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Kundenrezension

17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessante Ansätze, aber oft spekulativ, 7. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Darwin-Code: Die Evolution erklärt unser Leben (Gebundene Ausgabe)
Die Autoren wollen zeigen, dass nicht nur die Körperfunktionen der Menschen, sondern auch ihre Verhaltensweisen mit der Evolutionstheorie erklärbar sind. So können beispielsweise sowohl Selbstmordattentate als auch die Neigung der meisten Menschen, religiösen Überzeugungen anzuhängen, biologisch begründet werden. Besonders interessant fand ich die Überlegung, dass die Entstehung der Kunst einen wichtigen Faktor für die Vormachtstellung des modernen Menschen darstellt. Im letzten Kapitel betrachten die Autoren sogar den Sinn des Lebens aus wissenschaftlicher Perspektive.

Großteils sind die Ausführungen leicht nachvollziehbar und schlüssig. Vor allem im ersten Kapitel "Steak und Schokolade" gibt es aber einige Dinge, die mich störten, da die aufgestellten Behauptungen meiner Meinung nach nicht ausreichend begründet werden:

1. Die Autoren ziehen die Grenze zwischen der unserem Erbgut entsprechenden "natürlichen" Ernährungsweise und der von ihnen kritisierten Änderung bei der neolitischen Revolution. Warum gerade diese - und nicht etwa die Verwendung des Feuers zur Bearbeitung von Nahrungsmitteln - als einschneidenste Veränderung angesehen wird, obwohl das Kochen die Grundstruktur der Lebensmittel entscheidend verändert, wird nicht erklärt.
Es erscheint mir daher willkürlich, dass ein gebratenes Steak als unserer Natur entsprechend dargestellt wird, obwohl alle anderen Tierarten in freier Wildbahn ihr Fleisch roh essen, Getreide und Milch aber eher abgelehnt werden.

2. In dem Buch wird die Behauptung aufgestellt, die paläolithische Ernährung habe vor allem aus verschiedenen tierischen Lebensmitteln sowie Obst und Gemüse bestanden, aber kein Getreide enthalten.
Ein Blick auf die Ursprünge der Landwirtschaft scheint aber eine andere Sprache zu sprechen:
Die frühesten Hinweise auf die Domestikation von Pflanzen finden sich im vorderen Orient (Fruchtbarer Halbmond) sowie in China.
Bei den ersten landwirtschaftlich genutzten Pflanzen des fruchtbaren Halbmonds handelt es sich um Gerste, mehrere Weizensorten und Hülsenfrüchte. In China wurden zuerst Reis und Hirse angebaut, etwas später kamen Sojabohnen hinzu.
Auf dem amerikanischen Doppelkontinent basierte die erste Landwirtschaft auf Mais und Bohnen.
Es lässt sich also festhalten, dass am Beginn der Landwirtschaft überwiegend Getreide und Hülsenfrüchte standen, keine anderen Gemüse- und überhaupt keine Obstsorten, obwohl diese angeblich einen Großteil der "natürlichen" Ernährung des Menschen darstellen.
Es findet sich aber keine plausible Erklärung dafür, wieso die Menschen damals auf die Idee gekommen sein sollen, gerade die Samen von Pflanzen, die in ihrer bisherigen Ernährung kaum eine Rolle spielten, zu sammeln, planmäßig auszusäen und über viele Generationen zu kultivieren. Dass sie also ihre ganze Lebensweise umgestellt haben (vom Nomadentum zur Sesshaftigkeit), um Pflanzen anzubauen, deren Verwendung zu Nahrungszwecken ihnen zuvor gar nicht bekannt war.
Die Tatsache, dass die früheste Landwirtschaft, die in verschiedenen Gegenden über den ganzen Erdball verteilt unabhängig entwickelt wurde, auf diversen Getreidearten basierte, lässt vielmehr den Schluss zu, dass die Urformen des heutigen Getreides schon zuvor einen wesentlichen Teil der Nahrung ausmachten.

