar nicht gefallen sind, aber grob dem Gesprächsinhalt entsprochen haben. Das ändert natürlich nichts am hohen Wert des Werkes als biografischer Quelle, wenngleich es als Autobiografie eher ungeeignet ist. Zum Teil liegt das daran, weil dem Buch eindeutig ein Inhaltsverzeichnis fehlt, aber auch aufgrund der Unvollständigkeit, was die Lebensgeschichte angeht. Interessant wären im Zusammenhang mit einer Autobiografie auch Fotos gewesen, die sich jedoch einzig und allein auf dem Umschlag finden.

Ergo bleibt vieles dem persönlichen Vorstellungsvermögen überlassen und das passt gut zu Obamas Stil, der sich in "Dreams from My Father" von seiner betont verträumten, romantisierenden, hoffnungsvollen Seite zeigt. Obwohl es ein sehr persönliches Stück Geschichte ist und Obama als Autor durchaus immer wieder Einblick in seinen Gedanken- und Gefühlswelt bietet, bleibt er unbemerkt dessen ungeachtet relativ oberflächlich, was daran liegen könnte, dass er sich, wie er zugibt, manche Dinge doch vom Hörensagen her selbst zusammenreimen musste. Dass es dabei zu einer Verklärung mancher Ereignisse gekommen sein kann, muss man ihm als Autor zugestehen, denn die subjektive Perspektive ist in einer Autobiografie durchaus erwünscht, besonders wenn er seinem Umfeld gegenüber nicht selten doch auch kritisch auftritt.

Hinter der blumigen Sinnsuche verbirgt sich jedoch auch die typisch amerikanische Begeisterung für Ahnenforschung, der Versuch über seine Abstammung an das Lebenswerk der Ahnen anzuknüpfen und sich direkt in die Tradition "amerikanischer Helden" zu stellen und sich so zusätzlich im historischen Kontext Legitimation für seine Anliegen zu verschaffen. Bei Obama dient dieser Versuch zwei Zielen, einerseits ihn als liberal zu positionieren und andererseits als Verkörperung des American Dream darzustellen, wobei alle Zweifel an seiner Bindung zur black community ausgeräumt werden sollen. Dabei stellt das Argument, dass Obamas Vater keineswegs ein einfacher Ziegenhirte aus Kenia war, sondern nach dem Besuch einer britischen Kolonialschule mit einem Stipendium in den USA und sogar Harvard studierte, kein wirkliches Hindernis dar, die Betonung dieser einfachen Herkunft, wie in der Rede vor dem Demokratischen Parteitag 2004, ist lediglich eine von vielen Floskeln, denen sich Obama aufgrund seiner besonderen Herkunft bedienen kann.

Barack Obamas Geschichte beginnt nämlich nicht mit seiner Geburt, sondern schon in der Jugend seiner Großeltern. Der künftige Großvater des 44. US-Präsidenten Stanley Dunham wuchs selbst bei seinen Großeltern auf, nachdem sein Vater, ein bekennender Frauenheld, die Familie verlassen und seine Mutter sich das Leben genommen hatte. Gramps, wie er von seinem Enkel später liebevoll genannt wurde, der mit seinen zurückgekämmten Haaren aussah, wie ein "Itaker", flog bereits als Kind kurz von der Schule, nachdem er einen Lehrer geschlagen hatte. Später zog er auf der Suche nach dem großen Abenteuer und Gelegenheitsjobs durch die Staaten und fand in Madelyn Lee Payne eine Frau die von seiner Weltgewandtheit fasziniert war. Mit dem Kriegseintritt der USA, meldete sich Gramps freiwillig zur Armee und so wurde ihre gemeinsame Tochter Ann 1942 auf einem Armeestützpunkt geboren. Nach mehrfachen Umzügen verschlug es die Dunhams nach Hawaii, wo die 68erin Ann den idealistischen Austauschstudenten Barack Hussein Obama kennen lernte.

Obama senior war während der Kindheit und Jugend seines Sohnes weitgehend eine nicht greifbare Figur, welche nach der Scheidung von Ann Dunham nur noch ein einziges Mal in das Leben des jungen Barack trat, als er die Familie eines Weihnachtens für einige Wochen besuchte. Bis zu seinem Unfalltod, dem Treffen mit seiner Halbschwester Auma und der Reise nach Kenia blieb Obama sr. eine Projektionsfläche für den Sohn im fernen Amerika. Nach der Heirat seiner Mutter mit dem indonesischen Austauschstudenten Lolo Soetoro, aus der Halbschwester Maya Soetoro(-Ng) hervorging, übernahm dieser zumindest für einige Zeit die Vaterrolle für den Jungen, bis "Barry", wie er meist genannt wurde, wieder in die USA zurückkehrte und fortan bei seinen Großeltern lebte.

