Kundenrezension

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Salzburger Erlösung: ein glühender Parsifal, 28. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Parsifal [2 DVDs] (DVD)
Gleich mit dem ersten Auftritt der Staatskapelle Dresden bei den Salzburger Osterfestspielen zeigten die Musiker unter ihrem Chef, Christian Thielemann, was in ihnen steckt. Nach 45 Jahren lösten sie das "Stammorchester", die Berliner Philharmoniker, ab. Und ihr Einstand kam einer Erlösung gleich.

Nicht, weil die Berliner als Ausnahmeklangkörper in Salzburg nicht geglänzt hätten, nein, es war die gespannte Erwartungshaltung, was die Dresdner, Wagners "Wunderharfe", mit ihrem Chef, dem gefeierten Wagner-Dirigenten, wohl bieten würden. Für Thielemann selbst schloss sich der Kreis, hatte er doch zu Ostern 1980 als Assistent Karajans an dessen Salzburger Parsifal mitgewirkt.

Musikalische Brillanz

Dem klaren Spiel der Staatskapelle entlockt Thielemann ein intensives Glühen, einen Klang von solcher Wahrhaftigkeit, eine Farbpalette von solcher Reichhaltigkeit, daß man sich kaum vorstellen kann, wie diesem Werk passender gedient sein könnte. Das berauschende Klangbild unterfüttert er mit einem vitalen Ausdruck von unbeschreiblicher Natürlichkeit. Man hat das Gefühl, es könne nur einen Parsifal geben, nur eine Sicht der Oper, die Sicht dieses Abends. Musikalisch ein wirklich singuläres Ereignis

Thielemann und das Orchester haben aber auch das Glück, mit hervorragenden Sängern musizieren zu können. Dabei erweist sich der Maestro abermals als geschickter Begleiter. So ausdrucksstark das Orchester auch spielt, die Sänger werden niemals überdeckt. Vielmehr mischen sich Musik und Gesang zu einer musikalischen Einheit, die handwerklich nicht selbstverständlich ist.

Bestechende Sängerriege

Gurmenanz, der ruhende Pol im Parsifal, wird von Stephen Milling sehr passend ausgefüllt. Gesanglich wie darstellerisch bietet er Stabilität in dieser Aufführung. Als nächstes betritt Michaela Schuster die Bühne. Sie ist in ihrer Darstellung eine perfekte, in sich zerrissene, leidende Kundry von herber, aber betörender Weiblichkeit. Stimmlich macht sich ihre Sache ebenso mitreißend, ihre Verständlichkeit leidet jedoch etwas im Verlauf des zweiten Akts. Dann erscheint Parsifal - optisch: ein singender Busch. Johan Bothas Körperfülle verleiht dem Sänger bedauerlicherweise eine sehr statische Präsenz auf der Bühne. Eine Präsenz die nicht nur in ihren Gesten und Mimiken einschränkt ist, sondern auch Bothas Sangesleistung ein wenig karikiert. Die ist wie immer herausragend. Gleich doppelt tritt Wolfgang Koch auf, er ist Amfortas sowie Klingsor. Stimmlich glänzt der Bariton in beiden Rollen, aufwühlend und bestechend ist sein Spiel. Er läßt Amfortas wahrlich leiden. Hinreißend auch die Blumenmädchen. Schließlich zeigt der Chor der Bayrischen Staatsoper sein überzeugendes Können und rundet die gesangliche Erfahrung mit diesem Parsifal ab.

Szenische Überladung und Widersprüche

Was sich zunächst zu Beginn der Oper mit zahlreichen Säulen als interessanter bühnenbildlicher Ansatz darstellt, bleibt jenseits des ersten Aufzugs ungenutzt. Michael Schulz' Regie hilft dem Zuschauer nicht sonderlich beim Erschließen des Bühnenweihfestspiels, das textlich nicht gerade als leichte Kost bezeichnet werden kann. Vielmehr wurde die Inszenierung inhaltlich überladen: zwei Tänzerinnen bei der Gralsenthüllung im ersten Aufzug, Jungen und junge Männer, die Parsifal zu doppeln scheinen, ein zweiter Klingsor, ein doppelter Heiland – einer schmutzig, einer sauber. Doch was soll das heißen? Dem Genuß der Musik, dem einige Konzentration forderndem Folgen des Gesangs gesellte sich das Rätselraten "Was mag das nun bedeuten?" hinzu.

