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Kundenrezension

77 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Licht und Schatten, 8. Juli 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Xoro HRT 5000 DVB-T Receiver Twin Tuner (2x Scart, USB 2.0, PVR-Ready, Time-Shift) schwarz (Zubehör)
Vorab: Diese Rezension beruht auf der Firmware V2.2 aus 09/2010. Die neuere Version 2.4 aus 07/2011 ist eine deutliche "Verschlimmbesserung" und macht das Gerät zumindest für mich unbrauchbar - dazu aber später mehr.

Ich besitze das Gerät nun seit ca. 4 Monaten und setze es extensiv als PVR ein, da ich die meisten Sendungen, die ich sehen möchte, aufzeichne und entweder später oder mit Zeitversatz anschaue.

Zunächst mal die Stärken des Gerätes:

- Unter Berücksichtigung der technischen Randbedingungen (PAL-Auflösung und analoger Scart-Audio/Videoausgang) ausgezeichnete Bildqualität.

- Sehr gute Umsetzung des Twin-Receiver-PVR-Konzeptes: Es können zwei Sendungen zeitgleich aufgezeichnet werden und dabei zusätzlich noch entweder eine bereits früher aufgezeichnete Sendung oder eine der beiden gerade laufenden Aufnahmen abgespielt werden. Auch kann während zwei Aufnahmen laufen noch ferngesehen werden auf einem Sender, der auf dem gleichen Kanal liegt, wie die zuletzt gestartete Aufnahme - inkl. Timeshift, falls gewünscht.

- Im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten auf gleicher Hard-/Softwarebasis kann während der Timerprogrammierung über den EPG eine Vor- und Nachlaufzeit eingestellt werden.

- Im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten auf gleicher Hard-/Softwarebasis kann bei der Wiedergabe innerhalb einer Aufnahme per 10er-Tastatur sekundengenau vor- und zurückgesprungen werden, ohne spulen zu müssen.

Jetzt zu den Schwächen:

Die Fernbedienung hat einen sehr eingeschränkten Operationswinkel (laut Bedienungsanleitung nur 60 Grad). Praktisch bedeutet dies, dass man sehr genau zielen muss - kein Problem, solange der Receiver direkt in der Nähe des Fernsehers und nicht zu hoch steht. In meinem Fall bedeutet es aufgrund der durch die Möblierung vorgegebenen Aufbauposition , dass ich mir eine Universalfernbedienung kaufen musste, um das Gerät überhaupt bedienen zu können. Dies ist sehr ärgerlich, zumal 10 EUR teurere Konkurrenzprodukte auf der selben Hard-/Software-Basis eine deutlich bessere Fernbedienung haben.

Neben der an einigen Stellen - vorsichtig ausgedrückt - "gewöhnungsbedürftigen" Bedienung gibt es einige wirklich ärgerliche und eigentlich völlig überflüssige "Eigenheiten" der Software:

- Bei Unterbrechung der Wiedergabe einer Aufnahme gibt es keine Resume-Funktion und keine Möglichkeit, Marker zu setzen. Hier hilft nur, die bereits abgelaufene Zeit zu notieren und hinterher per GoTo-Funktion oder Cursor links/rechts die Stelle wieder anzuspringen (beide Navigationsfunktionen sind übrigens in der Bedienungsanleitung nicht dokumentiert). Seit wir den Xoro haben, liegt auf unserem Couchtisch immer ein Zettel und ein Stift bereit ;-)

- Aufnahmen werden vom Gerät selbst mit einem Namen versehen, und zwar entsprechend der vom TV-Sender zum Zeitpunkt des Aufnahmestarts bereitgestellten Programminformation. Zumindest bei Timer-Aufnahmen per EPG wäre es aber erheblich sinnvoller, den Namen bereits aus der EPG-Information zu vergeben. So wie es jetzt ist, hat man nur die Wahl zwischen a) rechtzeitigem Beginn der Aufnahme aber falscher Benennung und b) richtiger Benennung der Aufnahme aber fehlendem Anfang der Sendung.