In einem Land wo Minderheitenpolitik immer häufiger auch hinterfragt wird und demografisch bedingte Entwicklungen die Illusion von einer mehrheitlich protestantischen angelsächsischen Nation längst zur Vergangenheit gemacht haben, steht Barack Obamas Erfolgsgeschichte für einen bedeutenden Ausnahmefall, hat er es doch als erst dritter Afroamerikaner in den Senat und als bisher einziger ins Oval Office geschafft. Dennoch ist seine ungewöhnliche Lebensgeschichte zwar Beispiel für die Möglichkeiten die die USA bieten, entzieht sich aber zugleich des Versuchs der Nachahmung, denn am Ende relativiert sich alles, am Ende ist er der Sohn einer alleinerziehenden Mutter, der bei den Großeltern aufgewachsen ist, jedoch fast immer Privatschulen besuchen konnte und die Lage der Ohnmächtigen, wie in Djakarta, Nairobi oder der Chicagoer South Side nie am eigenen Leib erfahren musste, sie jedoch aus seinen Beobachtungen als Kind, Sozialarbeiter, Anwalt und Politiker kennt.

"Change we can believe in", mag er seinen Wählern 2008 versprochen haben und doch sollte man nach 8 Jahren George W. Bush nicht von antiamerikanischen Bush-Bashing in bequeme Heldenverehrung verfallen, frei nach dem Motto, wer gegen Bush war, muss nun bedingungslos für Obama sein. Herkunft und Erbe sind keine Garantie für staatsmännische Eignung, was man nach Bush II. durchaus anerkennen muss, wenn man nicht schon weiter in die Vergangenheit zurückblicken will, um das einstige Primat des Adels, der auch aufgrund seiner Herkunft und Erziehung für sich reklamierte den Staat am besten führen zu können, in Frage zu stellen. Freilich, um eine Fortsetzung der Ära Bush und eine mögliche Vizepräsidentin Sarah Palin zu vermeiden, schwiegen zumindest Obamas Kritiker unter den Bush-Gegnern, nachdem er sich knapp bei den demokratischen Vorwahlen durchsetzen konnte. Genauso irreführend wie Bushs Gemütlichkeit als der Kandidat mit dem man lieber ein Bier trinken gehen würde, als Al Gore, kann Obamas Talent als Storyteller/Geschichtenerzähler und intelligenter Charismatiker mit großer rhetorischer Gabe sein. In Erinnerung an die Worte eines jener Bush-Kritikers, der sich 2008 eurphorisch in Obamas Lager wiederfand, am Ende ist es doch so wie bei Bill Clinton, das Wasser war nicht sauberer, aber man wurde wenigstens von einem vor allem sympathischen Menschen darüber belogen. Nach Bush ist Obama der größtmögliche Wandel, ein Glücksfall, besonders da er viele Anknüpfungspunkte bietet und sein Saubermann-Image dank positiver Berichterstattung weitgehend wahren konnte. Er ist schlichtweg eine perfekte Projektionsfläche für Schwärmereie, Träumereien, Verklärung und Hoffnung, der Traumprinz, von dem man hofft dass er genauso integer ist, wie die beiden einzigen schwarzen US-Präsidenten David und Wayne Palmer die man auf Fox in der Action-Serie 24 erleben konnte.

"Dreams from My Father" ist keine Offenbarung, es ist die Hintergrundgeschichte zum Symbolcharakter Präsident Obamas, der darin Ideale formuliert hat, an denen er legitim gemessen werden kann. Veränderung sei nur von der Basis aus möglich, daher wollte er Stadtteilarbeit machen und daher ist "Yes, we can!" ein Wahlspruch der wie kein anderer zu ihm passt, denn er entspricht Obamas Grundüberzeugung, dass nur die amerikanische Gesellschaft die Kraft besitzt, die USA zu verändern. Und man ist geneigt ihm zuzustimmen, ist er doch ein scharfsinniger Beobachter, dessen Schilderungen der Chicagoer South Side auch viel dazu beitragen, umstrittene Persönlichkeiten wie Jeremiah Wright und die gesellschaftlichen Probleme der USA zu begreifen.

