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Licht und Schatten, 25. April 2010
= Spaßfaktor:
Rezension bezieht sich auf: Die Sims 3 (Computerspiel)
Mit Die Sims 3 haben die Entwickler den ganz großen Wurf, der nach Die Sims 2 möglich gewesen wäre, verpasst. Einige der Neuerungen sind großartig, aber wenn man, so wie ich, Die Sims 2 wirklich leidenschaftlich gern spielte, vermisst man einige der Möglichkeiten, die es dort gab. Positiv hervor zu heben sind vor allem die offene Nachbarschaft und das damit verbundene Entfallen jeglicher Ladezeiten, wenn man das Spiel erstmal gestartet hat. Das ist eine wirkliche Verbesserung zum zweiten Teil, in dem man immer gefühlte 10 Minuten warten musste bis der eigene Sim etwa auf dem Gemeinschaftsgrundstück angekommen war und man dort weiterspielen konnte. Auch fantastisch ist die Möglichkeit, die Oberflächen (Textur, Material und Farbe) aller Einrichtungsgegenstände selbst gestalten zu können; man kann so seinem Haus eine persönliche Note geben. Eine weitere Neuerung, die mir positiv aufgefallen ist, sind die "Aufgaben", die man erfüllen kann, um bei den verschiedenen Fähigkeiten Gratifikationen zu bekommen. Wenn der Sim etwa 30 Bilder fertig gestellt hat, malt er Bilder viel schneller. Und da er nach so vielen Bildern meist schon sehr gut malen kann, ist er in der Lage, schnell viele teure Bilder zu malen, und man hat dann die Möglichkeit, seinen Job zu kündigen und nur noch von der Kunst zu leben. Verbesserungen gibt es im Vergleich zum zweiten Teil auch im "Erstelle deinen Sim"-Modus: die erstellbaren Gesichter wirken vielfältiger und der Körperbau der Figuren wirkt realistischer. Auch die vielen neuen Charakterzüge sind eine tolle Idee, die gut umgesetzt wurde; nicht jeden Sim macht dasselbe glücklich und die Charakterzüge wirken sich stark auf Wünsche, Verhalten und Fähigkeiten der Sims aus. Die Lebensdauer der Sims kann ebenfalls vom Spieler gewählt werden; je nach Geschmack kann der Spieler seine Lebensdauer schnell oder sehr, sehr langsam hinter sich bringen. Und selbst wenn ein Sim dann mal stirbt, kann es passieren, dass ihn ein naher Angehöriger als Geist wiederbeleben lässt, mit dem dann auch wieder gespielt werden kann. Auch ein oder mehrere Babys zu versorgen, ist nicht mehr so anstrengend wie im zweiten Teil: die Erwachsenen im Haushalt schaffen es auch bei drei kleinen Kindern noch, zu essen, zu schlafen, zu Arbeit zu gehen und gelegentlich ein bisschen Spaß zu haben. Aber leider gibt es auch Aspekte des Spiels, die sich im Vergleich zum zweiten Teil verschlechtert haben. Nicht zu übersehen ist die geringe Auswahl bei Möbelstücken, die teilweise so hässlich sind, dass man auch mit dem Verändern der Oberfläche nicht mehr viel retten kann. Das gleiche muss über die Frisuren gesagt werden; insbesondere ist es mir nicht gelungen, mehr als 4 annehmbare Herrenfrisuren zu finden. Und an dieser Stelle muss auch erwähnt werden, dass es nicht mehr möglich ist, im Internet kostenlose, von anderen Spielern mit viel Liebe und Mühe designte Möbel- und Kleidungsstücke (und zwar nicht nur die Oberfläche, auch die Form) herunterzuladen. Die einzige Möglichkeit, noch an solche Inhalte zu kommen, ist die Seite, die EA speziell für diesen Zweck eingerichtet hat und deren Inhalte selbstverständlich kostenpflichtig sind. Das ist ganz klar eine Zumutung und wirft ein schlechtes Licht auf EA. Niemand verlangt von ihnen, selbst kostenlose Inhalte zur Verfügung zu stellen, aber der bittere Beigeschmack bleibt, wenn sie den Spielern verbieten, selbstentwickelte Kleidung oder Möbel kostenlos anzubieten. EA nimmt dem Spiel auf diese Weise einiges an Kreativität und Begeisterung von Seiten der Spieler. Dieses kleinkarierte und raffgierige Vorgehen ist für mich der größte Minuspunkt bei Die Sims 3. Mir fehlt auch schmerzlich die Möglichkeit, selbst eine Nachbarschaft designen zu können. Und vielleicht bin ich im kommenden Punkt sehr speziell, aber es gibt eine Änderung, die