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Kundenrezension

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Leben und Sterben" LIVE, 21. November 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Depeche Mode - Devotional [2 DVDs] (DVD)
"Desaster", "Erschöpfung", "Katastrophe". Viele solcher Worte werden heutzutage mit der Zeit um 1993 verbunden: zumindest im Zusammenhang mit Depeche Mode. Sie eroberten ab 1987 die Welt im Sturm und konnten sich noch einige Jahre vor den Schattenseiten des, ähem, Rock'n'Roll, zu Wehr setzen. Vor allem Frontman Dave Gahan schien nach außen hin seinem Look treu zu bleiben und so war es für viele Fans wohl undenkbar, das eben jener Gahan sich nach der erfolgreichen World-Violation-Tour nach L.A. absetzen, und dort zum langhaarigen Möchtegern-Rocker mutieren könnte. Genau dies geschah jedoch. Seine Begeisterung für diverse Rockbands der frühen 90er, spielte der Entwicklung von "Songs of Faith and Devotion" zum großen Teil in die Karten. Dennoch verliefen die Aufnahme-Sessions wahrlich Katastrophal und so wundert es bis heute, das ein Album, welches aus der wohl schlimmsten Bandinternen Spannung heraus entstand, immer noch für positive Gänsehaut sorgen kann. Neben der außergewöhnlichen Platte, setzte aber auch die anschließende Tour Maßstäbe...

DEVOTIONAL:

(Bühne/Kulisse)

"Architekt" Anton Corbijn war für das damalige Stagedesign verantwortlich. Was man zu sehen bekommt, besticht durch düstere Optik und stimmungsvollen Aufbau. Gahan bekam einen eigenen Laufsteg, während sich die Kollegen auf der oberen Ebene hinter diversen Synthies verschnanzten. Lediglich Gore (Gesang/Gitarre) und Wilder (Schlagzeug) gesellten sich ab- und an zum Sänger. Ein wahres Schmankerl dieser Tour waren die Leinwände bzw. das, was auf diesen abgebildet wurde. Corbijns verschlungene Filme: egal ob Vogelmensch (WIMS), Frauengesichter (IYR), Astronaut (NLMDA) oder markante Gesten (IFY) - hier stimmte einfach alles und selbst das etwas merkwürdig anmutende Metallgehänge stört den Gesamteindruck nicht wirklich. Chapeau!

(Sound/Arrangements)

Noch heute schwärmen "Devotees" vom Soundgewand dieser Tour - zurecht! Zusammen mit Steve Lyon (Sound-Engineer), erarbeitete Alan Wilder das Klangkorsett für die Mammut-Tour (154 Konzerte). Dabei wurden viele Songs völlig neu arrangiert und hinterließen auf diese Weise einen belebenden Eindruck (FOTW). Es war definitiv die letzte Tour, die mit frischen Arrangements punktete, wogegen es in den letzten Jahren immer eintöniger wurde (PJ, ETS, IFY etc.). Was ich ebenfalls lobend erwähnen möchte, ist die tolle Synthese aus Elektro- und Analogsounds.

Wo DM heute einen auf Pseudo-Rockband machen, so waren sie bis 1993/94 noch ihren Wurzeln treu geblieben. Das Klanggerüst, welches die Band seit den frühen 80ern prägte, stand hier noch an vorderster Front. Neu hingegen war das Live gespielte Schlagzeug von Alan Wilder. Im Gegensatz zur aktuellen "Eigner-Show", verkam der damalige Drumkit-Teil allerdings nicht zum Selbstzweck, sondern wurde nur bei einigen Liedern eingesetzt: Dezent und Stilvoll. Gerade "IFY" kam durch Alans mechanisch, gespielte Beckenschläge zu ganz neuen Ehren und erhielt einen, im positiven Sinne, eisigen Anstrich. In dem Fall war weniger wirklich mehr :)

(Band)

Dave Gahan war aufgrund seiner Drogensucht extrem angeschlagen, doch auf der Bühne konnte er sich dennoch auf seine Qualitäten als Performer verlassen. Hin- und wieder fragt man sich ja schon, wie aus dem "Kurzhaar-Dave" der 80er, ein extrem tätowiert, ausgemergelter Grunge-Fan werden konnte, aber das zu erklären würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Trotz offensichtlicher Rauschzustände, fesselt mich seine damalige Performance immer noch mehr als wie sie es in der Gegenwart tut.

Martin Gore war neben Gahan ebenfalls "angezählt", litt an erhöhtem Alkoholkonsum und soll während eines Konzerts dieser Tour sogar mal kurz vor dem "Abgang" gestanden haben. Schön ist es, im Nachhinein hören zu können, wie gut er damals noch am Mikro war. Wo man heute ein grausiges "Altherren-Vibrato" ertragen muss, so stand er hier noch am Scheideweg vom alten- zum neuen Gesangsstil. Seine Beiträge sind definitiv als Highlights anzusehen und überzeugen sowohl beim Solo von "Judas", als auch den Background-Beiträgen (NLMDA etc.)

Alan Wilder - viele denken bei diesem Namen wohl an den "heimlichen" Star der Band. Er prägte den Sound zwischen 1986 und 1993 entscheidend mit. Ich bin mir sicher, das Alben wie "Masses" oder "Violator" ohne seine Mithilfe wesentlich anders geklungen hätten. Gerade die Produktion von "Devotion" wäre wohl stecken geblieben, wenn nicht wenigstens Er sich "am Riemen gerissen", und trotz Unbehagens weiter an den Songs gearbeitet hätte. Für viele Insider, allen voran Daniel Miller (Labelchef), war sein Ausscheiden im Jahr 1995 keine wirkliche Überraschung. Alan soll während der Jahre 90-93 mehr und mehr Unzufrieden über die Arbeitsverteilung innerhalb der Band gewesen sein.