Ergreifenden Momenten, wie der während der bewegenden Verwandlungsmusik, als die träumend und leidend zuckende Kundry, am Boden liegend, vom "schmutzigen" Heiland tröstend die Hand auf die Stirn gelegt bekommt, stehen seltsam aggressive Momente gegenüber: Da stopft beispielsweise Amfortas grundlos einem der Gralsritter ein zusammengeknülltes Papier in den Mund. Kein einheitliches Bild auch bei den Kostümen, besonders die Gralsritter durchbrechen das künstlerisch Konzept mit ihrer Maler-Gesellen-Kleidung, die sich nicht wirklich ins Bild fügt.

Am Ende honorierte das Publikum den szenischen und qualitativ hochwerten Aufwand wenig: Der Buh-Sturm, der Schulz und sein Team entgegenschlug, war aussagekräftig genug. Bei der Veröffentlichung ist die Deutsche Grammophon dann auch den diplomatischen Weg gegangen und hat das, was man bei der Fernsehübertragung noch erleben "durfte", durch einen vorzeitigen Übergang in den Abspann ausgeblendet.

Fazit

Ein musikalisch frenetisch gefeierter Parsifal, der szenisch nicht unbedingt überzeugt. So muß man leider sagen, daß die Veröffentlichung als CD es auch getan hätte, denn das, was dem Ohr an sinnlichem Rausch geboten wird, entbehrt das Auge. Dennoch bleibt auch festzustellen, daß das, was dargeboten wurde, bei allen geschmacklichen Differenzen in sich sehr hochwertig und professionell war.

Dirigat und Orchesterleistung: 5/5
Sänger und Chor: 5/5 Sterne
Inszenierung: 3,5/5 Sterne (Den halben Stern gibt es ausnahmsweise für den faszinierenden Einsatz der Röhren im ersten Aufzug.)

Die DVDs

Laufzeit: 242 Minuten (DVD 1: 1. Aufzug, DVD 2: 2. & 3. Aufzug)
Bild: 16:9, NTSC, Farbe
Audio: PCM Stereo, DTS 5.0
Sprache: Deutsch / Menü: Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Chinesisch, Koreanisch, Japanisch

(Das Begleitheft ist in englischer, französischer und deutscher Sprache.)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 

Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.07.2013 21:24:55 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.07.2013 23:40:48 GMT+02:00
Henning meint:
Eine klug abwägende, sehr hlfreiche Besprechung, die glücklicherweise etwas über das Produkt aussagt und nicht nur der Selbstdarstellung des Rezensenten dient. Danke dafür. Ihre Agumentation halte ich im wes. für schlüssig, hätte allenfalls noch etwas mehr auf die gravierende Einfallslosigkeit der Kostüme abgehoben. Neben den Gralsritten fiel mir hier vor allem die tumbe Rüstungsapplikation auf weißem Anzug auf, die man Gurnemanz antat. Da sind schon gravierende Mängel im Handwerklichen zu konstatieren. Eine Wohltat ist es auf jeden Fall, nicht schon wieder mit der längst irrelevant gewordenen Auseinandersetzung Traditionelles versus Regietheater malträtiert zu werde. Jeder, der nicht partout einen böser Feind zur Aufrechterhaltung seines seelischen Gleichgewichts braucht, dürfte heutzutage wissen, dass die Güte einer Inszenierung sich an ihrer Schlüssigkeit bemisst, nicht an der Richtung des Zuganges zum Werk. Leider haben wir es mittlerweile mit mehr verbohrten Dogmatikern auf der Seite der Progressiven zu tuen als von Seiten der Traditionalisten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.07.2013 07:11:22 GMT+02:00
Klassikfreund meint:
Vielen Dank für Ihre Kritik!

Ich habe absichtlich auf eine umfangreichere "Kostümkritik" verzichtet, da ich den Inszenierungsteil der Rezension nicht ausufern lassen wollte. Er nimmt letztlich schon fast soviel Raum ein, wie Musik- und Gesangsteil zusammen. Aber ich stimme Ihnen bzgl. der Kostüme zu.