3. Die Autoren führen an, dass ein großer Teil der Menschheit laktoseintolerant ist und sehen dies als Hinweis, dass die Milch nicht so gut sei, wie von Ernährungswissenschaftlern behauptet.
Aus Sicht der Evolutionsbiologie müsste die Argumentation aber in die genau entgegengesetzte Richtung gehen. Es wird schließlich davon ausgegangen, und auch in diesem Buch immer wieder betont, dass sich Eigenschaften nur dann durchsetzen, wenn sie für das Individuum bzw eine Gruppe von Individuen einen Vorteil hinsichtlich des Überlebens- oder Fortpflanzungserfolgs darstellen.
Aus der Tatsache, dass ein Teil der Menschheit - darunter der Großteil der Europäer - im Gegensatz zu allen anderen Säugetieren in der Lage ist, auch im Erwachsenenalter Milch bzw Milchzucker zu verdauen, muss somit zwingend geschlossen werden, dass der Konsum von Milch zumindest für unsere Vorfahren vorteilhaft war.
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 03.07.2009 16:10:33 GMT+02:00
Die Einführung der Landwirtschaft und damit die Kultivierung von Getreide und Mais kennzeichnet gerade die neolithische Revolution. Dass man beim Sammeln auch während des Paläolithikums gelegendlich Getreidekörner gekaut hat - wie heute noch in Russland Sonnenblumenkerne - , ist gut möglich. Sie dürften aber nur einen untergeordneten Teil der Ernährung des Menschen ausgemacht haben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.07.2009 20:26:03 GMT+02:00
karin1910 meint:
Dass sich der Anteil von Getreide an der Nahrung infolge der neolithischen Revolution entscheidend erhöht hat, steht außer Frage.
Dennoch ist für mich nicht logisch erklärbar, dass die Menschen die erste Landwirtschaft gerade auf Pflanzen gegründet haben sollen, die sie zuvor nur gelegentlich zu sich nahmen.
Es ist doch wohl eher anzunehmen, dass sie vor allem versuchten, diejenigen Pflanzen anzubauen, die in ihrer bisherigen Ernährung schon wichtig waren.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.07.2011 13:27:03 GMT+02:00
Lulu meint:
Ob das für Sie logisch erklärbar ist oder nicht, spielt keine Rolle, es war einfach so.

Nicht dass ich demnächst an anderer Stelle bzgl. des Zuckerkonsums in unserer Gesellschaft noch lesen muss, dass auch der belege, dass man sich in der Steinzeit zuckerreich ernährt habe, und zwar aus den gleichen Gründen, die Sie vorgebracht haben.

Man kann sicherlich versuchen, sich die Vergangenheit so zurechtzubiegen, dass sie mit dem eigenen Weltbild möglichst gut zusammenpasst. Hier passt es jedoch vorne und hinten nicht.

LG Lena

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.07.2011 19:59:14 GMT+02:00
karin1910 meint:
Niemand wird ernsthaft behaupten, der Zuckerkonsum habe sich seit der Steinzeit nicht verändert - wir alle wissen, dass er gerade in den letzten Jahrzehnten sprunghaft angestiegen ist.
Genauso habe ich in meinem obrigen Kommentar ausdrücklich geschrieben, dass infolge der neolithischen Revolution der Getreidekonsum deutlich angestiegen ist - auch das ist wohl selbstverständlich.

Ich nehme aber an, dass auch Sie der Behauptung widersprechen würden, die Menschen in der Altsteinzeit hätten überhaupt keinen Zucker gegessen - zumindest manche Früchte sind ja auf ihrem Speiseplan gestanden (auch wenn damals der Fruchzuckergehalt sicher noch niedriger war als bei den heute gezüchteten Obstsorten).

Sie haben rech:Dass mir etwas unlogisch erscheint, bedeutet nicht, dass es nicht so gewesen sein kann - Ihrem Beitrag kann ich allerdings auch kein Argument entnehmen, woher sie wissen wollen, dass es "einfach so war"

Wie aus meiner Rezension hervorgeht, hat sich meine Kritik an diesem Buch aber gar nicht so sehr auf den Inhalt als solches bezogen, sondern auf die Tatsache, dass die genannten Behauptungen (im Gegensatz zum Rest des Buches, den ich wirklich interessant fand) meiner Meinung nach nicht ausreichend begründet werden. Gerade wenn eine These aufgestellt wird, die zumindest auf den ersten Blick unlogisch erscheint, hätten die Autoren sich vielleicht etwas mehr Mühe gegen sollen, sie plausibel zu machen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.12.2012 10:00:57 GMT+01:00
pillepalle meint:
Und für die Kuh(Steht hier als Vertreter aller Masttiere die heute mit Getreide gefüttert werden) gab es auch keine Getreidefelder.
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karin1910
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