- Beim Erreichen der Endzeit einer im Hintergrund laufenden Aufnahme hat man genau 5 Sekunden Zeit, die automatische Abschaltung des Gerätes zu verhindern. In diesen 5 Sekunden muss man 1) die Fernbedienung finden, 2) eine eingeblendete Meldung verstehen, die offensichtlich per Google-Übersetzer direkt von chinesisch nach englisch nach deutsch übersetzt wurde, 3) die Fernbedienung exakt auf den Receiver ausrichten, 4) mit den Cursor-Tasten von "Ja" nach "Nein" wechseln und 5) "OK" drücken. Schafft man dies nicht, so ist z.B. eine laufende Time-Shift-Aufnahme unwiederbringlich verloren oder die Wiedergabe einer anderen Aufnahme wird abgebrochen, ohne dass man die Chance hat, sich die abgelaufene Zeit zu notieren (zur Erinnerung: es gibt ja leider kein Resume und keine Marker - also ist Spulen angesagt).

- Verzichtet man aus o.g. Grund komplett auf Time-Shift, so kann man natürlich auch eine Aufnahme programmieren (oder per Hand starten) und diese Aufnahme bereits abspielen, während noch weiter aufgenommen wird. Wenn die Aufnahme jedoch per Timer gestoppt wird, so wird ohne Vorwarnung auch die Wiedergabe gestoppt, was dann wegen fehlendem Resume/Marker wiederum zum Spulen zwingt.

- Die EPG-Timerprogrammierung einer Sendung, deren Beginn kurz nach Mitternacht liegt, ist nicht möglich, da der Datumswechsel nicht erkannt wird (ein klassischer Programmierfehler).

- Bei Aufzeichnungen im PS-Format (Program Stream = MPG) kann es zu Asynchronitäten zwischen Bild und Ton kommen, d.h. der Ton läuft dem Bild hinterher und wird erst wieder synchronisiert, wenn man auf "Pause" geht. Laufen Bild und Ton mal längere Zeit synchron, so wird man bei der Wiedergabe alle ca. 30 min mit der Meldung "Speichermedium zu langsam" belohnt. Ich hatte dieses Verhalten mit 2 verschiedenen HDDs, sowohl mit FAT32 als auch mit NTFS.
Die Kombination TS (Transport Stream) und FAT32 läuft bei mir jedoch dauerhaft zuverlässig fehlerfrei, auch bei maximalem Datenaufkommen auf dem USB-Port.

Hier noch einige Anmerkungen zur Wahl des passenden Speichermediums:

- Entgegen den Aussagen der Bedienungsanleitung kann man problemlos eine HDD ohne eigene Stromversorgung verwenden.

- Das Mounten der HDD dauert ca. 1 Minute, es ist daher sinnvoll, bei Timer-Aufnahmen eine kurze Vorlaufzeit einzurechnen.

- Beim Abschalten des Receivers wird zwar ein Abschaltsignal an die HDD gesendet, die Versorgungsspannung bleibt jedoch an. Es scheint einige HDDs zu geben, die sich auf diese Weise nicht mit abschalten.

- Die HDD darf sich bei Nichtbenutzung nicht eigenständig abschalten, sonst muss man sie bei Bedarf erst wieder vom Gerät trennen und neu mounten. Bei einigen/vielen HDDs kann man diesen automatischen Stromsparmodus per Software deaktivieren.

Fazit:
Der Xoro HRT 5000 ist ein in der Summe empfehlenswertes Gerät mit ausgezeichnetem Preis-/Leistungsverhältnis. Leider hinterlässt es jedoch wegen seiner unausgegorenen Firmware einen zwiespältigen Eindruck.

Zur aktuellen Firmware V2.4:

Mit der Version 2.4 sollte der oben beschriebene EPG-Timerprogramm-Bug für Sendungen kurz nach Mitternacht behoben werden. Gleichzeitig wurde statt der Angabe der Dauer einer Aufnahmeprogrammierung auf die Angabe der Endzeit einer Aufnahmeprogrammierung umgestellt. Dabei ist zwar das eine Problem behoben, dafür aber ein neues Problem geschaffen worden: Liegt die Startzeit der Aufnahme vor Mitternacht und die Endzeit nach Mitternacht, so wird die Aufnahmedauer komplett falsch berechnet und es wird so lange aufgezeichnet, bis der Datenträger voll ist.

