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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Rezension bezieht sich auf: Fallen Idol - Kleines Herz in Not (DVD)
Ein Film von Carol Reed ("Der dritte Mann"), basierend auf einer Geschichte von Graham Greene, der auch das Drehbuch schrieb:Der französische Diplomatensohn Philippe wohnt zeitweise in einem pompösen mehrstöckigen Londoner Haus. Sein Idol und erwachsener Freund dort ist Butler Baines. Gar nicht ausstehen kann er die kaltherzige Gattin des Butlers. Eines Nachts beobachtet Philippe von der Feuertreppe aus einen Streit der beiden. Beim Rennen in die nächstuntere Etage versäumt er den entscheidenden Moment, in dem die Frau in die Tiefe stürzt. Er muss annehmen, Baines habe sie gestoßen. Verwirrt und verschreckt rennt er (in einer filmtechnisch eindrucksvollen atmosphärischen Szene) barfuß durchs menschenleere nächtliche London, bis ein Polizist ihn aufhält... Kürzlich noch war "The Fallen Idol" Bestandteil meiner kleinen Rezensionsserie "Filme, die erst noch in Deutschland erscheinen müssen". Nun ist er doch mal auf Deutsch veröffentlicht worden. Mir ist aber trotzdem die Originaltonfassung lieber. Der niedliche französische Akzent des kleinen Bobby Henrey macht die englische Fassung besonders liebenswert. Der Plot ist spannend, die Optik des alten London und des vornehmen Hauses ist auch in Schwarz/Weiß berauschend, und die Dialoge sind (das versteht sich von selbst) gepflegt und in den Polizeiszenen frei von Fäkalausdrücken. Wenn ich DVDs wie diese in meiner Sammlung habe, kann ich den kulturellen Niedergang des modernen Kriminalfilms leichter ertragen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen Kommentare
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1-10 von 10 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag:
18.04.2012 20:40:11 GMT+02:00
christine meint:
Genau, ich habe meine Sammlung auch dementsprechend gut ausgerüstet, der Niedergang mag kommen, den sitze ich jetzt auf einer Backe ab. Aber die "kleinen Füchse" müssen natürlich auch noch kommen, damit ich nicht doch noch zu jammern anfange!
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
19.04.2012 00:37:55 GMT+02:00
Hugo Humpelbein meint:
Tag, Sie alte Bekannte, berühmt-berüchtigt als beste Filmrezensentin in ganz Amazonien. Die kleinen Füchse gibt es schon, wenn auch wieder mal nur als Import:
La Loba [Spanien Import] Immerhin: Die englische Sprachfassung, die Ihnen als Filmfreundin genügen sollte, ist drauf.
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
19.04.2012 15:40:52 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.04.2012 15:41:42 GMT+02:00
christine meint:
Tag, Sie junger Charmeur. Tatsächlich verfüge ich Dank der Großzügigkeit des wahrhaft begnadetsten Filmrezensenten Amazoniens über die Originalfassung mit koreanischen UTs, die mir allerdings in den Nuschelpassagen nicht so hilfreich erscheinen. Es soll doch tatsächlich Menschen geben, denen die Namen William Wyler oder Gregg Toland nichts mehr sagen. Darüber sollten sich die Verantwortlichen mal Gedanken machen!
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
19.04.2012 16:53:37 GMT+02:00
Hugo Humpelbein meint:
Wie geheimnisumwittert! Der Name des Begnadeten wird nicht genannt.
William Wyler hat u.A. Ben Hur inszeniert, aber Gregg Toland ist auch mir ein böhmisches Dorf. Bin ich dafür verantwortlich, dass mir der Name fremd ist oder sind die Verantwortlichen dafür verantwortlich? Für welche Meilensteine zeichnet der tolle Herr Toland denn verantwortlich?
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
20.04.2012 15:00:52 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.04.2012 17:09:04 GMT+02:00
christine meint:
Oh, der leider viel zu früh verstorbene Toland war einer der innovativsten Kameraleute der 30er und 40er: Neben den "Füchsen" hat er "Stürmische Höhen" (Oscar), "Die besten Jahre unseres Lebens" (Sie entsinnen sich hoffentlich der grandiosen Szene, in der Dana Andrews im Hintergrund genauso gut zu beobachten ist wie Fredric March im Vordergrund) -und "Citizen Kane"! fotografiert.
Und natürlich sind die Filmverleiher Schuld am Pisa-Debakel, wenn sie die falschen Filme auf DVD veröffentlichen.