"Dreams from My Father" verkörpert einen besonderen Charme, das Buch ist aufrichtig und verträumt, eine fast romanartige Suche nach Herkunft und Identität. Da es noch vor Beginn der wirklich politischen Karriere Barack Obamas entstanden ist, ist es wahrscheinlich auch erheblich authentischer und näher am "wahren Obama" dran, als alles was nach 2004 kam. Indes bleibt das Buch in vielerlei Hinsicht sehr schwammig, was es als Biografie zwar sein darf, aber enttäuschend wirken lässt, wird doch allein das afroamerikanische und liberale Erbe Obamas behandelt, was ihn allein aber noch nicht ausmacht. Was fehlt ist das Leben fern der Suche nach sich selbst, die nackten Fakten, auch jene über Leben und Liebe. Fakt ist, obwohl 1995 erschienen, behandelt das Werk nur Obamas Leben bis 1988 und konzentriert sich dabei vor allem auf die kulturellen und familiären Aspekte, wobei vieles außen vor bleibt, etwa seine Jahre in und nach Harvard.

Ist man vom oft ausschweifenden und blumigen Stil des US-Präsidenten nicht ganz hin und hergerissen, ja wünscht man sich ab und zu, vielleicht etwas konkretere Informationen über Obamas Leben, man könnte enttäuscht sein. Das heisst nicht, Obamas Werk wäre nicht authentisch, denn genau das ist es. Gefühle, Gedanken, Einsichten, Obama vermittelt sie hervorragend, nichtsdestoweniger ist es die Synthese aus dieser emotionalen Tiefgründigkeit und einer kaum beachteten biografischen Oberflächlichkeit, aufgrund derer man sich klar sein sollte, dass Obamas "Autobiografie" in vielerlei Hinsicht den gängigen Vorurteilen gegen dieses Genre entspricht. Inhaltliche Unausgewogenheit, viele Anekdoten, übermäßige Betonung von bestimmten Handlungssträngen und all das als Folge des Titels und dieser ist eben "Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance".

Das Ergebnis ist eine Familienbiografie, wie man sie von Barack Obama eben erwartet. Wortgewaltig und doch träumerisch, eine Suche nach dem Erbe eines Mannes den er nie kannte, dessen Idealen er sich aber trotzdem verpflichtet fühlt. Die daraus resultierende Unterordnung des "Lebenslaufs" unter die "Identitätssuche" muss man jedoch schlucken, genauso wie die fehlenden 7 Jahre zwischen der Kenia-Reise 1988 und dem Erscheinungsdatum 1995, diese passten nicht mehr ins Konzept. Ebenso wenig erfährt man über politische Zielsetzungen oder Persönliches, sofern letzteres nicht mit der Suche nach sich selbst oder Kindheitserinnerungen zu tun hat. Was unterm Strich bleibt sind 90% Roman über die Suche nach den Wurzeln und 10% Biografie, die es auf mehrere 100 Seiten ausgedehnt sicher bald in den ersten Barack H. Obama-Biografien nachzulesen gibt. Einzig der Bonus, dass das Werk von Obama selbst geschrieben ist und viele der Quellen die er dazu nutzen konnte, bereits verstorben sind, können es langfristig von den Werken Dritter abheben.

Fazit:
Auch inhaltlich etwas verträumt und ganz eindeutig Obamas Stil entsprechend, eine fast romanartige und vor allem sehr authentische, gefühlsbetonte Autobiografie über die Suche nach einer Antwort auf die Frage "Wer bin ich?".
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen faszinierend, ehrlich, wunderschön, 29. Januar 2009
Das Buch ist Obamas erstes. Er schrieb es, als er noch nicht in der Politik war. Es ist also ein persönliches, kein politisches Buch. Es handelt von einem jungen Menschen, der aufgrund seiner gemischtrassischen Herkunft auf der Suche nach seinen Wurzeln ist. Genau genommen sucht er seinen Vater, den er kaum gekannt hat, und der durch die langen Schatten, die sein Leben warf, für den jungen Obama eine schwer zu erreichende Steilvorlage darstellte. Obwohl es sich um eine Teilbiographie handelt, will der Autor eigentlich nicht im Mittelpunkt stehen. Es sind ihm vielmehr die Personen wichtig, die sein Leben begleiten, und die er mit grossem Respekt, ja Zuneigung, behandelt. Das Buch, geschrieben in einer eines echten Schriftstellers würdigen Sprache, ist bar jeder Eitelkeit, ja von fast brutaler Ehrlichkeit. Es gewährt einen faszinierenden Einblick in die Art, wie ein Mensch denkt und handelt, der mittlerweile das wichtigste politische Amt dieses Planeten bekleidet.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Keine leichte Lektüre, aber lohnend, 4. Januar 2009
Barack Obama erzählt in diesem Buch sein Leben bis zur Hochzeit mit Michelle und rückt dabei so manches gerade, was sich an Vorstellungen über das Leben eines Farbigen in Amerika in meinen Vorstellungen angesammelt hatte. Er erzählt auch von den anderen Stationen seines Lebens, den Begegnungen mit Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen. Seine Sprache ist lebendig und ausdrucksstark, man merkt von den ersten Seiten an, dass hier ein hoch intelligenter Harvard-Absolvent am Werk war. Er flicht kleine Alltagsbegebenheiten mit Ereignissen der großen Politik zusammen, schildert Charaktere in ihrer Verschiedenheit ohne verurteilend zu werden, sucht immer wieder - auch und gerade beim eigenen Scheitern - nach dem Weg, der weiter führt, anstatt aufzugeben.

