Kundenrezension

334 von 386 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wider die Medienmeinung!, 24. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der neue Tugendterror: Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland (Gebundene Ausgabe)
Als Thilo Sarrazin vor dreieinhalb Jahren "Deutschland schafft sich ab" vorlegte, war der Aufschrei im Lande riesengroß. Die Kanzlerin selbst ließ es sich nicht nehmen, vor diesem Buch und seinem Autor zu warnen. Sarrazins Partei stellte sein langjähriges Mitglied an den Pranger. Das Wort "Hexenverfolgung" trifft die damalige Stimmung perfekt.

Das nun vorliegende Buch macht genau diese Stimmung zum Thema. Besonders im Nachgang zu seinem Buch vom August 2010 meint Sarrazin eine "Verengung und Kartellierung der Meinungsbildung in Deutschland" (Seite 18) erkannt zu haben.

Darf in Deutschland wirklich jeder sagen was er denkt? Selbst wenn er nicht gegen geltende Gesetze verstößt, könne er große Schwierigkeiten bekommen, meint Thilo Sarrazin. Er fordert deshalb "sozialen Mut" ein. Der für mich wichtigste Satz des Buches steht auf Seite 211. Der Autor appelliert an den mündigen Bürger:

"... zu diesem Thema des eigenen Kopfes gehört auch der Mut, sich bei theologischen, philosophischen, gesellschaftspolitischen oder im engeren Sinne moralischen Fragen einem Zeitgeist zu entziehen und eigene Positionen zu vertreten ..."

Beim Lesen dieser Zeilen fallen mir Namen wie Heiner Geissler oder auch Herbert Wehner ein. Wo sind im heutigen aktuellen politischen Geschäft solche unbequemen Visionäre?

Was sind wir nur für eine Gesellschaft geworden, die Meinungsvielfalt so schlecht oder teilweise gar nicht mehr auszuhalten scheint? Wo sind die politischen, aber auch theologischen Visionäre geblieben? Vielleicht stehen wir uns heute selbst auf den Füßen, weil so viele Vor- und Querdenker offenbar häufig sofort ausgeschaltet und kaltgestellt werden? Diese Entwicklung verhindert nicht nur grundlegende Reformen, die wir so dringend brauchen, sie ist auch demokratiegefährdend.

Sarrazin geht zurück in unsere Geschichte und bringt Martin Luther als Paradebeispiel für so einen Visionär. Der ließ sich nicht bevormunden. Er stellte unbequeme Fragen, riss andere mit sich und begann mit seiner Reformation. Gesellschaftlich gesehen ist dies auch nach mehreren Jahrhunderten noch ein gut vorzeigbares Beispiel, für die Tatsache, dass eine Gesellschaft ohne Vor- und Querdenker auf Dauer zum Auslaufmodell wird.

Thilo Sarrazin greift den immer stärker werdenden Gleichheitswahn in unserer Gesellschaft an. Der Einzelne gilt immer weniger. Woran dies liegt, wie die eingefahrenen Mechanismen dieses Tugendterrors funktionieren, deckt Sarrazin sehr gut nachvollziehbar auf.

Dieses Buch gründlich zu lesen, kann der Anfang kreativer Meinungsbildung sein. Unsere eigene Meinung in unsere Gesellschaft hineintragen und den Mut aufbringen, unsere Meinung auch zu vertreten, mit anderen in einen fairen Disput zu treten, nichts anderes erwartet Thilo Sarrazin vom mündigen Bürger unserer Tage!

Also, selbst Lesen und eigene Meinung bilden!
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Kommentare

Von 6 Kunden verfolgt

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1-10 von 33 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.02.2014 13:04:34 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.02.2014 15:44:49 GMT+01:00
Christian: Die Kanzlerin selbst hat ja gesagt, dass sie das Buch nicht lesen wird, aber sie wusste schon, dass es "nicht hilfreich" war. Es hat sich niemand die Mühe gemacht, die Kanzlerin zu fragen, wobei "nicht hilfreich"? Dafür war das Gepolter und das Geschrei laut und groß, anstatt sich mal die Mühe zu machen, sich damit auseinanderzusetzen, was Sarrazin sagen wollte.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2014 15:21:20 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.02.2014 15:26:16 GMT+01:00
Polystyrol meint:
Sehr schön Herr Döring. Auf der einen Seite fordern Sie Toleranz für Salafisten: Salafisten: Bedrohung für Deutschland? und hier tun Sie so als würden Sie Sarrazin toll finden. Wieder einmal ein Hinweis darauf, dass Sie nur auf Stimmenfang gehen!

O-Ton Döring dort: "Dieses spannende Sachbuch [...] wirbt für Toleranz gegenüber den Salafisten [...]" Bewertung: 5 von 5 Sternen. Tolle Leistung!

