Kundenrezension

74 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut ist nicht mehr gut genug, 5. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Samsung NX1000 Systemkamera (20 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) Display) inkl. 20-50mm F3.5-5.6 ED II Objektiv weiß (Elektronik)
Nach einigen Jahren mit einem Spiegelreflexsystem bin ich zwischenzeitlich auf eine Kompakte umgestiegen, da mich das gehörige Zusatzgewicht gerade bei längeren Rucksacktouren irgendwann einfach nur noch genervt hat. Mit den Systemkameras ergibt sich nun eine ganz neue Welt, tolle Bildqualität in relativ kompakter Form mit (mehr oder minder) großer Objektivauswahl (endlich wieder Festbrennweiten!) zum immer dabei haben.

Für den Einstieg habe ich mich erstmal im unteren Preissegment umgeschaut. Nach intensiven Recherchen waren meine drei Favoriten auserkoren: Sony Nex F3, Samsung NX1000 und Sony PEN E-PL-3. Alle drei habe ich in den letzten Wochen ausführlich auf Herz und Nieren testen können, sowohl mit den einfachen Kitobjektiven (18-55, 20-50 und 14-42) als auch mit Festbrennweiten (16mm 2.8, 12mm 2.0, 16mm 2.4).

Trotz des mittlerweile fast unschlagbaren Preises ist die NX1000 in meinem internen Ranking nur auf dem letzten Platz gelandet. Die Gründe dafür möchte ich nachfolgend skizzieren:

- Größter Malus Punkt für mich ist der langsame Autofokus. Diverse Tests bestätigen die eingeschränkte Schnappschussfähigkeit. Dass er im Vergleich mit den beiden anderen jedoch soo langsam ist, war eine echte Enttäuschung. Gerade die Olympus wirkt dagegen wie ein Blitz. Selbst mit dem lichtstarken 16mm 2.4 Pancake ist der Autofokus bei Dämmerlicht oder Innenraumaufnahmen öfters überfordert. Was erschwerend hinzukommt, ist die Tatsache, dass der Fokus bei Multifeldfokussierung ständig neue Fokuspunkte anwählt. Zwei Bilder in Folge mit der gleichen Fokussierung zu machen, wird somit fast unmöglich.

- Serienbildaufnahmen kann man (sofern nicht strahlender Sonnenschein herrscht) mehr oder minder vergessen.

- Überhaupt wirkt das ganze System recht langsam. Möchte man mal mit den (guten) Filtern arbeiten, braucht die Kamera mitunter ein, zwei Gedenksekunden um in einen anderen Filter zu wechseln. Störend ist auch der Umstand, dass die Kamera relativ lange braucht, bevor die Bilder verarbeitet sind. Wenn man weiß wie es bei der Konkurrenz läuft, nervt das einfach ein wenig. Gerade wenn man mal eine Systemkamera der mittleren Preiskategorie in der Hand hatte (z.B. Sony NEX 5R mit Hybridautofokus – Motiv anwählen, auslösen, ansehen – da ist die NX1000 über den gesamten Prozess erheblich langsamer).

- Das Display ist bestenfalls mittelmäßig. Nicht klappbar okay, aber auch von den 921.000 Pixeln ist nicht viel zu sehen. Weder Auflösung, noch Farbtreue können wirklich überzeugen und machen es bissweilen schwer, die gemachten Bilder einzuschätzen. Da wirken die Klappdisplays der Konkurrenz praktikabler.

- Ebenfalls nicht berauschend sind High-ISO-Aufnahmen. Während die Kamera bis ISO 800 eine gute Bildschärfe mit geringem Rauschen aufweist, geht die Dynamik ab 1.600 deutlich zurück. ISO 3.200 ist schon etwas grenzwertig. Trotz des kleineren Sensors kann die Olympus da recht gut mithalten. Gegen die Sony hat die Samsung keine Chance.