Viel schlimmer jedoch: Beendet man die Wiedergabe einer aufgezeichneten Sendung mit der "Stopp"-Taste, so stürzt das Gerät komplett ab und kann nur durch Ziehen des Netzsteckers neu gestartet werden. Eventuelle im Hintergrund laufende Aufnahmen werden dann ebenfalls abgebrochen.

Dieser Softwarefehler ist in meinen Augen so gravierend, dass ich ein Gerät mit V2.4 nicht kaufen/behalten würde!
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Kommentare

Von 4 Kunden verfolgt

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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 11.07.2011 19:14:00 GMT+02:00
Capitän Z meint:
Also ich habe heute per Mail die Firmware V2.3 erhalten.
Also einfach mal dem Service Mailen und ausprobieren, da kein Changelog dabei war.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.07.2011 16:55:25 GMT+02:00
Chris meint:
Hallo, kenne das Problem mit den Mitternachtaufnahmen auch. Man braucht aber einfach nur in das Menu gehen und sich die geplanten Timeraufnahemen ansehen. Die Mitternachtaufnahme auswählen, dann eine Seite runter auf "Dauer" da steht dann meist ein Wert wie 46:12 (also 46 Stunden 12 Minuten) diesen Wert überschreibt man mit zB. 01:30 (also der tatsächlichen Dauer) bestätigt mit OK und Exit und alles ist gut.

Verschiebung von Ton und Bild und nervige Ansage ist aber tatsächlich störend.

Veröffentlicht am 31.08.2011 10:41:37 GMT+02:00
LucyOne meint:
Sind bei dir auch schon mal diese Fehler bei der Aufnahme aufgetreten?

- Aufnahme bricht kurz nach Start oder nach längerer Zeit einfach ab und lässt sich auch nicht wieder starten
- aufgenommene Datei lässt sich ab einem bestimmten Punkt (neue DVR Datei) nicht mehr abspielen

Ich konnte noch nicht endgültig ausmachen, ob das am Xoro oder an der Festplatte liegt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.10.2011 23:25:06 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.10.2011 23:30:41 GMT+02:00
Äd Franzis meint:
Danke est111, für Deinen Hinweis. Welchen SW-Stand verwendest Du?
Passiert das auch mit der SW-Version V2.6 vom 15.08.2011?

Veröffentlicht am 14.10.2011 23:28:00 GMT+02:00
Äd Franzis meint:
Vielen Dank, AE, für Deine ausführliche Rezension.

Zitat: "Dieser Softwarefehler ist in meinen Augen so gravierend, dass ich ein Gerät mit V2.4 nicht kaufen/behalten würde! "
Inzwischen gibt es den SW-Stand V2.6 vom 15.08.2011
Hast Du den mal ausprobiert? Sind damit die von dir genannte Probleme behoben?

Veröffentlicht am 26.07.2012 10:44:26 GMT+02:00
Bernd meint:
Inzwischen kann man Version 2.6 auf der Homepage von Xoro herunterladen.
Dort gibt es auch Tipps zur Bedienung und ein Protokoll der Änderungen in den letzten Versionen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.07.2012 20:45:48 GMT+02:00
Äd Franzis meint:
Danke Bernd, Deine Nachricht ist gut gemeint. Aber leider hat Xoro seit fast einem Jahr kein Update mehr herausgebracht. Es ist immer noch die Version V2.6 vom 15.08.2011 - obwohl es in den Amazon-Rezensionen nicht an Verbesserungsvorschlägen mangelt.
Ich habe damals die V2.6 geladen und verwende sie weiterhin, denn sie ist meiner Meinung besser als die Vorgängerversionen.

Veröffentlicht am 08.12.2012 21:56:31 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.12.2012 00:01:34 GMT+01:00
Eisbär meint:
Wie funktionieren bitte die von dir erwähnten GoTo oder Cursor links/rechts Funktionen?
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