Kundenrezension

381 von 427 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ehrfurcht, 8. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 3096 Tage (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich darf so ein Buch gar nicht rezensiert werden. Es geht hier um persönliche, furchtbare Erlebnisse. Wie soll man die werten? Auch wenn einige schreiben, dass das Buch nicht wirklich Neues bringt. Man darf nicht vergessen, dass es hier nicht um die Unterhaltung des Lesers geht. Ein Betroffener teilt sich mit. Wenn ich so einen Bericht lesen will, darf ich nicht unbedingt reißerische Enthüllungen erwarten.

Und Natascha Kampusch teilt sich mit. Sie (?) beschreibt ihr Martyrium deutlich und eindringlich. Sensationslüsterne Szenen bleiben dem Leser, bis auf einen kurzen Tagebuchausschnitt, allerdings erspart. Ich finde das ehrlich. Natascha Kampusch schließt ab. Wer daran teil haben möchte, ja vielleicht auch versuchen möchte, diesen ganzen Wahnsinn irgendwie zu verstehen und eben auch ihre Sicht kennenlernen möchte, dem sei das Buch empfohlen.

Einen Stern Abzug möchte ich dennoch vergeben: Die Sprache, ja der ganze Stil, scheinen nicht zu der jungen Frau zu passen. Passagenweise meint man die Stellungnahme eines Psychologen vor sich zu haben. Auch das ein 10-jähriges Mädchen sich damals, vor zwölf Jahren, ernsthaft Gedanken darüber macht, möglicher Weise gutes DNS-Material hinterlassen zu haben oder von dem Entführer "Nessesaires" wie im Hotel zu bekommen, wirkt fremd.

Das haben wir wohl den Co-Autorinnen zu verdanken. Persönlich hätte es mir besser gefallen, die wirkliche, echte Natascha Kampusch zu hören, auch wenn es möglicher Weise etwas holprig geklungen hätte. Es wäre authentischer.

Nichtsdestotrotz ziehe ich meinen Hut vor der mutigen jungen Frau, die so eine innere Stärke aufbrachte. Nicht nur dem Täter gegenüber, sondern auch den Medien. Auch wenn sie mit diesem Buch die Tatsachen richtigstellte, wilde Spekulationen und Gerüchte werden wohl leider trotzdem nicht abebben. Pauschale Wertungen auch nicht.

Für jeden, der wissen will, wie es wirklich war: äußerst lesenswert. Für jeden, der zu Selbstmitleid neigt, ebenso. Das ein Mensch so ein Schicksal meistert, macht mich ehrfürchtig.
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Kommentare

Von 8 Kunden verfolgt

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1-10 von 22 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.09.2010 19:19:50 GMT+02:00
Melanie meint:
Dies ist bisher die vernünftigste Rezension, die ich über dieses Buch gelesen habe. Schön, das es auch so geht!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.09.2010 22:09:19 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.09.2010 22:21:55 GMT+02:00
S.M. meint:
Die Rezension ist absolut richtig!!

Veröffentlicht am 09.09.2010 13:57:41 GMT+02:00
Kermit meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.09.2010 14:16:31 GMT+02:00
A. Angerer meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 09.09.2010 16:43:48 GMT+02:00
Ingo D. meint:
Weitgehend angemessene Rezension! - Der Stil und die Sprache mag sicher beeinflusst sein. Wer ist nicht beeinflusst, wenn er ein Buch schreibt?
In Anbetracht des Martyriums und Traumas, welche Frau Kampusch durchmachte, ist diese Art der "Rationalisierung" nicht weniger echt, als was Sie darunter verstehen.
Das Buch wird ihr helfen als wichtiger Schritt zu einem freien Leben.
Die "echte" Natascha Kampusch hören wollen? Diese Aussage wertet ihr Buch unnötig ab. Was sie veröffentlicht und authorisiert ist solange als "echt" anzunehmen, bis sie selbst widerspricht. Ihr Buch als "nicht-authentisch" im Stil zu kritisieren, erhebt den Anspruch, dass sie wissen was der Stil von Frau Kampusch ist. Das scheint mir unangemessen.