Veröffentlicht am 03.08.2013 18:13:55 GMT+02:00
Sehr interessant, das Koch hier Klingsor und Amfortas singt (Kontrastfiguren oder Parallelschicksale?); Im Bayreuther Ring singt er nun den Wotan, nachdem er in anderen Inszenierungen Alberich gesungen hat.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.08.2013 13:16:07 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 04.08.2013 14:00:34 GMT+02:00
An Hennig: Nichts gegen die Besprechung, auch das Urteil kann man akzeptieren. Aber hier erläutert jemand, dass er die Inszenierung nicht verstanden hat oder ihm die Bildsprache fremd ist. Soweit kein Problem. Aber aus dem Unverständnis auf die mangelnde Qualität zu schliessen, mag subjektiv nachvollziehbar sein, ist aber so nicht so ohne weiteres akzeptabel. Sie finden das klug, weil das auch Ihrer Vorstellung entspricht, mehr nicht. Surreale Bildgestaltung schafft immer Ratlosigkeit. Der Regisseur hatte gar nicht den Anspruch eine lückenlose Geschichte zu erzählen, wie auch bei dem Libretto und dem Kontext. Der Freiraum zur Assoziation verunsichert viele. Insofern will ich diese Inszenierung auch nicht "hochschreiben" sondern den Regisseur nur in Schutz nehmen gegen die Behauptung, ihm sei nichts eingefallen. Aus den Presseinlassungen geht hervor, dass man fälschlicherweise eine konkrete Botschaft in dem Werk zu sehen hat. Bitte welche? Ein Erlösungsmodell durch Triebunterdrückung zum Heil? Eine sehr narzisstische Variante. Eine Entsagungsmetaphysik, die erwiesenermassen im realen Leben zu den wildesten Exzessen führt. Es gibt auch ein positive Einlassung in der Presse. Was ist nun an einem Buhsturm aussagefähig? Das Publikum verdammt an einem Tage, kreuzige ihn, in einem Jahr gibt es Jubelstürme, alles schon dagewesen. Von Ihnen hätte ich jetzt erwartet, dass sie eine Analyse liefern und keine Behauptung. Was Sie über die Konfrontationsstellung Tradition und sogenannte Progressive darlegen, ist wiederum nebulös. Erläutern Sie doch bitte mal konkret,welche Frontenstellungen sie sehen, belegen die und behaupten nicht nur im luftleeren Raum. Von mir lesen Sie das Gegenteil von Dogmatik, nämlich rationale Offenheit gegenüber allen Konzepten und keinesfalls nach dem Motto verfahren, "alles was ich nicht sofort verstehe", ist Regietheater, ist schlecht, alles was eingängig ist, qualitativ in Ordnung.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.08.2013 03:40:04 GMT+02:00
Henning meint:
An Herrn Adama. Grämen Sie sich nicht, wenn Ihnen unterstellt wird, Sie hätten die Inszenierung nicht verstanden. Es hat mit Ihnen oder Ihrer Erkenntnissfähigkeit nichts zu tuen. Wahrnehmung ist zunächst immer ein subjektiver Begriff und mancher, der einem anderen vorwirft, nicht verstanden zu haben, vertreidigt einfach nur seine Wahninhalte. Tatsächlich jedoch bleibt der Kaiser nackt. Ich auf jeden Fall freue mich auf ihre nächste Rezension, denn für mich haben Sie alles verstanden, was es zu verstehen gibt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.08.2013 08:22:58 GMT+02:00
Klassikfreund meint:
Lieber Henning,

vielen Dank für Ihre Worte! Manchmal frage ich mich, was mich jenseits des Regalmeters Wagner-Literatur (von und über) und zahlreicher Opernbesuche denn nun wirklich zur "Erleuchtung" führt.

Viel gravierender wirkt aber der Umstand, daß man trotz jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema so manche Inszenierung scheinbar nicht durchdringt. Wie geht es da wohl erst dem interessierten, "nicht vorgebildeten" Opernbesucher, der noch dazu vielleicht den Zugang zu Wagner sucht?

Gilt's hier wirklich der ganzen Kunst oder nur dem Regisseur? Thielemann bemängelte unlängst, daß die Artikel zu Opernpremieren sich meist nur im letzten Absatz mit wenigen Worten dem Orchester und seinem Dirigenten widmen, während sich zuvor unverhältmäßig umfangreich über die Regie ausgelassen wird. Wie er sagt, der offensichtliche Dank und Respekt für viele Stunden schweißtreibender Arbeit im Orchestergraben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.08.2013 21:57:35 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.08.2013 23:49:30 GMT+02:00
Henning meint:
Lieber Herr Adama,

