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Kundenrezension

23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anschlagskünstler, 12. Januar 2011
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Rezension bezieht sich auf: Brendel Spielt Beethoven (Klavierkonzerte / Klaviersonaten) (MP3-Download)
Wenn einer wie Brendel 80 Jahre alt wird, kommen die Aufnahmen aus den Archiven, werden neu gebündelt und erreichen uns zu einem sehr fairen Preis. So auch bei Brendel, der die Beethovensonaten mindestens dreimal, die Konzerte viermal aufgenommen hat.

Brendel ist ein Mythos. Joachim Kaier, der Kritikerpapst, sagt über ihn:" Den kannte ich schon als jungen Mann. Er zählt für mich zu einem der ganz seltenen Beispiele der interpretatorischen Welt, wo jemand sein Niveau nicht einfach beibehält, sondern kontinuierlich verändert. Ursprünglich war Brendel ein sehr guter Pianist. Aber dann muss er in den frühen 60-er Jahren ein spirituelles Erweckungserlebnis gehabt haben, seitdem ist er viel, viel tiefsinniger, ein großer Interpret.Als wilder Philosoph am Klavier beschrieb ich ihn mal. Obwohl Pollini oder Gulda technisch womöglich perfekter und ihm überlegen waren, bleiben seine Interpretationen, etwa die Überleitungen in der Waldstein-Sonate, bis heute unerreicht."

Es gibt hunderte von Aufnahmen von diesem Pianisten( leider wenige, bei denen er nicht auf dem Cover erscheint). Wenn man diese Version durchhört, gibt es einen roten Faden:

Brendel ist ein Anschlagskünstler. Deswegen gelingen ihm alle Passagen, die bei Beethoven mit Anschlagskultur zu tun haben,sei es das vierte Klavierkonzert oder Sonaten wie op.81 a, zweiter Satz von op.90, erster Satz von op. 101. Da ist er beinahe unschlagbar.
Unter den verschiedenen Versionen der Klavierkonzerte ist die live-Aufnahme mit Levine besonders hervorzuheben. Sein Anschlag ist vorzüglich. Die Atmosphäre wurde kaum durch Geräusche(Huster, die Brendel hasste) beeinträchigt. Grossartig.

Aber Brendel fehlt eindeutig die Dramatik. Deswegen gefällt das dritte Konzert ebenso wenig wie das fünfte, die Sonaten op. 57, 108, 111, um nur drei zu nennen,sind bar der wilden Dramatik,die in ihnen steckt. Es wundert mich nicht, dass Korstick, der genau dieses kann, Brendel zum seinem Lieblingsfeind erklärt. Ich finde diese Interpretationen harmlos, durch grandiosen Anschlag ist ihnen nicht beizukommen.

Wer das gepflegte Klavierspiel schätzt,die durchdachte Gestaltung, den grossartigen Anschlag,wird mit dieser Box sehr gut bedient sein.
Mir fehlt hier die auch notwendige Wildheit.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 07.07.2012 10:47:18 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.07.2012 16:41:37 GMT+02:00
Fidelio meint:
In FF-Führer wurde in den 90er Jahren die Haitink-Version aufgrund des Spiels Alfred Brendels als empfehlenswertere angesehen. Ich würde mich in meiner Einschätzung anschließen und auch den Orchesterpart u. das perfekte Zusammenspiel mit dem London Philharmonic Orchestra/Haitink als spannender, d.h. vor dem mit CSO und Levine einordnen - und das obwohl ich i.d.R. besonders interessiert an James-Levine-Aufnahmen bin... Die digitalen Aufnahmen (Levine) klingen "intellektueller" als die vorausgehenden analogen mit Bernhard Haitink, sowohl vom solistischen als auch Orchesterpart. Sogar Hogwoods Orchesterpart empfinde ich flüssiger, schlüssiger, sogar emotionaler und doch analytisch fundierter als diese "vernunftmäßige" Gestaltung mit großem "romantischen" Orchester. Ich frage mich also, ob die von Ihnen "durchdacht" genannte Gestaltung mir Beethoven wirklich näher bringt. Die ungewöhnlich prickelnde Frische der älteren Einspielung finde ich hier nicht mehr. Dennoch werde ich die Konzerte öfters anhören, denn erfreulich sind sie ja doch, zumal "gebraucht" für einen "Spottpreis" erhältlich.
Gut war: In der Erstausgabe (GA) von Philips gibt's einen "kritischen" Text u. Kommentar zur Aufnahme von Alfred Brendel selbst mit Verweisen zu Autographen und u.a. mit Verweis auf Anmerkungen seines Kollegen Paul Badura-Skoda.Klavierkonzerte 1-5 (Ga)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.11.2012 14:46:31 GMT+01:00
Sagittarius meint:
Ich hatte vor allem an den Pianisten gedacht und ihn im Vergleich zu seiner eigenen Version mit Rattle gewürdigt. Mit Levine fand ich ihn viel überzeugender,weniger von einem Konzept besessen, teilweise mit hervorragendem Anschlag.

Jetzt kann die download-Version, die mehr als doppelt so teuer ist, natürlich nicht mehr empfohlen werden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.11.2012 19:42:40 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.11.2012 21:15:52 GMT+01:00
Fidelio meint:
Danke für Ihre Antwort. Vom Anschlag her bietet mir Arturo Benedetti Michelangeli den unangefochtenen Olymp, insbesondere auch beim 5.Klavierkonzert im Vergleich zu Alfred Brendel hier. Dagegen hatte Brendel eine vielleicht unerreichte "Spritzigkeit" bei den Konzerten mit Haitink, die er hier nicht errreicht. Von den Sonaten kenne ich nur die bei Vanguard/Brilliant: Beethoven aus der Sicht eines Ausnahmetalentes, objektiv herausragend der Anschlag, immer sehr individuell wie durch eine "dicke Brille". Immer wieder empfinde ich es, bei aller Strukturiertheit, intelektuell "abgehoben" (Der Eindruck entstand bei mir erstmalig unterschwellig, als man, d.h. u.a. die Musikindustrie, Brendels Gedichte als Literatur unterjubeln wollte.). Andere weniger prominente Pianisten wie John Lill, Christina Ortiz, Alfredo Perl, Silvia Capova oder auch der impulsive Gilels (DG) spielten m.E. unprätentiös und geradliniger - und vielleicht näher an Beethoven? Wie immer eine Frage des persönlichen Geschmacks und inwieweit man sich in jeweils sehr individuelle Pianistensichten (Brendel, Gulda, Arrau) vertiefen möchte. Ehe ich mir also Brendel zum Zweiten preisgünstig anschaffen würde, lieber die einzige auf historischen Instrumenten (Period Instruments), die sich als große Unternehmung mit vielen Pianisten auf Hochpreis-Nivau hält.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.09.2013 07:22:24 GMT+02:00
Kann mich in aller Bescheidenheit Fidelios Auffassung nur anschließen. Die Aufnahmen mit den Londonern unter Haitink von 1975 dürften wohl den Gipfel in Brendels Beethoven-Interpretation repräsentieren! Ich besitze sie seit damals auf Vinyl. Inwieweit das auf CD erhalten werden konnte, kann ich leider nicht beurteilen, da ich die CD-Ausgabe nicht gehört habe. Vielleicht mag ja jemand etwas dazu sagen, der sie kennt?
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