Kundenrezension

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5.0 von 5 Sternen Bester Sleaze mit Soul, 13. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Little Caesar (Audio CD)
Mit Little Caesar startete Ende der 1980iger eine weitere Band aus L.A., die mit dem Erscheinen ihres Debütalbums 1990 hoffnungsvoll als die neue Sleaze Rock Sensation angepriesen wurde. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Little Caesar sind nicht nur "eine weitere Band". Ihrem damaligen Erscheinungsbild gemäß, schienen sie dagegen wirklich ein Abbild des asozialen Sleaze Rock gewesen zu sein. Bis auf die Zähne tätowiert, gekleidet in Leder und Jeans, wirkten Little Caesar wie eine Biker-Gang von der Straße. Wenn man nun motörölverklebten, räudigen Hard Rock à la Circus Of Power, Guns N'Roses, oder Junkyard erwartet, wird man vermutlich etwas enttäuscht.

Die Band spielte zwar angeschmutzten, kernigen Hard Rock, den man durchaus dem Sleaze Rock zuordnen könnte, aber wie schon angedeutet, ist das nicht die ganze Wahrheit. In den Liedern lassen sich zwar viele schmutzige Gitarrenriffs ausmachen, aber Little Caesar legten Wert auf eine saubere Hard Rock-Mischung aus Einflüssen von Blues, R&B, Soul, und Southern Rock, die in ein warmes Klanggewand gekleidet wurde.

Das von Bob Rock (Metallica, Mötley Crüe) stark produzierte Debütalbum offenbarte nicht nur einen eigenständigen Stil, Hard Rock zu spielen, sondern zeigte bereits über seine ganze Länge, wozu Little Caesar kompositorisch in der Lage sind. Griffige Rock N'Roller wie z.B. das sleaze-rockige "Down And Dirty" oder das Hillbilly/Southern Rock-mäßige "Cajun Panther" wechseln sich gelungen mit vielen feinen, aber immer noch rockigen Balladen ab. Dank zweier dieser einfühlsamen aber kräftigen Balladen, das Aretha Franklin-Cover "Chain Of Fools" und "In Your Arms", landeten Little Caesar mit ihrem Debütalbum einen gewissen Erfolg in den US-Charts. Ihr schwer tätowiertes Erscheinungsbild verhinderte dabei jedoch eine weiter voranschreitende Popularität. Angeblich sollen die Mitarbeiter einiger Radiostationen sich geweigert haben, weiter die Musik von Little Caesar zu senden, nachdem sie Bilder der Band gesehen hatten. Anscheined konnte man nicht glauben, dass eine solch fiese Meute dazu in der Lage war, Musik und Balladen mit Herz und Seele zu intoinieren.

Wobei man für die "Chain Of Fools" noch anmerken sollte, dass die Bezeichnung Ballade wohl etwas fehl am Platze ist. Die Version von Little Caesar hat mehr mit knackigem Hard Rock zu tun, sie drücken dem Song ihren eigenen Stempel auf, ohne dabei jedoch den urspünglichen Charme der Nummer außer Acht zu lassen. Einen wesentlichen Anteil an dem emotionalen Soul-Flair der Lieder hat sicherlich auch Sänger Ron Young, der den Posten der Rock N'Rollröhre zwar optimal ausfüllen kann, aber bei weitem inbrünstiger und klarer singt als die typischen Reibeisenkehlen der damaligen Konkurrenz. Ron Young ist definitv ein Ausnahmesänger im Hard Rock.

Trotz der Chart-Erfolge wurden Little Caesar von ihrem Label Geffen mehr als nur nachlässig behandelt, dabei brachte die Band mit ihrem Debüt alles mit, was sich eine Rockgruppe nur wünschen kann: tolle Lieder waschechten Rock N'Rolls mit Gefühl und Leben, der auch ordentlich Stimmung machen kann. Die Musik von Little Caesar ist Musik für den Highway und den Asphalt, aber ist sogar noch mehr als das: sie ist Musik für die Straße des Lebens. Ob man mit gebrochener Deichsel am Wegesrand verharren muss, oder mit unaufhörlich drehenden Rädern seinem Ende entgegen rast, Little Caesar machen Musik für das ganze Leben und viele Lebenssituationen. Egal, wo man sich gerade befindet, der Musik gelingt es, immer wieder die Laune anzuheben.

Es ist ein Album, das nicht nur den gemeinen Sleazer ansprechen kann, sondern auch AOR und Melodic Rock-Anhänger und wohl so ziemlich jeden, der auf gut gemachten Hard Rock steht. Selten dürfte es meines Erachtens eine Band gegeben haben, die einen größeren Erfolg so verdient gehabt hätte, wie Little Caesar. Ich möchte an dieser Stelle allerdings noch behaupten, dass sich die Band nicht nach einer gleichnamigen Restaurantkette in den Vereinigten Staaten für Pizza benannte, sondern nach dem schwarzen Blues-/R&B-Musiker Harry 'Little' Caesar, der Ende der 40iger nach Kalifornien auswanderte und in L.A. Anfang der 50iger einen Hit ("Goodbye Baby") landete. Gegen Pizza ist natürlich nichts einzuwenden, aber ich schätze, diese Assoziation kommt der vergangenheitsbetonten, aber seinerzeit auch zeitgemäßen Musik der Band eher entgegen.
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