Andrew Fletcher - mmmh... ist irgendwie seit Anbeginn dabei, aber wirklich sympathisch wird er mir in diesem Leben wohl nicht mehr. Man fragt sich ja doch, was er während der Konzerte eigentlich auf dem Keyboard beisteuert. Wenn man der Historie glauben schenken darf, soll er nämlich äußerst bescheidene Qualitäten als Musikant aufweisen und eher als "Buddy" von Martin Gore seinen Zweck erfüllen. Ja ich weiß, klingt womöglich nach der Pro-Alan-Fraktion aber die Wahrheit ist nun einmal, das ich "Fletch" irgendwie merkwürdig finde. Fairerweise sollte man jedoch anmerken, das er sich wohl immer um die geschäftlichen Belange der Band gekümmert hat.

DVD:

(Bild/Ton)

Geprägt waren die Corbijn-Jahre von seinem "groben" Stil. Körnige Videos zeugen von seiner Art, Promoclips visuell umzusetzen: so auch bei "Devotional". Daher sollte erwähnt werden, das es sich hierbei nicht um schlampig, archiviertes Bildmaterial handelt, sondern dieses lediglich die (so gewollte) Handschrift Corbijns trägt. Der Ton gewinnt deutlich durch das Remastering. Stimmungsvoll schweben die düsteren Klänge durchs Zimmer, während Gahans Röhre klar und deutlich zu hören ist.

(Bonusmaterial)

Üppig, üppig - wenn auch teilweise etwas lieblos. Die MTV-Rockumentary wirkt unbearbeitet (Bild) und eher reißerisch. Da fand ich die EPK zur Platte wesentlich ansprechender (The Videos 86>98+). Dave erscheint während der Interviews erschreckend zugedröhnt und präsentiert sich als Grunge-interessierter Rocker. Ingesamt eher eine Pseudo-Doku ohne wirklich interessante Details.

Wesentlich ansprechender ist da schon Anton Corbijns Monolog zur damaligen Bühne und seinen Fotos fürs Tourbook. Zwar wird man Stellenweise das Gefühl nicht los, einem berufsmüdem Lehrer zu lauschen, da seine Ausführungen ein- ums andere Mal etwas monoton wirken. Wer sich jedoch für seinen Arbeitsstil interessiert (so wie ich :), der wird an diesem Bonusfeature mit Sicherheit Gefallen finden. Ich würde sogar behaupten, das mich seine Anekdoten über Fotos und Showbühnen auf dieser, und der One-Night-In-Paris-DVD wesentlich mehr ansprechen, als die Doku über ihn selbst ("Inside Out").

Ebenfalls erwähnenswert sind die (Bonus)-Clips der Projektionen. Hier kann man sich nochmal ausgewählte Kurzfilme, die eigens für die Show gedreht wurden, zu Gemüte führen. Neben dem unterhaltsamen Hauptkonzert gibt es als "Zugabe" noch "Halo" und "Policy of Truth". Darüber hinaus werden sämtliche Promovideos der SOFAD-Ära angeboten. Von "One Caress" über die berühmten Corbijn-Clips erlebt man hier nochmal anspruchsvolle Videokunst.

F A Z I T:

"Devotional" steht für eine Band, die sich im Zenit befand und Höhen erreicht hatte, aus denen es nur noch Abwärts gehen konnte, was es ja dann auch (langsam) tat. Für Dave Gahan mag diese Phase zwar ein Mahnmal dafür sein, was der Lifestyle innerhalb des Erfolges anrichten kann, dennoch ist es in der Geschichte der Rock- und Popmusik ja oftmals so gewesen, das die "schwierigen" Zeiten oftmals zu beachtlichen Werken führten - so auch bei Depeche Mode. Im übrigen ist dieses Dokument ein gutes Beispiel für die verschiedenen (Live)-Stadien der Band. Waren die ersten zehn Jahre vom ehrgeizigen Aufstreben nach ganz oben geprägt, so zeigte die zweite Dekade eine Gruppe, die zwar im Oberhaus angekommen, aber immer noch hungrig auf Neues war. 1997 wurden Depeche Mode in gewisser Weise reanimiert und konnten auch ohne Alan mit zwei interessanten Alben punkten. Der jetzige "Herbst" offenbart jedoch das Dilemma, welches viele große Acts ereilt.

Heutzutage sind DM-Konzerte ein Happening, ein Festival der Verehrung und Huldigung. Tickets sind ab dem ersten Vorverkaufstag so gut wie vergriffen, denn die Band weiß, welchen Status sie inne hat. Auf der Bühne strahlen sie über beide Ohren und spulen ihre "Greatest-Hits-Revue" ab, während sich neuere Songs kaum in der Setlist verirren, da sie auch (leider) kaum das Zeug dazu haben. Kurzum: Für meine Begriffe sind Depeche Mode satt. Sie wurden vom eigenen Status überholt, der bis heute leider mit dazu beiträgt, das die Band in keinster Weise mehr den Biss von einst zeigen kann. Verständlich zwar, das beim heutigen Wert ihrer "Marke" keine Impulse mehr in Richtung Experimente gehen, doch irgendwie macht einen dieser Stillstand schon ein wenig nachdenklich. Das einzig positive an der Gegenwart von Depeche Mode ist vielleicht noch, das ihre Musik nicht gezielt auf die Charts ausgerichtet ist. AMEN
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