- Videofähigkeiten sind so lala. Auch hier ist die (Nach-)Fokussierung nicht die schnellste. Im Vergleich zur Bildbearbeitung geht die Videobearbeitung allerdings erfreulich zügig zur Sache. Die Aufnahmen werden allerdings von der recht deutlichen Geräuschanfälligkeit beeinflusst. Auch diesbezüglich ist die Sony eine Klasse besser.

- Kein Bildstabilisator beim 20-50mm Kitobjektiv (Sony im Objektiv, Olympus im Gehäuse). Eigentlich nicht übermäßig tragisch, da dieser unter normalen Bedingungen nicht gebraucht wird und bei längeren Belichtungszeiten eh ein Stativ zum Einsatz kommen sollte. Aber gerade in Situationen in denen man selbst bei ISO 800-1600 mit um die 1/30s bis 1/10s belichten muss, bringt der Bildstabilisator zwei, drei Blendenstufen, was in diesem Grenzbereich zwischen verwackeln und verwacklungsfrei dann doch hilfreich ist. In diesem Belichtungsbereich habe ich einige Bilder gemacht, die bei Oly+Sony gut geworden sind, bei der Samsung jedoch Unschärfen hatten.

Insgesamt weiß die Samsung gerade in den Punkten, auf denen es bei einer Kamera wirklich ankommt, nicht ganz zu überzeugen. Trotzdem gibt’s drei Sterne von mir, denn die NX1000 hat natürlich auch ihre guten Seiten:

- Für mein Empfinden die mit Abstand beste Bedienung. Klar, intuitiv, mittels FN-Knopf alle Einstellparameter auf einen Blick. Das ist einfach gut gelöst. Bei Olympus hingegen ist das Menü vollkommen überfrachtet, während die Sony mit Direkttasten geizt.

- Die enthaltenen Filter und Szenenmodi sind sehr umfangreich und lassen es zu, mit der Kamera auch zu spielen.

- Bildnachbearbeitung (Änderung von Helligkeit, Kontrast etc.) direkt in der Kamera. Wer Bilder nicht immer aufwändig am Rechner nachbearbeiten will, ist hier sehr gut bedient. Diesbezüglich hat die Sony z.B. gar nichts zu bieten.

- Die Form gerade mit der Festbrennweite ist sehr kompakt, außerdem ist sie vergleichsweise leicht. Gute Ergonomie, wenn auch die Verarbeitung gerade im Vergleich zur Olympus (Metallgehäuse) schon sehr einfach wirkt. Insgesamt eine schöne Reisegröße.

- Wie schon gesagt, bei niedrigen ISO-Werten wirklich scharfe Bilder mit gutem Dynamikumfang.

Alles in allem ist die Samsung NX1000 für sich betrachtet schon ein ordentliches Angebot. Mit Blick auf die Konkurrenz treten allerdings einige Schwächen zu Tage, welche die Kamera für mich trotz des Schnäppchenpreises (aktuell für unter 300 Euro inkl. 20-50mm Kitobjektiv) nicht wirklich attraktiv machen. Die Voraussetzungen sind allerdings nicht schlecht. Sollte Samsung bei Fokus, Display und Bildsensor zulegen, wird die NX-Reihe auch für mich zu einer echten Alternative, da ich Form und Bedienung wirklich gelungen finde.

NACHTRAG am 06.02.13: Samsung hat im Januar die NX300 angekündigt, die mit neuem Bildsensor, Hybridautofokus und AMOLED-Klappdisplay bei gleichbleibender Bedienfreundlichkeit (zumindest auf dem Papier) alle Attribute mitbringt, die ich mir von einer Systemkamera erhoffe. Klar, wir sprechen dann von einer ganz anderen Preiskategorie (UVP sind 800 Euro), aber die Richtung stimmt. Außerdem wird der Preis nach Veröffentlichung wahrscheinlich ziemlich schnell nach unten gehen. So ist die direkte Konkurrenz in Form der Sony NEX 5R im Moment schon ab ca. 550 Euro zu haben.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.06.2013 11:41:40 GMT+02:00
autumnus meint:
Fotos mit ISO 3200? Willkommen bei den Restlichtverstärkern...!!!