durchdringen kann man nur das Durchdringbare. Ich habe den vorliegenden Parsifal noch einmal mit meiner Frau angesehen. Sie ist vom Fach, hat Theater studiert und viele Jahre selbst auf den verschiedensten Bühnen gestanden. Ihr Urteil zu dem szenischen Teil dieser musikalisch so wunderbaren Aufführung ist noch weitaus negativer als meines. Ich zitiere nur die milderen, druckreifen Passagen: reaktionär veraltertes Theaterkonzept, ungenügende Personenführung, Singdarsteller schreiten, vom ideenlosen Regisseur allein gelassen ,die Bühne ab, nein, das sind keine Malerkittel, das sind die Spermien aus Woody Allens "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten", ,Überladung mit hohlen Symbolen, um von, dem eigenen Unverständniss abzulenken, meine Güte, jetzt stehen sie wieder herum, ja, das kann man auch noch aus der Requisitenkammer holen, ach, jetzt kleben die Spermien an Amfortas Stirn, das ist doch mal eine dramatsche Entwicklung, keine Körperspannung, was macht der da mit seinem Bein, Botha hat gerade wieder keine Lust und DAS kann ich verstehen, (ich zitiere weiter wörtlich) puh, jetzt wieder Standbein~Spielbein, tschuldigung, du, aber das ist fachlich einfach erbärmlich. Immerhin tragen sie den Gral als Frittöse herum, das war überfällig, die Etablierung der Pommesbude in der Hochkultur. Revolutionär.
Stimme einer klugen Fachfrau.

Was nun das Verständniss an sich betrifft, möchte ich gerne Bezug auf den Rorschach-Test nehmen, Sie kennen vielleicht dieses tiefenpsychologisch ausgerichtete Spiel mit den Tintenklechsen. Eine der Rorschachtafeln bietet ein Bild, das so zusammenhanglos ist, dass ein gesunder Geist es nicht als Einheit sieht. Es ist die vielleicht hinterhältigste Tafel. Benennt der Probant sie nämlich dennoch als Eineit, so bleiben zwei Möglichkeiten: entweder er leidet an einer Schweren Geisteskrankheit oder er ist ein Lügner und Aufschneider. Schulz bürokratisch gelangweilter Parsifal ist wie diese Tafel. Es gibt keinen Sinn außer der Not, fünf Stunden irgendwie herunter zu reissen. Darum schrieb ich Ihnen, dass Sie nichts nicht verstanden haben. Sie sind nur weder psychotisch noch ein Aufschneider. Und damit kann man doch leben.

Noch ein Wort zu Thielemann, natürlich hat er Recht, aber es ist wohl ein Zeichen der Zeit, das es mehr um Pängpäng geht als um Tiefe. Außerdem vermag eine missglückte Inszenierung leider sehr wohl so verärgern, dass man von der Musik abgelenkt wird. Das es übrigens sehr wohl modern und dennoch schlüssig geht, zeigt zum Beispiel eine Inszenierung von Pfitzners Palestrina, die mir heute eher zufällig in die Hände fiel. Bayerische Staatsoper, Simone Young am Pult. Welch eine Frau, eine Wonne ihr bei der Arbeit zuzusehen. Eine Dirigentin mit Schwerpunkt im deutschen Fach, und -klasse. Ich mache, Sie merken es, gerade hemmungslos Werbung, nur weil es mir so gut gefallen hat und höre deshalb auf, Sie zuzutexten.
Liebe Grüße.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.08.2013 11:12:19 GMT+02:00
Klassikfreund meint:
Lieber Henning,

vielen Dank für diese Ausführungen, die ich sehr interessant finde. Die Äußerungen Ihrer Frau haben noch einiges aufgehellt.

Ihr Bsp. vom Rorschach-Test im zweiten Absatz ist eine sehr reizvolle Analogie.

Es scheint leider all zu oft so zu sein, daß der Regisseur seinen Namen und nicht das Werk auf die Bühne bringen will. Mit Grauen denke ich an den absehbaren und vollkommen deplatzierten Tannhäuser-Skandal in Düsseldorf.

Liebe Grüße.
‹ Zurück 1 Weiter ›

Details

Artikel

4.4 von 5 Sternen (5 Kundenrezensionen)
5 Sterne:
 (4)
4 Sterne:    (0)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
EUR 35,99 EUR 29,25
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Rezensentin / Rezensent


Ort: Berlin

Top-Rezensenten Rang: 298