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
20.04.2012 19:48:24 GMT+02:00
Hugo Humpelbein meint:
Den Fredric March hab ich als Dr.Jekyll in meiner Sammlung, sonst noch in keiner Rolle.
Ach so, man muss also auch die Namen der Kameramänner wissen, wenn man als echter Cineast durchgehen will? "Citizen Kane" ist natürlich Spitzenklasse. Ihnen zur Erklärung: Filmverleiher wollen in erster Linie Geld verdienen und nicht die Zuschauer bilden. Am Leichtesten verdient man Geld, wenn man Filme veröffentlicht, denen jeder Doof mühelos folgen kann.
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
21.04.2012 10:55:50 GMT+02:00
christine meint:
Na, ich weiß nicht, ob man Kameramänner kennen muss, aber Toland zu kennen und seine Handschrift im Film zu erkennen, ist ein Genuss.
Ihre Ausführungen zur Geschäftspraxis der Filmverleiher schockieren mich jetzt aber! Sind Sie eigentlich alt genug, um Kabel1, alias "Kabelkanal" noch in seiner Gründungszeit zu kennen? Da liefen fast ausschließlich Filme der 30er bis 50er, seufz. DIE haben ihren Bildungsauftrag ziemlich ernst genommen.
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
21.04.2012 14:56:34 GMT+02:00
Hugo Humpelbein meint:
Was für Sie schockierend ist, ist für mich sonnenklar und einleuchtend. Jetzt sagen Sie bloß, die Information über pure Geldgier der Filmverleiher ist Neuland für Sie!
Den Kabelkanal kann ich erst seit 2000 gucken, weil ich vorher keine Satellitenschüssel auf dem Dach hatte, und seit ich ihn gucken kann, geht mir sein Eigenlob "Die besten Filme aller Zeiten" auf den Keks. Da schaue ich lieber 3sat oder arte. Da kommen wenigstens Quotenkiller-Filme, die für andere Sender nicht publikumswirksam genug sind. Dort sieht man, dass auch heute noch neue Filme gedreht werden, die die Sache mit dem Bildungsauftrag nicht aus den Augen verloren haben. Wenn Sie heute alte Filme sehen wollen, probieren Sie es mal mit "das Vierte". Da kommen zwischen den zum Himmel stinkend blöden Teleshopping-Aktionen immer olle Kamellen.
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
22.04.2012 10:19:57 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.04.2012 10:28:36 GMT+02:00
christine meint:
Ach ja, Kabel 1 hat auch in meinen Augen abgewirtschaftet, früher haben sie wenigstens die besten Filme (oder zumindest die versteckten Perlen) gezeigt. "das Vierte" heißt ja so, weil die Macher sich erhofften, dass die Zuschauer diesen Kanal als vierten auf ihrer Fernbedienung programmieren, prust! Na, vielleicht wage ich mal abseits des Teleshopping-Verblödungsangebotes einen Blick.
Für 3sat und arte zahle ich auch gerne meine Gebühren, aber eigentlich bin ich so dankbar für technische Entwicklungen wie DVD und Beamer, die machen der Filmfreundin das Leben zum Genuss! Zwischen "Odd Man Out" und dem "dritten Mann" klaffte so lange eine Lücke. Wenn Sie Reed schätzen, dürften Sie auch "The Man between" (deutscher Verleihtitel "Gefährlicher Urlaub") sehr zu schätzen wissen.
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
22.04.2012 11:44:01 GMT+02:00
Hugo Humpelbein meint:
Wie sehr Kabel 1 abgebaut hat, verrät ein Blick aufs heutige Programm: In einer Stunde beginnt der "Plattfuß"-Nachmittag; 4 Actionkomödien mit Bud Spencer hintereinander weg, in der Prime Time gefolgt von einer Clipshow mit den lustigsten deutschen Homevideos und einer US-Sitcom von 2009.
Was hingegen kommt am Abend auf Das 4.? Ein Krimi von 1965. Was ist ein Beamer? Ein Gerät, mit dem man sich in den Film hineinbeamen kann und das Geschehen hautnah miterleben darf? Wow, das muss ich auch haben! "Kleines Herz in Not" hab ich mir nicht wegen des Regisseurs, des Autors oder wegen eines bestimmten Schauspielers gekauft, sondern weil er mir aufgrund der Story in bester Erinnerung war. 1997 kam er mal auf ARD und ich hatte meinen VHS-Mitschnitt dummerweise nicht verwahrt.
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