Würde mich nicht wundern, wenn die dortige Rezension im Laufe des Tages verschwindet. Und flux wäre der Herr Döring wieder auf der richtigen Seite.

Leute wie Sie geben dem Mediendiskurs auch den verlogenen Ton, den er hat.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2014 15:28:15 GMT+01:00
wenn schon zitieren, dann bitte nicht sinnentstellend aus dem Zusammenhang reißen. Hier der vollständige Satz: """Dieses spannende Sachbuch macht klar, dass es die Salafisten nicht gibt, dafür wirbt Ulrich Kraetzer für Toleranz gegenüber den Salafisten die Gewalt ablehnen!"""
und hier das Buch um das es geht:
Salafisten: Bedrohung für Deutschland?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2014 15:42:55 GMT+01:00
Polystyrol meint:
Simpler Syllogismus:
A: Das Buch ist von Kraetzer.
B: Kraetzer wirbt für Toleranz gegenüber Salafisten.
C: Das Buch wirbt für Toleranz gegenüber Salafisten.

Was ist daran sinnentstellend. Es handelt sich um in jeder Zitiervorgehensweise gebräuchliche Auslassungen, die - siehe Syllogismus - nichts an Ihrer Aussage verändern.

Sie haben dem Buch 5 Stene gegeben. Daraus darf man schließen, dass Sie Kraetzers Intention für sinnvoll halten oder sogar unterstützen. (Diese Annahme wäre vielleicht noch verhandelbar: Ihre Rezensionspraxis unterstützt eine solche Annahme aber.)

Es wäre nichts dabei, würden Sie eine dieser Meinungen vertreten. Hier geht es aber nicht um mit Meinungsvielfalt vereinbare Aussagen aus einer Position. Wahrscheinlich lügen Sie also einfach, oder Sie schreiben willkürlich Rezensionen mit Bewertungen, von denen Sie hohe Anzahlen positiver Wertungen erwarten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2014 15:58:30 GMT+01:00
also ich versuche es ein letztes Mal mit ihnen:

A: Das Buch ist von Kraetzer.
B: Kraetzer arbeitet sehr gut in seinem Buch heraus, dass es "die" Salafisten nicht gibt.
C: Das Buch wirbt für Toleranz gegenüber Salafisten die Gewalt ablehnen.

Manchmal ist die Welt halt nicht so einfach in schwarz - weiß einzuteilen, da lohnt es sich dann doch schon gründlicher hinzuschauen. Ich kann ohne schlechtes Gewissen behaupten: Ich finde beide Bücher gut! Tut mir leid Polystyrol, aber ich werde sie nicht darn hindern können, weiter mit Dreck um sich zu werfen, aber weiter möchte ich dann auch nicht mit Leuten reden, die sich hinter einem Pseudonym verstecken.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2014 16:09:02 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.02.2014 16:09:23 GMT+01:00
Polystyrol meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2014 21:45:06 GMT+01:00
Musicfreak777 meint:
Thema verfehlt. Es geht nicht darum einen Menschen gut zu finden oder nicht sondern das Buch zu rezensieren.

Veröffentlicht am 25.02.2014 00:13:31 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.02.2014 00:15:19 GMT+01:00
Kid Acid meint:
"Als Thilo Sarrazin vor dreieinhalb Jahren "Deutschland schafft sich ab" vorlegte, war der Aufschrei im Lande riesengroß. [...] Das Wort "Hexenverfolgung" trifft die damalige Stimmung perfekt. [...] Darf in Deutschland wirklich jeder sagen was er denkt? Selbst wenn er nicht gegen geltende Gesetze verstößt, könne er große Schwierigkeiten bekommen, meint Thilo Sarrazin."
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Ich würde das eher so formulieren: Auch ein Vollidiot darf sagen was er denkt, dementsprechend fällt dann aber auch das Medienecho aus. Und sich selbst zu einem modernen Luther zu stilisieren, weil man ein populistisches Buch geschrieben hat - das grenzt nicht nur an Größenwahn. Und btw welche "großen Schwierigkeiten" meint er? Die Millionen an Tantiemen die er eingenommen hat?

Veröffentlicht am 25.02.2014 18:01:08 GMT+01:00
Lesefrosch meint:
Lieber Christian Döring Leseratte, kleiner Tipp zur Überarbeitung: Es heißt immer noch "Wider DIE Medienmeinung!"

Veröffentlicht am 25.02.2014 19:04:23 GMT+01:00
Pseudonym meint:
Natürlich darf in Deutschland niemand sagen, was er wirklich denkt, besonders dann nicht, wenn er in der Öffentlichkeit steht. Das beste Beispiel war Eva Herman. Aus dem TV weggemobbt, nur weil sie sich traute, einen populistisch wenig konsensfähigen Vergleich zu ziehen. Ähnliches versucht man ja auch mit Sarrazin.
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