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Kundenrezension

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die "Eroberung des Nutzlosen" (Herzog, 2004}, 27. November 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Fitzcarraldo - SZ-Cinemathek 7 (DVD)
Der 1991 verstorbene Klaus Günter Karl Nakszyñski galt als Spezialist für Psychopathen-Rollen; (nicht allzu) boshafte Menschen gehen noch einen Schritt weiter und unterstellen, er habe sich nur stets selbst gespielt. Zumindest hier wirkt er schon oft "neben der Rolle", als hätte er gelegentlich doch zuviel vom vorgekauten "Koyana" eingepfiffen.

Mit Werner Herzog Stipetic verband Kinski eine (fast) lebenslange Hassliebe - jedenfalls war der 1982 fertig(?)gestellte "Fitzcarraldo" bereits die vierte Zusammenarbeit der wohl schrillsten Schräglinge und unermüdlichsten Selbstinszenierer des deutschen Nachkriegsfilms. Was in Peru aus der Mesalliance zwischen dem Polen und dem Kroaten hervorging, könnte man durchaus als Monsterbaby bezeichnen.

Das liegt nicht einmal an der Länge von 158 Minuten - es gibt mit Claudia Cardinale von "Spiel mir das Lied vom Tod" bis "Doktor Schiwago", in welchem Kinski übrigens eine bemerkenswerte Nebenrolle ausfüllt, längere Filme. Monströs war eher die Chuzpe, ohne vernünftige Vorbereitung im Dschungel mit Ureinwohnern einen Film (fast) ohne Handlung, Maß und Ziel zu drehen. Was Wunder, dass serienweise Schauspieler von Jason Robards über Mick Jagger bis zu Mario Adorf die Flinte in den Amazonas warfen.

So liest man meist auch mehr über die Umstände als über den Film. Jeder teilt eben lieber interessante Dinge mit - wie ein anderer Rezensent schreibt, fand er die Extras spannender als den Film; ein originelles Motiv, eine DVD zu kaufen. Wobei fast alle Kommentatoren sich darauf konzentrieren, dass (real!) ein alter Kahn über einen Hügel im Busch geschleppt worden ist und dass man mit den Indios verhältnismäßig fair umgegangen sei.

Inhaltlich betreibt Herzog heftige Geschichtsklitterung: Zunächst mal ist Enrico Caruso niemals in Manaus aufgetreten. Vor allem aber: Der "echte" Fitzcarraldo war ein reicher Kautschuk-Baron, der Fitzcarraldo-Isthmus von Tehuantepec erstreckt sich über 200 km Luftlinie - näher als 50 km kommen sich die Flüsse Pachitea und Ucayali nie - und das Schiff war in Teilen zerlegt transportiert worden. Wow! Aber selbst das war Herzog nicht spektakulär genug.

Herzog äußerte später, "dass die zentrale Szene des über den Berg gezogenenen Schiffs eine wichtige Metapher sei - er wisse nur nicht, wofür." Ein großartiger Satz, gleichzeitig ein Selbsttor und eine Beleidigung des Publikums. Eine ebenso sarkastische Antwort: "Dieser Film kann Menschen durchaus viel geben. Man weiß bloß nicht, wem." Und man kann darauf wetten: Auch die Verfasser von - vor allem wegen des ethnologischen Kontextes - pflichtgemäß lobenden Kritiken [1] würden auf der Couch einschlafen, bevor das Schiff aus dem Wasser ist, wenn sie sich dieses Werk wirklich mal selbst in voller Länge anschauen würden.

Denn selbst das, was allgemein gelobt wird - "opulente Landschaftsaufnahmen" - versackt in unzulänglicher Bildqualität. Vielleicht investiert ja mal jemand in einen hochwertigen HD-Transfer, wobei man bezweifeln darf, dass da noch viel zu holen ist - lohnen wird es sich angesichts der überschaubaren Liebhaberschar der Schellack-Oper ohnedies wohl kaum.

Neben der schon außergewöhnlichen Unschärfe fallen noch unangenehme Bildruckler bei langsam bewegter Kamera ins Auge. Wer sich selbst "ein Bild machen möchte", findet beim Produkt einen Bildausschnitt von 500 x 300 Pixeln, aufgenommen bei Sonnenschein im Freien. Wenigstens klingt die Musik erträglich, "dank" Mono und fehlender Bandbreite allerdings irgendwo in der Mitte zwischen den Schellackplatten und dem, was damals möglich war.

Der Filmwissenschaftler Thomas Koebner deutet das Werk sogar als "Verbildlichung der Krise des deutschen Films" - na also, für etwas musste der ganze Aufwand ja schließlich gut gewesen sein.

Im Original 158 Minuten, Format 1,85:1 auf 35 mm Film, Mono

film-jury 3* A0796 27.11.2011 Genre: Abenteuer | Drama

[1] Freundlich äußert sich das "Lexikon des internationalen Films".
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