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Düster und melancholisch,
30. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Retrum (Broschiert)
Christian lebt in seiner eigenen Welt. Er läuft herum wie ferngesteuert, hat keine Freunde und macht sein eigenes Ding. Außerdem scheint er depressiv zu sein. Deshalb treibt er sich am liebsten auf dem Friedhof herum. Dort hat er seine Ruhe, kann in aller Stille seinen Gedanken folgen und hat seinen Frieden vor allem.
Sein Verhalten hat einen trifftigen Grund. es liegt am Tod seines großen Bruders. Seitdem ist er nicht mehr derselbe. Es ist, als hätte er das Lachen verlernt und alle Fröhlichkeit aus seinem Kopf und Herzen verbannt. Auch sein Vater hat sich komplett verändert. Dieser überlässt seinen Sohn mehr oder weniger sich selbst und sitzt nur noch vor der Glotze.
Irgendwann ändert sich alles, als Christian auf die drei seltsamen, ganz in schwarz gekleideten Jugendlichen trifft. die lungern auch auf dem Friedhof herum und scheinen irgendwelche Messen, oder was auch immer dort abzuhalten. Zunächst hat er sogar Angst vor der eigenartigen Clique, aber dann sieht er Alexia und verliebt sich sofort unsterblich in sie. Doch dann gerät alles außer Kontrolle und wird richtig gefährlich, als sich die Jugendlichen immer mehr in ihren mysteriösen Ritualen verlieren...
"Retrum" ist zunächst einmal ein richtiger Eyecatcher. Das Vover sieht recht düster mit dem Schriftzug und dem Friedhof im Hintergrund aus und der auffällige schwarze Buchschnitt verstärkt diesen Eindruch noch. Der Leser bekommt schon eine dunkle Ahnung, was ihn in dem Jungendthriller erwarten könnte. Etwas trauriges, düsteres und auch depressives.
Dieser Eindruck bestätigt sich auch schnell, wenn man mit dem Lesen des Buches beginnt. Die Gefühlswelt von Christian ist traurig, melancholisch und nachdenklich. Das zieht sich auch durch die ganze Geschichte. Unterstützt wird das Ganze noch durch die Verse, die man immer zu Beginn eines Kapitels lesen kann.
Der Autor hat das Talent den Leser in die düstere und traurige Atmosphäre mitzuziehen. Der Schreibstil selbst ist recht einfach und flüssig, eben typisch Jugendbuch. Die Handlung selbst steigert sich langsam aber stetig und wird immer spannender. In windeseile fliegt man so über die Seiten und kann mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören.
Ich bin richtig begeistert von "Retrum" gewesen. Ich konnte von Anfang an mit Chris mitfühlen und rätselte ständig mit, was es mit den seltsamen Jugendlichen und ihrem treiben auf sich haben könnte. Nach und nach habe ich auch richtig mitgefiebert, wie die ganze Geschichte weitergeht und endet. Wenn man sich auf die dunkle Atmosphäre einlassen kann, ist das genau die richtige Lektüre für verregnete Tage.
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