Kundenrezension

24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Quälend und langatmig, 16. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Ungeheuer: Roman (Gebundene Ausgabe)
T. Mora hat auf einer von mir im September besuchten Lesung aus dem "Ungeheuer" wohl die besten Stellen ausgewählt, denn ich kaufte ihren Roman, las zuerst sogar den Vorläufer (mit mäßigem Vergnügen)und war dann bereit für den Buchpreis-Wälzer 2013. Die Lektüre gestaltete sich schwierig, die Handlung ist ungeheur - ja, dieses Adjektiv paßt - schwerfällig und langweilig. Das soll ein literarisches "Road-Movie" sein? Der Held Darius Kopp ist ein komplett uninteressanter Typ, der sich einfach treiben läßt, der keine spannenden Reflexionen anstellt und durch keinen einzigen profunden Gedanken auffällt. Auf seiner Reise durch Ungarn, Albanien etc. passiert kaum etwas, das mich als Leserin auch nur im entferntesten fasziniert hätte. Der Mann ist plump und platt, der Erzählstil ist alles andere als "elegant" oder "virtuous"; der ständige Wechsel der Erzählperspektive in einem Absatz nervt (permanentes Oszillieren ziwschen "ich" und "er"). Und das zweite Buch, das man mitgeliefert bekommt, der erratische Text der psychisch Kranken Flora, steht unvermittelt da, setzt sich zusammen aus Beipackzetteln von Psychopharmaka, Gedichten, unstrukturierten Memo-Texten, sogar ein Kochrezept ist dabei. Wie kann es sein, daß ein Mann nicht bemerkt, daß seine Ehefrau hochgradig depressiv ist? Heißt der Held Herr Kopp, weil er sich um rein gar nichts einen Kopp macht? Wozu dann aber ein fast 700-Seiten langes Buch über einen solchen Dummkopf? Der Autorin merkt man ihre verkrampfte Bemühtheit an, originell zu sein. Sie hat sich eine innovative Struktur für ihren Roman ausgedacht ("2-in-1"), aber eine derartig vordergründige, rein formale Intertextualität genügt mir nicht, um den Roman zu mögen. Lernen wir etwas über das Leben in Ungarn? Oder über die Schwierigkeit, eine bikulturelle Ehe zu führen? Mitnichten. Darius Kopp, der seine Frau angeblich sehr geliebt hat, stellt fest, daß er fast gar nichts über sie weiß. Auch am Ende seiner Reise durch den "wilden Osten" (Klischees, Klischess...) ist er nicht schlauer - und die Leserin auch nicht.
Der Buchpreis für dieses Werk dokumentiert, daß es en vogue ist, sich mit Pseudo-Interkulturalität und einem clever strukturierten Textungetüm den Anschein von Modernität zu geben. Übrigens glaubt die Kritikerin der "Frankfurter Rundschau", daß man "Das Ungeheur" jeder "Tante unter den Weihnachtsbaum legen könne". Wirklich? Vielleicht bezieht sich Judith von Sternburg in ihrer Rezension aber auch auf das im Roman enthaltene Kochrezept und die vielen Texte zu psychischen Krankheiten. Kann man ja immer gebrauchen, diese Infos. Den Rest des Romans eher nicht.
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 20.10.2013 16:54:36 GMT+02:00
petronius meint:
Beifall! Genau das von Ihnen Beschriebene war auch mein Eindruck. Ich könnte es nicht treffender formulieren. Manchmal denke ich, es geht beim Buchpreis zu wie in dem Andersen-Märchen von des Kaisers neuen Kleiden. Keiner will zugeben, dass er nichts sieht, alle klatschen Beifall und die falschen Schneider entweichen mit viel Geld. Und dann muss erst ein Kind kommen und sagen: Der ist ja nackt! Jawohl, der Roman von Terezia Mora taugt nichts und er ist krampfhaft um Originalität bemüht. Und am Schlimmsten, er hat letzten Endes keine Aussage - die Modekrankheit "Depression", ein Mann, der seine Frau nach 9 Jahren Ehe und Liebe nicht kennt und eine Reise auf den Balkan, die für dieses spannungsreiche Gebiet nichts vermittelt. Da hätte man von einer Deutsch-Ungarin mehr erwartet.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.10.2013 12:07:29 GMT+02:00
Maria Kiko: meint:
"Bücherlesen ist zwar eine eher einsame Tätigkeit, steigert aber Menschenkenntnis, Empathie und soziale Intelligenz, so das Ergebnis einer Studie der New School for Social Research in New York...."
"..... Die besten Ergebnisse erzielten die Leser von anspruchsvoller Literatur."

Die Bücher der short-list, 2013 entsprechen - nach meiner Meinung - der Definition ANSPRUCHSVOLLE LITERATUR.

Veröffentlicht am 03.11.2013 18:26:41 GMT+01:00
CD meint:
Vielen Dank, ich stimme ihnen vollkommen zu. Nach zweihundert quälenden Seiten, breche ich meine Lektüre ab. Ich habe im düsteren November wirklich besseres zu tun, als mir von diesem Ungeheuer die Stimmung vermiesen zu lassen. Schade, ich fand die Grundidee der zwei Parallelen Geschichten reizvoll. Aber die Autorin macht nichts daraus. Weg damit!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.11.2013 17:05:47 GMT+01:00
Maria Kiko: meint:
Schade! Ich wurde durch das Lesen reichlich belohnt.
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