Veröffentlicht am 12.09.2010 13:59:07 GMT+02:00
Garnet meint:
Ich habe das Buch bisher nicht gelesen. Zur Sprache und zum Stil möchte ich jedoch anmerken, wenn sie (Natascha Kampusch) in diesem Buch die gleiche Ausdrucksweise benutzt, die man bei ihr auch in Interviews erkennen konnte, so hat es mich von Anfang an gewundert, wie vorsichtig, gewählt und auch ein wenig gestelzt sich ein 18-jähriges Mädchen, das jahrelang von der Außenwelt abgeschnitten war, auf diese sehr intellektuell wirkende Weise verständigen konnte.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.09.2010 12:49:16 GMT+02:00
Kalle meint:
Ich hatte es ja anderenorts schon betont: Natascha Kampusch verfügt über eine intuitive Intelligenz, die ihr seinerzeit geholfen hat, die schwere Zeit zu überleben und die ihr auch heute hilft, die Zeit der "Rechenschaft" (Sie ist keinem Rechenschaft schuldig, rechnet aber für sich ab) vor der Realität zu bewältigen. Gerade, dass es hie und da mal "gestelzt" klingt, macht sie authentisch und der Intellekt eignet sich schnell an - gerade sprachlich - was er braucht. Schade finde ich, dass dieses Opfer heute fast noch mehr Überlebenskraft braucht, um draußen zu bestehen und sich ständig für jedes Wort rechtfertigen muss. Der Kerker in ihrem Leben ist überwunden, der Kerker in ihrer Seele wird noch lange bestehen. Sie ist auf ummantelnde Hilfe der Gemeinschaft angewiesen, nicht auf erbsenzählende Kritik. Was sie durchgemacht hat, wünsch ich keinem, aber es kann jedem jederzeit passieren. Noch heute verschwinden auch erwachsene Menschen, die dann für kranke Videos zu tote gequält werden. Etwas mehr Demut wäre kein falscher Weg. PP

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.09.2010 09:06:27 GMT+02:00
Garnet meint:
Mein Hinweis war keinesfalls als Kritik an Natascha Kampusch gemeint (falls das so verstanden worden sein sollte). Eigentlich eher das Gegenteil, wie das Wort "wundern" auch implizieren kann: Ich hege auch eher Bewunderung für sie.

Ich wollte damit auch nur zum Ausdruck bringen, dass - wie Sie schon schreiben - der ihr eigene Stil zu sprechen sich im Buch fortzusetzen scheint, was in der Rezension eher bemängelt wird. Es scheint da eben doch eine gewisse Authentizität vorhanden zu sein.

Ich gebe aber zu, das Buch immer noch nicht gelesen zu haben, habe es mir aber vorgenommen. Ich war nur über diesen Hinweis mit Sprache und Stil in dieser Rezension gestolpert und kann ihn tatsächlich nicht wirklich nachvollziehen.

Veröffentlicht am 25.09.2010 18:06:03 GMT+02:00
LH meint:
Ich bin begeistert, das jemand einsieht, das es nicht um Sensation, sondern um Emotion geht. Das ist es, was dieses Buch ausmacht, nicht die Enthüllungsstorie, wie sie einige erwartet haben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.09.2010 18:25:48 GMT+02:00
Gabriele meint:
Worte sind wirklich trügerisch. Ich dachte eigentlich, zum Ausdruck gebracht zu haben, dass ich nicht Natascha Kampusch kritisiere. Ich habe allerhöchsten Respekt vor ihr. Ich habe ebenfalls gesagt, dass mir die Sprache nicht authentisch scheint... wohlgemerkt, es scheint mir so. Ich habe auch ihre Interviews gesehen und war sprachlos, wie gewählt sie sich ausdrücken kann, trotz der vielen Jahre in Einzelhaft.
Ebenfalls brachte ich zum Ausdruck, wenn Sie mir die Chance geben und meine "Kritik" einmal richtig lesen, dass man so ein Buch eigentlich gar nicht kritisieren kann. Es ist ein Bloßlegen der Seele und kein Roman. Gerade in diesem Zusammenhang erscheint mir manche Wortwahl eben eher nicht aus ihrer Feder geflossen zu sein. Das ist mein Eindruck und den darf ich auch kundgeben. Ich sehe hier nicht, dass ich das furchtbare Erlebnis von Frau Kampusch oder gar ihre Person durch Erbsenzählerei herabgesetzt habe. Sollte der Eindruck entstanden sein, so tut es mir leid. Mich haben halt Kommentare wie "ist ja nichts Neues" und "wissen wir alles schon" geärgert. In so einem Buch geht es nicht darum, das Publikum zu unterhalten.
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