Kundenrezension

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Deutlich unter den Erwartungen, 20. Februar 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Dublin Street - Gefährliche Sehnsucht (Deutsche Ausgabe) (Edinburgh Love Stories, Band 1) (Taschenbuch)
Die ersten siebzig bis einhundert Seiten fand ich wirklich spannend, z.T auch frech und gewitzt, und ich freute mich aufs Lesen, wobei ich mich nicht einmal an so mancher Plattitüde störte, die mir auffiel. Leider ging es bald rasant bergab. Ich habe das Buch noch nicht ganz zu Ende gelesen, doch ich weiß, wie es endet, und blättere an jedem Abend ein paar mehr langweilige Seiten bis dahin um. Die Vorausschaubarkeit ist es nicht einmal, was mich so sehr stört, sondern vielmehr die an den Haaren herbeigezogene Tragik, das inszenierte Umeinanderherschleichen der Protagonisten und am Ende doch auch die Plattitüden, die mir eingangs egal waren.

Die Kleinigkeiten, die mich auf der Länge des Buches stören, sind:
- die Kommunikation der Protagonisten (ich lese die englischsprachige Originalfassung). In mehr und mehr Büchern wird dieser Umgangston gepflegt, aber ich mag mich einfach nicht daran gewöhnen, die beste Freundin als Schlampe und den Mann des Herzens als A-Loch zu bezeichnen.
- die eingestreuten, die Handlung unterbrechenden Gespräche mit der Therapeutin. Diese haben mich einfach zu sehr verwirrt, mich aus dem Geschehen herausgerissen. Zwar gewöhnte ich mich daran, aber schön fand ich es nicht.
- bestimmte Wiederholungen von Gesten und Mimik. Das mit dem ständigen Augenrollen ließ mich Joss bald nur noch so sehen. Sie - die Spitze des Eisberges, ewig angenervt, immer über allen Dingen und Gefühlen stehend, rollt die Augen bis ihr schwindelig wird.

Was mich insbesondere gestört hat – Achtung SPOILER:
Ich hatte auf einen erotischen Roman gehofft, der kein Trittbrettfahrer von Shades of Grey ist. Inzwischen wurde an so mancher Stelle wieder der Begriff "Unterwerfung" eingestreut... der für dieses Buch nicht zutrifft. Zum einen wollte ich davon nichts lesen, zum anderen habe ich mich gewundert, wie überhaupt die Rede davon sein kann. Unterworfen hat sich Joss Braden nie, sondern sich hauptsächlich gesträubt - gegen ihre Gefühle. Der beschriebene Sex war spärlich und langweilig.

Noch viel störender finde ich inzwischen sämtliche Personen... denn hier will die Autorin eindeutig auf das Trittbrett von Shades of Grey steigen. Ausnahmslos Upper Society-Menschen. Reiche Erben. Logisch, sie müssen ja erben, denn sie sind noch viel zu jung, um sich die entsprechenden Imperien aufgebaut oder die Millionen eingeheimst zu haben. Einfallslos ist das. So einfallslos, dass es mich ärgert. Recht anrührend fand ich zu Beginn Ellie und Adam, aber hey.. benötigt es wirklich einen (am Ende harmlosen) Hirntumor, damit sie einander ihre Liebe gestehen???

Zu den Hauptcharakteren: Joss hat Unmengen von Geld geerbt, als ihre gesamte Familie starb (der Dreh- und Angelpunkt ihres Leidens). Sie besitzt Geld, das sie nie ausgeben wollte, aber plötzlich für eine superluxuriöse Wohnung aus dem Fenster wirft. Sie wird als Autorin dargestellt und schreibt an einem Fantasy-Roman, was jedoch so oberflächlich dargestellt wird, dass sie für mich hauptsächlich die Barkeeperin ihres (wie sie sagt, gar nicht notwendigen) Teilzeitjobs ist - was absolut okay wäre. Ihr Autorin-Sein(wollen) wirkt wie ein Versuch, sie zu einer "wichtigen" Persönlichkeit zu machen. Hingegen hatte Bradon vor Joss ein Faible für Bimbos, war mit Mitte zwanzig schon geschieden und besitzt eine einflussreiche Firma sowie einen Club ... aber er arbeitet doch nie so recht - wie auch Joss das eine oder andere Mal feststellt. Nichtsdestotrotz schaut er immer umwerfend aus in seinen legeren, in sonst wie vielen Lagen aufeinander abgestimmten Anzügen. Äußerlichkeiten, atemberaubenden Wohnungen und sonstigen finanziellen Dingen wird so viel Bedeutung beigemessen.

Ein guter Roman lebt von interessanten Persönlichkeiten. Dies ist Fakt. Ich finde es einfach nur schrecklich, dass so viele Autoren in diesem Genre in letzter Zeit darauf abzielen, ihre Personen durch Reichtum interessant zu machen.
Nehmen wir mal ein ganz ähnliches Setting und ziehen bloß die vielen Millionen ab: Joss arbeitet an ihre ersten Roman (und zwar intensiv) und hängt dazu öfter in einer Bar ab, versucht ihren Kummer in Kälte zu stillen - und trifft Bradon, der ist kein millionenschwerer Unternehmer, sondern ein Barkeeper ist, der ihr auf seine ganz eigene Art ... durch seinen Charme, sein Verständnis, dadurch das er sie sieht und erkennt und für sie da sein will … nahe kommt. Ich glaube, eine solche, so viel realistische Geschichte hätte mich berührt, wie ich es von einem Roman immer erwarte. So etwas hätte ich viel lieber gelesen.

Der Ansatz und die Idee von Dublin Street sind gut, aber die Umsetzung ist meines Erachtens nicht gelungen. Da fehlt so viel.. Spannung, Tiefgang, Realitätsbezug, Nähe. Nur zwei Sterne von mir.
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