Mich hat neben der persönlichen und beruflichen Entwicklung Obamas auch interessiert, wie er seinen schwierigen Weg von einem vagen Vermuten, dass es einen Gott geben müsste, zu seiner Begegnung mit Jesus Christus in diesem Buch schildert. Auch dieser Aspekt seines Suchens und Findens wirkt auf mich ganz und gar ehrlich (womöglich waren seine Wahlkampfmanager nicht so glücklich mit diesen Passagen des Buches).

Sein soziales Engagement bringt Barack Obama zwangsläufig zur Zusammenarbeit mit Kirchen ganz verschiedener Prägung, denn in Amerika ist es noch so, dass sich die Gläubigen der christlichen Kirchen in erster Linie um die Nöte ihrer Mitmenschen kümmern, statt dies - wie bei uns - dem Staat zu überlassen. Obama schildert sich dabei als jemanden, der durchaus aufgeschlossen für die Christen ist, aber... - it seemed that I always argued too much with God. Gar nicht der schlechteste Ausgangspunkt, finde ich.

Je länger er mit Christen zu tun hat, desto mehr erlebt und begreift er, dass ihr Handeln, ihre Nächstenliebe, auf einer lebendigen Beziehung zu ihrem Gott gegründet ist und dass sie daraus die Kraft schöpfen, nie aufzugeben, obwohl es meist um die Nöte anderer geht (und nicht so sehr die eigenen). Obama beginnt zu spüren, dass ihm etwas fehlt. Und schließlich landet er in einem Gottesdienst, der zu einer Begegnung mit Gott wird, die mich sehr an eigenes Erleben vor vielen Jahren erinnert hat.

...I stuffed myself between a plump older woman who failed to scoot over and a young family of four, the father already sweating in his coarse woolen jacket, the mother telling the two young boys beside her to stop kicking each other.
"Where is God?" I overheard the toddler say.
"Shut up!" the older boy replied.
"Both of you settle down right now," the mother said.
...
Then the choir filed down the aisle...
I'm so glad, Jesus lifted me,
I'm so glad, Jesus lifted me,
I'm so glad, Jesus lifted me,
Singing Glory, Hallelujah, Jesus lifted me!

So beginnt der Bericht über diesen Gottesdienst. Und so endet er:

As the choir lifted back up into a song, as the congregation began to applaud those who were walking to the altar to accept Reverend Wright's call, I felt a light touch on the top of my hand. I looked down to see the older of the two boys sitting beside me, his face slightly apprehensive as he handed me a pocket tissue. Beside him, his mother glanced at me with a faint smile before turning back toward the altar. It was only as I thanked the boy that I felt the tears running down my cheeks.
"Oh Jesus," I heard the older woman beside me whisper softly. "Thank you for carrying us this far."

Die fünf Seiten, in denen Barack Obama diesen Gottesdienst, die Predigt und das, was in ihm geschieht, schildert, haben mich von den 440 Seiten am tiefsten berührt. Doch auch die übrigen 435 Seiten lohnen die Lektüre. Unbedingt.