Veröffentlicht am 07.07.2013 00:31:46 GMT+02:00
zwischenfall meint:
Ich habe die Kamera seit gestern und bin begeistert. Dass der Autofokus langsam ist, kann ich nicht nur nicht bestätigen sondern das Gegenteil behaupten: sehr sehr schnell!
Ich kann die Kritik daran nicht verstehen, da sie sich in keinster Weise mit meiner Erfahrung deckt.

Veröffentlicht am 12.08.2013 00:25:50 GMT+02:00
Nat meint:
AF ist wirklich langsammer wie die eines NEX System (auch wenn es nur um 1/2 sek ist), und Rauschen tuht es auch ab ISO 3200 (in vergleich zu meine alte Eos 7D). Troz allem ein sehr gutes Kammera für kleines Geldbeutel, ich würde sogar behaubten das es die beste ist in Preisklasse bis 300¤, wer mehr haben will must einfach mehr ausgeben.

Veröffentlicht am 17.09.2013 15:11:25 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.09.2013 15:25:34 GMT+02:00
mb-de meint:
Ich habe einige Panasonic M4/3s, Sony NEX-5N und NEX-5R und auch je eine NX100 und NX1000. Jede dieser Kameras hat starke und schwache Punkte. Wenn ich allerdings "price to performance" beim aktuellen Marktpreis (NL September 2013 -> ±240 Euro mit Kitzoom 20..50mm - auf den Bildstabilisator verzichte ich dankend...) vergleiche, gewinnt die NX1000 selbst im Vergleich zur fuer 399 Euro erstandenen NEX-5R mit Kitzoom. Der feste LCD-Bildschirm ist nicht perfekt, weniger gut als die Klappschirme der NEXen oder der AMOLED-Schirm der NX100, aber trotzdem fuer das framing und die Schaerfebeurteilung brauchbar - Farbbeurteilung sollte man sowiese nur auf dem kalibrierten Computerschirm bei der Nachbearbeitung machen.

Man muss sich halt auf die Grenzen des Sensors (ISO Auto auf 800 ASA begrenzen - lichtstarken Pfannkuchen drauf, wenn es denn available light sein muss) und des Kontrast-Autofokus einstellen (feste Zone nutzen, Kante fokussieren, Fokus festhalten - wer jemals mit einer analogen Mess-Sucher-Kamera gearbeitet hat, kann sich darauf sehr schnell einstellen), kann auch mit dem Teil sehr schnell arbeiten.

Ich habe im Moment immer zwei Kameras in der Tasche - die NX1000 mit 16mm f/2,4 und die NEX-5R mit Fremd-Festbrennweite - die Sony-Kitzooms taugen nicht wirklich und verstauben im Schrank - beide Kameras/Systeme haben ihre sweet spots und ergaenzen sich... die NEX-5R ist universeller, aber ihr fehlen ein paar Kleinigkeiten fuer Landschaftsfotografie, welche die Samsung mitbringt, z. B. den kalibrierbaren Lagesensor - der in aehnlich guter Form auch in meiner Panasonic GX1 zu finden ist...).

Ansonsten - schnelle Speicherkarten helfen bei der RAW-Verarbeitungsgeschwindigkeit der NX1000 ungemein, und fuer ein paar schnelle Serienaufnahmen reicht i. A. der Puffer...

Letzter Gedanke: Bei Video bietet es sich an, eben KEINEN Autofokus zu benutzen - fuer VDSLR-Anwendungen gedachte 'manuelle' Videooptiken sind hochwertig und preiswert zu haben - das funktioniert auch mit den NEXen ganz vorzueglich.
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