mich wirklich enttäuscht: Woran ich beim zweiten Teil mit am meisten Spaß hatte, war es, die ganze Stadt vollzupacken mit selbsterstellten Sims, die ich immer abwechselnd spielte und die sich dann gegenseitig kennen lernten, heirateten und Kinder bekamen, sodass irgendwann die Stadt nur noch aus Sims, die ich selbst erstellt hatte, und deren Nachkommen bestand. Ich fand es interessant, wie sie sich über Generationen optisch veränderten und welche Merkmale sich durchsetzten. Ein solches Spiel ist bei Die Sims 3 nicht möglich; neben seinem aktiven Haushalt kann man leider keine weiteren Haushalte ins Spiel setzen. Und auch wenn das Erweiterungspack "Wilde Campusjahre" sehr umstritten war, gefielen mir die Möglichkeiten sehr, die sich dadurch boten (z.B. mehr Zeit, um an den Fähigkeiten zu arbeiten oder die neuen Karrieren, die man nach einem Studium einschlagen konnte); umso mehr vermisse ich diese Möglichkeiten im dritten Teil. Fazit: Viele der Neuerungen sind gute Ideen, die auch gut umgesetzt sind. Das Spiel läuft flüssig durch und lässt sich angenehm spielen. Dennoch spiele ich lieber den zweiten Teil, denn dort habe ich mehr Freiheiten, das Spiel in allen seinen Aspekten nach meinen Wünschen zu gestalten und Räume und Sims hübsch und neu auszustatten, ohne vorher Massen von Geld dafür bezahlt zu haben. Vier Sterne gibt es trotzdem, weil es bis auf Die Sims 2 keine Lebenssimulation auf dem Markt gibt, die es auch nur annährend mit Die Sims 3 aufnehmen kann.
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Die Sims 3 B001IZYYT4
Electronic Arts GmbH
Die Sims 3
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Licht und Schatten
Mit Die Sims 3 haben die Entwickler den ganz großen Wurf, der nach Die Sims 2 möglich gewesen wäre, verpasst. Einige der Neuerungen sind großartig, aber wenn man, so wie ich, Die Sims 2 wirklich leidenschaftlich gern spielte, vermisst man einige der Möglichkeiten, die es dort gab.
Positiv hervor zu heben sind vor allem die offene Nachbarschaft und das damit verbundene Entfallen jeglicher Ladezeiten, wenn man das Spiel erstmal gestartet hat. Das ist eine wirkliche Verbesserung zum zweiten Teil, in dem man immer gefühlte 10 Minuten warten musste bis der eigene Sim etwa auf dem Gemeinschaftsgrundstück angekommen war und man dort weiterspielen konnte. Auch fantastisch ist die Möglichkeit, die Oberflächen (Textur, Material und Farbe) aller Einrichtungsgegenstände selbst gestalten zu können; man kann so seinem Haus eine persönliche Note geben. Eine weitere Neuerung, die mir positiv aufgefallen ist, sind die "Aufgaben", die man erfüllen kann, um bei den verschiedenen Fähigkeiten Gratifikationen zu bekommen. Wenn der Sim etwa 30 Bilder fertig gestellt hat, malt er Bilder viel schneller. Und da er nach so vielen Bildern meist schon sehr gut malen kann, ist er in der Lage, schnell viele teure Bilder zu malen, und man hat dann die Möglichkeit, seinen Job zu kündigen und nur noch von der Kunst zu leben. Verbesserungen gibt es im Vergleich zum zweiten Teil auch im "Erstelle deinen Sim"-Modus: die erstellbaren Gesichter wirken vielfältiger und der Körperbau der Figuren wirkt realistischer. Auch die vielen neuen Charakterzüge sind eine tolle Idee, die gut umgesetzt wurde; nicht jeden Sim macht dasselbe glücklich und die Charakterzüge wirken sich stark auf Wünsche, Verhalten und Fähigkeiten der Sims aus. Die Lebensdauer der Sims kann ebenfalls vom Spieler gewählt werden; je nach Geschmack kann der Spieler seine Lebensdauer schnell oder sehr, sehr langsam hinter sich bringen. Und selbst wenn ein Sim dann mal stirbt, kann es passieren, dass ihn ein naher Angehöriger als Geist wiederbeleben lässt, mit dem dann auch wieder gespielt werden kann. Auch ein oder mehrere Babys zu versorgen, ist nicht mehr so anstrengend wie im zweiten Teil: die Erwachsenen im Haushalt schaffen es auch bei drei kleinen Kindern noch, zu essen, zu schlafen, zu Arbeit zu gehen und gelegentlich ein bisschen Spaß zu haben.