Mein Fazit: Eine lesenswerte Autobiographie nicht nur für Menschen, die an Politik oder Rassenfragen interessiert sind, sondern schon aufgrund der sprachlichen und erzählerischen Fähigkeiten Barack Obamas ein Lesegenuss. Keine leichte Lektüre so nebenbei, aber um so lohnender, wenn man sich darauf einlässt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Großartiges Buch, berührend und hochinteressant, 9. Oktober 2009
Es handelt sich um die Autobiographie Obamas, seiner Lebensgeschichte bis zum 31. LJ. Man erfährt vieles über seinen familiären und gesellschaftlichen Hintergrund und darf teilnehmen an seiner persönlichen Entwicklung. Das Buch ist literarisch großartig. Es ist berührend, weil Obama sehr persönlich auch über seine Ängste und Schwierigkeiten schreibt. Beim Lesen wundert man sich immer wieder, wie es wohl dazu gekommen ist, dass die Amerikaner, die polarisieren und Feindbilder aufbauen, wo sie nur können, diesen Mann zu ihrem Präsidenten gewählt haben.
Den Friedensnobelpreis hat er auf jeden Fall verdient.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Die Suche nach dem unbekannten Vater, 27. September 2009
In diesem ursprünglich 1994 verfassten Buch erzählt Barack Obama Teile seiner Lebensgeschichte. Er schreibt von der Suche nach seiner Identität in einem immer noch sehr rassistisch geprägten Amerika. Diese Suche wird nicht nur dadurch erschwert, dass er eine weiße Mutter und einen schwarzen Vater hat, sondern v.a. dadurch, dass er seinen Vater kaum kannte. Daher baute er sich lange Zeit einen Mythos auf (so erklärt sich auch der Titel des Buches), der zerstört wird, als er von seiner Halbschwester die Wahrheit über das Leben seines (mittlerweile verstorbenen) Vaters erfährt.
Die Suche führt ihn nach Chicago, wo er sich mit Hilfe der Kirchen für bessere Lebensbedingungen der haupstächlich schwarzen armen Bevölkerung engagiert. Ebenso erfährt der Leser von seinen ersten Treffen mit seinen in Afrika aufgewachsenen Halbgeschwistern Auma und Roy sowie von seiner ersten Reise nach Kenia, dem Heimatland seines Vaters. Es wird deutlich, wie sehr die Suche nach seinem Vater sein Leben und seinen Werdegang geprägt hat.
Zwar handelt es sich nicht um ein politisches Buch, jedoch wurden Barack Obamas politische Einstellungen sehr durch seinen Lebensweg geprägt. Wer viele Kulturen kennengelernt hat (er lebte zeitweilig auch in Indonesien), direkt mit Diskriminierung und Armut konfrontiert war, sieht die Welt differenzierter als viele seiner Politikerkollegen. Entstanden ist ein sehr lesenswertes und spannendes Buch, in dem man den Menschen Barack Obama besser kennenlernt. Einzig das Kapitel über seinen Besuch in Kenia geriet mir teilweise aufgrund der Vielzahl der dort vorgestellen Verwandten ein wenig zu unübersichtlich. Dennoch erfährt der Leser gerade in diesem Kapitel viel Wissenswertes über die Geschichte Afrikas.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sensible Identitätssuche, 4. Juni 2009
Dieses packende Buch habe ich innerhalb drei Tagen verschlungen. Das Buch ist sehr ehrlich und authentisch geschrieben - vielleicht weil er damals noch kein Politiker war:) Nach dem Lesen wundere ich mich immer noch über die Tatsache, dass so ein Mensch aus ganz "normalem" und sogar schwierigem familären Verhältnis doch ein großer Mann geworden ist. Bei ihm merkt man keine Spur von Bitterkeit und Selbstmitleid an, obwohl es sich aus dem Buch herausschließen lässt, dass er sehr sensibel und verletztlich ist, oder war. Ein sehr schön geschriebenes Buch, absolut empfehlenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen A long and arduous way to self-discovery - but worth the trip, 13. April 2009
When I started reading this autobiography, I realized that Obama had written this book more than 14 years ago, in 1995, so he was still in his early thirties. The book is about himself and his journey to self-discovery, about his self-accpetance as a black man in a white society. The road was hard and arduous and there was no easy way out for him. Obama concentrates on his childhood, his early teenage years, his time as a social worker and his one moth in Kenya when he started to come to terms with his family and his heritage - and himself.
The autobiography is exceptionally well written. Obama has really literary talent and it shows on overy page. I was quite impressed with it. There was no ghostwriter around 14 years ago, so we really hear the man himself talking - and he writes brilliantly. He presents himself in a very humble light and concentrates on the obstacles he has to overcome to become who he has. It is very much worth-reading and you come away admiring the man for what he has been able to achieve - in spite of all the odds. And he is very honest about the fact that given a few wrong turnings things might not have been so well. But he did succeed and lets the reader take part in part of the journey. Highly recommendable.


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Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance
Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance von Barack Obama (Taschenbuch - 10. August 2004)
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