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Sehr starker Roman!,
17. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: The Stone Prince (Pelican Governors Series) (Taschenbuch)
"The Stone Prince" von Fiona Patton war für mich eine schöne Erfahrung in historische Fantasy abzutauchen ohne dabei alle drei Sekunden über klischeehafte Charaktere die Augen zu rollen.
Pattons Konzept einer Welt, in der gesellschaftliche Stellungen offenbar keine geschlechtsspezifische Rolle tragen finde ich äußerst interessant...so werden hier typisch 'männliche' Ehrenbezeichnungen wie 'Prince' oder 'Duke' auf beide Geschlechter bezogen, z.B. Prince Kassandra (hier wird in der deutschen Übersetzung übrigens darauf verzichtet, was ich als extrem schade empfand!). Im Allgemeinen scheint die Grenze zwischen Mann und Frau bei weitem nicht so klaffend wie wir es aus anderen Romanen kennen...Strategen oder Kriegsgeneräle, Knappen oder Ritter...keine dieser traditionell männerdominanten Positionen werden bei Patton so behandelt.
Ich fand dieses Konzept neben ihrer sehr neutralen Behandlung von homo-oder heterosexuellen Beziehungen sehr erfrischend. Die Beziehung von Crown Prince Demnor zu seinem geliebten Companion Kehlanus wird genauso eingehend dargestellt, wie die zu seiner zukünftigen Frau Isolde de Katherine, dem Earl of Essendale. Manch einem mag das zu liberal sein, aber ich empfand es als erfrischende Abwechslung zu einigen anderen Büchern.
Als kleine Warnung im Voraus: Fiona Patton legt einen großen Wert auf Namen und Titel. So kann es denn schon einmal passieren, dass man über mehrere Zeilen mit der Titulierung einer einzigen Person beschäftigt ist. Der sehr klare und detaillierte Stil der Autorin kompensiert das aber problemlos.
Obwohl Fantasy fühlt sich der Roman sehr historisch an. Branion und Heathland erinnern stark an England und Schottland, zumal das ganze auf einer Insel spielt und man immer wieder vom Kontinent oder Festland hört. Ich gehe davon aus, dass dies durchaus von der Autorin beabsichtigt war.
Zentrum des Buches ist die De Marian Familie, Träger der heiligen Flamme und seit Jahrhunderten Regenten/Aristoks von Branion . Die Flamme ist gleich einer Religion und sie spiegelt sich in den flammenden Augen der De Marian Familie wieder, ein Zeichen der Herrscher des Landes. Einflüsse vom Kontinent sind daher unerwünscht...ein Vergleich mit dem Versuch das Christentum nach Britannien zu bringen würde naheliegen.
Andere wichtige Familien wie die DeSandras oder die DeKatherines versuchen immer wieder einzuheiraten oder wie die DeSandras mit Hilfe eines Putsches komplett die Macht an sich zu reissen.
Eine weitere wichtige und einflussreiche politische Macht ist die Companion-Gilde. Nur die schönsten und klügsten Menschen werden dort ausgebildet, um später als Gespielen, Berater, Assassinen oder Liebhaber ihren Herren, der Oberschicht Branions zu dienen. Es wird sehr schnell klar, wer die wichtigsten Entscheidungen Branions beeinflusst.
Ein fantastisches Buch, welches sich sehr schnell gelesen hat.
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