Aber leider gibt es auch Aspekte des Spiels, die sich im Vergleich zum zweiten Teil verschlechtert haben. Nicht zu übersehen ist die geringe Auswahl bei Möbelstücken, die teilweise so hässlich sind, dass man auch mit dem Verändern der Oberfläche nicht mehr viel retten kann. Das gleiche muss über die Frisuren gesagt werden; insbesondere ist es mir nicht gelungen, mehr als 4 annehmbare Herrenfrisuren zu finden. Und an dieser Stelle muss auch erwähnt werden, dass es nicht mehr möglich ist, im Internet kostenlose, von anderen Spielern mit viel Liebe und Mühe designte Möbel- und Kleidungsstücke (und zwar nicht nur die Oberfläche, auch die Form) herunterzuladen. Die einzige Möglichkeit, noch an solche Inhalte zu kommen, ist die Seite, die EA speziell für diesen Zweck eingerichtet hat und deren Inhalte selbstverständlich kostenpflichtig sind. Das ist ganz klar eine Zumutung und wirft ein schlechtes Licht auf EA. Niemand verlangt von ihnen, selbst kostenlose Inhalte zur Verfügung zu stellen, aber der bittere Beigeschmack bleibt, wenn sie den Spielern verbieten, selbstentwickelte Kleidung oder Möbel kostenlos anzubieten. EA nimmt dem Spiel auf diese Weise einiges an Kreativität und Begeisterung von Seiten der Spieler. Dieses kleinkarierte und raffgierige Vorgehen ist für mich der größte Minuspunkt bei Die Sims 3. Mir fehlt auch schmerzlich die Möglichkeit, selbst eine Nachbarschaft designen zu können. Und vielleicht bin ich im kommenden Punkt sehr speziell, aber es gibt eine Änderung, die mich wirklich enttäuscht: Woran ich beim zweiten Teil mit am meisten Spaß hatte, war es, die ganze Stadt vollzupacken mit selbsterstellten Sims, die ich immer abwechselnd spielte und die sich dann gegenseitig kennen lernten, heirateten und Kinder bekamen, sodass irgendwann die Stadt nur noch aus Sims, die ich selbst erstellt hatte, und deren Nachkommen bestand. Ich fand es interessant, wie sie sich über Generationen optisch veränderten und welche Merkmale sich durchsetzten. Ein solches Spiel ist bei Die Sims 3 nicht möglich; neben seinem aktiven Haushalt kann man leider keine weiteren Haushalte ins Spiel setzen. Und auch wenn das Erweiterungspack "Wilde Campusjahre" sehr umstritten war, gefielen mir die Möglichkeiten sehr, die sich dadurch boten (z.B. mehr Zeit, um an den Fähigkeiten zu arbeiten oder die neuen Karrieren, die man nach einem Studium einschlagen konnte); umso mehr vermisse ich diese Möglichkeiten im dritten Teil.
Fazit: Viele der Neuerungen sind gute Ideen, die auch gut umgesetzt sind. Das Spiel läuft flüssig durch und lässt sich angenehm spielen. Dennoch spiele ich lieber den zweiten Teil, denn dort habe ich mehr Freiheiten, das Spiel in allen seinen Aspekten nach meinen Wünschen zu gestalten und Räume und Sims hübsch und neu auszustatten, ohne vorher Massen von Geld dafür bezahlt zu haben. Vier Sterne gibt es trotzdem, weil es bis auf Die Sims 2 keine Lebenssimulation auf dem Markt gibt, die es auch nur annährend mit Die Sims 3 aufnehmen kann.
F. Adams "finole"
25. April 2010
- = Spaßfaktor:
5
- Insgesamt:
5

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Ort: Bonn
Top-Rezensenten Rang: 33.937
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